Flüssigkeitsbremsvorrichtung. Vorliegende Erfindung bezieht sieh auf Bremsvorrichtungen, welche Flüssigkeit als Bremsmittel benutzen und welche hauptsäch lich bei Wägeapparaten zur Verwendung gelangen.
Es ist von grossem Vorteil, dass die Wäge apparate in einem Zustande transportiert werden, welcher gestattet, sie am Empfangs ort auch von einer verhältnismässig unge übten Person in Gebrauchszustand zu brin gen. Demzufolge erscheint es wünschenswert, die Bremsvorrichtung samt der darin enthal tenen Menge Bremsflüssigkeit zu transpor tieren.
In der Praxis hat sich nun der Übelstand gezeigt, dass beim Versenden der Wägeappa- rate mit eingefüllter Bremsflüssigkeit letztere mitunter ausfloss und Teile der Wage ver unreinigte. Anderseits zeigte es sich beim Versenden von Wägeapparaten mit nicht ge füllter Bremsvorrichtung, @dass das nach- herige Auffüllen der Bremsflüssigkeit .durch ungeübte Personen erhebliche Schwierigkeit bot.
Zweck vorliegender Erfindung ist nun, den Transport von Wägeapparaten mit ein gefüllter Flüssigkeitsbremsvorrichtung zu er möglichen, ohne ein Ausfliessen von Brems flüssigkeit befürchten zu müssen. Zu diesem Zwecke besitzt die Flüssigkeitsbremsvorrich tung gemäss Erfindung einen Behälter, wel cher mit dem Bremszylinder in Verbindung setzbar und relativ zu letzterem axial ver schiebbar ist, derart, dass Flüssigkeit zwecks Aufbewahrung aus dem Bremszylinder in den Behälter gezogen und hernach aus demBe- hälter in den Bremszylinder zurückgetrieben werden kann,
wenn die Bremsvorrichtung in Funktion gesetzt werden soll.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des.
Fig. 1 ist ein Aufriss der Flüssigkeits- bremsvorrichtung mit teilweisem Schnitt, in ihrer normalen Arbeitsstellung, zusammen mit Bruchstücken von anliegenden Teilen einer das Gewicht .anzeigenden Krämerwage bekannter Konstruktion; Fig. 2 ist ein Vertikalschnitt der Brems vorrichtung für sich, die relative Stellung der Teile zeigend, wenn die Bremsvorrichtung in ihrer normalen Arbeitsstellung ist, wobei der Kolben und die Verbindungsstange der Deut lichkeit wegen weggelassen sind;
Fig. 3 ist ein der Fig. 2 ähnlicher Schnitt, welcher die Teile in einer Stellung zwischen der normalen Arbeitsstellung der Bremsvor richtung und der Stellung ihrer vollständigen Betriebsausschaltung zeigt; Fig. 4 ist ebenfalls ein der Fig. 2 ähn licher Schnitt, welcher die relative Stellung der Teile bei vollständig ausser Betrieb ge setzter Bremsvorrichtung zeigt, und Fig. 5 ist ein Querschnitt nach der Linie 5-5 in Fig. 1.
Das eine Ende eines Hebels 6 der Wage ist mit dem obern Ende der einen nicht dar gestellten Bremskolben bekannter Konstruk tion tragenden Kolbenstange 7 gelenkig ver bunden. Der Kolben ist im Bremszylinder 8 in üblicher Weise verschiebbar, welcher Zy linder zwischen seinen Enden mit einer ra dial gerichteten Flansche 8a mit Löchern 8b, versehen ist. Durch diese Löcher gesteckte Schrauben 9 verbinden den Zylinder 8 mit dem Rahmen des Sockelgehäuses der Wage. Das untere Ende des Bremszylinders ist ge schlossen, und die innere Fläche des Bodens 8e ist konisch. Das untere Ende des Brems zylinders 8 ist ferner mit einer nach aussen vorspringenden, zylindrischen Flansche 8d versehen, deren Umfang ein Gewinde be sitzt. Dieses Gewinde ist in die Gewinde bohrung 11a eines zylindrischen Behälters 11 geschraubt.
Dieser Behälter ist am untern Ende geschlossen und am obern Ende mit einer einwärts gerichteten Flansehe 11b ver sehen, welche die Flansche 8d am untern Ende des Bremszylinders überragt. Der innere Rand der Flansche llb wird am Zylinder 8 geführt. Die untere Fläche der Flanschen 8a und llb ist mit einem Ring 13 bezw. 12 aus nachgiebigem Material, zum Beispiel Kork oder Gummi, versehen.
Die Flansche 8d am untern Ende des Bremszylinders 8 ist mit einer Anzahl verti- kaler, in gleichen Abständen voneinander an gebrachter Kanäle 8e versehen, welche mit. einer Anzahl ähnlich angeordneter, gleich weit voneinander entfernter, horizontaler Ka näle 8f in der Wand des Bremszylinders nahe dessen geschlossenem Ende zusammen arbeiten.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Flüssigkeitsbremsvorrichtung ist folgende: Zum Füllen der Bremsvorrichtung wird der Behälter 11 gedreht, bis die obere Fläche der Flansche llb.den Ring 13 auf der Unter seite der Flansche 8a des Bremszylinders 8 berührt, wodurch ein flüssigkeitsdichter Ab schluss zwischen den anliegenden Flächen ge bildet wird. Hierauf wird die Bremsvorrich tung mit der Bremsflüssigkeit 14 auf die erforderliche Höhe gefüllt (Fig. 2).
Wenn nun die Wage für den Transport verpackt werden soll, wird der Behälter 11 in entgegengesetzter Richtung, das heisst so gedreht, als ob man ihn vom Bremszylinder wegziehmen wollte. Diese Bewegung schafft ein teilweises Vakuum, in dem sich zwischen dem untern. Ende des Bremszylinders 8 und den Innenwänden des Behälters 11 bildenden Raum mit dem Resultat, dass die Flüssigkeit 14 im Bremszylinder durch die Kanäle 8f sind 8e in den unterhalb des Bodens 8c des Zylinders befindlichen Raum fliesst (siehe Fig. 3).
Das Losschrauben des Behälters wird fortgesetzt, bis der Ring 12 die obere Fläche der Flansche 8d berührt und die obern Enden der vertikalen Kanäle 8e verschliesst (Fig. 4). In diesem Zustande ist die Flüssigkeit 14 dicht im Behältereingeschlossen.
Um die Wage und die Bremsvorrichtung in Gebrauchszustand zu versetzen, hat man nur den Behälter 11 im Sinne des Auf schraubens desselben auf den Bremszylinder zu drehen, wobei der Dichtungsring 12 die Kanäle 8e freigibt und der Übertritt der Flüssigkeit vom Behälter in den den Brems zylinder umgehenden Ringraum gestattet. Von diesem Raum gelangt sie dann durch die horizontalen Kanäle 8f in den Bremszylinder B. Die Drehung des Behälters wird fortge setzt, bis die obere Fläche der Flansche 11b auf die Unterfläche des Ringes 13 auftrifft, worauf die Bremsvorrichtung zum Gebrauche bereit ist.
Statt eine Gewindeverbindung kann der Behälter 11 auch eine Gleitverbindung mit dem Bremszylinder haben.
Es ist ersichtlich, dass die beschriebene Flüssigkeitsvorrichtung gestattet, eine Wage mit fertig mit Bremsflüssigkeit gefülltem Bremszylinder zu spedieren, ohne dass die Möglichkeit eines Ausfliessens der genannten Flüssigkeit beim Transport besteht, und fer ner, dass die Wage ohne Schwierigkeit auch durch einen unerfahrenen Benutzer wieder in Gebrauchszustand versetzt werden kann.