CH131097A - Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxyd. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxyd.

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CH131097A
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Robert Haglund Ture
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Robert Haglund Ture
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    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01F—COMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00—Compounds of aluminium
    • C01F7/02—Aluminium oxide; Aluminium hydroxide; Aluminates
    • C01F7/38—Preparation of aluminium oxide by thermal reduction of aluminous minerals
    • C01F7/40—Preparation of aluminium oxide by thermal reduction of aluminous minerals in the presence of aluminium sulfide

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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Aluminiumoxyd.       Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur  Herstellung von     Aluminiumoxyd    durch       Schmelzen    von     tonerdehaltigem    Material     zu-          sammen    mit solchen Mengen von     Reduktions-          initteln    und schwefelhaltigem Material, dass  eine sowohl Sulfid und Aluminiumoxyd ent  haltende Schmelze, deren     Aluminiumoxydge-          halt    beim     Erkalten    der Schmelze in kristal  liierte Form     (Korund)    übergeht, gebildet  wird, worauf -die Schmelze,

   zwecks Gewin  nung des aus dem     Schmelzfluss    erstarrenden       Aluniiniumoxy        ds,    einer Behandlung zur  Zersetzung des     Sulfides    unterworfen wird.  Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,  iA die Schmelze bei einer     unterhalb    ihres       #   <B>'q</B>  Schmelzpunktes liegenden Temperatur einer  Oxydation unterworfen wird unter Verwen  dung von solchen Oxydationsmitteln und     un-          ier    solchen Verhältnissen, dass wenigstens die  Hauptmenge des     Sulfidschwefels    in anderer  Form als Schwefelwasserstoff erhalten wird.  



       :Nach    dem Verfahren kann der Sulfid  schwefel bei der Oxydation des Sulfides als  freier Schwefel abgespalten werden; er kann    aber auch in Form von     Schwefelsauerstoff-          verbindungen    erhalten werden.

   Um bei Oxy  dierung von     aluminiumsulfidh.altigem    Mate  rial den in den Sulfiden     gebundenen        @Schwe-          fel    als freien Schwefel zu erhalten, kann man  nach diesem Verfahren auch entweder so vor  gehen, dass die Oxydierung mit einem Oxy  dationsmittel, zum Beispiel Luft, in solchem  Masse ausgeführt wird, dass der     Sauerstoff     nicht zur Oxydation des     Sulfidschwefels    aus  reicht; oder man kann solche Oxydations  mittel, zum Beispiel     S02,    verwenden, die den  Schwefel nicht oxydieren können.

   Die Zer  setzung folgt im letzten Falle, zum Beispiel       (remäss    folgender Gleichung:       A12Ss        +        l1/2        S02    = A12     0g        -I-        4i/2    S.  Dabei wird sowohl der in dem Alumi  niumsulfid, wie in dem<B>SO,</B>     gebundene     Schwefel ausgeschieden.  



  Die     Oxydation    des Aluminiumsulfides  kann     hei    derart niedriger Temperatur ausge  führt werden, dass der Schwefel nicht ver  gast. Im allgemeinen ist     unter    anderem zur       Beschleunigung    der Reaktionsgeschwindig-           keit    zu empfehlen, dass die     Oxydation    unter  solchen Temperaturverhältnissen geschieht,  dass freigemachter Schwefel in gasförmigem  Zustande abgeleitet werden kann, worauf der  Schwefel durch Abkühlung der abgehenden  Gase ausgebracht wird.  



  Bei der Behandlung von Gut mit hohem  Gehalt an Aluminiumsulfid     ist    die bei der       Reaktion    zwischen     A1283    und     S02    ent  wickelte     Reaktionswärme    gewöhnlich genü  gend zum Erzeugen einer Temperatur, bei  welcher der freigewordene Schwefel     vergast          wird.    Ist der Gehalt an     A1283    niedrig, zum  Beispiel 10 bis     15%,    so     genügt    gewöhnlich  die Reaktionswärme bei Oxydation mit     S02     zur Vergasung des -Schwefels nicht.

   Durch  die     Verwendung    von Luft oder sonstigem  sauerstoffhaltigem Gas kann man die Reak  tionswärme erheblich vermehren. Die Oxyda  tion kann dabei so weit getrieben werden,  dass ein Teil des     Sulfidschwefels    zuerst vom  Sauerstoff zu     SO::

          oxydiert    wird, worauf die  ses zur Reaktion mit einer neuen Menge Sul  fid gebracht     wird.    Eine     weitere    Steigerung  der Reaktionswärme bei Benützung von Luft  oder anderem     sauerstoffhaltigem    Gas als       Oxydationsmittel    wird erhalten, wenn die  Luft oder dergleichen in solchen Mengen zu  geführt wird, dass der Schwefel ganz oder  teilweise als S03 gebunden, und gasförmig  abgeleitet wird.

   Durch     Regulierung        -der     Sauerstoffzufuhr und damit der Oxydation  des     .Schwefels,    das     heisst    der Verhältnisse  zwischen freiem Schwefel und abgehender  schwefliger Säure hat man die     Möglichkeit,     die Wärmeentwicklung und somit auch die  Reaktionstemperatur, zwischen ganz weiten  Grenzen in einfacher Weise zu regulieren,  so dass sie die für jeden Fall geeignetste wird.

    Die Behandlung kann eventuell auch mit  einem solchen     TUberschuss    von Sauerstoff       bezw.    bei solcher Temperatur ausgeführt  werden, dass die Oxydation bis     zur        Alumi-          niumsulfatbildung        getrieben    wird. Dabei       steigert    sich noch die Wärmeentwicklung.  Die für die Durchführung des Verfahrens       nötige    Wärme kann auch durch äussere oder       innere    Erhitzung zugeführt werden.

   Beson-         ders    geeignet ist es, die     Reaktionsgase    vorzu  wärmen.     Gegegebenenfalls    kann auch das       sulfidhaltige        Material    vor -dem Zusammen  treffen mit den Reaktionsgasen einer     Vor-          wärmung    unterworfen werden.

   Die Erhitzung  kann auch durch Verbrennung in Ofen oder  in einer Vorrichtung, in welcher die     Oxy        da-          tion    vorgeht, von einem oder mehreren sol  cher ;Stoffe     wie    Schwefel, Schwefelwasser  stoff, Kohlenstoff, Kohlenoxyd,     Generator-          gas,        Wasserstoff        etc.    mit Luft oder sonsti  gem sauerstoffhaltigem Gas stattfinden. Bei  solcher Verbrennung gebildete Gase, zum  Beispiel     S0_    können nachher für die Oxyda  tion benutzt werden.

   Erhitzung .durch Ver  brennung von Kohlenstoff kann zum Beispiel  durch Verbrennung von     Kohlenstoffpulver    in  Luft geschehen oder man kann das     sulfid-          haltige    Material mit Kohlenstoff. zum Bei  spiel     stückförmiger    Holzkohle,     mischen.     



  Gleichzeitig mit oxydierenden Gasen von  oben genannter Art können auch grössere  oder kleinere Mengen Wasserdampf zuge  führt werden. Der Zweck davon ist, .die Re  aktion zu beschleunigen. Durch     Einwirkung     von Wasserdampf wird wenigstens ein Teil  des Aluminiumsulfides unter Freimachung  von Schwefelwasserstoff zersetzt, zum Bei  spiel nach der     Gleichung:          Al_S3        -f-    3     H20    =     A120r,        +    3     HZS.     Enthält das oxydierende -Gas SO=, so     wird     hierauf der     Schwefelwasserstoff    nach der  Gleichung     ox--diert:

       2     HZ,8        +        S0_    =     21I_0        -I-    3 ;S.  Enthält das oxydierende Gas     .Sauerstoff,     so kann auch schweflige Säure gebildet  werden, beispielsweise nach der Gleichung:  2     H2,8        -I-    3     OZ    = 2     H20        -I-        9-302-          Das    zurückgebildete     H_0        reagiert    nach  her mit einer neuen enge Sulfid unter Bil  dung von Schwefelwasserstoff, das wieder  mittelst S02 oder 0 oxydiert wird.

    



  Es hat sich als möglich gezeigt. die     Oxy-          dation    dadurch zu beschleunigen, dass Chlor  wasserstoff zusammen mit Wasserdampf zu  geführt wird. Die Temperatur soll dabei so  hoch gehalten werden,     dlass    durch- Einwir  kung von Chlorwasserstoff gebildetes Alu-           ininiumchloiz.d,    nach folgender     Gleichung    un  ter Zurückbildung von Chlorwasserstoff zer  setzt wird:

         \?        AIC1;,        -a-    3     H=0    =     A1-,0,        -[-    6     HCl     Damit diese Reaktion     einigermassen    voll  ständig verläuft, muss die Temperatur der<B>ab-</B>  gehenden Produkte<B>300</B>   C übersteigen. Ein  besonderer Vorteil bei der Benützung  von chlorwasserstoffhaltigen     Oxydationsgasen     liegt darin,     da.ss    Verunreinigungen von  Schwefeleisen in     FeCh    überführt werden,  welches nachher ausgelöst werden kann.

    Auch durch Zuführung von Chlorgas zu den       oxydierenden    Gasen kann man einen     ge-          schwinderen    Verlauf der     Oxydation    er  reichen.  



  Wenn die Temperatur bei der Oxydation  von     aluminiumsulfidhaltigem    Material unge  fähr<B>800'</B> C oder mehr beträgt, verliert bei  der     Oxydation,    gebildetes Aluminiumoxyd  ganz oder in der Hauptsache sein Vermögen.  Wasser aufzunehmen. Dies ist     a=ber    in man  eben Fällen ein Nachteil, weshalb es gewöhn  lich am besten ist, die Oxydationstemperatur  700   C nicht überschreiten     -zu    lassen. Die  untere Grenze für die Durchführung der Re  aktion ist aus     praktischen    Gründen von der  Reaktionsgeschwindigkeit abhängig. Diese       lellt    sich jedoch verschieden für die verschie  denen Ausführungen des Verfahrens.

   Zwecks       Erreichung    der nötigen Reaktionsgeschwin  digkeit ist gewöhnlich eine Temperatur von       mindestens        ?00    bis 300   C erforderlich.  Durch Benutzung von niedriger     Oxydations-          lemperatur    und einem Wasserdampf enthal  tenden Oxydationsgas hat man die Möglich  keit. die Oxydation so durchzuführen, dass  Aluminiumhydrat bei der Oxydation des       Aluminiumsulfides    gebildet wird.

   Im Falle,  dass der Schwefel als freier gasförmiger       S#cliwefel    abgetrieben werden soll, muss die       'f        @tuperatur    der     abgehenden    Gase mit Rück  ;icht auf den Siedepunkt des Schwefels be  stimmt werden. In solchem Falle hat es sich  als geeignet erwiesen, eine Temperatur von  500 bis 600   C zu benutzen. Die Benutzung  einer Temperatur unter 700   hat sich von  besonderem Wert für das Abtrennen des kri-    stallinierten     Aluminiumoxydes        (Korund)    von  bei der Oxydation des Aluminiumsulfides ge  bildetem     Aluminiumoxyd    gezeigt.

   Bei der  Behandlung des oxydierten Gutes mit Was  ser nimmt nämlich letztgenanntes Oxyd, falls  es nicht zu hoch erhitzt ist, Wasser auf und  dehnt sich so aus, dass das Material unter  Freimachen der     Korundkristalle    zerfällt,  welch letztere darauf auf Grund ihres höhe  ren spezifischen     Gewichtes    abgeschieden wer  den können, zum Beispiel durch die Behand  lung     Ies    Gutes in mit strömendem Wasser  arbeitenden     Klassierungsapparaten.    Um, die  von der Ausdehnung verursachte Zersetzung  ,des 'oxydierten Gutes zu beschleunigen, ist  es vorteilhaft, eine solche Wasserbehandlung  unter derartigen Verhältnissen auszuführen,  dass die Teilchen durch Einwirkung von  Reibung oder ein leichtes Mahlen., zum Bei  spiel in einer Kugel- oder Rohrmühle,

   losge  macht werden.  



       Für    die     Behandlung    mit gasförmigen  Oxydationsmitteln von oben     erwähnter    Art  können Apparate und Ofen von in     Crasbe-          handlungsprozessen    allgemein gebräuchlicher  Art zur Anwendung     kommen.    Das Material  kann     zugeführt    werden, entweder auf einmal  oder     kontinuierlich    oder periodisch.

   Enthält  das     aluniiniumsulfidhaltige    Material Verun  reinigung von     Schwefeleisen    oder ähnlichen  Sulfiden, und wünscht man deren Oxydation  zu vermeiden, so empfiehlt es sich, das Gas,  zum Beispiel     S0.=,    in derselben Richtung, wie  das     aluminiumsulfidhaltige        Material    durch  den Apparat zu leiten. Braucht man die Ge  fahr .der Oxydation des Schwefeleisens nicht  zu     berücksichtigen,    so ist es gewöhnlich vor  teilhafter     das    Gegenstromprinzip zu be  nutzen.

   Uni die Zersetzung so vollständig wie  möglich zu machen, ist es häufig gut, nach  der Behandlung mit oxydierendem Gas das  Produkt in     warmem    Zustande mit einem       Gbersehuss    an Luft oder mit Wasserdampf  zu behandeln. Das Produkt kann für densel  ben Zweck eventuell mit Wasser in solcher  Menge behandelt werden,     @dass    das Produkt  bis unter<B>100'</B> C abgekühlt wird. Die Nach  behandlung     kann    auch     mittelst    Chlorwasser-           stoffgas    geschehen.

   In diesem Falle erfolgt  die Behandlung bei Anwesenheit von Wasser  dampf und bei einer Temperatur von minde  stens 200   C vorteilhaft bei etwa 300   oder  darüber, weil dann durch Zersetzung von       Aluminiumsulfid    gebildetes Aluminiumoxyd  nicht in     Aluminiumchlorid        umgewandelt     wird.

       Verunreinigungen    von Schwefeleisen  werden bei solcher Behandlung hauptsächlich  in     FeC12    umgewandelt, welches nachher aus  gelaugt werden kann,     Chlorwasserstoffgas     und Wasserdampf können     eventuell    durch       Einspritzung    von in Wasser gelöstem Chlor  wasserstoff in das von dem     Oxydationsprozess     kommende heisse Material eingeführt werden,  wobei sowohl     Chlorwasserstoff,    wie Wasser  vergast wird.

   Bei der Nachbehandlung ge  bildete schweflige Säure     bezw.    Schwefel  wasserstoff können nachher in den Teil des  Ofens oder Apparates eingeleitet werden, wo  der     Oxydntionsprozess    vor sieh geht. Auch  bei der     Nachbehandlung    eventuell gebildeter  Wasserdampf kann in ähnlicher Weise für  die Durchführung des Oxydationsprozesses       ausgenutzt    werden. Die     Nachbehandlung    des  von dem     Oxydationsprozess        kommenden    war  men Materials kann auch mittelst Chlorgas,  zwecks Überführung verunreinigender Sul  fide von Eisen, Titan und andere in Chlor  verbindungen geschehen.

   Diese Behandlung  wird am besten bei solcher Temperatur aus  geführt,     .dass    gebildete leichtflüchtige Chlo  ride in gasförmigem Zustande entfernt wer  den können. Bei der Behandlung mit Chlor  gas und Wärme hat es sich als vorteilhaft  erwiesen, auch eine gasförmige Sauerstoffver  bindung von Kohlenstoff zuzuführen, zum  Beispiel CO oder C02.  



  Die     Naclibehandlung    der     oxydierten        sul-          fidhaltigen    Materialien kann auch nach<B>Ab-</B>  kühlung des betreffenden Materials ausge  führt werden, und geschieht am besten ent  weder mit Wasser allein oder mit Wasser in  Gegenwart von Cl oder     S02.    Bei Behandlung  reit Chlor in Gegenwart von Wasser     wird     das als Sulfid     gebundene    Eisen in eine Eisen  chlorverbindung übergeführt, die in Lösung  geht     und,dadurch_abgeschieden    werden kann.    Die Reinigung der     Zersetzungsprodukte     durch Behandlung mit schwefliger Säure in  Gegenwart von Wasser wird unten beschrie  ben.

    



  Das     sulfidhaltige    Material kann inzwi  schen gemäss vorliegender Erfindung auch  anstatt in oxydierendem Gas, mit<B>SO,</B> in  Wasser zwecks Zersetzung unter Oxydation  der Sulfide von Aluminium, Kalzium, Ba  rium oder     Magnesium,    behandelt werden.

   Die  Oxydation kann dabei ganz oder teilweise  direkt mit     S02    vor sich gehen, nach der  Gleichung       A12S@        -I-        11/2        S0_        +    3     H20    = 2     Al(OH)3          -?-        41/2        @S;    oder das Sulfid kann auch zuerst  mittelst Wasser zersetzt werden und nachher  mit     S02    reagieren unter     Neubildung    von  Wasser und     Abscheidung    von 'Schwefel.

   Na  türlich können auch eine Anzahl Nebenreak  tionen eintreten, wie     Bildung    von     Thiosulfa-          ten        etc.    durch Einwirkung von     S-02        auf    aus  gefallenen Schwefel. Der     Vorteil    der Zer  setzung beispielsweise bei Aluminiumsulfid  mit wasserhaltigem     S02    anstatt mit Wasser  allein liegt     darin"dass    im vorigen Falle keine  oder geringe Entwicklung von Schwefel  wasserstoff erhalten wird und der Sulfid  schwefel wenigstens teilweise bei der Be  handlung mit     802    als freier Schwefel aus  fällt.

   Ist die zugeführte Menge     .S02    hierfür  genügend, so werden die genannten Sulfide  bei der Behandlung in basische, neutrale  oder saure     .Sulfite,        Thiosulfate    oder     @derglei-          ehen    umgewandelt.

   Besteht der     Sulfidgehalt     der Schmelze hauptsächlich aus einem \Sulfid,  welches von Wasser sehr leicht     zersetzbar     ist, zum Beispiel Aluminiumsulfid, so kann  das genannte Material allmählich     zugeführt     werden, wobei schweflige Säure am besten  von Anfang an oder     während    der Behand  lung in solcher Menge     zugeführt    wird, dass in  der Regel ein     Überschuss    von schwefliger       Säure    im Verhältnis zu der für die Zer  setzung des Sulfides erforderlichen Menge       vorhanden,    ist.

   Vorteilhaft ist es mit einer im  Prozess zirkulierenden     -S02-Lösung    zu .arbei  ten, wobei die Zersetzung in einem Apparat  oder     Apparatensystem    stattfindet, während      das Wasser mittelst     S02    in einem andern  Apparat oder     Apparatensystem    regeneriert  wird.

   Die durch Behandlung mit     S02    in der  Gegenwart von Wasser erhaltenen Zer  setzungsprodukte enthalten gewöhnlich, bei  spielsweise wenn die     sulfidhaltige    Schmelze  durch Schmelzen im elektrischen Ofen aus  Bauxit, Kohlenstoff und Schwefelverbindun  gen von schweren Metallen hergestellt wurde,  zum Beispiel     FeS,        Verunreinigungen        wie     Sulfide von Eisen,     Titan,    Kalzium     etc.    Die  vorliegende Erfindung betrifft deshalb auch  Verfahren zur Reinigung des     kristalliierten          Aluminiumoxydes    in den Zersetzungsproduk  ten von     Verunreingungen,

      besonders von den  in Rede stehenden Sulfiden. Oben wurde an  gegeben,     dass    auch Zersetzungsprodukte, er  halten durch Oxydation des     sulfidhaltigen     Materials mittelst oxydierender Gase, zwecks  Reinigung mit schwefliger Säure in Gegen  wart von Wasser nachbehandelt werden kön  nen. Soweit die Reinigungsprozesse der auf  derart verschiedenem Wege     erhaltenen    Zer  setzungsprodukte ähnlich sind, werden sie  nachstehend im Zusammenhang beschrieben.  



  Inder Schmelze     eingehendes    kristallisier  tes Aluminiumoxyd     (Korund)    wird vorzugs  weise gemäss einem bekannten Aufbereitungs  verfahren von den spezifisch leichteren Zer  setzungsprodukten, zum Beispiel Aluminium  oxydhydrat vor dem Reinigungsprozesse ab  geschieden, und nachher werden die verschie  denen Produkte     unabhängig        voneinander    be  handelt.  



  Ebenfalls ist es zu empfehlen, die Zer  setzungsprodukte in je einem     starkmagneti-          schen    Apparate, zum Beispiel Ullrichs     Mag-          netscheider    zu behandeln; hierdurch kann  man einen Teil der verunreinigten Sulfide       von,den    schweren Metallen trennen. Das     kri-          stallisierte    Aluminiumoxyd kann für den  letztgenannten Zweck auch gemäss einem     Flo-          tationsverfahren    behandelt werden. Enthal  ten die Zersetzungsprodukte freien Schwefel,  so kann es auch zweckmässig sein, den Schwe  fel vor der weiteren Behandlung des       riala    abzuscheiden.

           Zersetzungsprodukte    von oben angegebe  ner Art, die     Aluminiumhydrat    enthalten,  werden zwecks Reinigung mit S02 in solcher  Menge     behandelt,        dass    das Aluminiumhydrat  ganz oder zu einem beträchtlichen Teil als  saures     Alumiiriumsulfit    in Lösung gebracht       wird.    Die dabei     erh.aIbene    Lösung     wird    je  doch in der Regel nicht völlig frei von Ver  unreinigung     -sein,

      denn durch die     Behandlung     mit     S02    können auch     Verunreinigungen    in  den     Zersetzungsprodukten,    zum Beispiel     Kal-          ziumhydrat,        Kalziumsulfid,        Schwefeleisen          etc.    in Lösung gebracht werden.

   Doch rea  giert ein Teil solcher     Verunreinigungen,    zum  Beispiel Schwefeleisen, bedeutend langsamer,  weshalb die Auflösung mit     .S02    sehr wohl so  ausgeführt werden     kann,        da.ss    nur eine sehr  geringe Menge Schwefeleisen     zersetzt    und als  Sulfid in die Lösung gebracht     wird.    Man  kann auch durch Behandlung mit Chlor oder  Chlorverbindungen solche Verunreinigungen  ganz oder teilweise vor der Auflösung des  Aluminiumhydrates mit     S02        entfernen.    In  den Zersetzungsprodukten etwa vorkom  mende Kieselsäure bleibt beider Behandlung  mit     S02    indem ungelösten Teil.

   Die Lösung  wird     abgegossen    oder erbfiltriert     und    kann  darnach für die Herstellung von Aluminium  oxyd oder .andern     Aluminiumverbindungen     auf verschiedene Weise benutzt werden,     @dass     man die schweflige Säure durch Erhitzung  der Lösung austreibt. Schon bei     Erhitzung;     unter dein Siedepunkt gibt die Lösung be  deutende Mengen SO= ab, und basisches Alu  miniumsulfit fällt aus.

   Wenn dieses Nieder  schlagen von basischem     Aluminiumsulfit     durch Erhitzung in zwei oder mehrere Perio  den geschieht, oder wenn die Erhitzung in  zwei oder mehreren Perioden geschieht oder  wenn die Erhitzung abgebrochen wird, be  vor grössere Mengen Verunreinigen auszufal  len beginnen, so kann man den     Hauptteil    des  basischen     Aluminiumsulfites    besonders rein  bekommen. Verunreinigungen, zum Beispiel  von Eisen bleiben dabei beinahe vollständig  in der Lösung. Der Niederschlag     wird        erb-          filtriert    und gewaschen.

   Die Erhitzung auf  Kochtemperatur des Wassers     beschleunigt         zwar die Entfernung des Überschusses an  schwefliger Säure, ist aber, wie oben er  wähnt, nicht notwendig. Beim     Arbeiten    im  Vakuum kann man die     Entfernung    von  schwefliger Säure auch     beschleunigen    und  gewinnt dabei den Vorteil,     d.ass    man bei nied  riger Temperatur arbeiten kann.  



  Bei     ider    Herstellung von Aluminium  salzen aus in der     erwähnten    Weise erhalte  nem     basischen        Aluminiumsulfit    kann man die  ses zu einer Säure, wie Schwefelsäure, zu  setzen, oder auch vorsichtig eine Säure zu  aeben, wobei schweflige Säure entweicht.

         Zweckmässigerweise    wird die Konzentration  der Säure so gewählt, dass eine sehr     konzen-          trierte    Lösung erhalten wird, oder auch so,  beispielsweise nach     Abkühlung,    aber ohne be  sonderes     Eindampfen,    dass nur oder     beinahe          auschliesslich    festes Salz erhalten wird.  Wünscht man Aluminiumoxyd aus dem basi  schen     Aluminiumsulfit    herzustellen,     so    wird  es erhitzt, so dass schweflige Säure und Was  ser abgehen. Die schweflige Säure muss dabei  durch     verhältnismässig    geringe Erhitzung  ausgetrieben werden.

   Die Erhitzung soll  zweckmässig erweise so geschehen,     dass    keine       nennenswerte    Oxydation des     Aluminiumsul-          fites    stattfindet. Wird ein -gasgefeuerter  Rollofen benutzt, so ist es am besten, dass die  Erhitzung     im    Gleichstrom stattfindet.  



  Das basische     Aluminiumsulfit    kann in       Aluminiumhydrat        mittelst        Neutralisations-          mitteln    für die schweflige Säure umgesetzt  werden. Als solche können beispielsweise       3mmoniak,    Alkali,     Alkalialuminat,    Alkali  karbonat,     Natriumhydrat    benutzt werden.  



  Bei der Behandlung des     aluminiumsulfid-          oder        aluminiumhydrathaltigen    Materials mit  schwefliger Säure wird das Material am  besten in Wasser aufgeschlämmt gehalten,  zum Beispiel in einem mit Rührwerk     ver-          sehenem    Behälter. Die Behandlung kann so  wohl bei Atmosphärendruck, als auch bei  höherem - Druck im     Autoklav    stattfinden.  Der Vorteil beim Arbeiten     finit    höherem  Druck liegt darin, dass das Wasser     -,da-          bei    grössere Mengen von schwefliger Säure  lösen. kann.

   Die schweflige Säure kann in    form von Gas oder in Wasser oder einem an  dern Lösungsmittel aufgelöst oder in zu  Flüssigkeit komprimiertem Zustande zuge  führt werden. Da     Wasser    grössere Mengen  schwefliger Säure bei niedriger Temperatur  auflöst, ist es vorteilhaft, dasselbe während  der Behandlung abzukühlen.

   Besonders wert  doll ist eine derartige Abkühlung, im Falle,  wo die Behandlung mit     sehwefliger    Säure  so weit getrieben wird, dass eine     Bildung    von       Aluminiumsülfit    stattfindet, weil dann bei  der Auflösung von     Aluminiumhydrat        mit-          telst    schwefliger Säure eine     Wärmeentwiek-          lung    stattfindet.

   Die für die Zersetzung von  Sulfid erforderliche schweflige Säure kann  -h ganz oder teilweise in Form von     Stof-          i    tue  fen zugeführt werden, welche     schweflige          Säure    abgeben     können.    Dies ist besonders ge  eignet bei der     Behandlung    von     Materialien.          welehe    von Wasser leicht     zersetzbare    Sulfide,  zum Beispiel     Al=S;

          enthalten.-    Für den     ge-          naunteg    Zweck können sowohl basische, neu  trale und saure Sulfite, zum Beispiel von  Natrium, Kalium. Ammonium und Alumi  nium in Frage     kommen.    Die oben erwähnte       Lösung    von saurem     Aluminiumsulfit    eignet  sich somit gut dazu.  



  Oxydation des     sulfidhaltigen    Materials  gemäss vorliegendem Verfahren kann auch  durch     Erhitzung    des Materials zusammen  mit     Sauerstoffsäuresalzen    geschehen, zum  Beispiel mit Sulfaten oder     Karbonaten    von  Kalium und     Natrium.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Alumi niumoxyd durch Zusammenschmelzen von tonerdehaltigem Material und solchen Men gen von Reduktionsmitteln und schwefelhal tigem Material, dass eine sowohl Sulfid und Aluminiumoxyd enthaltende Schmelze, deren Aluminiumoxydgeha.lt beim Erkalten der Schmelze in kristallisierte Form übergeht, gebildet wird, worauf die :
    Schmelze, zwecks Gewinnung des aus dem Schmelzfluss erstar renden Aluminiumoxyds, einer Behandlung zur Zersetzung des Sulfides unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze bei einer unter ihrem Schmelzpunkt befindlichen Temperatur einer Oxydation unterworfen wird, bei Verwendung von sol chen Oxydationsmitteln und unter solchen Verhältnissen, dass wenigstens die Haupt menge des SulfhIschwefels in anderer Form als Schwefelwasserstoff erhalten wird.
    UNTERAN SPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch eine so unvollständige Oxydation, dass das Sulfid unter Ab scheidung wenigstens eines beträchtlichen Teils des Sulficlschwefels in Form von freiem Schwefel zersetzt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, gekennzeichnet, durch Oxydierung mittelst eines sauerstoffhal tigen Gases. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, gekennzeichnet durch Ver wendung eines eine Schwefelsauerstoff- v erbindung enthaltenden Gases. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und En- teranspruc.h 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionstemperatur so hoch ge halten wird, dass abgespaltener freier Schwefel vergast wird. J). Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspriichen 1 bis 4, dadurch gekenn zeichnet, dass die Oxydation in C,regen- wart von Wasserdampf stattfindet. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass oxydierendes Gas benützt wird, welches Chlor enthält. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 6, dadurch gekenn zeichnet, dass das Oxydationsgas in der gleichen Richtung geführt wird. wie das Behandlungsgut. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 7, dadurch gekenn zeichnet, dassdurch Verbrennung von Gasen im Reaktionsraum Wärme zuge führt wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn zeichnet, dass die Oxydationsgase in vor gewärmtem Zustande zugeführt werden.
    l (). Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 8, dadurch gekenn zeichnet, dass das oxydierte Gut mittelst Wasser nachbehandelt wird zwecks Zer setzung von etwa nicht zersetztem Alu miniumsulfid. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Nachbehandlung Chlorwasser stoff zugeführt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxydation des 3.luminiumsulfides bei einer solchen Temperatur ausgeführt wird, dass bei der Zersetzung des Aluminiumsulfides gebil detes Aluminiumoxyd seine Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, nicht verliert. 1.3.
    Verfahren nach Patentanspruch, gekenn zeichnet durch Oxydation des aluminium- sulfidhaltigen Gutes mittelst 'S02 in Gegenwart von so viel Wasser, dass eine Bildung von Aluminiumoxydhydrat stattfindet. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das sulfidhaltige Gut während der Behandlung mit S02 in Wasser in Bewe gung gehalten wird. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 13 bis 14, dadurch ge kennzeichnet, dass die Behandlung mit <B>802</B> unter Überdruck stattfindet. 16. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 13 bis 15, gekennzeichnet durch die Anwendung von so viel schwef liger Säure, dass das bei der Zersetzung des Sulfidgehaltes gebildete Hydrat wenigstens teilweise in Lösung gebracht wird. 17.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das aluminiumsulfid- haltige Gut mittelst Wasser vorbehandelt wird, worauf das dabei gebildete Alumi- niumoxydhydrat mit so viel SOz behan delt wird, dass es mindestens zu einem beträchtlichen Teil in Lösung gebracht wird.
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