CH132353A - Elektrischer Zeitzünder. - Google Patents
Elektrischer Zeitzünder.Info
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Description
Elektrischer Zeitzünder. Die Erfindung betrifft einen elektrischen Zeitzünder, bei dem die Entladeenergie elek trischer Kondensatoren zur Entzündung des Zündsatzes verwendet wird. Es ist schon vorgeschlagen worden, .solche Zünder durch unmittelbare Veränderung der Entlade- verhältnisse der Zünderkondensatoren bei Verwendung stets gleicher Aufladesp an nungen zu tempieren.
Bei dem elektrischen Zeitzünder nach der Erfindung sind Mittel vorhanden, um die Einstellung verschiedener Zündzeitpunkte durch verschiedene Bemessung der dem Kondensator aufgedrückten Ladespannung, also mittelbar durch Veränderung der Auf ladeverhältnisse, zu ermöglichen. Im allge meinen wird durch Vergrössern der Lade spannung eine heftigere Entladung .des Kon densators und damit ein früherer Zünd- zeitpunkt, durch Verkleinern der Lade spannung eine abgeschwächte Entladung und damit ein späterer Zündzeitpunkt bewirkt.
Hierzu sind mit Vorteil in den zum Zünderkondensator führenden Stromkreis einer Stromquelle, die entweder mit dem Zünder fest verbunden oder von diesem ge trennt ist, Spannungsumformer eingeschaltet oder die Stromquelle selbst ist zur Abgäbe von Ladespannungen verschiedener Grössen eingerichtet.
Der Zeitzünder nach der Erfindung zeichnet sich durch einfachen Aufbau und eine einfache Tempierungsmö:glichkeit aus. Ist die @Strom.quelle vom Zünder getrennt und zur Abgabe von Ladespannungen ver- zchi.edener Grösse eingerichtet, so kann der Zünder selbst beispielsweise nur einen Kon densator und einen hochohmigen, konstanten Widerstand oder eine Kombination mehrerer Kondensatoren als Energiespeicher und das Zündmittel,
einen Funken- oder einen Brückenglühzünder enthalten. Einstell vorrichtungen zur Tempierung am Zünder selbst oder sonstwie am Geschoss kommen in Wegfall. Die Einstellung der Zündzeit- punkte wird an dem vom Zünder und - Geschoss getrennten Zünderaufladeapparat durch geeignetes Abstimmen der Auflade spannung vorgenommen und die Tampierung der Zünder erfolgt selbsttätig beim und durch das Aufladen.
Werden .die Anschluss- kontakte des Aufladeapparates für den Zün der im Geschütz selbst, also entweder im Geschützrohr oder dem Verschluss angeord net, .so dass das Aufladen und damit zu gleich das Tempieren des Zünders nach dem Einführen des Geschosses in das Rohr kurz vor oder unmittelbar beim Abschuss durch Betätigen der Abfeuerungsvorrichtung er folgt, so erfordert das Tempieren einer Reihe nacheinander abzufeuernder Geschosse auf gleiche iSprengzeitpunkte keine beson dere,
zeitraubende Massnahme. Damit wird die Schussfolge erheblich gesteigert und cin Einstellen des Zünders auf einen andern Zündzeitpunkt kann in einfacher Weise vor genommen werden, selbst wenn sich .das Ge- schoss schon in der 8chussla.ge im Rohr be findet.
Die Zeichnung veranschaulicht in den Fig.1, 2 .und 4 die Schaltbilder verschie dener, beispielsweiser Ausführungsformen von Zündern; Fig.3 gibt die Spannungs- Zeitschaubilder der Kondensatoren eines Zünders nach Fig. 2 bei verschiedenen La,de- spannungen an.
Bei sämtlichen gezeichneten Ausfüh rungsbeispielen werden die .Zünder von einer vom Geschoss getrennten, hier nicht gezeich- neten: Stromquelle aus aufgeladen, die eine ,S,pannung von einer innerhalb zweier Gren zen beliebig einstellbaren Grösse abzugeben vermag.
Der Zünder nach Fig. 1 enthält als Energiespeicher einen Kondensator a, mit zwei Belegungen a1 und ass. Das Zündmittel c ist ein Brüekenglühzünder mit einem in einem Zündsatz eingebetteten Heizdraht, der bei Stromfluss durch ihn erwärmt wird und sodann die ihn umgebende Zündmasse bis zur Entzündungstemperatur aufheizt.
Aussen, am Geschossmantel sind zwei gegen die G eschoss- wand-ung isolierte an die Pole dl und d@ einer Stromquelle anschliessbare Kontakte a3 und a4 angebracht, die zweckmässig ringförmig rund um den Geschossmantel verlaufen und die durch Leitungen mit den beiden Bele gungen a1 und ass des Kondensators a ver bunden sind.
Je nachdem der Kondensator a mit ein22rn Strom höherer oder niederer Spannung auf geladen ist, fliesst über das Zündmittel c ein Strom von grösserer oder geringerer Stärke und der Heizdraht des Zündmittels c wird nach kürzerer oder längerer Zeit auf die zur Entzündung der Zündmasse erforderliche Temperatur aufgeheizt.
Der hochohmige Widerstand b dient grundsätzlich dazu, die Entladung des Kondensators auf eine ge wisse Zeitspanne auszudehnen; da er kon stant ist, so ist die in der Zeiteinheit im Heizdraht des Zündmittels erzeugte Wärme nach dem iJoule'schen Gesetz proportional dem Quadrat der dem Kondensator a auf gedrückten Ladespannung.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 setzt ein Stromfluss vom Kondensator a über das Zündmittel c sofort nach dem Aufladen des Kondensators a und Abnehmen seiner An schlusspole a, und a4 von der Leitung d1. d2 .zur Stromquelle ein.
Deshalb hat das Ab feuern des Geschosses zwangsläufig in Ab hängigkeit vom Aufladen des Zünderkonden- sators, das Aufladen selbst also beim Ab- schluss im Rohr zu erfolgen.
Zweckmässig und such um den Zünder gegebenenfalls in einem besonderen, vom Geschütz getrennten Apparat aufladen zu können, wird aber naeh einer andern, hier nicht gezeichneten Aus führungsform in den über das Zündmittel c führenden Entladestromkreis des Kondensas tors a ein normalerweise offener Schliess kontakt eingeschaltet, 'der in Ausbildung als Trägheitskontakt erst beim Abfeuern des Geschosses selbsttätig geschlossen wird.
Bei dem vorbeschriebenen Zünder nach Fig. 1 kann als Zündmittel lediglich ein Brückenglühzünder mit Heizdraht verwendet werden.
Ausserdem lassen sich bei der nicht besonders hohen Kapazität des Zünderkon- densators weiter hinausliegende Zündzeit- punkte nicht erzielen, da sich sodann die Wärmeableitung im Zündsatz zu nachteilig bemerkbar macht und die Temperatur des Heizdrahtes überhaupt nicht mehr auf die zur Entzündung erforderliche Grösse ge- br,acht wird.
Diese Nachteile schaltet ein Zünder mit dem Schaltbild nach Fig. 2 aus. Der Zünder enthält zwei Kondensatoren e und f, die auf bleiche Spannung aufgeladen werden. Die gleichnamigen Pole ei und f1 der beiden Kondensatoren sind über eine Funkenstrecke g und ein Zündmittel h, zum Beispiel einen Funken- oder Brückenglühzünder, mitein ander verbunden. Ausserdem ist der Konden sator e. durch einen hochohmigen Wider stand i. überbrückt.
Die in den Zündstromkreis eingeschaltete Funkenstrecke g besitzt für.Strömeunterhalb ihrer Überschlagspannung einen praktisch unendlich grossen Widerstand, das heisst, erst bei einer Spannung von solcher Grösse, dass die Funkenstrecke mit Funkenbildung .durch schlugen wird, tritt ein Stromfluss über die Funkenstrecke, und damit über das Zünd- mittel ein.
An Stelle der Funkenstrecke g kann auch ein. anderes ähnlich wirkendes, elektrisches Zeitrelais mit dem Zündmittel in Reihe geschaltet sein, so beispielsweise eine Glimmstrecke, bei der die Elektroden in -einem Vakuum oder in einem Gasraum untergebracht sind.
Nach dem Aufladen der Kondensatoren e und f und Abnehmen deren Anschluss- kontakte von den Polen der Stromquelle, entlädt sich der eine Kondensator e über den Widerstand i. Dadurch wächst zwischen -den Belegen ei und f 1 der beiden Kondensatoren eine Spannung an, die bei einer bestimmten Grösse die Funkenstrecke g durchschlägt.
Durch den hierbei über das Zündmittel h einsetzenden Stromfluss wind der Zündsatz im Zündmittel zur Entzündung gebracht; was weiterhin in bekannter Weise die Ent zündung der Geschosssprengladung bewirkt.
Die dem Zündmittel h vorgeschaltete Fun kenstrecke g dient gewissermassen als selbst- tätiger Schalter, .der erst bei einer ganz be stimmten Spannung zwischen den Belegen ei und f, der beiden Kondensatoren durch schlagen wird und als elektrisches Relais vorher jeden Stromfluss über das Zündmittel h und eine Entladung des -Kondensators f verhindert. Ist das Zündmittel h ein Fun- kenzünder, der unterhalb der Zündspannung einen praktisch unendlich grossen Wider stand besitzt, so kann die Funkenstrecke g weggelassen sein.
Je nachdem die beiden Kondensatoren e und f auf höhere oder niedere Spannung auf geladen sind, entlädt sich der eine Konden sator e über den konstanten Widerstand i rascher oder langsamer und zwischen den Be legungen ei und f1 wächst die zum Durch achlagen der Funkenstrecke g und zur Er zeugung eines Stromflusses durch das Zünd- mittel lt erforderliche Spannung nach kür zerer oder längerer Zeit an.
Diese Entla.de- vorgänge -sind für verschiedene Auflade spannungen in den -Spannung-,Zeit-Schau- bildern nach Fig. 3 dargestellt. R1, R2, R;
, sind die .Spannung-Zeit-Kurven des einen Kondensators f (Eingenentladung), 8" S!!, diejenigen des zweiten Kondensators e (Ent ladung über Widerstand i) je für die Auf ladespannungen Ei, EZ, E3. Bei der grössten Aufl.adespannung El wird die zwischen den beiden Kondensatoren erforderliche Über schlagspannung Ef der Funkenstrecke <I>g</I> nach der Zeit t ,
bei der geringeren Auflade spannung E2 nach der grössten Zeit t2 und so fort erreicht. Bei einer geringeren Lade spannung geht die Entladung des einen Kon- densators e über den hochohmigen Wider stand i nicht so rasch von statten. Durch Vergrössern der Ladespannung können also frühere, durch Verkleinern spätere Zünd- zeitpunkte eingestellt und erzielt werden.
Die Entzündung des Zündsatzes erfolgt un mittelbar bei dem über das Zündmittel lt im Augenblick des Überspringens eines Fun kens in der Funkenstrecke g einetzenden ,Stromfluss.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 4, des sen Schaltbild dem Zünder nach Fig. 2 ent- spricht, ist der hochohmige Widerstand i, über den-,sich der eine Kondensator e entlädt, als Regelwiderstand ausgebildet.
Zunächst kann der Widerstand i nur innerhalb geringer Grenzen regelbar gemacht sein. Er dient sodann zur Justierung des Zünders bei -der Herstellung. Er wird nach der Montage bei der Prüfung des Zünders so eingestellt, dass bei einer festgesetzten Lade spannung die Überschlagspannung für die Funkenstrecke g nach einer genau festge setzten Zeit erreicht wird. Dadurch können bei der Fabrikation eingetretene Ungleich mässigkeiten der Kondensatoren, der Fun kenstrecke usw. ausgeglichen werden. Ver schiedenheiten des Zündmittels sind bei dieser 'Schaltung ohne Einfluss auf den Zünd- zeitpunkt.
Der Widerstand i kann aber auch inner halb grösserer Grenzen regelbar gemacht sein. Zweckmässig wird er sodann in einem dreh baren Ringe nach Art der bei Brennzündern üblichen Satzringe untergebracht. Im Verein mit einer Stromquelle, die einen Strom von beliebig einstellbarer Spannung abzugeben vermag, ist damit eine Zündeinrichtung ge schaffen, bei der verschiedene Zündzeit- punkte entweder allein durch verschiedene Bemessung der Aufladespannung für die Kondensatoren,
oder allein durch bestimmte Veränderung der Entladezeit des einen Kon- densators e, oder durch gleichzeitige Ände rung der Aufladespannung für die Konden satoren e und f und der Entladezeit des Kon densators e eingestellt werden können.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Elektrischer Zeitzünder mit einem Kon densator als Zündstromspeicher, .dadurch ge kennzeichnet, dass Mittel zur Einstellung ver schiedener Zündzeitpunkte durch verschie- clene Bemessung der dem Kondensator auf gedrückten Ladespannung vorhanden sind. <B>UNTERANSPRÜCHE</B> 1. Elektrischer Zeitzünder nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass in den zum Zünderkondensator führenden Stromkreis Spannungsumformer einge- geschaltet sind. 2.Elektrischer Zeitzünder nach Patentan spruch mit eingebauter Stromquelle, da durch gekennzeichnet, dass die Strom quelle selbst zur Abgabe von Ladespan nungen verschiedener Grösse eingerichtet ist. 3. Elektrischer Zeitzünder nach Patentan spruch mit ihm fest verbundener Strom quelle zum Aufladen der Zünderkonden- satoren, dadurch gekennzeichnet, dass neben Vorrichtungen zur Veränderung der Kondensatoraufladespannung Vorrich tungen zur unmittelbaren Änderung der Kondensatorentladeverhältnisse vorhanden sind,so dass die Tempierung des Zünders entweder allein durch verschiedene Be messung des Kondensatoraufladestromes, oder allein durch unmittelbare Änderung der Kondensatorentladung, oder durch beide Massnahmen zugleich bewirkt wer den kann.
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