Einkammer-Druckluftbremse. Gegenstand der Erfindung ist eine Ein kammer-Druckluftbremse mit vollständiger Abstufbarkeit des Brems- und Lösevor ganges und mit der Möglichkeit, den Brems zylinderdruck auch bei etwaigen Undichtig keiten des Bremszylinders, des Bremskolbens oder der zum Bremszylinder führenden Rohr leitung selbsttätig in der beabsichtigten Höhe zu erhalten.
Es sind bereits Einkammer-Druckluft bremsen bekannt, bei denen die Abstufbar- keit des Lösevorganges durch eine der ge wöhnlichen Bremsausrüstung beigegebene Sondervorrichtung gewonnen wird.
Bei diesen bekannten Bremsen ist die Mitwirkung der Sondervorrichtung auf .die Bremszylinderentlüftung beschränkt. Sie bie ten daher nicht die Möglichkeit selbsttätigen Nachfühlens im Falle des Sinkens des Brems zylinderdruckes infolge von Undichtigkeiten des Zylinders.
Bei denjenigen Steuerventilen, bei denen unter anderem dem Druck des Bremszylin- ders ein Einfluss auf die Steuerung der Druckverhältnisse im Bremszylinder einge räumt ist, beispielsweise bei den Bremsen von Lipkowski, Bozic und Drolshammer, sind Steuerorgane notwendig, die beiderseits unter verschiedenen Drücken stehen. Diese Steuerorgane müssen also ständig gegen eine Druckdifferenz durchaus dicht halten. Für eine derartige Inanspruchnahme sind die leicht verschiebbaren, mit einem Dichtungs ring versehenen, bekannten Steuerkolben nicht verwendbar, weil der Dichtungsring nicht durchaus dicht ist. Man ist daher ge zwungen, bei den Bremsen der erwähnten Art als Steuerorgane Biegeplatten, oder, bei grossen Steuerungswegen, mit Lederman schetten gedichtete Kolben anzuwenden.
Dass derartige Kolben wegen der grossen Rei bung der Dichtungsmanschetten gegen ge ringe Druckdifferenzen unempfindlich sind, ist ebenso bekannt wie, dass die Manschetten infolge ihres Fettgehaltes im Winter steif werden und unter Umständen an den Zylin- derwandungen anfrieren. Es liegt auf der Hand, dass dadurch die erforderliche Fein fühligkeit der Bremsen erhebliche Einbusse erleidet.
Bei den Steuerkolben, die nur zeitweilig einer Druckdifferenz ausgesetzt sind und bei denen nach kurzer Zeit ein Ausgleich der Drücke stattfindet, braucht auf eine so sorg fältige Dichtung nicht Bedacht genommen zu werden; infolgedessen kann bei diesen Steuerkolben der bekannte geschlitzte Dich tungsring zur Anwendung kommen, der zwar nicht durchaus dicht ist, aber die Emp findlichkeit des Steuerkolbens gegen Druck differenz nicht beeinträchtigt. Wegen der ihr leichtes Spiel bedingenden Undichtigkeit sind derartige Kolben für Steuerventile an Bremsen der erwähnten Art mit deren will kommener feiner Abstufbarkeit des Brems- und Lösevorganges nicht zu gebrauchen.
Die Bremse nach der Erfindung ist von der Art, bei welcher die Druckverhältnisse im Bremszylinder durch ein sekundäres Steuerventil mit zwei Kolben geregelt wer den, dessen einer Steuerkolben einerseits un ter dem veränderlichen Druck eines Regulier behälters steht, der durch den im gleichen Richtungssinne auf den andern Steuerkolben des sekundären Steuerventils wirkenden Bremszylinderdruck unterstützt wird, wäh rend der ersterwähnte Steuerkolben auf sei ner andern, Seite ständig unter dem Einfluss des in einer Steuerkammer herrschenden, nahezu konstanten Druckes steht. Nach der Erfindung werden nun die Änderungen des Druckes in dem erwähnten Regulierbehälter durch ein primäres Steuerventil herbei geführt, das gegen Druckänderungen in höherem Masse empfindlich ist als das se kundäre Steuerventil.
Die höhere Empfind lichkeit kann beispielsweise durch einen mit einem Dichtungsring gedichteten Kolben oder durch einen mit einer Wälzhaut ver- sehenen Kolben erreicht sein, der einerseits nur unter dem Hauptleitungsdruck und an derseits unter dem Druck des Regulierbehäl ters steht und nur vorübergehenden Druck unterschieden ausgesetzt ist. Das vom Hauptleitungsdruck unmittel bar beeinflusste, mit einem leicht gehenden Steuerkolben ausgerüstete primäre Steuer ventil kann an einen Regulierbehälter ange schlossen sein, an den auch das sekundäre Steuerventil angeschlossen ist, das mit einem mittelst Manschette oder dergleichen gedich teten Kolben versehen sein kann.
Das Schema einer derartigen Bremse ist auf der Zeichnung in vier verschiedenen Ausführungsbeispielen dargestellt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist das primäre Steuerventil St1 an die Hauptleitung L angeschlossen. Seine hohe Empfindlichkeit gegen geringe Druckdiffe renzen ist beispielsweise dadurch erreicht, dass der Kolben in bekannter Weise mit einem eingeschliffenen Dichtungsring ver sehen ist, bei dem die Durchlässigkeit des Stosses deshalb in Kauf genommen werden kann, weil die Druckdifferenz auf beiden Seiten des Kolbens nur vorübergehend be steht. Der Regulierbehälter Hst@ mit dem das Steuerventil St1 in unmittelbarer Ver bindung steht, ist durch den Kolben K in zwei Kammern A und B geteilt. Durch die Anordnung des bekannten kleinen Gegenkol bens k ist dafür Sorge getragen, dass der Druck in dem Raum A im Verhältnis der belasteten Kolbenflächen grösser ist als im Raum B, wenn nicht bei voll aufgeladener Bremse Druckgleichheit herrscht.
Beim Auf füllen und völligen Lösen der Bremse findet das Überströmen der Druckluft von dem von der Leitung L über das Steuerventil unmit telbar gespeisten Raum B nach A um die Manschette des Kolbens K herum statt. Die Anordnung des Differentialkolbens K1-k1 im Regulierbehälter Hst dient dazu, beim stufenweisen Lösender Bremse in bekannter Weise den Steuerkolben des Steuerventils St1 in die Abschlussstellung zurückzudrücken, wenn der Ablass von. Leitungsluft mittelst des Führerbremsventils auf der Lokomotive -unterbrochen wird.
Es ist auf diese Weise die volle Abatufbarkeit des Druckes im Raum B in steigendem, wie in fallendem Sinne gesichert. Der Raum B des Regulierbehälters Hst steht mit einem Raum B1 des sekundären Steuerventils St2 in Verbindung, dessen Steuerschieber durch einen Differentialkol ben K1-k1 gesteuert wird. Die unterhalb des grossen Kolbens K1 befindliche Steuer kammer A1 steht über ein nach ihr hin sich öffnendes Rückschlagventil R2 unter dem Druck des Hilfsluftbehälters H, der über ein gleichfalls nach ihm hin sich öffnendes Rückschlagventil R1 an die Hauptleitung L angeschlossen ist.
Der Raum B1 über dem Steuerkolben K1 steht unter dem jeweils im Raum B des Re gulierbehälters Hst herrschenden Druck. Im Raum oberhalb des kleinen Kolbens k1 be findet sich eine leichte Feder, die bei gelöster Bremse im Zusammenwirken mit dem auf der Oberseite des Kolbens K1 lastenden Druck den Schieber des Steuerventils in der Lage hält, in der der Bremszylinder C mit der Freiluftöffnung 0 verbunden ist. Der Raum unter dem kleinen Kolben k1 ist ent lüftet. Der Raum oberhalb des kleinen Kol bens k1 steht durch den Kanal c mit dem Bremzylinder C in Verbindung; er ist bei gelöster Bremse druckfrei.
Wird zum Zweck der Herbeiführung einer schwachen Bremsung der Druck in der Hauptleitung in bekannter Weise etwas un ter den der gelösten Bremse entsprechenden Normaldruck vermindert, so bewirkt der im Raum A herrschende Druck eine Verschie bung des Steuerkolbens im primären Steuer ventil St1 nach der Richtung des verminder ten Hauptleitungsdruckes, wobei der Druck im Raum A nur unbeträchtlich sinkt. Da durch wird eine Verbindung des Raumes B des Regulierbehälters Hst mit der Ausström- öffnung O herbeigeführt; der Druck im Raum B sinkt, und gleichzeitig nimmt der Druck im Raum B1 des sekundären Steuer ventils St, ab.
Der in seiner ursprünglichen Höhe erhaltene Druck in der Steuerkammer A1 bewirkt eine Verschiebung der Steuer kolben K1 und k1, wodurch die Verbindung zwischen dem zum Bremszylinder C füh renden Kanal c und der Auslassöffnung O2 gesperrt wird und die Kanäle c und d in Verbindung miteinander gebracht werden; Druckluft strömt also aus dem Hilfsluft behälter H über d und c zum Bremszylin der C. Durch das Sinken des Druckes im Raum B und die dadurch bedingte Dehnung des Inhaltes des Raumes A sinkt der Druck in diesem letzteren Raum unter den nur we nig verminderten Hauptleitungsdruck, und der letztere schiebt den Steuerkolben und den Steuerschieber des primären Steuerventils zurück.
Dieser Rückbewegung wird sofort Einhalt geboten, wenn die Verbindung zwi schen dem Raum B und der Freiluftöffnung O1 unterbrochen ist, weil ja dann sofort die Druckabnahme in dem Raum B und dem gemäss auch in A und in B1 aufhört; im se kundären Steuerventil St2 bleibt die vorher herbeigeführte Schieberstellung zunächst er halten. Durch das noch fortgesetzt erfol gende Überströmen von Druckluft vom Hilfs behälter H zum Bremszylinder C wächst der auf den Kolben k1 ausgeübte Druck, so dass eine Verschiebung des Steuerschiebers er folgt, durch die die Verbindung zwischen den Kanälen c und d unterbrochen wird. Da hierdurch die weitere Vermehrung des auf den Kolben k1 ausgeübten Druckes aufhört, so wird auch die Bewegung des Steuerschie bers unterbrochen. Beide Steuerventile be finden sich nunmehr in der Abschlussstel lung.
Sollte aus dem Bremszylinder C Druckluft etwa über eine Undichtigkeit der bekannten Dichtungsmanschette des Brems kolbens entweichen, so sinkt .demgemäss der auf den Kolben k, ausgeübte Druck. Der konstante Druck in der Steuerkammer Al bewirkt die Verschiebung des Steuerschie bers derart, dass die Leitungen d und c wie der miteinander verbunden werden, und es wird auf diese Weise der beabsichtigte Bremszylinderdruck wieder hergestellt. Die stufenweise Erhöhung ,des Bremsdruckes er folgt !durch beliebige Wiederholung der Herabminderung des Hauptleitungsdruckes.
Soll eine Bremsung abgeschwächt wer den, so wird der Hauptleitungsdruck etwas erhöht. Dadurch wird der !Steuerschieber über die Abschlussstellung hinaus in die Lösestellung gedrückt, in der die Haupt leitung mit dem Raum B des Regulierbehäl ters Hst verbunden wird. Der Druck in B steigt; demgemäss steigt auch der Druck in A und B1; letzteres hat zur Folge, dass der steigende Druck im Raum B1 im Verein mit dem auf den Kolben k1 wirkenden Bremszydinderdruck den Steuerschieber des sekundären Steuerventils so verschiebt, dass der Kanal c mit der Freiluftöffnung O verbunden wird; der Bremszylinderdruck sinkt demgemäss. Das Sinken des Brems zylinderdruckes bedingt eine Abnahme des auf den Kolben k1 wirkenden Druckes.
Demgemäss verschiebt sich der Steuerschie ber des sekundären Steuerventils so, dass die Freiluftöffnung O2 überdeckt wird. Dadurch hört das Sinken des Bremszylinderdruckes auf, und der Schieber bleibt in dieser Lage stehen.
Die Löseabschlussstellung des primären Steuerventils wird dadurch herbeigeführt, dass bei einer Druckerhöhung in der Haupt leitung die in Fig. 1 dargestellte Lage des Steuerschiebers herbeigeführt wird. Dadurch wird eine Drucksteigerung im Raum B und naturgemäss auch eine solche im Raum A des Regulierbehälters Hst veranlasst. Da, wie erwähnt, wegen des Vorhandenseins des kleinen Gegenkolbens k die wirksamen Druckflächen auf beiden Seiten des Kolbens K verschieden sind, so wird im Raum A ein höherer Druck erzeugt als in B, dadurch wird der Steuerschieber bezw. der Steuerkolben im primären Steuerventil St1 wieder etwas zurückgeschoben. Diese Rückbewegung hört sofort auf, wenn der Steuerschieber den Ka nal sperrt, der dem Raum B die Leitungs- Luft zuführt.
Die in Fig. 1 dargestellte Unterteilung des Regulierbehälters, durch die die Abstuf- barkeit des Lösens der Bremse begünstigt wird, ist zur Erreichung des abgestuften Lö- sens nicht unbedingt erforderlich.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungs beispiel einer Bremse nach der Erfindung veranschaulicht, in der auf diese Untertei- lung verzichtet ist, wodurch gegenüber der Anordnung nach Fig. 1 eine Vereinfachung erzielt wird. Die Entlüftungsöffnung, durch die beim Lösen der Bremse die Bremszylin derluft ins Freie entweicht, wird bei dieser Ausführungsform lediglich durch den Steuer schieber des primären Steuerventils frei gelegt; jedoch unterliegt der Kanal f, über den sich die Entlüftung vollzieht, auch der Überwachung durch den Steuerschieber des sekundären Steuerventils.
Die Druckluft, die beim Bremsen aus dem Raum B1 des sekun dären Steuerventils St2 abgelassen werden muss, um die Verschiebung des Steuerschie bers in diesem Steuerventil zu veranlassen, die die Füllung lest Bremszylinders herbei führt, wird nicht - wie beim Ausführungs beispiel nach Fig. 1 - ins Freie abgelassen, sondern strömt durch einen Kanal e über ein zum Bremszylinder hin sich öffnendes Rück schlagventil R3 in den Bremszylinder.
Auch bei dieser Ausführungsform ist das primäre Steuerventil gegen Druckunter schiede in hohem Masse empfindlich, was durch die beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 angegebenen Mittel zu erreichen ist.
Wird bei dieser Bremse der Hauptlei tungsdruck zwecks Einleitung einer Brem sung vermindert, so verschieben sich der Steuerschieber und der Steuerkolben des pri mären Steuerventils nach der Seite des ver minderten Hauptleitungsdruckes hin. Da durch wird die Verbindung zwischen dem Kanal f und der Freiluftöffnung O gesperrt und der Kanal e freigelegt. Die Druckluft fliesst aus dem Regulierbehälter Hst unter Anheben des Rückschlagventils R3 in den Bremszylinder. Durch das Sinken des Druk- kes im Regulierbehälter sinkt auch der Druck im Raum B1 des sekundären Steuer ventils, so dass dessen Steuerschieber die Ka näle d und c und damit den Hilfsluftbehäl- ter H mit dem Bremszylinder C verbindet.
Das Anwachsen des Bremszylinderdruckes bedingt eine Steigerung des Einflusses :des Kolbens k, auf die Stellung .des Steuerschie bers des sekundären Steuerventils, das schliesslich die Verbindung zwischen,den Ka- nälen c und d sperrt, worauf das weitere An wachsen des Bremszylinderdruckes unterbun den wird. Die Bremsabschlussstellung des sekundären Steuerventils ist damit erreicht.
Das primäre Steuerventil gelangt in die Bremsabschlussstellung, wenn die Verminde rung des Hauptleitungsdruckes unterbrochen wird und der Druck im Behälter Hst unter den verminderten Hauptleitungsdruck gesun ken ist. Dann wird der Steuerschieber des primären Steuerventils so verschoben, dass er den Kanal e bedeckt. Da hierdurch das Sin ken des Druckes im Regulierbehälter auf hört, so bleibt der Steuerkolben stehen, ohne dass der Kanal f mit der Freiluftöffnung O verbunden wird.
Sollte bei in Bremsabschlussstellung be findlichen Steuerventilen der Druck im Bremszylinder infolge von Undichtigkeiten des Bremskolbens oder dergleichen sinken, so sinkt damit der auf den Kolben k1, wirkende Druck, und der Druck in der Steuerkammer A1 hebt den Steuerschieber des sekundären Steuerventils St2 an, wodurch c und d wie der in Verbindung treten und der Brems zylinderdruck wieder auf das dem in B1 herrschenden Druck angepasste Mass ansteigt; dann wird wieder selbsttätig die Abschluss stellung eingenommen.
Soll die Bremse stufenweise gelöst wer den, so wird durch Erhöhung des Haupt leitungsdruckes der Steuerschieber des pri mären Steuerventils St1 so verschoben, dass über die Füllnut n ein Auffüllen des Regu lierbehälters Hst erfolgt. Dabei verbindet der Steuerschieber den Kanal f mit der Aus lassöffnung O. Das Steigen des Druckes im Regulierbehälter bedingt auch ein Steigen des Druckes im Raum B1 des sekundären Steuerventils St2. Der Steuerschierber dieses Steuerventils wird so verschoben, dass er die Kanäle c und f miteinander verbindet, so dass der Bremszylinderdruck über c, f und O entweicht. Das Sinken des auf den Kolben k1 wirkenden Druckes gibt Anlass für die Aufwärtsverschiebung des Steuerschiebers im sekundären Steuerventil, so dass die Ver bindung der Kanäle c und f unterbrochen wird. Damit ist die Löseabschlussstellung er reicht.
Für das primäre Steuerventil St1 ist eine Löseabschlussstellung wie im Falle der Vorrichtung nach Fig. 1 nicht vorgesehen. Die Verhinderung weiteren Druckanstieges wird durch Rückverlegen des Führerventils in die Abschlussstellung bewirkt.
Eine weitere Vereinfachung einer derar tigen Bremse zeigt die Fig. 3.
Bei dieser Anordnung ist nur ein einziger Behälter B vorhanden, der sowohl als Regu lierbehälter für das sekundäre Steuerventil dient, als auch gegenüber dem primären Steuerventil und dem Bremszylinder als Hilfsluftbehälter wirkt. Das primäre Steuer ventil ist mit den bei der Beschreibung der Ausführungsbeispiele nach den Fig. 1 und 2 angedeuteten Mitteln gegen Druckdifferen zen in hohem Mass empfindlich gemacht. Bei dieser vereinfachten Ausführung ist die Steuerkammer A1 des sekundären Steuerven tils mit dem Behälter B verbunden, und diese Verbindung wird überwacht einerseits durch den Steuerschieber des sekundären Steuer ventils St2 und anderseits durch ein nach der Steuerkammer A1 hin sich öffnendes Ventil v mit einer Empfindlichkeitsbohrung m.
Der Differentialkolben k2-k3, der die Bewegung des Steuerschiebers im sekundären Steuer ventil überwacht, ist bei dieser Ausführungs form der Bremse geteilt, derart, dass der klei nere, beim Bremsen unter den Druck des Bremszylinders gelangende Kolben<I>7c3</I> in der gezeichneten ;Stellung nicht auf den Steuer schieber einwirkt.
Die beiden Steuerventile sind so angeord net, dass jedes von ihnen beim Bremsen die Druckluft des Behälters B nach einer zum Bremszylinder führenden Leitung b gelangen lässt, in die eine den Anstieg des Bremszylin- derdruckes bestimmende Düse D eingebaut ist. Das Ventil v hat die Aufgabe, den Druck in der Steuerkammer A, möglichst auf gleicher Höhe zu halten. Bei Druckgleich heit in den Räumen A, und B, also bei ge löster Bremse, wird es durch eine leichte, gerade, sein Gewicht tragende Feder in einer Lage gehalten, in der die kleine, in dem zy- lindrischen Ansatz des Ventilkörpers befind liche Bohrung m die Verbindung zwischen A1 und B vermittelt.
Ein Kanal a verbindet den Bremszylinder C mit dem Raum des se kundären Steuerventils St2, in dem sich der mit einer Rückdruckfeder belastete Kolben k3 befindet.
Beim Füllen der Räume<I>A,</I> und<I>B</I> (ge gebenenfalls beim Lösen der Bremse) nehmen die Teile die in Fig. 3 dargestellte Lage ein. Die Füllung des Behälters B vollzieht sich über das Rückschlagventil R und die be kannte Füllnut n. Diese Füllnut .legt gleich zeitig die mit Rücksicht auf Leitungsundich tigkeiten und dergleichen erforderliche Un empfindlichkeit des Steuerventils fest.
Verschiebt sich beim Bremsen infolge des Sinkens des Hauptleitungsdruckes der Steuer kolben k1 nach rechts, so wird die ins Freie führende Öffnung O verschlossen und gleich zeitig die Mündung des zum Bremszylinder C führenden Kanals b freigelegt, so dass die Hilfsbehälterluft aus B über b in den Brems zylinder C abfliesst. Dadurch tritt ein, Sin ken des Druckes im Behälter B ein; der in der Kammer A1 befindliche Druck vermag sich durch die enge Bohrung m des Ventils v nicht rasch mit dem Druck in B auszuglei chen und schliesst das Ventil v.
Der Steuer kolben k2 verschiebt sich nach links und stösst dabei nach Zurücklegen des dem Spielraum zwischen der Stange des Kolbens k3 und dem Steuerschieber S2 entsprechenden Weges den Kolben k3 zurück; er verschliesst dabei den Kanal g und öffnet den Kanal b, so dass auch von dieser Seite her Druckluft zum Bremszylinder C fliesst. Ist der Abfluss von Hauptleitungsluft durch Verlegen des Füh rerbremsventils in die Abschlussstellung un terbrochen worden, so veranlasst der durch die Expansion nach C unter den Leitungs druck fallende Druck des Behälters B, dass das primäre Steuerventil St1 in die Ab schlussstellung geht, bei der der Kanal b ge sperrt wird.
Der auf den Kolben k3 wirkende Bremszylinderdruck drückt im Verein mit der Belastungsfeder den Kolben k3 so weit zurück, dass der Kanal b auch auf dieser Seite gesperrt wird, wobei der um einen ge ringen Betrag expandierte Druck in A1 wie der erhöht wird.
Soll die Bremswirkung um einen be stimmten Betrag verringert werden, so wird durch Erhöhung des Hauptleitungsdruckes der Schieber S1 des primären Steuerventils in die Lösestellung gedrückt. Infolgedessen erfolgt eine Erhöhung des Druckes: im Be hälter B. Die Druckdifferenz beiderseits des Kolbens k2 wird geringer und die Belastungs feder des Kolbens k3 schiebt das Kolben system nach rechts. Der Schieber S2 verbin det b mit<I>d, d</I> ist bereits mit 0 verbunden; infolgedessen entweicht die Bremszylinder luft ins Freie. Dabei sinkt der auf die linke Seite des Kolbens k3 wirkende Druck, der im Steuerbehälter A1 herrschende Druck schiebt, da der im Behälter B vorhandene Druck nicht auf das dem völligen Lösen der Bremse entsprechende Mass erhöht wurde, den Kolben k2 etwas nach links, so dass der Kanal b gesperrt wird.
Beim völligen Lösen der Bremse wird der Druck im Raum B auf den vollen Höchstbetrag von 5 Atm. erhöht, wodurch der Kanal g freigelegt und die Kammer A1 gleichfalls auf die volle Druckhöhe aufge füllt wird, falls in ihr ein Druckverlust ein getreten sein sollte.
Vorrichtungen, die die schnelle Fort pflanzung des Druckabfalles in der Leitung bei der Entlüftung derselben durch das Füh rerbremsventil zwecks Anlegens der Bremse veranlassen und solche, die nach dem An legen der Bremsklötze an die Räder den wei teren Zustrom von Druckluft zum Brems zylinder drosseln, werden zweckmässig so angeordnet, dass sie durch das primäre Steuerventil beherrscht werden.
Derartige Vorrichtungen sind auf der Zeichnung nicht wiedergegeben, weil sie an sich allgemein bekannt sind.
Die vorbeschriebenen Ausführungsformen zeigen Steuerventile, die von der für Ein- kammerbremsen bekannten Bauart (Knorr, Westinghouse) grundsätzlich abweichen, in dem sie weder die Füllnut noch .den Abstu- fungsschieber bezw. das Abstufungsventil aufweisen.
Es wäre demnach nicht möglich, eine ge wöhnliche Einkammerbremse bekannter Bau amt in eine der beschriebenen umzuwandeln, ohne das betreffende Steuerventil zu ent fernen und zwei andere Steuerventile anzu bringen. Ein solcher Umbau wäre kostspie lig und unwirtschaftlich.
Die Fig. 4 veranschaulicht eine Anord nung, die erkennen lässt, mit welchen Mit teln und in welcher Weise es möglich ist, eine gewöhnliche Einkammerbremse, etwa der Bauart Knorr oder Westinghouse, in eine solche nach der Erfindung umzugestal ten; es wird dann zwischen das gewöhnliche Steuerventil St1 und den Hilfsluftbehälter B das Zwischenstück Z eingeschaltet, in dem sich ein zum Steuerventil hin sich öffnendes Rückschlagventil R1 befindet und das den Umschalthahn U mit einer weiten Bohrung (Personenzugbremse) und der engen Boh rurig e (Güterzugbremse) enthält. Welche Verbindungen zwischen dem gleichfalls hin zuzufügenden sekundären Steuerventil St2 und dem Hilfsbehälter B, der als Regulier behälter für das sekundäre Steuerventil wirkt, sowie dem Zwischenstück Z anzuord nen sind, ergibt sich aus der Betrachtung der Fig. 4.
Die Auslassöffnung O1 des gewöhn lichen Steuerventils St1 wird mittelst des Rohres d mit dem Schieberspiegel des se kundären Steuerventils verbunden, so dass beide Steuerventile den Bremszylinderauslass beherrschen.
In der Zeichnung ist die Verbindung zwischen dem Bremszylinder C und dem Raum c des sekundären Steuerventils St2 als ein vom Bremszylinder ausgehendes Rohr dargestellt, ebenso ist die Verbindung zwischen dem Behälter B und dem Raum b des sekundären Steuerventils an den ersteren unmittelbar angeschlossen. Diese Darstel lung ist lediglich gewählt, um die Über sichtlichkeit der Verhältnisse zu wahren. Man wird - um beim Umbau der normalen Einkammerbremse an deren Teilen mög lichst wenig Änderungen vornehmen zu müssen - den mit Bremszylinderdruck zu füllenden Raum c möglichst an den zum Rohr r führenden Kanal des Zwischen stückes Z anschliessen und die Verbindung zwischen b und B ebenfalls an die entspre chende Öffnung im Zwischenstück Z heran führen.
Um der Bremse die Eigenschaften zu verschaffen, die sie für die Anwendung im Güterzugsbetriebe brauchbar machen, kann eine bei andern Einkammerbremssystemen bekannte, zu Beginn der Bremsung wirksam werdende Beschleunigungsvorrichtung ange ordnet und eine das anfänglich rasche, so dann sich allmählich vollziehende Ansteigen. des Bremszylinderdruckes bewirkende Vor richtung vorgesehen sein.
Beide Vorrichtungen können dem pri mären Steuerventil derart zugeordnet sein, dass dieses die Vorrichtungen steuert.
Das in dem Zwischenstück Z angeord nete, nach dem primären Steuerventil St1 hin sich öffnende Rückschlagventil R1 er möglicht, dass sich das Lösen der Bremse un abhängig von den Bohrungen im Umschalt hahn U vollziehen kann.
Ein eventuell erforderliches Mindest druckventil wird in bekannter Art am Zwi schenstück Z angebracht.
In :der gezeichneten Lösestellung voll zieht sich das Füllen des Hilfsluftbehälters B über die Füllnut n; die Kammer A1 wird vom Hilfsluftbehälter B über den Raum b des sekundären Steuerventils St2 und das Rückschlagventil R2 aufgefüllt. Der Brems zylinder C ist entlüftet.
Wird zum Zweck einer Bremsung der Hauptleitungsdruck verringert, so bewegt sich der Kolben k1 des gegen Druckänderun gen empfindlichen primären Steuerventils St, nach rechts. Dadurch wird zunächst der Abstufungsschieber S,, mitgenommen, bis er gegen den Anschlag des Steuerschiebers S, stösst, und dann der ,Steuerschieber S, nach rechts bewegt, bis ider vom Abstufungsschie ber S a freigegebene Kanal im Steuerschieber S, mit dem Rohr r in Deckung steht.
Die Druckluft aus dem Hilfsluftbehälter B strömt durch den Kanal des Steuerschiebers S1, Bohrung e im Umschalthahn U und Rohr r zum Bremszylinder. Durch die Druckminderung im Hilfsluftbehälter B und damit im Raum b des sekundären Steuer ventils St2 wird der Kolben k2 dieses Steuer ventils durch den Druck in der Kammer A1 nach links bewegt und mit ihm der durch eine Feder belastete Kolben im Raum e. Die Verbindung der Leitung d mit der freien Luft o2 wird unterbrochen, die Leitung zum Umstellhahn U freigegeben, so dass dem Bremszylinder C nun auch über b und den Umstellhahn U Druckluft zufliessen kann.
Wird das Führerbremsventil in die Ab schlussstellung gebracht, bewegt sich der Kolben k1 des primären Steuerventils so weit nach links, bis der Abstufungsschieber Sa die Verbindung zum Bremszylinder C unter bricht. Die Abschlussstellung des sekun dären Steuerventils St2, in der der Schieber S2 die Verbindung zum Bremszylinder C sperrt, wird durch den auf den Kolben im Raum c wirkenden Bremszylinderdruck und den Druck der Feder veranlasst. Der Brems zylinderdruck wird in ähnlicher Breite, wie bei den drei vorbeschriebenen Beispielen, selbsttätig auf konstanter Höhe gehalten.
Für eine stufenweise Lösung der Bremse wird der Hauptleitungsdruck etwas erhöht. Das primäre Steuerventil geht in die Löse stellung, das heisst der Kolben k1 wird so weit nach links gedrückt, dass Druckluft aus der Hauptleitung L über die Füllnut n in den Hilfsluftbehälter gelangen kann. Der Schieber S1 verbindet d mit dem Bremszylin der C. Durch den Druckanstieg in B wird nun auch der Kolben k2 des sekundären Steuerventils aus der Bremsabschlussstellung gebracht, in der durch den Schieber S2 die Verbindung d mit o2 hergestellt wird. Die Druckluft aus dem Bremszylinder C kann über r, dem Rückschlagventil R1 - unter Umgehung der Bohrung e im Umschalthahn U - und Leitung d ins Freie entweichen.
Ist die erwünschte stufenweise Lösung er reicht, wird also das Führerbremsventil in die Löseabschlussstellung gebracht, geht auch der Kolben k1 des primären Steuerventils in die Abschlussstellung, in der Abstufungs schieber Sa so weit mitgenommen wird, bis er gegen den Anschlag des Grundschiebers S1 stösst. Da der Druck im Behälter nur um einen geringen Betrag erhöht wird, der Bremszylinderdruck im Raum c des sekun dären Steuerventils St2 aber gesunken ist, vermag der in der Steuerkammer A1 herr schende Druck den Kolben k2 etwas nach links zu bewegen, so dass die Verbindung der Leitung d mit der freien Luft o2 durch den Steuerschieber S2 unterbrochen wird.
Für ein vollständiges Lösen der Bremse wird der Druck im Hilfsluftbehälter auf den vollen Betrag erhöht. Die Teile nehmen dann die in der Fig. 4 gezeichneten Stellungen ein.