Verfahren zur Herstellung von Hufnägeln und Maschine zur Ausführung des Verfahrens. Bei dem Kaltpressverfahren zur Her stellung von Hufnägeln, wie es mittelst der Mustadmaschine (österr. Patente Nr.65431, 65659 und '18690) ausgeführt wird, findet eine zweimalige Pressung des einzelnen Nagelwerkstückes statt, das heisst die Nagel stange wird zweimal in die Vierbackenpresse eingeführt und von den Backen gequetscht, unter Bildung des Nagelschaftes und Vor bildung des Kopfes in Form einer Quetsch pyramide,
während die Fertigstellung des Kopfes durch nachherige Stauchung der Quetschpyramide bewirkt wird. Diese zwei malige Pressung ist notwendig, um eine ge nügend kurze Quetschpyramide, -die eine nachherige tadellose Stauchung sichert, zu erreichen.
Diese zweimalige Pressung ist sebstver- ständlich an<I>sich</I> nachteilig, indem sie die Produktionsfähigkeit der Maschine herab setzt; auch arbeitet dadurch die Werkstück zuführungseinrichtung weniger zuverlässig beim schnellen Gange der Maschine. Über <B>130</B> Nägel pro Minute kann man daher kaum mit der Maschine herstellen.
Es ist versucht worden, mittelst ein maliger Pressung eine hinreichend kurze Quetschpyramide zu erhalten, indem man während der Pressung die Längenausdehnung der Nagelstange hinderte, so ,dass die herzu stellende Quetschpyramide die gewünschte Länge aufweisen sollte. Sowohl theoretische Erwägungen, wie praktische Versuche deu ten dahin, dass dieser Weg nicht zum oben erwähnten Ziele führen kann.
Eine zweimalige Pressung erscheint viel mehr notwendig.
Die Erfindung bezweckt nun, die oben erwähnten Nachteile zu beheben, und zwar mittelst eines Verfahrens, zu dessen Ausfüh rung eine Maschine mit zwei Vierbacken pressen, welche gleichzeitig arbeiten, aber zwei verschiedene Werkstücke stufenweise bearbeiten, verwendet wird.
Dass es hierdurch möglich wird, das Produktionsvermögen der Maschine um ein Beträchtliches zu erhöhen, zum Beispiel um 30 bis 50 %, liegt in fol genden Tatsachen: Wenn in der Mustadmaschine die Vier backenpresse die zweimalige Pressung be endet hat und,das zum Stauchen fertige, ab geschnittene Nagelwerkstück. von der Förder vorrichtung (österr. Patent Nr.
7-8690), die aus einem vierarmigen Kreuz besteht, an der einen ihrer Greifstellen erfasst worden ist, macht,das Förderkreuz ruckweise eine Vier telsumdrehung, in welcher Lage das Nagel werkstück gehalten wird, ohne bearbeitet zu werden, und dann, nach Weiterbewegung der Fördervorrichtung um eine weitere Viertels umdrehung, erst der .Stauchung unterworfen wird. Die Zeit, während welcher das Werk stück in der Zwischenstellung verharrt, ist also unausgenutzt und in der .Dauer von genau demselben Ausmasse, wie das ganze zweimalige Pressverfahren (einschliesslich Ab schneiden)
an Zeit in Anspruch nimmt. Legt man nun eine zweite Vierbackenpresse an die Stelle, wo -das Nagelwerkstück sich in der unausgenutzten Ruhelage der Fördervorrich- tung befindet, so lässt sich die Dauer eines Arbeitszyklus der Maschine, entsprechend einer vollen Umdrehung der Fördereinrich tung, bedeutend abkürzen.
Bezeichnet man nämlich mit X, die Zeit, welche für die erste Pressung benötigt wird, mit X2 diejenige für die zweite Pressung und mit X3 diejenige für eine Viertelsumdrehung der Fördereinrich tung, so ergibt sich für die Dauer eines Ar beitszyklus nach dem bisherigen Verfahren 4. (XI + Xz -[- X3), während nach dem neuen Verfahren die Dauer eines solchen nur 4 . (X2 -f- X3) beträgt.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfin dung in einem Ausführungsbeispiel.
Die -Fig. 1 bis 3 zeigen die erwähnte Fördervorrichtung und die angeschlossene zweite Vierbaekenpresse.
In Fig.1 ist die Fördereinrichtung in Seitenansicht dargestellt, und unterhalb des nach unten gerichteten Armes sieht man Teile der zweiten Vierbackenpresse; -Fig. 2 ist ein Querschnitt eines Teils der Maschine; und Fig. 3 ist eine Ansicht der Vierbacken presse von oben; Fig. 4 ist eine Seitenansicht desjenigen Teils der Maschine, an welchem sich die er wähnten Einrichtungen befinden.
In. Fig. 1 sieht man das die Fördervor- richtung bildende Armkreuz 1 in einer Ruhe lage. a ist ein soeben von der Nagelstange ab geschnittenes, einmalig gepresstes Nagelwerk stück, b ist ein zum zweiten Mal gepresstes Werkstück und c ist der fertig gestauchte Nagel, der bei d aus der Maschine entfernt wird.
Die zweite Vierbackenpresse (2) kann von bekannter Form sein, nur ist zu bea.ch- ten, dass die Konstruktion derart sein muss, ,dass die Backen vor und nach dem Pressen paarweise auseinander bewegt werden müssen können, weil das Werkstück von. der .Seite in der Presse eingeführt wird (siehe Fig. 3).
Aus Fig. 2 ersieht man, wie die Presse eingerichtet werden kann, um in einfacher Weise diese grössere Beweglichkeit zu er reichen.
Die Pressköpfe 2, in denen je ein Paar Pressbacken gelagert sind, sitzen auf iSchlit- ten 3, die um einen gemeinsamen Zapfen 4 schwingen und auch quer zur Zapfenachse verschiebbar ,sind. Die .Schwingbewegung wird beispielsweise durch Kurvenscheiben 5 bewirkt und die Verschiebung durch Ver mittlung der Kniegelenke 6; welche sich in Lagern 9 im Rahmen 8 stützen. Bei dieser Ausführung erreicht man eine Winkelbewe gung der Pressbaeken beim Pressen, was bei der zweiten Pressung gewisse Vorteile haben kann.
Will man Parallelbewegungen der Backen haben, können die Kniegelenke durch Kurbelmechanismen oder Kurvenscheiben ersetzt werden. Selbstverständlich lässt sich die Einrichtung auch ausschliesslich beispiels weise durch eine Kurbel betätigen, wie bei Vierbackenpressen üblich.
Während des Pressens lässt man zweck mässig den Kopf des Nagels auf einer nach giebigen Unterlage ruhen, zum Beispiel auf einer Blattfeder 7, die beim Pressen den Kopf nach unten ausweichen :lässt, und nach her wieder in. die Höhe hebt, so dass die Lage des Werkstückes in dem Halter des Armkreuzes 1 nicht geändert wird (wegen der nachfolgenden Stauchoperation). Ersicht- licherweise kann eine solche zweite Vier backenpresse auch wie die Hauptpresse in senkrechter Lage angeordnet werden,
wobei die Fördervorrichtung sich dann in einer wagrechten Ebene dreht.
Die einzige Einrichtung, die bei einer solchen Maschine schnelleren Gang haben muss als bei der bisher bekannten Ausfüh rung, ist die Fördervorrichtung. Man kann aber diese statt mit vier mit acht Armen ausführen, so dass sie sich nach jedem Press- vorgang der Vierbackenpressen nur um 45 statt um<B>90'</B> dreht; das Vorrücken der Werkstücke geschieht dann ganz ruhig.