CH133347A - Verfahren zur trägheitslosen Steuerung von Intensitätsschwankungen eines Lichtstrahlenbündels mittelst Kerrzelle. - Google Patents
Verfahren zur trägheitslosen Steuerung von Intensitätsschwankungen eines Lichtstrahlenbündels mittelst Kerrzelle.Info
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Description
Verfahren zur trägheitslosen Steuerung von Intensitätsschwankungen eines Liehtstrahlenbündels mittelst Kerrzelle. Bei Benutzung von Kerrzellen, besonders zur trägheitslosen Steuerung der Intensitäts schwankungen eines Lichtstrahlenbündels, wie für Zwecke der elektrischen Bildübertragung und des Fernsehens, entstehen Störungen ver schiedener 'Art.
In diesen Kerrzellen werden Nitrobenzol als Flüssigkeit und Messingelek troden verwendet; beim Betrieb unter Ver wendung hoher Feldstärken treten jedoch zwischen derFüllflüssigkeitund den Elektroden leicht chemische Reaktionen, Zerstäubung, Niederschlagsbildung, elektrolytische Vor gänge usw. auf, durch die eine Verschmutzung der Füllflüssigkeit und damit eine Herab setzung der Durchschlagsfestigkeit statt findet.. Überschlagende Funken gehören aber zu den empfindlichsten Störungen der Bild übertragung.
Zur Vermeidung dieser Störungen hat man der Zelle eine Gleichspannung als Vor spannung in der Höhe von 100 Volt und und darüber erteilt, die eine Reinigung der Flüssigkeit und damit eine Erhöhung der Durchschlagsfestigkeit bewirkt. Anderseits wollte man mit geringeren Wechselspan nungen auf den steilen Teil der Zellencharak teristik kommen. Das bisherige Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass dabei auf den Elektroden ein Belag entsteht und ein weiterer entsteht im folgenden: In Abb. 1 stellen die Abszissenwerte die an die Zelle gelegte Spannung dar, während die Ordinaten den durch die Polarisations- einrichtunggehendenLichtmengen entsprechen.
Die Änderung dieser Lichtmengen in Ab hängigkeit von den elektrischen Spannungen erfolgt gemäss der Kurve 1. Arbeitet man nun mit Vorspannung b, der auf der Kurve 1 der Arbeitspunkt a entspricht, und wird dieser Spannung eine kleine Wechselspan nung mit der Amplitude c, c' überlagert, denen die Lichtintensitäten<I>d</I> und<I>d'</I> entsprechen, so wird das Zeitlichtintregal praktisch nicht verändert, da die Lichtvermehrung bis d durch die Verminderung bis d' nahezu wieder aufgehoben wird.
Es entstehen so zwar ab wechselnd hellere und dunklere Punkte, der gesamte Schwärzungseindruck, den das Auge erhält, ist aber derselbe, als ob die Vor spannung allein wirkte, und zwar innerhalb eines gewissen Bereichs der Trägerstromam- plituden. Gelangen dagegen grosse Amplituden in die Zelle, so entsteht durch die Vorspan- nung eine Unterdrückung der einen Halbwelle der Trägerfrequenz. Hat der Trägerstrom in diesem Falle zum Beispiel die Amplituden e und e', so gibt die der einen Halbwelle entsprechende Liehtmenge f zwar eilte starke Aufhellung,
die der andern Halbwelle entsprechende f' aber praktisch gar keine. Bekanntlich entsprechen nun den Spannungs schwankungen im Tempo der Trägerfrequenz Lichtscbwankungen, die nur zu einer feinen Schraffierung des aufgenommenen Bildes quer zu den Abtastzeilen führen. Diese Schraffierung macht sich störend bemerkbar, besonders, wenn die Trägerfrequenz die höchste Frequenz der Bildströme nicht wesentlich übertrifft. Durch die beschriebene Unterdrückung der einen Halbwelle wird nun der Abstand dieser Linien. und damit ihre Wirkung doppelt so gross, als wenn jeder Halbwelle der Träger frequenz eine Aufhellung des Lichtrelais ent spräche.
Die Nachteile des bisherigen Verfahrens zur trägheitslosen Steuerung von Intensitäts schwankungen eines Lichtstrahlenbündels mittelst Kerrzelle, insbesondere für die Zwecke der elektrischen Bildübertragung und des Fernsehens mittelst modulierten Trägerwellen, werden gemäss Jer Erfindung dadui?ch vermieden, dass der Nullpunkt der Zellencharakteristik zumindest angenähert als Arbeitspunkt genommen wird.
Unter Charakteristik wird hierbei die Ab hängigkeit der durchgelassenen Lichtmenge von der angelegten Spannung verstanden.
Zur Durchführung des neuen Verfahrens wird vorteilhafterweise eine Kerrzelle benutzt, deren an die Flüssigkeit angrenzende Elek- trodenflächen und Füllflüssigkeit aus Mate rialien bestehen, die miteinander keine Wech selwirkungen in Form von chemischen Reak tionen, Zerstäubung, Niederschlagsbildung, elektrolytischen Vorgängen und dergleichen eingehen, die zu einer Veränderung der Be schaffenheit eines oder beider Materialien führen.
Die Verhältnisse bei einem Arbeiten auf dem Nullpunkt der Charakteristik gemäss einer Ausführungsform der Erfindung zeigt Abb. 2. Nach dein Verfahren werden beide Halbwellen der modulierten Trägerfrequenz ausgenützt. Dadurch, dass bei einer Erhöhung der angelegten Wechsel,pannung von g, g' auf<I>i, i'</I> die Aufhellung voll lt nach 1c bezw. von h' nach k' auf beiden Kurvenästen im gleichen Masse- eintritt,
werden die durch den Trägerstrom selbst hervorgerufenen Licht schwankungen. auf dein wiederzugebenden Bild so dicht, dass sie nicht mehr auffallen. Wird dabei die Aussteuerung so bemessen, dass bei der Steueramplitude 0 immer noch eine gewisse Trägerstromamplitude besteht (Restamplitude), etwa vom Werte g; so wird vermieden, dass der flachste Teil der Kurven linien<I>f</I> zwischen 6t und<I>lt'</I> ausgesteuert wird.
Die Aussteuerung setzt vielmehr erst von den Punk ten h undh' ab aufwärts ein, so dass alsoinfolge der dort herrschenden Steilheit die Enrpfirrd- lichkeit der Zelle relativ gross wird. Dadurch tritt auch bei den geringsten Änderungen der Trägerstromamplitude eitle Vermehrung der hindurchgelretrden Lichtmenge ein.
Da die Kerrzelle nunmehr mit reiner Wechsel spannung betrieben wird, fällt die Abschei- dung von Niederschlägen auf dort Elektroden fort. Den gewünschten Wert derRestamplitude kann man entweder durch schwache Aus steuerung des Senders oder durch Zusatz voll Trägerstrom am Empfänger herstellen.
Im Rahmen der Erfindung würde die Be nutzung einer kleinen Gleichstromvorspan- nungliegen, wobei derArbeitspunkt nur soweit vom Nullpunkt der Zellencharakteristik ent fernt ist, dass die Steuerung nach beiden Sei ten auf nahezu gleichem Betrage erfolgt. Durch das Fortfallen der Gleichstrom vorspannung müssen besondere Mittel ange wendet werden, um eine Verschmutzung der Flüssigkeit und die damit verbundenen Stö rungen beim Betrieb zu verhindern.
Diese Störungen werden behoben, falls die angeführten, zwischen dem Elektroden material und der Füllflüssigkeit eintretenden Wechselwirkungen mit ihren Folgen ver mieden oder wenigstens herabgesetzt werden. Dies kann durch entsprechende gegenseitige Anpassung der Materialien der Kerrzelle er reicht werden, und zwar einerseits der Elek troden, anderseits der Flüssigkeit.
Edel metalle, wie zum Beispiel Pt., Au. oder Ag. sind als Elektrodentnaterialien in vielen Flüs sigkeiten, zum Beispiel Nitrobenzol, für diesen Zweck ungeeignet, da sie stark zur Zer- stäubung unter Einfluss hoher Feldstärken neigen. Dafür haben sich aber Ni-Elektroden als sehr geeignet erwiesen; bereits eine gute Vernickelung von Cu-Elektroden reicht für diesen Zweck aus.
Bei andern Flüssigkeiten, zum Beispiel Paraldehyd oder Chlorbenzol, kann eines der oben angeführten Metalle am günstigsten sein. Gleichzeitig muss aber da für Sorge getragen werden, dass die Kerr- zellenflüssigkeit, wie zum Beispiel Nitroben- zol, durch vollständiges Fehlen von gelöstem H.20 mit dem Elektrodenmaterial nicht in Wechselwirkung tritt.
Auch ein Ausheizen der Elektroden und der Gefässwandung im Hochvakuum zwecks Entfernung der absor bierten Wasserhaut ist förderlich. Die reinsten handelsüblichen Präparate von Nitrobenzol haben sich bei Verwendung als Kerrzellen- flüssigkeit als nicht genügend rein erwiesen.
Wiederholte Anwendung von Auspumpen dieser Flüssigkeit im Hochvakuum, ihrer fraktionierten Destillation (untervermindertem Druck) und fraktionierter Kristallisation, ge trennt oder kombiniert, gestattet für den ge gebenen Zweck geeignetes Nitrobenzol zu gewinnen; dieses weist nicht nur hohen @,#Tiderstand auf, sondern tritt auch nicht in Wechselwirkung mit wenig-zerstäubendem Elektrodenmaterial, wie zum Beispiel Nickel.
Es empfiehlt sich dafür Sorge zu tragen, dass diese Füllflüssigkeit beim Betrieb durch Aufnahme von Wasser oder andern störenden Stoffen aus der Atmosphäre, wie das bei den üblichen offenen Zellen stets stattfindet, sich nicht verschlechtert. Dies kann durch einen gas- oder wasserdichten Abschluss des Kea- kondensators von der Aussenatmosphäre er reicht werden. Dieser Abschluss muss so be schaffen sein, dass Stoffe, welche die Elek troden oder die Füllflüssigkeit irgendwie an greifen, verschmutzen und ihre Wechselwir kung verstärken würden, nicht durch den Abschluss gelangen können.
Als Beispiel solcher Stoffe seien erwähnt Wasser oder Wasserdampf, oxydierende oder reduzierende Beimengungen oder Verunreinigungen der Atmosphäre.
Besonders empfehlenswert ist die Ver wendung der Kerrzelle als Vakuumzelle, wobei sich über der Füllflüssigkeit nur deren Dampf befindet. Hierzu kann dienen ent weder eine vollständig verschmolzene Glas hülse mit eingeschmolzenen Elekrodendurch- führungen oder eine Verbindung der einzelnen Teile der luftdicht abgesehlossenen Keazelle mittelst eines Kittes, welcher von der Füll flüssigkeit (oder deren Dämpfen) nicht ange griffen und durch welchen die Füllflüssigkeit auch nicht verunreinigt wird, so zum Bei spiel mittelst eines Emaillekittes zum Ver binden der Glasteile.
Es empfiehlt sich das Einfüllen des reinen Nitrobenzols unter Aus- scbluss feuchter Luft, also zum Beispiel durch Destillation, wobei der Kerrzellenbehälter als Vorlage dient. Um Störungen zu vermeiden, welche beim Betrieb durch undichten Ab schluss des Kerrzellenbehälters bedingt werden, können in letzterem absorbierende Mittel un tergebracht werden, für solche Stoffe, welche, wie zum Beispiel Wasser, die Wechselwir kung zwischen den Elektroden und der Füll flüssigkeit begünstigen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur trägheitslosen Steuerung von Intensitätsschwankungen eines Lichtstrah lenbündels, mittelst Keazelle, insbesondere für die Zwecke der elektrischen Bildübertra gung und des Fernsehens mittelst modulierten Trägerwellen, dadurch gekennzeichnet, dass der Nullpunkt der Zellencharakteristik zu mindest angenähert als Arbeitspunkt genom men wird.PATENTANSPRU0H Il: Kerrzelle zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeich net, dass die an die Flüssigkeit angrenzenden Flächen der Elektroden und die Füllflüssig keit der Kerrzelle aus Materialien bestehen, die miteinander keine Wechselwirkungen in Form von chemischen Reaktionen, Zerstäu- bung, Niederschlagsbildung, elektrolytischen Vorgängen und dergleichen eingehen, die zu einer Veränderung der Beschaffenheit eines oder beider Materialien führen. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Trägerstrom bei der Modulation stets eine gewisse Restamplitude behält. 2. Kerrzellen nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die an die Kerrzellenflüssigkeit grenzenden Elektroden mindestens an deren Oberfläche aus einem Stoff bestehen, welcher in Nitrobenzol unter den Betriebsbedingungen nicht zer stäubt. 3. Kerrzelle nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die an die Kerrzel- lenflüssigkeit grenzenden Elektroden min destens an der Oberfläche aus Nickel be stehen.4. Kerrzelle nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass ihre Füllflüssigkeit durch einen gas- oder wasserdichten Ab schluss des Behälters der Kerrzelle vor der Aufnahme von Wasser aus der freien Atmosphäre geschützt ist. 5. Keazelle nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ihre Füllflüssigkeit bei vakuumdichtem Abschluss des Kerr- zellenbehälters nur unter dem Druck ihres eigenen Dampfes steht.G. Kerrzelle nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass im Kerrzellenbehälter absorbierende Mittel für Stoffe, welche die Wechselwirkung zwischen den Elek troden und der Füllflüssigkeit begün stigen, untergebracht sind.
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