CH133982A - Einrichtung an Druckluftbremsen zur Ermöglichung des Gebens von starken, längere Zeit dauernden Füllstössen. - Google Patents
Einrichtung an Druckluftbremsen zur Ermöglichung des Gebens von starken, längere Zeit dauernden Füllstössen.Info
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Description
Einrichtung an Brackluftbremsen zur Ermöglichung des Gebens von starken, längere Zeit dauernden Füllstössen. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ein richtung, durch welche beim Lösen der Bremse die Anwendung von starken, längere Zeit dauernden Füllstössen ermöglicht wird, ohne dass der Steuerbehälter des Bremssteuer ventils über den vor der Bremsung herr schenden Druck überladen wird. Hierdurch wird die Lösezeit der Bremsen eines. langen Zuges wesentlich gekürzt und gleichzeitig die Bedienung des Führerbremsventils auf der Lokomotive erleichtert.
Dies wird ohne Anwendung eines besonderen, vor dem eigent lichen Bremssteuerventil angeordneten Um schaltsteuerventils dadurch erreicht, dass in der Lösestellung des Steuerkolbens des Brems steuerventils die Auffüllung des Steuerbehäl ters verzögert wird, und zwar dadurch, dass für den Eintritt der Druckluft in den Steuer behälter nur ein verhältnismässig enger Quer schnitt zur Verfügung steht, so dass hiermit ein Überladen vermieden wird, während um gekehrt für das Zurückströmen der Druckluft aus dem Steuerbehälter nach dem Steuer kolben hin ein weiterer Querschnitt sich selbständig öffnet, wenn der Druck in der Leitung vermindert, das heisst gebremst wird.
Der Steuerbehälterdruck kommt daher wäh rend dieser Bewegung des Steuerkolbens voll zur Wirkung, so dass der Steuerkolben ohne unzulässige Verzögerung der jeweiligen Druck verminderung in der Leitung folgen kann.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbei spiel der Einrichtung, und zwar in Verbin dung mit dem bekannten Drolshammer-Brems- steuerventil.
Der Steuerkolben 1 ist in Stellung "Bremse ganz gelöst" gezeichnet. In dieser Steuerkolbenstellung kann Leitungsluft, die von der Leitung 126 kommend sich ständig auf der obern Seite des Steuerkolbens 1 be findet, durch die Drosselbohrung 37 und durch Abdrücken der Dichtungsmanschette 58 des Steuerkolbens 1 schnell an diesem vorbei in den Kanal 39 strömen. Von hier aus kann aber die Leitungsluft, da das R_ückscblag- ventil 124 geschlossen ist,. nur durch die sehr enge, dieses umgehende, ständig offene Drosselbohrung 125 ganz langsam in den Steuerbehälter.A strömen.
Selbst beim Geben von starken Füllstössen in - Stellung I des Führerbremsventils während einer verhältnis mässig langen Zeit kann daher der Steuer behälter r1 nicht unvorschriftsmässig überladen werden.
Bei einer .Bremsung wird der Leitungs druck auf der obern Seite des Steuerkolbens 1 vermindert. Durch den höheren Druck des Steuerbehälters A verschiebt sich der Steuer kolben 1 etwas. Dadurch wird das Volumen zwischen der Unterseite des Steuerkolbens 1 und dem Rückschlagventil 124 plötzlich ver grössert. Es entsteht demnach plötzlich ein kleiner Druckabfall, der das Rückschlag ventil 124 sofort öffnet, so dass der volle Steuerbehälterdruck während der Bewegung des Steuerkolbens 1 zur Wirkung kommt. Der Steuerkolben 1 kann daher infolge des Rückschlagventils 124 ohne unzulässige Ver zögerung der jeweiligen Druckverminderung in der Leitung sofort folgen.
Die Anwendung der Drosselbohrung 125 ohne das Rückschlag ventil 124 wäre vollständig unbrauchbar, weil dann der Steuerkolben 1 der Druckvermin derung in der Leitung nicht mehr sofort folgen könnte. Durch eine solche verspätete Bewegung des Steuerkolbens würde die so genannte Durchschlagsgeschwindigkeit in un- zulä.ssiger Weise verkleinert und die Bremse in unzulässiger Weise verspätet zur Wirkung kommen. Ausserdem bestände die Gefahr, dass bei geringer Druckverminderung in der Leitung der Druck unter dem Steuerkolben 1 sich durch Drosselbohrung 37 mit dem Lei tungsdruck ausgleichen könnte, so dass das Bremssteuerverrtil gar nicht in Funktion treten würde.
Das Rückschlagventil 124 kann selbst verständlich in verschiedenster Weise ausge führt werden. Die Drosselbohrung 125 kann zum Beispiel im Körper des Rückschlagven- tils- oder auch als Nütchen in dessen Sitz- dichtungsflache angebracht werden. Um ein weiteres Verzögern des Auffüllens des Steuerbehälters A. zu verwirklichen, ist der Steuerkolben 1 mit einem kleinen Kolben 120 verbunden.
In der gezeichneten Steuer kolbenstellung "Bremse ganz gelöst" kann Leitungsluft, die sich ständig -auf der obern Seite des Steuerkolbens 1 befindet, durch die Drosselbohrung 37 in den Steuerbehälter .A strömen, wie es vorhin beschrieben ist. Gleich zeitig strömt Drucklüft über die vom kleinen Kolben 120 geöffnete Öffnung 121 in den an diese angeschlossenen Hilfsluftbehälter B, bis in diesem und dem Steuerbehälter g der selbe Druck wie in der Leitung, zum Bei spiel der normale Leitungsdruck, herrscht.
Beim Einleiten einer Bremsung wird der Leitungsdruck auf der obern Seite des Steuer kolbens 1 vermindert, dadurch wird dieser durch den höhern Druck im Steuerbehälter A und Hilfsluftbehälter B .nach oben gedrückt. Durch diese Bewegung schliesst der Steuer kolben .1 mittelst. seiner Manschette 58 die Verbindung, Öffnung 37, zwischen Leitung und Steuerbehälter ab.
Gleichzeitig wird die Verbindung, Öffnung 121, zwischen Hilfsluft behälter B und Steuerbehälter A durch den kleinen Kolben 120 mittelst seiner Man schette 122' abgesperrt, so dass während des stufenweisen Bremsens und Lösens der Hilfs- luftbebälter B keine Verbindung mit dem Steuerbehälter A hat. Erst beim Erhöhen des I;eitungsdruckes auf annähernd dieselbe Grösse wie vor der Bremsung nehmen der Steuer kolben 1 und der kleine Kolben 120 die ge zeichnete Lage wieder ein, wodurch die Lei tung mit dem Steuerbehälter .A und dieser mit dem Hilfaluftbehälter B verbunden wird.
Bei einer Vollbremsung sinkt der Druck im Steuerbehälter 9. zum Beispiel um 0,2 At mosphären, . zum Beispiel von 5 auf 4,8 At mosphären, bei einem Inhalt von 15 Liter infolge des zurückgelegten Hubes des Steuer kolbens 1 von zum Beispiel 35 mm. Gleich zeitig ist der Druck im Hilfsluftbehälter von ä auf zum Beispiel 3,8 Atmosphären gesun ken. Legt jetzt der Lokomotivführer das Führerbremsventil in Stellung I, Füllstellung, so kann die Druckluft aus dem Hauptluft- behälter der Lokomotive urigedrosselt in die Hauptleitung strömen. Am Anfang des Zuges steigt daher der Leitungsdruck plötzlich auf zum Beispiel 7 Atmosphären.
Der Lokomotiv führer kann das Führerbremsventil in dieser Stellung liegen lassen, bis im Hilfsluftbehäl- ter wieder zirka 4,8 Atmosphären 'erreicht ist. Dies dauert verhältnismässig lange, da der Hilfsluftbehälter B zum Beispiel 28 bis 50 Liter gross und der Luftverbrauch aus diesem beim Bremsen ziemlich gross ist.
Bei ganz langsamem Vermindern des Lei tungsdruckes kann die Luft aus dem Steuer behälter A und dem Hilfsluftbehälter B durch die Öffnung 37 in die Leitung zurückströmen, ohne dass die Bremssteuerventile anspringen, wie es bei andern bekannten Bremsen der Fall ist.
Die Öffnung 121 zum Hilfsluftbehälter kann auch so angeordnet werden, dass sie vor Erreichen des vor der Bremsung herr schenden Leitungsdruckes wieder geöffnet wird, wodurch der Steuerkolben 1 zum Bei spiel bei 4,85 Atmosphären statt 5 Atmo sphären in seine tiefste Lage geht und die Bremse sieb ganz löst.
Die Öffnung 121 kann auch so angeordnet werden, dass sie bei Leitungsdruckvermin- derung eher als die Öffnung 37 zum Steuer behälter A abgeschlossen wird. Es wird hier durch erreicht, dass der Querschnitt der<B>Öff-</B> nung 37 mit Rücksicht auf den sogenannten Empfindlichkeitsgrad des Bremssteuerventils möglichst klein ausgeführt werden kann.
Damit der Querschnitt der Verbindung zwischen Leitung und Steuerbehälter A, Loch 37, mit Rücksicht auf das Erreichen einer grossen Durchschlagsgeschwindigkeit möglichst klein wird, kann zwischen Hilfs- luftbehälter und Öffnung 121 zum Kolben 120 ein Rückschlagventil 123 eingebaut werden. Bei ganz langsamer Druckvermin derung in der Leitung, bei der das Brems steuerventil mit Rücksicht auf Rangier- manöver einzelner Wagen nicht anspringen soll, kann dann nur Luft aus dem Steuer behälter in die Leitung strömen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung an Druckluftbremsen zur Er möglichung des Gebens von starken, längere Zeit dauernden Füllstössen, dadurch gekenn zeichnet, dass in der Lösestellung des Steuer kolbens des Bremssteuerventils das Auffüllen des Steuerbehälters verzögert wird, indem für das Füllen des Steuerbehälters nur ein verhältnismässig enger Querschnitt zur Ver fügung steht, während beim Bremsen für das Zurückströmen der Luft aus dem. Steuerbe hälter nach dem Steuerkolben des Brems steuerventils hin ein im Vergleich zum oben genannten grosser Querschnitt selbsttätig durch die Druckverminderung in der Leitung eingeschaltet wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in der Leitung zwi schen dem Steuerkolben (1) des Brems steuerventils und dem Steuerbehälter (9.) ein nach dem Steuerbehälter hin sich schliessendes Rückschlagventil (124), und eine dieses umgehende, ständig offene Drosselbohrung (125) angeordnet sind. 2. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in der Stellung für ganz gelöste Bremse der Steuerkolben.(1) die Leitung mit dem Steuerbehälter (A) und mit dem Hilfsluftbehälter (B) verbin det, während beim Einleiten einer Brem sung durch Vermindern des Leitungs druckes das Steuerventil die Verbin dung zwischen Leitung und Steuerbehälter und auch die Verbindung zwischen Steuer behälter und Hilfsluftbehälter absperrt, bis die Bremse wieder ganz gelöst ist. 3.Einrichtung nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerkolben (1) des BremssteLter- ventils die Verbindung zwischen Leitung und Steuerbehälter steuert, während die Verbindung zwischen Steuerbehälter und Hilfsluftbehälter durch ein vom Steuer kolben (1) bewegtes, getrennt angeordnetes Organ gesteuert wird.4. -Einrichtung nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die Öffnung (121) zum Hilfs- luftbehälter (B) derart angeordnet ist, dass sie beim Lösen wieder geöffnet wird, ehe der Steuerkolben 1 seine tiefste Lage wieder eingenommen hat, damit sich die Bremse bei einem niedrigeren Leitüngs- druck als dem vor der Bremsung herr schenden ganz löst. 5.Einrichtung nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die Öffnung (121) zum Hilfs- luftbehälter (B) derart angeordnet ist, dass bei Leitungsdruckverminderung diese Öff nung eher abgeschlossen wird als die Öff- nung (37) zum Steuerbehälter 9, damit die Öffnung 37 einen möglichst kleinen Quer schnitt mit Rücksicht auf den sogenannten Empfindlichkeitsgrad des Bremssteuerven- tils erhalten kann. 6.Einrichtung nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2-5, dadurch gekennzeich net, dass zwischen Hilfsluftbehälter (B) und Öffnung (121) zum kleinen Kolben (120) des Bremssteuerventiles ein Rückschlagventil (123) vorgesehen ist, damit, wenn das Brems steuerventil nicht anspringen soll, nur Luft aus dem Steuerbehälter in die Leitung zurückströmen kann.
Applications Claiming Priority (2)
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