Säurebeständige Eisenlegierung. Die Erfindung betrifft eine säurebeständige giessbare Eisenlegierung mit einem Gehalt an Kohlenstoff von ea. 1%, an Eisen von 28 -40 %, an Nickel von 38-31 /o, an Chrom von 27-22,5%, an Molybdän bis 5,
50/0. Kohlenstoffarme, säurebeständige Eisenlegie rungen mit erheblichen Mengen an Chrom und Nickel, sowie einem Zusatz von Molyb' dän sind bereits bekannt. Man hat mitunter auch noch Zirkon und Silizium mitverwendet, die bekanntlich an sich säurewiderstandsfähig machen, welche Zusätze allerdings eine Er- hiihung der Herstellungskosten bedeuten.
Das als Ausgangsmaterial verwendete Eisen war stets von hohem Reinheitsgrad, da die all gemeine Ansicht dahin ging, dass ein säure widerstandsfähiges Material nur aus möglichst reinem Eisen erschmolzen werden kann unter Vermeidung der als Verunreinigungen auf tretenden Eisenbegleiter.
Sämtliche dieser bekannten Stähle waren also nur niedrig gekohlt, da es zwecks Er- zielung hoher Säurewiderstandsfähigkeit bis her als notwendig erachtet wurde, den Koh lenstoffgehalt planmässig niedrig zu halten. Er betrug zumeist unter 0,25%. Diese Le- gierungen konnten nur mit grossen Schwie rigkeiten und unter Entstehung bedeutenden Abfalles und entsprechend hohen Herstellungs kosten für Gusszwecke verwendet werden.
Es hat sich nun gezeigt, dass man auch, ausgehend von billigen Rohmaterialien ge ringen Reinheitsgrades, sowie mit einem Kohlenstoffgehalt der Legierung nahe an 1%, ferner bei einem Gehalt an Eisen von 28-40 %, an Nickel von 38-31%, an Chrom von 27-22,5% und an die Bearbeitbarkeit erhöhenden Zusätzen von Molybdän bis 5,50% ausgezeichnete Resultate erhält.
Durch Zusatz von Molybdän werden bessere Ergebnisse bei spanabhebender Formgebung der Werkstücke erzielt. In einer vorzugsweisen Ausführungs form sind Chrom, Molybdän und Nickel in solchen relativen Mengen zueinander vor- handen, dass eine Vorlegierung aus diesen Metallen den Gewichtsverhältnissen der Formel KoNi,iOre entsprechen würde. Die als Verunreinigungen auftretenden Begleiter des Eisens können in üblichem Ausmass vor handen sein, so dass wie angeführt die Ver wendung jeglichen kostspieligen Rohmaterials von hohem Reinheitsgrad entfällt.
Man kann mitunter vorteilhaft einen kleinen Zusatz von an sich bekannten Desoxydationsmitteln, wie etwa von Vanadium (ca. 111/o) geben.
Die Legierung wird zum Beispiel in üb licher Weise, durch Zusammenschmelzen der Bestandteile hergestellt und direkt in die Fertigform gegossen. Sie besitzt den Vorteil, im Gegensatz zu bekannten Stählen für solche Verwendungszwecke, dass eine weitere Wärmebehandlung der Gussstücke nicht er forderlich ist. Beim Erschmelzen der Legie rung kann mit Vorteil auch eine Vorlegierung verwendet werden, deren Zusammensetzung der oben angeführten Formel MoNiii0rs ent spricht.
Es hat sich gezeigt, dass sich eine solche Vorlegierung mit verschiedenen Eisen mengen innerhalb der oben angeführten Grenzen von 28-40 % in der Fertiglegierung kombinieren lässt, wobei stets ausgezeichnete Resultate erhalten werden.
Die Legierung weist innerhalb der ange gebenen Grenzen des Eisengehaltes im we sentlichen durchwegs dieselben Eigenschaften auf. Sie ist in bedeutendem Masse hitzebe ständig und erleidet bis zur hellen Rotglut keine erhebliche Herabminderung der Festig- keit. Sie hat einen geringen Ausdehnungs koeffizienten, ist politurfähig und härtbar, aber nicht schneidhältig. Sie lässt sich zum Unterschied von den bisher bekannten Legie rungen dieser Art gut giessen und ist darum von allgemeiner Anwendbarkeit für billige Verwendungszwecke. Ihre hervorstechendste Eigenschaft ist aussergewöhnlich hohe Säure beständigkeit.
Plättchen aus dieser Legierung wiesen nach siebenstündiger Behandlung mit 40% Schwefelsäure Gewichtsverluste von weniger- als 4 Milligramm bei geschliffenen Plättchen pro Quadratmeter Oberfläche auf.