CH134624A - Verfahren zur Herstellung von Presskörpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formaldehyd. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Presskörpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formaldehyd.

Info

Publication number
CH134624A
CH134624A CH134624DA CH134624A CH 134624 A CH134624 A CH 134624A CH 134624D A CH134624D A CH 134624DA CH 134624 A CH134624 A CH 134624A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
formaldehyde
solution
precipitate
production
acid amide
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Fritz Polla Kunstharzfabrik
Original Assignee
Dr Fritz Polla Kunstharzfabrik
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Dr Fritz Polla Kunstharzfabrik filed Critical Dr Fritz Polla Kunstharzfabrik
Publication of CH134624A publication Critical patent/CH134624A/de

Links

Landscapes

  • Separation Of Suspended Particles By Flocculating Agents (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung von     Presskörpern    aus Kondensationsprodukten von       Kohlensäureamidverbindungen    und     Formaldebyd.       Die Erfindung bezieht     sich    auf ein -Ver  fahren zur Herstellung von     Presskörpern    aus  Kondensationsprodukten von     Kohlensäure-          amidverbindungen    und Formaldehyd.  



  Bei der Herstellung von     Kunstmassen     durch Kondensation von     Kohlensäureamid-          verbindungen    und Formaldehyd haben bis  her zwei grundsätzlich verschiedene Metho  den Anwendung gefunden. Nach der einen  Methode werden die Arbeitsbedingungen       derart    gewählt, dass das ganze Reaktions  gemisch ohne Bildung bemerkbarer Zwi  schenstufen zu einer das gesamte Wasser  einschliessenden     Kunstmasse    erstarrt, aus der  das Wasser erst nach sehr langem Lagern  langsam entweicht, oder dass durch Abküh  lung des Reaktionsgemisches mit dem ge  samten Wasser erstarrende Zwischenprodukte  gewonnen werden,

   welche man durch Er  hitzen oder Auspressen in der     Wärme        ent-          wässert.    Die andere Methode bedient sich    zur Herstellung der     Kunstmassen    eines un  unterbrochenen     Erhitzungsprozesses,    bei  dem das Wasser teilweise vor der Erstar  rung des     Reaktionsgemisches    entfernt wird.  Es entstehen hierbei zunächst wasserlösliche  Zwischenprodukte, die beim Einengen immer  viskoser werden und später unter     Einschluss     des noch vorhandenen Wassers zu halbfesten  Produkten gelatinieren. Durch Vertreibung  des restlichen Wassers entstehen dann die       harten    Kunstmassen.

   In weiterer Ausbil  dung dieser Methode ist hernach auch die  Möglichkeit geschaffen worden, dem sich  bildenden Ei     mulsionskolloid        hydrophobe          Eigenschaften    zu verleihen, so dass sich in  einem gegebenen Augenblick ein harziges       Xondensationsprodukt    ausscheidet, von dem  die Hauptmenge des mit den Ausgangs  produkten eingebrachten und des bei der  Reaktion entstehenden Wassers vor der  Weitererhitzung abgezogen werden kann.

        Auch bei der     Weiterbehändlung    dieses Har  zes tritt aber zunächst     Gelatinierung    unter       Einschluss    des noch vorhandenen     Disper-          sionsmittels    ein, so dass immerhin dieser Rest  aus der     mdabenförmig    aufgebauten Gallerte  nach ihrer Erstarrung herausgebracht wer  den     muss,    ein Vorgang, der auch bei den  besten Arbeitsbedingungen immer noch  einige Monate beansprucht.  



  Es hat auch nicht an Versuchen gefehlt,  zu möglichst wasserfreien     harten    Kunst  massen auf einem andern, kürzeren Wege zu  gelangen. So ist zum Beispiel     vorgeschlagen     worden, die     gelatinierten        Reaktionsprodukte     zu trocknen und heiss zu     verpressen.    Die  für dieses Verfahren     unerlä,ssliche    weit  gehende Zerkleinerung der Gallerten oder  gehärteten Endprodukte bietet aber be  trächtliche     Schwierigkeiten    und ist bei den       Endprodukten    ohne Verunreinigung durch  Metalle überhaupt nicht durchführbar.

    Ausserdem enthält das gelatinierte Produkt:  durch     den        Einschluss    des     Dispersionsmittels     in die Gallerte mit. hineingeratene, für die       Beschaffenheit    des Kunstmasse abträgliche,  fremde Beimengungen. Alle diese Nachteile  haften auch einem andern Vorschlag an, der  dahin geht, aus     Dimethylolharnstoff    durch       Einwirkung    von Säuren ein     porzellanartiges     Kondensationsprodukt herzustellen, welches  alsdann gepulvert, getrocknet und durch  Heisspressung in die Kunstmasse über  geführt werden soll.  



  Es wurde nun die Beobachtung gemacht.,  dass beim; Verdünnen des bei der Einwirkung  von Formaldehyd auf     Kohlensäureamid-          verbindungen    und Formaldehyd gebildeten       Sols    durch     Flockungsmittel,    zum Beispiel       Elektrolyte,    oder     Eiweissfä.llungsmittel,    ein  dehydratisierter, scheinbar amorpher, flocki  ger Niederschlag ausgeflockt werden kann,  der sich, vorteilhaft nachdem er getrocknet  wurde, durch Einwirkung von Hitze und  Druck in eine völlig homogene Kunstmasse       überführen    lässt.

   Es hat sich gezeigt, dass  sich die für das vorliegende Verfahren ver  wendeten Sole ähnlich verhalten wie das       Hydrosol    der Kieselsäure. Ein gut gereinig-         tes,    nicht zu verdünntes     Hydrosol    der Kie  selsäure stellt bekanntlich ein     instabiles     System dar, das stets der     Gelatinierung    zu  strebt, wobei der Übergang in eine Gallerte  unter     Einschluss    des vorhandenen     Disper-          sionsmittels    um so schneller erfolgt., je kon  zentrierter die     Lösung    ist.

       Hingegeit    wer  den verdünnte Lösungen     durch    gewisse  Elektrolyte sofort ausgeflockt. Die     durch     K     .ondensation    von Formaldehyd und     Kohlen-          sä.ureamidverbindungen    entstehenden     Emul-          sionskolloide    wurden bisher nur als instabile.  zur     Gelatinierung    neigende Systeme herge  stellt. Dass das Kolloid aus verdünnten Lö  sungen durch Elektrolyte als dehydratisier  ter, scheinbar amorpher, flockiger Nieder  schlag ausgefällt werden kann, war     bisher     unbekannt.

   Die sich aus     dieser    neuen Beob  achtung     ergebende    Regel zum technischen  Handeln     hat    eine grosse Tragweite.     Klan     kann zum Beispiel durch     Heisspressen        cle     ausgeflockten und getrockneten     Nieder-          schlages    die gewünschten     Formlinge    in we  nig mehr Minuten erzeugen,

   als     der        abschliF-          ssende        Härtungsvorgang    der nach den besten       Methoden    gewonnenen Endprodukte der  Reaktion bisher     Monale    erforderte. Dabei  kann     ma.n        bergkrista.llartige    Gläser,     wie     nach bisher bekannten     Methoden,    herstellen,  ja. die Beschaffenheit dieser     Erzeugni@sf@     übertrifft sogar bisher     gewonnene    in ver  schiedener Hinsicht.

   Die     Forrnlinge    können  ferner vollkommen rein erhalten werden,  weil man die fein verteilt ausgeflockten  Niederschläge vollkommen auswaschen kann.  Die erhaltenen     Presskörper    zeichnen sich fer  ner meist durch eine besondere Widerstands  fähigkeit gegen Schwankungen der     Feueh-          tigkeit    und der Temperatur aus.  



  Der Schwellenwert des     Flockungsmittels     ist von dem Grad; der Verdünnung abhängig.  wie Versuche ergaben, indem mit steigender  Menge des K     olloicles    im gleichen Volumen  des     Sols    die Menge des erforderlichen     Flok-          kungsmittels    steigt.

   Es lassen sich wegen  dieses elastischen Zusammenhanges weder für  die Verdünnung, noch für die Schwellen  werte der verschiedenen     Flockungsmittel         feste Zahlen geben; ,jedoch kann     niau    den       Schwellenwert    jedes     Flockungsmittels    für  jede Konzentration durch einen einfachen  Versuch ermitteln.

       Lrm    eine Richtschnur für  die Verdünnungen zu geben, die erforder  lich     sind,    um statt des zur     (lelatinierurin     neigenden instabilen Systems ein     Sol    zu er  halten, (las durch Elektrolyte gefällt wird,  sei angeführt, dass'     man    das     Sol    zweckmässig  so weit verdünnt, dass in 1000     Volumteilen     Flüssigkeit ungefähr     15(1    Gewichtsteile       ('arbamid        enthalten    sind.  



  Als     Floel@tingsmittel    kommen vor allein       Säuren    und     sonstihe    Verbindungen, welche in  der Lösung Wasserstoffionen abspalten,  wie saure Salze, saure Ester usw., in     Be-          tra.cht:,    ferner     a:ueh    Verbindungen., die in  der Lösung durch Umsetzung mit Stoffen,  welche zum Beispiel sich bereits in     der    Lö  sung befinden,     V;

  'asserstoffionen    bilden,     bei-          spiels-,veise        Wasserstoffsuperoxyd,    welches  sieh mit dem bereits vorhandenen     Formal-          dehyd    zu     Ameisensäure    umsetzt.

   Ebenso       wirken    solche Verbindungen flockend, wel  che     Hydroxylionen    abspalten, wie     Fasen,     basisch reagierende Salze usw., ein     Umstand,          rler    mit den bisherigen     Erfahrun-en    über  die     Elektrolyt-fä.llung    von Solen in     Über-          einstimmung    steht.

   Als     dritte        (-,irtippe    von       Floekungsmitteln    kommen     Eiweissfällungs-          inilfel,    wir,     beispielsweise        Gerbstoffe    natür  licher und     ST7nthetischer-    Herkunft, ferner       Plnosphorwolfrarusiiure    usw.,

   in     Betracht.     Die Wirkung aller     dieser        Flockungsmittel     kann     (lunch        Neutralsalze        besteigen        \werden.          Ew        können    sich     die    Wirkungen von     Flok-          kungsmitteln    dieser verschiedenen Gruppen  :natürlich auch übergreifen.  



  Ist die     verdünnte        Kolloi(llösung    mit  einem der     vorerw;ihnten        Floekungsmrttel     versetzt, so tritt die     Ausflocliunsr    entweder       sofort    oder erst in einiger Zeit ein; sie kann  auch durch Erwärmung der Lösung     be-          @;e.hleuni@-t    werden.     Hierbei    wird das, Re  aktionsgemisch zweckmässig gerührt.

   Der  Eintritt     der    Koagulation macht sich durch  eine Trübung bemerkbar, worauf sich nach  kurzer Zeit ein grobflockiger, voluminöser         N        N        iederschlag        abscheidet.        Beginn        und        Dauer     bis zur Erreichung der vollständigen     Flok-          kung    hängen ausser vor der     Flockungsterxipe-          ratur    und der Intensität des     Rührens    von  der Art und     lidenge    des     Flockungsmittels    ab.

    



  Statt das     Flockungsmitfel    einer verdünn  ten Lösung des     fertigen        Sols    zuzugehen,  kann man auch eine entsprechend verdünnte  Mischung der Ausgangsprodukte oder eine  durch kurze     Erwärmung    dieser     'Mischung     primär entstehenden Kondensationsprodukt  lösung nach entsprechender Verdünnung mit:

         Flockungsmitteln    versetzen, so     da.ss    beim       Weitererhitzen    der     dehydratisierte,    flockige  Niederschlag in einem Zuge entsteht, das       Sol    also gewissermassen in statu     na.#cendi          ausgeflockt        wirrt.    Dieser zweite Weg emp  fiehlt sich     insbesündere        (larllrr,

      wenn man  sich der früher vorgeschlagenen Methode  zur     Herstellung    eines     hydraphoben    Harzes       (Verfahren        de4    schweizerischen Patentes  Nr.<B>12</B>2<B>601)</B> in entsprechender     Abänderung          bedienen    will.

   Gemäss diesem schweizerischen       Patent    Nr. 122601 scheidet sieh ein     hv        rlro-          phobes    Harz aus, wenn die durch kurze Er  wärmung der     Mischung    der     Ausgangspro-          t'    primär entstehenden     Kondensations-          produkte    unter Zusatz organischer Stoffe,  die mit dem     Formaldehyd    in     saurem    Medium       Ko,ndensationsl@rodul@te    zu bilden vermögen,  wie     Thioharustoff        of>r    Phenol, weiter erhitzt;  werden..

   Verdünnt man hingegen. die Mi  schung der     Ausgangsprodukte    (oder die pri  mär entstehenden     Kon(lensationsprodukte     vor der     Einwirkrmg    von     Thioharnstoff.     Phenol oder     dergleichen)    so     weit,        dass    bei  der nachfolgenden Behandlung keine     Gela-          tinierung        eintreten    kann.

   und setzt man       ausserdem        geeignete    Mengen von     Flockungs-          mitteln    zu,, so tritt beim     Weitererhitzen        statt     der Ausscheidung des     hydrophoben        Harzes     die     Ausflockung    des Kolloids als     deliz-drati-          sierter,    flockig-er Niederschlag ein.

       Iri    die  sem Falle ist man auf die     Ausflockung     durch Säuren oder saure Salze angewiesen,  weil ja nach dem Verfahren des schweize  rischen     Patentes        NTr.    122601 der Zusatz von       Thioharn4off    oder Phenol zur Kondensa-           tionslösung    und das     Weitererhitzen    derselben  nur in saurem Medium vor sich geht.

   Hilfs  weise können aber auch     Eiweissfällungsmit-          tel    als     Flockungsmittel    neben den die Was  serstoffionenkonzentration erhöhenden Zu  sätzen von Säuren oder sauren Salzen     mitver-          wendet    werden.  



  Die Weiterbehandlung des durch     Flok-          kung    ausgefälltes Niederschlages ist in allen  Fällen dieselbe.  



  Der weiche, leicht     zerdrückbaxe    Nieder  schlag, der frisch geronnenem Käsestoff  ähnlich ist, wird von dem Medium, aus dem  er ausgeflockt     wurde,    möglichst     vollständig     durch Waschen mit Wasser befreit. Dieses  Waschen wird zweckmässig so. lange fort  gesetzt, bis alle löslichen Beimengungen,  wie     Flockungsmittel,    unveränderte     Anfangs-          bezw.        Zwischenreaktionsprodukte    entfernt  sind.

   Nach kurzem Waschen verliert     der     Niederschlag, wie Versuche ergaben, seine  flockige Beschaffenheit und geht in ein  äusserst leichtes Pulver über, dessen Fein  heit so gross ist, dass die einzelnen Teilchen  erst bei     410facher    Vergrösserung sichtbar  werden. Nach kurzem Lagern des Pulvers  an der Luft oder nach dem Waschen mit  Sprit     und    Äther erhält man das wasserfreie       Kondensationsprodukt,    als feines, blendend  weisses, scheinbar amorphes Pulver.  



  Dieses Pulver ist, wie     Versuche    ergaben,  in der Kälte in den gewöhnlichen Lösungs  mitteln,     insbesondere    in Wasser, unlöslich.  In Säuren löst es sich leicht auf und kann  aus diesen Lösungen durch     Ausflockung     wieder abgeschieden werden. In der Hitze,  namentlich unter gleichzeitiger Anwendung  von erhöhtem     Druck,    löst es sich sowohl in       Formaldehyd,    als auch in den meisten     hy-          droxylhaltigen    Lösungsmitteln mit hohem  Siedepunkt, wie insbesondere in Glyzerin,       Chlorhydrinen,        Benzylalkohol    usw., auf.  



  Dieses Pulver wird gemäss dem Verfahren  der vorliegenden     Erfindung    zur Herstellung  von     Presskörpern    verwendet. Es hat sich her  ausgestellt, dass das Pulver, insbesondere  wenn man es mit geringen Mengen von    quellend wirkenden Flüssigkeiten, zum Bei  spiel     Benzylalkohol,    versetzt, unter Hitze  und Druck zu glasklaren Körpern geformt       -werden    kann.

   Die so erhaltenen     glasklaren          Presskörper    besitzen dieselben optischen und  mechanischen Eigenschaften (hoher Bre  chungsexponent,     Durchlässigkeit    für ultra  violette Strahlen, ausserordentlich hohe  Festigkeit     bezw.    Elastizität) wie nach be  kannten Verfahren erhaltene Produkte und  können als solche auf Grund ihrer optischen  und mechanischen Eigenschaften für die  mannigfaltigsten Zwecke verwendet werden.  Hierbei kann man entweder das Rohmaterial  für weitere mechanische Verarbeitung oder  auch gebrauchsfertige Gegenstände aller Art       in    einem     Pressvorgange    erzeugen.  



  Dieses Pulver kann aber auch zusammen  mit faserigen oder pulverigen Füllstoffen  aller Art, organischer oder anorganischer       Herkunft:,        vermengt        verpresst    werden. Die  Vermischung mit den Füllstoffen geschieht  zweckmässig     derart,        da.ss    man die letzteren in  der wässerigen     Kolloidlösung    verteilt und  gemeinsame mit dem     Harnstoff-FormaIdehyd-          Kondensationsprodukt    ausfällt. Man kann  aber auch in jeder sonst für derartige Mi  schungen üblichen Art und Weise verfahren.

    Beispielsweise kann man einzelne Schichten  von Papier, Zellulose oder eines Gewebes  mit dem Pulver bestreuen und heiss     a.ufein-          anderpressen,    bis ein einheitlicher     Presskör-          per    entstanden ist. Auf diese Weise entste  hen, wie Versuche ergaben, Werkstoffe von  besonders hoher mechanischer und elektri  scher Festigkeit.

   Die elektrische Isolations  fähigkeit von     Pressstücli:en,    welche unter Ver  wendung     isolierender    Füll- und     Faserstoffr@     mit Zellulose, Asbest,     Chinaclay        etc.    her  gestellt werden,     ist,    wie sich zeigte, ausser  ordentlich gross.  



  Das Verfahren bietet aber, wie schon oben  erwähnt wurde, vor allem die Möglichkeit,  auch zu     durchsichtigen        bezw.    durchscheinen  den     Presskörpern    zu gelangen. In     diesser     Weise lassen sich Ersatzkörper für solche  aus Bergkristall, Porzellan, Glas, Halbedel  steine, Bernstein, Alabaster und dergleichen      herstellen,     wie    sie in der     Drechslerwaren-          industrie    usw. gesucht werden. Zum Bei  spiel können direkt in der Heisspresse ge  formte Gebrauchsgegenstände vom Aussehen  der genannten natürlichen Materialien her  gestellt werden.

   Nach dem vorliegenden Ver  fahren lassen sich auch Hohlkörper, wie       Trinkgläser,    Schalen, Lampenschirme, Rohre       usw.,,    herstellen.  



  Eine     Färbung    des     Konderrsationsproruk-          tes    kann entweder noch vor oder während  der Ausfällung desselben oder auch erst  innerhalb der     Pressform    durch Zusatz lös  licher Farbstoffe oder Pigmentfarben erzielt  werden.  



  Als Trübungsmittel können     feinpulverige     oder faserige oder in dem Kolloid unlösliche  flüssige Substanzen, zum Beispiel Oxyde  seltener Erden, wie     Tita.noxyd,        Zirkonoxyd,          Ole    usw., Verwendung finden. Man kann  auch behufs Erreichung besonderer Effekte  Leuchtfarben, radioaktive Substanzen     usw.     zumischen. Auch alle sonstigen hier etwa  in Frage kommenden Wirkungen, beispiels  weise die Herstellung wolkiger, gemaserter,  halbtrüber, fluoreszierender, oder irisieren  der Massen, können natürlich bei Anwen  dung dieses Verfahrens erzielt werden.  



       Ausf        ühr-ungsbeispiel   <I>1:</I>  30 Gewichtsteile von reinem, neutral  reagierenden Harnstoff werden mit 100 Ge  wichtsteilen einer säurefreien oder neutra  lisierten oder schwach alkalischen 30     %igen     wässerigen     Formaldehydlösung    versetzt und  am     Rückflusskühler    zum Sieden erhitzt.

    Nach kurzem Aufkochen werden zum Re  aktionsgemisch 5 Gewichtsteile Borsäure, in  wenig Wasser gelöst, zugesetzt, worauf man  die ganze Mischung am     Rückflusskühler          weiterkocht.    50 Gewichtsteile des so     herge-          stellten    flüssigen Zwischenproduktes werden  mit 50 Gewichtsteilen Wasser verdünnt und  mit     ä    Gewichtsteilen einer 2n. Salzsäure als       F'lockungsmittel    versetzt und unter Um  rühren auf etwa.<B>90'</B> C gehalten. Nach etwa  einer halben Stunde beginnt die     Abscheidung     eines flockigen Niederschlages. Nach einer    weiteren halben Stunde werden 100 Ge  wichtsteile Wasser zugesetzt.

   Der entstan  dene flockige Niederschlag     wird    hierauf von  der Mutterlauge getrennt, auf das sorgfäl  tigste von allen löslichen Beimengungen ge  reinigt und von anhaftendem Wasser mit  Sprit befreit. Nach kurzer Trocknung wird  das Pulver unter Einwirkung eines Druckes  von zirka 900 kg pro     cm2    und einer Tem  peratur- von 120 bis 130   C     verpresst.     



  <I>Ausführungsbeispiel 2</I>  An Stelle der nach     Ausführungsbeispiel     1 verwendeten 2n.     Salzsäure    kann als     Flok-          kungsmittel    die gleiche Menge 2n.     Ameisen-          säure    oder die der freien Säure entsprechende  Menge eines sauren Salzes, insbesondere von  Alaun, als     Flockungsmittel    dienen.  



       Ausführungsbeispiel   <I>3</I>  100 Gewichtsteile des nach Ausführungs  beispiel 1 hergestellten, mit der gleichen Ge  wichtsmenge Wasser verdünnten Zwischen  produktes werden mit 1,6 Gewichtsteilen  von festem     Natriumhydroxyd,    das in     mög-          fichst    wenig     Wasser    gelöst wurde, versetzt  und mit diesem     Flockungsmittel    zwei Stun  den bei<B>90'</B> belassen. Nach dieser Zeit ist  ein grobflockiger     Niederschlag    ausgefallen,  welcher, wie im Beispiel 1 beschrieben, wei  terbehandelt wird.  



       Ausf        ührungsbeispiel   <I>4</I>  1312 Gewichtsteile 40     %iger    Formal  dehyd werden mit 1888 Gewichtsteilen Was  ser, 12 Gewichtsteilen 10     %iger    Natron  lauge und 480 Gewichtsteilen     Carbamid    ver  setzt. Nach kurzem Aufkochen werden  80 cm' 2n. Salzsäure als     Flockungsmittel     zugesetzt, worauf man die     Mischung    mehrere  Stunden am     Rückflusskühler    kochen lässt.  Hierbei bildet sich eine grosse     2fenge    flocki  gen Niederschlages, der in oben beschriebe  ner Weise aufgearbeitet, getrocknet und  presst wird,.  



       Ausführungsbeispiel   <I>5:</I>  262 Gewichtsteile 40     iöiger        Forma.ldehycl-          lösurrg    werden mit 698 Gewichtsteilen Was  ser, 2     Gewichtsteilen    10     %iger    Natronlauge      und 96 Gewichtsteilen     Carbamid    versetzt.  Nach kurzem Kochen dieser Mischung wer  den 1 Gewichtsteil konzentrierter Ameisen  säure als     Flockungsmittel    und 32     Crewichts-          teile        Thioharnstoff    zugesetzt und die ge  samte Mischung weiter erhitzt.

   Nach einer  Viertelstunde beginnt das siedende Reak  tionsgemisch     zu;    opalisieren. Nach     l1Stun-          den    ist sehr starke     Flockenbildung    eingetre  ten. Nach dem Abkühlen wird der Nieder  schlag, wie im Beispiel 1     beschrieben,    ge  waschen, getrocknet und     gepresst.     



  Die nach den Ausführungsbeispielen 1  bis 5 hergestellten     Presskörper    sind glasklar  und vollkommen     durchsichtig    und stellen,  im Gegensatz zu den Erzeugnissen bisher  bekannt     gewordener    Verfahren zur Herstel  lung von Kunstmassen aus Harnstoff und       Formaldehyd,    homogene     Massen    dar.  



  Von     Harnstoffderivaten    kommt insbe  sondere     Thiolia.rnstoff    für das     .Verfahren     in     Betracht:.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Press- körpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formal dehyd. dadurch gekennzeichnet, dass man die Kondensationslösung, spätestens unmit telbar vor der Abscheidung des Harzes aus der Lösung, so weit verdünnt, dass bei der ria,chfolgenden Behandlung keine Gelatinie- rung eintreten kann, das Harz aus der ver dünnten Lösung mittelst Flockungsmitteln als wenig hydratisie-rl,en @;
    M aus flocht, den Niederschlag auswäscht und sehliesslich durch Einwiihung von Hitze und Druck in Formstücke überführt. UNTERANSPRL\CHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, d ei- durch gekennzeichnet, dass die Anfangs- Kondensationslösung aus einem Gemisch von Harnstoff und Thioliarnstoff konden- siert wird. 2.
    Verfahren gemäss Patentanspruch. da durch gekennzeichnet, dass man den aus geflockten Niederschlag nach dem Aus waschen in: Gegenwart von geringen Alen- gen quellend wirkender Flüssigkeiten zu Formstücken verpresst. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man den aus- geflochten Niederschlag unter Zusatz von Füllstoffen zu Formstücken verpresst..
CH134624D 1926-05-15 1927-05-03 Verfahren zur Herstellung von Presskörpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formaldehyd. CH134624A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT134624X 1926-05-15

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH134624A true CH134624A (de) 1929-08-15

Family

ID=3638367

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH134624D CH134624A (de) 1926-05-15 1927-05-03 Verfahren zur Herstellung von Presskörpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formaldehyd.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH134624A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH134624A (de) Verfahren zur Herstellung von Presskörpern aus Kondensationsprodukten von Kohlensäureamidverbindungen und Formaldehyd.
AT115890B (de) Verfahren zur Herstellung eins preßfähigen Pulvers durch Kondensation von Kohlensäureamid und seinen Derivaten und Formaldehyd und zur Verarbeitung dieses Pulvers auf Kunstmassen.
DE1289603B (de) Verfahren zur Herstellung von natriumtripolyphosphathaltigen Waschmitteln
DE539473C (de) Verfahren zur Herstellung eines pressfaehigen Pulvers durch Kondensation von Kohlensaeureamid und seinen Derivaten und Formaldehyd
DE1920350A1 (de) Schwefelsaeurehalbester von Tragant und Verfahren zu ihrer Herstellung
DE732400C (de) Herstellung von unloeslichem Anhydrit
DE531277C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Harnstoff oder dessen Derivaten mit Formaldehyd
AT145515B (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Harnstoff, Formaldehyd und Hexamethylentetramin bzw. dem Hexamethylentetramin ähnlich wirkenden Verbindungen.
DE1667654A1 (de) Silikasol mit geringer Teilchengroesse und Verfahren zur Herstellung desselben
AT132271B (de) Verfahren zur Herstellung von preßfähigen Massen in Pulverform.
DE442619C (de) Verfahren zur Herstellung von Kautschuk mit einer grossen Anzahl mikroskopisch kleiner Poren
AT129751B (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten.
DE583563C (de) Verfahren zur Herstellung von Thioharnstoff-Harnstoff-Formaldehydkondensationsprodukten
CH275435A (de) Verfahren zur Herstellung einer Phosphonsäure.
DE648398C (de) Verfahren zur Herstellung von leicht loeslichen Paraformaldehydpraeparaten
DE752830C (de) Verfahren zur Herstellung von Umsetzungsstoffen aus Sulfitcelluloseablauge
AT156812B (de) Verfahren zur Herstellung von leichtlöslichen Formaldehydpräparaten.
DE633896C (de) Verfahren zur Herstellung von haertbaren Kondensationsprodukten aus Phenolen, Hexamethylentetramin, Harnstoff und Formaldehyd
AT41461B (de) Verfahren zur Herstellung von Zellulosederivaten.
DE406345C (de) Verfahren zur Herstellung von Seifen aus Naphthensaeuren
DE894160C (de) Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen, welche aus Kautschuk bestehen oder Kautschuk enthalten, aus waesserigen Kautschuk-dispersionen
AT248583B (de) Verfahren zur Herstellung von Waschmitteln
DE1210112B (de) Verfahren zur Herstellung hydratisierter Calciumsilicat-Produkte
DE145916C (de)
AT99919B (de) Verfahren zur Herstellung von Kunsthorn.