CH134679A - Verfahren und Vorrichtung zum Trennen von miteinander legierten Metallen durch Chlorieren. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Trennen von miteinander legierten Metallen durch Chlorieren.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Trennen von miteinander legierten Metallen durch Chlorieren. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trennen von miteinander legierten Me tallen und eine Vorrichtung zur Ausführung desselben.
Das Verfahren gemäss :der Erfindung be nützt die bekannte Bildung von Metallchlori den durch Behandlung der Metalle mit Chlor um eine Trennung von miteinander legierten Metallen zu bewirken. Nach diesem Verfahren schmilzt man :die zu zerle gende Legierung und leitet in die ge schmolzene Masse bei beliebigem Druck Chlor ein. Dabei werden die einzelnen Me talle der Legierung im Innern der geschmo@l- zenen Masse in ihre Chloride übergeführt, welche infolge ihrer im Vergleich zum Me tallbade geringeren Dichte an die Oberfläche des Bades steigen, worauf eine Trennung derselben von einander ausgeführt wird.
Wenn die Metallchloride bei der im Schmelz raume herrschenden Temperatur flüssig und fest sind, sammeln sie sieh auf der Ober fläche des Metallbades an und werden zum Beispiel durch Dekantieren von .diesem ge trennt.
Sind gasförmige Metallchloride vorhan den, so werden sie aus dem Schmelzraum herausgeleitet und können dann durch frak- tionnierte Kondensation oder Sublimation von einander getrennt werden. Während des Einleitens des Chlors kann die Temperatur des geschmolzenen Metalles auf der Schmelz- punkttemperatur selbst oder darüber gehal ten werden. Das Chlor kann ununterbrochen oder mit Unterbrechungen, zum Beispiel bei gewöhnlichem Atmosphärendruck oder un ter einem Überdrucke in die geschmolzene Metallmasse eingeleitet werden.
An der Stelle, wo es mit der Masse in Berührung kommt, verbindet es sich sofort mit den einzelnen Metallen zu Chloriden, die sich vom Metall trennen und an die Ober fläche des Bades emporsteigen, da ihr spe zifisches Gewicht geringer ist als dasjenige des Metallbades. Durch die sofortige Entfer- nung dieser Chloride von der Stelle wo das Chlor zu Metall gelangt, wird dieses stets rein gehalten, weshalb das Chlor ungestört und ohne Unterbruch das Metall angreifen kann.
Sich auf der Oberfläche des Metallbades ansammelnde flüssige und feste Chloride können in ununterbrochener Weise oder mit Unterbruch entfernt werden, nachdem die von ihnen etwa mitgerissenen Metallteilchen wieder in das Metallbad zurückgebracht wor den sind. Desgleichen werden gasförmige Chloride von mitgerissenen festen Chloriden, Metallteilchen oder sonstigen Verunreini gungen befreit, bevor sie zum Beispiel durch fraktionnierte Kondensation oder Sublima tion von einander getrennt werden.
Das beschriebene Verfahren kann dazu dienen, Metalle wie zu-m Beispiel Zinn, Kupfer, Blei, Antimon, Aluminium, Magne sium, Silber, Gold, Molybdän, Nickel usw. aus ihren Legierungen wieder zu gewinnen, insbesondere wenn letztere Abfälle, Altme talle oder dergleichen sind.
Die zur Ausführung des Verfahrens dienende Vorrichtung besitzt einen Behälter zur Aufnahme der zu behandelnden Metall legierung. Dieser Behälter besitzt Öff nungen für das Einführen des Metalles und für das Austreten der festen, flüssigen und gasförmigen Metallchloride. Ferner sind Mittel vorgesehen zum Einleiten von Chlor in das Innere der im Behälter befindlichen geschmolzenen Metallmasse.
Dieser Behälter steht in Verbindung mit Kühlapparaten, in welchen die flüchtigen Metallchloride durch funkionnierte Abküh lung von einander getrennt und .aufgefangen werden.
In beiliegender Zeichnung ist eine bei spielsweise Ausführungsform der Vorrich tung veranschaulicht.
'Fig. 1 ist eine schematische Gesamtan sicht derselben; Fig. 2 stellt einen Teil derselben in ver grössertem Massstabe und im Vertikalschnitt dar; Fig. 3 ist ein Grundriss der Fig: 2; Fig. 4 zeigt im Vertikalschnitte eine zweite Ausführungsform des in Fig. 2 dar gestellten Teils der Vorrichtung.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung besitzt einen geschlossenen Schmelzkessel A, der durch ein Winkelrohr B-C mit einem Kühlapparat D verbunden ist. Dieser Ap parat steht durch ein Rohr E mit einem Kühlturme F und dieser mit einem zweiten Turm G in Verbindung, der schliesslich in eine Kühlschlange H endigt.
Der Schmelzkessel A ist in Fig. 2 und 3 in vergrössertem Massstabe dargestellt. Er besteht aus einem der Einwirkung von Chlor, Chloriden und geschmolzenen Metal len widerstandsfähigen Material, wie zum Beispiel Eisen, und ist mit einem bis fast auf den Boden reichenden. :Rohr a zum Einführen des zu behandelnden Gutes ver sehen. In der 'Seitenwand :des Kessels sind Rohrstutzen b angebracht, in denen dünne Röhren q stecken, die in das Innere des Kessels reichen und zum Einführen von Chlor bestimmt sind; die Röhren q sind da her aus einem dem Chlor und der Hitze widerstehenden Stoffe zum Beispiel Quarz hergestellt.
Im obern Teile des Kessels ist ein ringförmiger Raum c von trapezförmi- gem Querschnitte vorgesehen, dessen innere Seitenwand mit Löchern d versehen ist. Ein Ausflussrohr e ist in der Seitenwand des obern Teils des Kessels angebracht und reicht in den ringförmigen Raum e. Auf dem Kessel ist ein Deckel f angebracht, der mit einem Thermopyrometer g und einem Manometer h versehen ist.
Ferner ist im Innern des Deckels eine .Stossplatte i an Trä gern k angebracht. Diese Stossplatte be findet sich gegenüber der vom ringförmigen Raume c umgebenen Öffnung einerseits und der Öffnung 1 ,des Deckels anderseits. Diese Öffnung l ist mit dem zu den Kühlappara ten leitenden Rohr B verbunden. Der untere Teil des Kessels A ist von einem Kühl mantel m umgeben, der mit einem Eintritts stutzen n und Austrittsstutzen o für das Kühlmittel zum Beispiel Wasser, kalte Luft usw. versehen ist, Unter dem Kessel ist ein Gasbrenner p angeordnet.
Der Kessel ist in ein Mauerwerk r eingebaut.
Um mittelst dieser Vorrichtung Metalle, wie zum Beispiel Blei, Zinn, Kupfer, Alu minium, Antimon usw, aus ihren Legie rungen von einander zu trennen, bringt man die Legierung durch das Rohr a in den Kes sel a und erhitzt sie mittelst des Grasbrenners p bis zur völligen Schmelzung. In die ge schmolzene Masse wird nun durch die Röh ren q Chlor eingeführt, das sich sofort mit den geschmolzenen Metallen unter Bildung von Chloriden verbindet.
Diese Metallchlo ride steigen infolge ihres .geringen spezifi schen Gewichtes an .die Oberfläche des Me tallbades s, wo sich bei einer unter<B>900'</B> C liegenden Temperatur die flüssigen und festen Chloride zum Beispiel Bleichlorid und Kupferchlorid ansammeln, während die gasförmigen Chloride durch das Rohr B in die Kühlvorrichtungen<I>D, F, G</I> und H ab ziehen. Während ihres Emporsteigens durch das Metallbad reissen die Chloride Metall teilchen mit sich, die sich in dem ringför migen Raum c wieder setzen und durch die Löcher d in das Metallbad zurückfliessen. Hat die Schicht der Chloride die Höhe t er reicht, so fliessen sie selbständig durch das Rohr e ab.
Die Stossplatte i verhütet, dass die gasförmigen Chloride flüssige und feste Chloride oder sonstige Verunreinigungen mitreissen, wenn sie dem Rohr B zu strömen. In den Kühlapparaten D, F und G, welche Körper enthalten können, um etwa mitgerissenes Chlor zu binden, werden aus den Dämpfen je nach ihrem Siedepunkte die Chloride von Eisen, Aluminium, Antimon usw. abgeschieden, bis zuletzt in der Kühl schlange H das am längsten gasförmig ge bliebene Chlorid zum Beispiel Zinnchlorid sich abscheidet. Da die Reaktion zwischen dem Chlor und den geschmolzenen Metallen eine sehr heftige ist und grosse Wärme ent wickelt, braucht nach Beginn der Reaktion dem Metallbade keine Wärme mehr zuge führt werden.
Es kann im Gegenteil sogar nötig werden, die Hitzeentwicklung zu mässigen, was durch in Betriebsetzen des Kühlmantels m bewerkstelligt werden kann. Die Chlorierung kann je nach Bedarf bei dei Schmelzpunkttemperatur der Legierung oder auch bei einer höheren Temperatur statt finden. Um einen kontinuierlichen Betrieb aufrecht zu erhalten, wird dem Metallbade .durch das Rohr a stets frisches Material zu geführt. Die flüssigen und festen Chloride fliessen fortwährend durch e ab, sobald ihre Schicht die Höhe t erreicht.
Je nachdem man das Ausflussrohr e, das ein sogenannter .Schwanenhals sein kann, einstellt, kann man die Höhe der Schicht der Chloride regeln. Durch die in dem Metallbade emporsteigen den Chloride werden auch allfällige Ver unreinigungen mitgerissen, so dass die Stelle des .Metalles, wo das Chlor zutritt, stets rein bleibt, und nichts die Wirkung des Chlors verhindert. Die Zuführungsröhren q für das Chlor können fest oder beweglich ange bracht sein.
Der Schmelzkessel kann auch eine andere als in Fig. 1 gezeigte Gestalt besitzen. So ist zum Beispiel in Fig. 4 eine weitere Aus führungsform des Kessels dargestellt.
In -dieser Ausführungsform ist der Reak tionsraum durch einen Zyyliudermantel u ab begrenzt. Das Chlor wird durch die Röhren <I>v</I> in das Metallbad eingeführt.<I>w</I> ist der Heizraum, in dem zwei Gasbrenner<I>x</I> und<I>y</I> angeordnet sind.
Je nach Bedarf können bei der Vorrich tung nach Fig. 1 die Türme F und G weg fallen oder es können andere Kondensations- oder Sublimierungsapparate vorgesehen wer den.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Trennung von mitein ander legierten Metallen durch Chlorieren, dadurch gekennzeichnet, dass man die Legie rungen schmilzt und in die geschmolzene Masse Chlor einleitet, wobei die einzelnen Metalle der Legierung in ihre Chloride übergeführt werden, welche infolge ihrer im Vergleich zum Metallbad geringeren Dichte an die Oberfläche des Bades steigen, worauf eine Trennung derselben von einander aus geführt wird. ' QNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da- ,dureh gekennzeichnet,<B>dass</B> die flüssigen und festen Metallchloride sich auf der Oberfläche des Metällbaides ansammeln und -durch Dekantieren von -diesem ge trennt werden: 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1_, dadurch gekennzeich net, :däss die flüssigen und festen Metall chloride vor dem Dekantieren von etwa mitgerissenen Metallteilchen befreit wer den: 3.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die gasför migen Meta-klchloride aus dem Schmelz raum herausgeleitet werden und durch fraktionnierte Kondensation ' vonein ander getrennt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 3, -dadurch gekennzeich net, dass die gasförmigen Metallchloride von etwa mitgerissenen festen und flüs sigen Verunreinigungen und von Chlor befreit werden, ibevox sie voneinander getrennt werden. 5.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass während des Einleitens des Chlors die Temperatur .des geschmolzenen Metallesdauernd auf der Schmehpunkttemperatur gehalten wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass während des Einleitens des Chlors die Temperatur des geschmolzenen Metalles über der Schmelzpunkttemperatur gehalten wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, @dass die Chlorie- rüng des geschmolzenen Metalles un unterbrochen stattfindet. 8.\ Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Chlor bei gewöhnlichem Atmosphärendruck in :das geschmolzene Metall - eingeleitet wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das Chlor unter einem Überdruck in das .geschmol zene Metall eingeleitet wird.PATENTANSPRUCH _I: Vorrichtung zur Ausübung des Verfah rens .nach Patentanspruch I, gekennzeichnet, durch einen Behälter- zur Aufnahme des Schmelzgutes, der mit Mitteln zur Einfüh rung von Chlor in das geschmolzene Metall versehen ist und Öffnungen besitzt für das Einbringen des Metalles und für den Aus tritt .der festen, flüssigen und gasförmigen Metallchloride, wobei dieser Behälter mit Kühlapparaten in Verbindung steht, die zur Abkühlung und- Trennung der flüchtigen Metallehlorlde dienen. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 10.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass im Schmelz behälter Einrichtungen vorgesehen sind, um die flüssigen und festen Metall ehloride von etwa mitgerissenen Metall teilchen und die gasförmigen Metall- Chloride von mitgerissenen festen oder flüssigen Fremdkörpern zu befreien. 11.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 10, dadurch gekenn zeichnet, dass im Schmelzbehälter über der vom geschmolzenen Metalle erreich baren Höhe zur Aufnahme der flüssigen und festen Metallchloride ein ring förmiger Raum vorgesehen ist, dessen innere Seitenwand Löcher aufweist, durch welche das von .den Chloriden mit gerissene Metall nach Absetzen wieder in .das im Behälter befindliche Metall bad zurückfliessen kann. 12.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 10, dadurch gekenn zeichnet, dass im Schmelzbehälter vor der Austrittsöffnung für die @asför- migen Metallchloride eine Stossplatte an geordnet ist, zum Zwecke diese Chloride zu zwingen etwa mitgerissene Fremd körper abzuscheiden.<B>13,</B> Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ein bringen des Metalles in den Schmr;lz- behälter ein seitlich in diesen eintreten des und bis fast auf dessen Boden rei chendes Einfül.lrohr vorgesehen ist. 14. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass zum Ein führen von Chlor in den Schmelzbe-. hälter in dessen Seitenwände Quarz röhren angeordnet sind, .die in das Innere des Behälters reichen. 15.Vorrichtung nach- Patentanspruch Il, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzbehälter mit einem Kühlmantel versehen ist. ' 16. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelzbehälter zum Austritt der flüs sigen und festen Metallchloride ein schwanenhalsförmig gebogenes Rohr besitzt. 17. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühl apparate Körper enthalten, die von den flüchtigen Metallchloriden etwa mit gerissenes Chlor binden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH134679T | 1928-01-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH134679A true CH134679A (de) | 1929-08-15 |
Family
ID=4392699
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH134679D CH134679A (de) | 1928-01-18 | 1928-01-18 | Verfahren und Vorrichtung zum Trennen von miteinander legierten Metallen durch Chlorieren. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH134679A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1076722B (de) * | 1954-07-14 | 1960-03-03 | Rheinstahl Eisenwerke Gelsenki | Verfahren zur Erhoehung der Duktilitaet von Gusseisenlegierungen |
| CN113355515A (zh) * | 2021-05-26 | 2021-09-07 | 昆明理工大学 | 一种氯化分离锡银合金的方法 |
-
1928
- 1928-01-18 CH CH134679D patent/CH134679A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1076722B (de) * | 1954-07-14 | 1960-03-03 | Rheinstahl Eisenwerke Gelsenki | Verfahren zur Erhoehung der Duktilitaet von Gusseisenlegierungen |
| CN113355515A (zh) * | 2021-05-26 | 2021-09-07 | 昆明理工大学 | 一种氯化分离锡银合金的方法 |
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