Kettensehermasehine mit dureh Umfangsreibung angetriebenem Kettenbaum. Bei den bisher bekannten Kettenscher maschinen, wie sie in den Fig. Ja und 1b schematisch angedeutet sind und .die auch Zettelmaschinen genannt werden, wird der für die Erzielung möglichst fester Garn- wicklung;
auf .den Zettelbäumen a erforder liche Anpressungsdruck in der Hauptsache durch das Eigengewicht des in um d schwin- "enden Tragarmen c gelagerten Zettelbaumes bewerkstelligt. Will man aber besonders feste Bäume herstellen, so erzielte man solches bis her durch zusätzliche Gewichte i, wie in Fi\r. la angedeutet.
¯Diese Gewichtsbelastung hat den Nach teil, dass beim Herausnehmen des vollen Ket tenbaumes das Zusatzgewicht vorher abge nommen werden muss und ferner, dass man bei. den im praktischen Betrieb manchmal unrund laufenden Kettenbäumen einen entsprechend unruhigen Lauf der Maschine erhält, der seinerseits wieder unrunde Garnkörper mit den für die Weiterverarbeitung bekannten Nachteilen zur Folge hat. Die Vermeidung des letzteren Übelstandes wird zwar durch besondere Anordnung von Anpressungs- gestängen angestrebt, jedoch sind diese in ihrer Einrichtung sehr verwickelt.
Durch die Erfindung wird angestrebt, das Hüpfen des Zettelbaumes zu vermeiden, als auch den jeweils nötigen zusätzlichen An pressungsdruck für 'den Kettenbaum durch einfache Mittel sicher zu erreichen. Es wird dies durch eine Reibungs- bezw. Klemmein richtung bewirkt, welche es ermöglicht, den zusätzlichen Anpressungsdruck so weit zu regeln, wie dies für die jeweils notwendige, mehr oder weniger grosse Härte der Wicklung erwünscht ist, und welche das leichte und handliche Herausnehmen des vollen Ketten baumes aus seiner Lagerung und das. Ein legen neuer Kettenbäume ermöglicht.
Die Zeichnung zeigt in den Fig. 1 bis 7 mehrere Ausführungsformen der Erfindung in schematischer Darstellung.
Gemäss Fig. 1 ist auf der Achse d jeder der gettbaumtraghebel ein Segmentstück k lose gelagert und mittelst am Maschinen gestell festen Bolzen l gegen Drehung ge sichert. Diese Segmente k sind mit seit lichen Gleitflächen f versehen, welche bei den dargestellten Ausführungsbeispielen von einem Schlitz in, durchbrochen sind. Dieser mit den seitlichen Gleitflächen f ver sehene Teil der Segmente<B>IG</B> wird von je zwei Platten n umfasst; die eine Platte liegt aussen., die andere von innen gegen .die Gleitflächen an.
Zwischen den Platten und den eigentlichen Gleitflächen des Segmentes 1c sind Bremsstücke aus Leder oder sonstigem Stoff zwischengeschaltet, die die nötige Gleitreibung verursachen sollen. Die innern Gleitplatten n sind mit den Ket- tenbaumtraghebeln c fest verbunden und werden zusammen mit der äussern Gleit- platte na durch einen Klemmbolzen o und einen Klemmhebel p so auf den Gleitflächen des Segmentes k festgeklemmt, dass dadurch beim Anwachsen des Kettenbaumes a auf den Hebel c der nötige Widerstand gegen Ausschwenken ausgeübt wird.
Damit die Klemmung etwas nachgiebig ist, wird zwischen .der LTnterlagscheibe des Klemm hebels<I>p</I> und den Klemmplatten<I>n</I> eine Feder q, wie in den Fig. 3, 5 und G gezeigt ist, eingeschaltet, wobei man den Anpres- sungsdruck der Feder durch Zusammen pressung oder Ausdehnung bezw. Verlänge rung oder Verkürzung des Federbolzens o entsprechend regeln kann.
Fig. 3 zeigt den Klemmbcbel p in der Arbeitsstellung, Fig. 4 nach unten geklappt, in der entlasteten Stel hing, & ist .die den Kettenbaum antreibende Trommel.
In Fig. 2 sind die am Maschinengestell festen Segmente k gleichzeitig Träger der Kettenbaumlager e. An jedem Lager ist hier eine der Gleitplatten na fest angeordnet. Diese tragen an der Innenfläche ebenfalls die Lederscheibe, während an der Innen. sehe des Bogenstückes k die anspannbare lose Gleit- bezw. Bremsplatte angeordnet ist und ebenfalls mit einer Lederbremsscheibe auf der Gleitfläche f des Bogenstückes k, gleiten kann. Auch hier ist der Klemm- bolzen o und der Klemmhebel p zu erkennen.
Die Wirkungsweise dieser Einrichtung ist ohne weiteres erkennbar und die gleiche wie bei Fig. 1.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 bis 7, bei welchem die Kettenbaum traghebel c unterhalb .der Maschine auf der Welle h, schwingbar angeordnet sind, ist auf .der Schwingachse h neben jedem Traghebel ein Bogenstück k lose angeordnet. Diese Bogenstücke, die bei u mit Zahnsegmenten gekuppelt sind, werden während des Arbei tens der Maschine ebenfalls durch die als dann feststehenden Zahnräder r', r= und Zahnsegmente s in ihrer Arbeitsstellung un verrückbar festgehalten.
Auch hier trägt jedes Bogenstück k wie bei .den andern Aus führungsarten beiderseitige Gleitflächen und den .Schlitz m,, sowie die Klemmplatten <I>n</I> mit Klemmschraube o und Klemmhebel<I>p.</I> Die Wirkungsweise ist auch hier ohne wei teres erkennbar. Däe Reibungsbremsen bieten noch eine wfeitere Möglichkeit. Fas ist bekannt, dass beim Scheren mit gleichbleibender F.aden- geschwindigkeit die Fadenspannung in dem Masse zunimmt, in dem der Durchmesser der Spulen abnimmt.
Ausserdem kann es er wünscht sein, dass man bei Beginn des Be- wickelns des neuen Scherbaumes einen grösseren Anpressungsdruck auf den Ketten baum a ausüben muss, damit er von vorn herein mit voller Geschwindigkeit anläuft und kein Rutschen des Kettenbaumes auf der Antriebstrommel b stattfinden kann.
I"ührt man nun den Gleitflä,chenteil f der Bogenstücke k in seiner Stärke, wie in Fi(r, 5 dargestellt, gleichmässig .dick aus, so wird der zusätzliche Anpressungsdruck, welcher durch die neue Vorrichtung hervorgerufen wird, während des ganzen Schervorganges vom kleinsten bis zum grössten Durchmess-r eingleichmässiger bleiben, was zum Beispiel beim Scheren von feststehenden, achsial ab gezogenen Kreuzspulen in den meisten Fäl len genügt.
Will man dagegen von sich drehenden Kreuzspulen scheren, oder ist man gezwungen, zu Beginn des Scherens, wie oben bemerkt, einen stärkeren Anpressungs- druck zu erzeugen, so kann man den Gleit flächenteil f der Bogenstücke k, wie in Fig. 6 dargestellt, in seinem Durchmesser keilförmig gestalten, so da.ss man zu Beginn des Scherens den höchsten Anpressungsdruck fat, der dann je nach der form der kei@f'@ir- inigep Gleitflächenteile in einem dem Ar beitsvorgang dienlichen Masse allmählich ab nehmen kann.
Man erzielt also hiedurch eine <I>selbsttätige</I> Regelung <I>des</I> Anpressungs- d-,i-ii.ei'ces.
Bei Schermaschinen nach Fig. 3, 4 und 7 kann nun das Bogenstück k gleichzeitig auch mit einer Einrichtung versehen werden, welche ein an und für sich bekanntes hand liches Herausnehmen bezw. Niederlassen des vollen Kettenbaumes aus seinen Tragarmen c und ein Wiedereinlegen des neuen noch zu bewickelnden Kettenbaumes gestattet. Zu diesem Zweck ist .auf der Achse h, auf wel cher die Bogenstücke k gelagert sind, neben jedem Bogenstück gleichzeitig ein Zahnseg- menthebel s schwingbar gelagert.
Diese Zahnsegmente tragen eine Achse u, auf wel cher die Bogenstücke k mit den Hebeln c ent sprechend der jeweiligen Breite der Ketten bäume auf der Welle h, achsial verschiebbar sind. Während des Arbeitens der Scher maschine werden die Zahnsegmente s, wie bereits erwähnt, durch die Zahnräder r1 und r2 in ihrer Arbeitsstellung festgehalten.
Will man dagegen nach vollbewickeltem Scher- ba.um den letzteren aus den hagern der Trag arme c herausnehmen, so schwingt man die Segmenthebel s vermittelst der Handkurbel v (Fig. 3) oder eines entsprechenden Hand rades nach oben, und zwar in die Stellung der Fig. 7.
Bei dieser iSchwingbewegung der Segmenthebel s werden auch die Bogenstiicke 1 , mit nach vorn bewegt und damit auch die durch die Klemmeinrichtung<I>n, o, p</I> mit ihnen verbundenen Tragarme c mit ihrem Kettenbaum a. Damit hierbei ein Gleiten der Tragarme c mit ihrem Kettenbaum an den Bodenstücken 7c entlang nicht @tatt:findcn kann, sind nach Fig. 4 und 7 Sperrklinken w vorgesehen, welche in ent sprechende Sperrzähne des Bogenstückes k eingreifen.
Diese Sperrklinkeneinrichtung hat gleichzeitig den Zweck, bei unrund lau fenden Kettenbäumen auch dann noch ein Hüpfen der Kettenbäume a zu vermeiden, falls man zum Zweck der Wicklungen -wei cher Kettenbäume, zum Beispiel für Fär- bereizwecke, während des Scherens die Klemmwirkung der neuen Einrichtung mehr oder weniger aufheben will.