CH136317A - Verfahren zum Vorbereiten von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung. - Google Patents
Verfahren zum Vorbereiten von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung.Info
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Description
Verfahren zum vorbereiten von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung. Bei der Verarbeitung eines Moores zu Brenntorf sind es .bekanntlich zwei Eigen schaften, welche störend bei .der Herstellung und verteuernd auf deren Kosten wirken: Der durchschnittlich .hohe Wassergehalt. und die in den allermeisten Mooren mehr oder weniger stark auftretenden Holz- und Wur zeleinschüsse.
Soll deshalb ein Moor ausgebeutet wer den, so muss eine teilweise Entwässerung durch Orälben in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren vorausgehen. Das Vorhanden sein von. Holz und Wurzeln, wirkt bei der Förderung und, maschinellen Verarbeitung der Moormasse hindernd bis betriebsunter brechend und unterbindet auf jeden Fall einen ununterbrochenen Grossbetrieb.
Eine weitgehende Entwässerung auf die bisherige Art bringt nun den Vorteil, dass Holzeinschüsse, welche unter Wasser der Zersetzung beharrlich widerstanden, schnel ler vermodern können, vorausgesetzt, dass die für die bakterielle Zersetzung notwendi gen Bedingungen (Luft. Wärme, Feuchtig- keit und Säurefreiheit) vorhanden sind. Geht die Entwässerung jedoch zu weit, so bringt sie den Nachteil, dass die obern Schichten des Moores und die Seitenwände der Gräben derart austrocknen, ,dass .die Torfmasse in Pulver zerfällt.
Hierdurch wird eine Er schwerung in der Förderung hervorgerufen, sowie Schwierigkeiten- bei .der maschinellen Verarbeitung, da die ausgetrocknete Masse kein Wasser mehr annimmt und dadurch eine qualitative Verschlechterung des Pro duktes durch Einbusse an Dichtigkeit und Feste entsteht. Schliesslich werden in den trockenen. Schichten liegende Hölzer nicht zersetzt.
Die bisherige Methode der Entwässerung hat ausserdem noch den Nachteil, dass sie in .der Hauptsache nur das Oberflächenwasser und den Regen ableitet, und' das mit der Tiefe an Säure zunehmende Grundwasser im Moore belässt. Durch Säure wird jedoch be kanntlich jede bakterielle Tätigkeit im Moore unterbunden und damit eine Zer setzung.
Der Zweck :der vorliegenden Erfindung ist: nun der, das säurehaltige Grundwasser nach und nach zu entfernen und teilweise durch säurefreies stickstoffhaltiges Oberflächen wasser zu ersetzen, sowie durch Auflage einer Breitorfschicht auf die Moorober fläche diese vor zu weitgehender Austrock nung zu schützen. Zweekmässigerweise kann .durch Zuführung geeigneter Mikroorganis- m6n in das Moor eine Zersetzung der ein gelagerten Holzeinschüsse begünstigt wer den.
Ferner ist es vorteilhaft, die Breitorf masse und gleichzeitig mit ihr einen Teil der Mooroberfläche zu zerschneiden, zum Beispiel in Vierecke. Dadurch entstehen beim Trocknen und .Schwinden der Masse kleine Gräben au,der Oberfläche des Moores. Diese gestatten eine Verdunstung des Moor wassers nur bis zu einem gewissen Grade und erlauben dem auffallenden Regen und Schnee in das Moor einzudringen. Wird nun das säurehaltige Grundwasser nach und nach entfernt und durch säurefreies Ober flächenwasser zum Teil ersetzt, sowie ge eignete Mikroorganismen in die Moormasse gebracht. so entsteht eine Bakterienentwick lung im Moor, woraus eine Zersetzung der Holzeinschüsse resultiert.
Die Mikroorganis men können zum Beispiel den Heu-, Emd und Getreidestöcken oder dem Pferde-, Schaf-, Ziegen- oder Rinderdung entnommen werden, oder es kann Abwasser Verwendung finden.
Durch den Entzug,des Grundwassers bil den sich in der filzigen-und faserigen Moor masse Zwischenräume, in welche die Mikro- organismen durch den Regen gelangen, sich dort .ausbreiten und ihre Tätigkeit fort schreitend nach unten ausdehnen. Diese wird dadurch unterstützt. dass gleichzeitig mit Regen und Zerklüftung auch Wärme und Luft in das kalte Moor eindringt, wodurch die Entwicklung des bakteriellen Lebens ge fördert wird.
Da die Zersetzung der Holzteile unter Bildung von Kohlensäure vor sich geht, wird eine weitere Wärmemenge erzeugt und gleichzeitig das Moor relativ reicher an Koh len- und ärmer an Sauerstoff.
Nachstehend wird anhand der Zeich nung ein Beispiel .des erfindungsgemässen Verfahrens erläutert. Fig. 1 zeigt einen Ver tikalschnitt einer Moorschicht während der Bearbeitung, Fig. 3 einen .gleichen Schnitt nach derselben.
Nach der Entfernung der Bunkererde werden auf die zur Bearbeitung vorgesehene Fläche in, Abständen von 30 zu 30 m Rohre a von 1 m Z und der Moortiefe entsprechen den Länge. aufgesetzt, die infolge ihrer eigenen Schwere in,die Moormasse einsinken.
Dann wird der, in den Röhren befindliche Torfbrei herausgehoben. und in 'der Mitte des gebildeten Raumes die Saugrohre b zum Ab pumpen eingesetzt, und zwar so, d.ass sie mit ihren Schutzkörben c auf -dem Moorgrund aufstehen. Über diese Saugrohre stülpt man, in der untern Hälfte, geschlitzte oder ge lochte .Schutzrohre d, .die so weit sind, dass man die Saugrohre b bei eventuellen Ver stopfungen durch sie hinaufziehen kann.
Der freie R-a.um zwischen den Rohren a und d wird nun bis zur Hälfte mit ganz trocke nen Torfstücken, Kaks oder dergleichen aus gefüllt und der Raum bis zur Moorober fläche mit einem Teil der ausgehobenen Torfmasse. Alsdann werden die Rohre a ent- ferrat.
Jetzt wird auf .die Mooroberfläche eine Breitorflage e von zirka 2'50 mm Höhe auf getragen, nach einigen Tagen ,glatt getreten und dann mit runden Scheibenmessern von 1 m<B>Z</B> in Vierecke zerschnitten. Die'Grösse der Messer bringt es mit sich, :dass nicht nur die Torfbreila.ge, sondern auch die -darunter liegende 3looroberfläche f zerlegt wird.
Mit der fortschreitenden Trocknung und Schrumpfung der Breitorflage ziehen sich die einzelnen :Stücke --derselben zusammen und nehmen dabei den unter ihnen liegenden Moorgrund f mit, wodurch sieh die Gräben g bilden.
Sind die Torfstücke e begehbar gewor- ,den, so werden mehrere Saugrohre b mit einer Pumpe verbunden, das säurehaltige Grundwasser herausgepumpt und aus :dem Bereich des Moores abgeleitet. Ist der Grundwasserstand bis zu einer gewünschten Tiefe gesunken, so wird Regenwasser mit Mikroorganismen angereichert und; dem Moore durch -die Gräben g zugeführt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Vorbereiten von Torf mooren für die Brenntorfgewinnung, .dadurch gekennzeichnet, :dass das säurehaltige Grund wasser nach und nach entfernt und zum Teil -durch säurefreies, stickstoffhaltiges Ober flächenwasser ersetzt und zur Verhütung von zu weitgehender Austrocknung die Ober schicht durch Auflage von Breitorf geschützt wird. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass .die Breitorf aufla.ge und die Mooroberfläche durch Zerschneiden von oben her in Vierecke zerlegt wird, zwischen denen sich beim Trocknen und !Schrumpfen der Breitorf stücke Gräben für Luft- und Wasserzir kulation bilden. ?. Verfahren nach dem Patentanspruch, da ,durch gekennzeichnet, da.ss dem Moor nach teilweiser Entwässerung geeignete Mikro organismen zur Zersetzung der holzigen und faserigen Bestandteile zugeführt wer den.B. Verfahren. nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass dem Moor Mikroorganismen zugeführt werden, die Heu-, Emd- oder Getreidestöcken entnom men sind. 4. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass- dem Moor Mikroorganismen, zugeführt werden, die Pferde-, Schaf-, Ziegen- oder Rinderdung entnommen sind. 5.Verfahren nach :dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass dem Moor Mikroorganismen zugeführt werden, die Abwässern entnommen sind. 6. Verfahren nach dem Patentanspruch, da. durch gekennzeichnet, dass die Entfernung der untern .Schichten des Moorwassers un ter Erstellung brunnenartiger Schächte erfolgt, .die mit Torfsoden, Koksstücken oder dergleichen Material ausgefüllt wer den,, und in -denen sich Wasser ansammeln kann. i.Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Entnahme ,des Grundwassers .des Moores unter Er stellung brunnenartiger Schächte erfolgt, die aus geschlitzten, gelochten oder porö sen Rohren gebildet werden, aus denen nach deren Einsetzen bis auf .den lbfoo boTun4 der Torf entfernt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH136317D CH136317A (de) | 1928-09-11 | 1928-09-11 | Verfahren zum Vorbereiten von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung. |
Country Status (1)
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1928
- 1928-09-11 CH CH136317D patent/CH136317A/de unknown
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