Steuerungseinrichtung, insbesondere für elektrisch betriebene Gleisfahrzeuge. Es ist bereits bekannt, dass bei elektri schen Schützensteuerungen Schützen mit und solche ohne Funkenlöschung verwendet wer den. Bei Verwendung letzterer Art ist die Hauptsorge in schalttechnischer Hinsicht der Verriegelung zwischen den verschiede nen Einzelschützen zuzuwenden. Es müssen mit Sicherheit Fehlschaltungen vermieden werden, und im besonderen Vorkehrungen getroffen werden, dass im Falle des Aus bleibens des Steuerstromes oder bei ungenü gendem Druck die Schützen ohne Funken löschung nicht gefährdet sind. Diese Sicher heit hat man bis dahin dadurch erreieht, dass man bei letztgenannten Schützen spezielle Sperriegel angebracht hat. Der Stromkreis durch diese Sperriegel, welche die Schützen in der Ein- bezw.
Ausschaltstellung halten, kann nur dann geschlossen werden, wenn die für den betreffenden Schütz feindlichen Schützen sich in der Ausschaltstellung be finden. Die elektrische Verriegelung ist hier bei aber nicht ganz einfach.
Um diesen Übelstand zu vermeiden, sind erfindungsgemäss Schützen verwendet, bei welchen eine Sperrung nicht mehr nötig ist und auch leim Ausbleiben des Steuermittels der Schütz in seiner Lage verbleibt.
Die beiliegenden schematischen Darstel lungen, Fig. 1-4, stellen ein Ausführungs beispiel der erfindungsgemässen Steuerung eines Wechselstromfahrzeuges dar.
In Fig. 1 bedeutet T den Transformator; H1-H5 die Hüpfer (Schützen) ohne und H, H11 die Hüpfer mit Funkenlöschung, Dl und D2 die Drosselspulen und M den Triebmotor.
Fig. 2 veranschaulicht in üblicher Dar stellung die Schaltstellung der einzelnen Hüpfer auf den verschiedenen Stufen.
Fig. 3 ist das Steuerstromschema, auf Grund dessen die Schaltstellungen gemäss Fig. 2 erzielt werden.
K bedeutet den Kontroller, H1-H11 die Betätigungsspulen zu den Hüpfern H1-H11; Hg1-Hg5 sind die Betätigungsspulen für die Rückstellung der Hüpfer H1-H5 in die ,,Aus"-Stellung; V bedeuten die Verriege- lungskontakte zu den Hüpfern, Vin--Vid sind zum Beispiel die Verriegeluugskontakte, die vom Hüpfer H1 betätigt werden, VRa und VRb Verriegelungskontakte, die vom Relais Rl überwacht werden.
Die Fig. 4 zeigt einen Hüpfer in aus geschaltetem Zustande. Die Hauptkontakte, wobei a den beweglichen und b die festen Kontakte bedeuten, sind getrennt. Der Hebel h ist im Punkt <I>d</I> drehbar gelagert und wird vom Kolben c gesteuert. H und Hg sind die Betätigungsspulen für die Ventile V und Vg. Die Verriegelungskontakte sind der Ein fachheit halber in Fig. 4 nicht dargestellt. Durch die Feder f wird der Hebel h in der Ein- bezw. Ausschaltstellung gehalten.
Im folgenden ist angenommen, die Steue rung dieser Schützen geschehe elektropneu- matisch; sie könnte statt dessen natürlich auch für elektromagnetischen Betrieb ein gerichtet sein.
Das Relais Bl hat den Zweck, beim plötzlichen Ausbleiben des Steuerstromes die eigene Rückleitung, sowie die (+) Lei tung für die Hüpfer H6-H11 zu unterbre- cben. Dadurch wird zwangsweise erreicht, dass beim Wiedererhalten von Steuerstrom mit der Kurbel in Stellung 00 gefahren wer den muss.
In Stufe 00 erhalten alle Ventilspulen Vg Spannung und bringen die eingeschalte ten Hüpfer der Serie H1-H5 in die ,,Aus"- Stellung, wodurch die Rückleitung zu Rl wieder hergestellt wird. Für das Aufschalten vollzieht sich der Schaltvorgang folgender massen: Es ist vorausgesetzt, dass adle Hüpfer in Stellung ,,Aus" sind, wobei sich dann die Verriegelungskontakte in der nach Fig. 3 gezeichneten Lage befinden.
Sobald der Wendeschalter-Betätigungs schalter in. die gewünschte Stellung gebracht ist, erhält die (+) Leitung Spannung. Der Stromverlauf durch das Relais Rl ist ge schlossen vom (+), Rl, Leitung 17, Via, Leitung 18, V2a, Leitung 19, V3a, Leitung 20, V4a, Leitung 21, VS, zum (-). Durch das Einschalten von Rd schliesst sich der Verriegelungskontakt VRa, so dass die Rück- Leitung von Rl auch über den eigenen Ver riegelungskontakt geschlossen ist.
Mit der Fahrkurbel kann entweder direkt auf eine höhere Stufe oder in Stufe 1 ge fahren werden. Nehmen wir zunächst letz teres an, wobei dann der Stromverlauf im Steuerstromteil folgender ist: Wird die Fahrkurbel in Stufe 1 vorge rückt, so erhalten die Leitungen 1, 2a, 3a, 4a und 5a Spannung. Zunächst kann also nur Hüpfer H1 einschalten, wobei der Strom verlauf folgender ist: Leitung 1, H1, Leitung 19, V3a, Leitung 20, V4a, Lei tung 21, V5a, zum (-). Die Ventilspulen Hg2-Hg5 sind unter Spannung. Da sieh aber die entsprechenden Hüpfer H2-H5 be reits in der ,,Aus"-Stellung befinden, erfolgt leine weitere Veränderung in der Stellung dieser Hüpfer. Durch das Einschalten von H1 hat sich der Verriegelungskontakt V1 e in den Leitungen 12 und 22 geschlossen.
Wie weiter oben erwähnt wurde, ist das Relais Rl bereits schon in Stufe 00 einge schaltet, wodurch sich VRb in den Leitun gen (+) und 22 geschlossen hat. Hüpfer H6 und H7 schalten ein. Der Stromverlauf ist folgender: (+), VRb, Leitung 22, V1e, Leitung 12, über den Kontroller an Leitung f, Ho, Leitung 23, V8a, Leitung 24, V9a, Leitung 25, V1ob, zum (-) einerseits und vom Kontroller an Leitung 7: H,, Leitung 24, V9a, usw. zum (-) anderseits.
Diese zwangsweise elektrische Verriege lung zwischen II, durch Vie einerseits und H, und H, anderseits ist unbedingt nötig, wenn H, nicht der Gefahr ausgesetzt sein will, möglicherweise Strom schalten zu müs sen.
Letzteres wäre dann der Fall, wenn H,; und H, den Hauptstromkreis schliessen wür den, bevor H, eingeschaltet hat.
Wird mit der Fahrkurbel in Stufe 2 vor gerückt, so verlieren die Leitungen 6 und 2a bezw. es erhält Leitung 2 Spannung, so dass H, und H::
aus- bezw. einschalten. Sobald Ho ausgeschaltet hat, schliesst sich die (+) Leitung über VRby Leitung 22, Vio, Leitung 12, Kontroller, Leitung 8, Ha, Leitung 26, V6a, Leitung 25, V1ob zum (-), wodurch H8 eingeschaltet wird. Ein weiterer Strom kreis ist beim Schliessen von H2 durch V2d geschlossen worden, von Leitung 11, H11, Leitung 27, V2d zum (-).
In ähnlicher Weise vollzieht sieh der Schaltvorgang für Stufe 3.
Wird die Fahrkurbel in Stufe 4 gebracht, so verlieren die Leitungen 1, 8, 11 und 12 bezw. erhält Leitung 10 über V28 und Lei tung 13 Spannung. Hl0 schaltet ein, wobei der Stromverlauf folgender ist: Leitung 10, H10, Leitung 28. V6b, Leitung 29, V7a, Lei tung 30, V8b und zum (-). Trotzdem Hl die Spannung verloren hat und somit nicht mehr unter Druck ist, bleibt letzteres noch aus konstruktiven Gründen in ,,Ein"-Stel- lung. Durch dass Ausschalten von H11 schliesst sich der Stromkreis durch Hg1 wie der wie folgt: Leitung ja, Hg1, Leitung 31, V11a, Leitung 28, V6b, Leitung 29, V7a, Lei tung 30, Vab und zum (-). Hl wird jetzt durch die Betätigung des Gegendruckventils Hgl in die ,,Aus"-Stellung geschoben.
In Stufe 5 schaltet dann H3 ein. Sobald sich VB@ schliesst, kann auch HR und H11 wie der einschalten.
Wie eingangs erwähnt wurde, ist es nicht nötig, dass mit der Fahrkurbel Stufe um Stufe eingestellt werden muss. Erscheinen die Verhältnisse als zweckmässig, mehrere Stufen auf einmal zu bestreichen, so wird die Fahrkurbel in die gewünschte Lage ge bracht. Betrachten wir diesen Fall und rucken mit der Fahrkurbel von Stufe 5 di rekt bis Stufe 11 vor. Die Leitungen 2 und 3 verlieren bezw. Leitungen 4 und 5 er halten Spannung. Die (+)-Leitung über die Verriegelungskontakte V2e und V3e ist durch das Ablaufen der Segmente der Fin ger 13 und 14 am Kontroller stromlos ge worden. Dies bewirkt das Ausschalten der Hüpfer der Serie 116-1111. Durch das Aus schalten genannter Hüpfer werden die Steuerstromkreise durch die Spulen Hg2 und Hg3 geschlossen. H2 und H3 schalten in die ,, Aus"-Stellung.
In der ,,Aus"-Stellung von H2 und H3 sind die Verriegelungskontakte V2b und V3b in den Leitungen 33-35 geschlossen, und es fliesst der Strom von Leitung 4, H4, Lei tung 33, V2b, Leitung 34, V1e zum (-) einerseits und von Leitung 5, H5, Leitung 35, Vsb, Leitung 33, V2b usw. zum (-) an derseits.
Sobald H4 und H5 vollständig eingeschal tet haben, schliessen die Verriegelungskon takte V4d, V48 und V58. Dadurch können die fraglichen Hüpfer der Serie H6-H11 einschalten.
Das Abschalten vollzieht sich in genau gleicher Weise, wie für das Aufschalten im Detail beschrieben wurde; es besteht also auch hier die Möglichkeit, mit der Fahrkur bel eine oder mehrere Stufen auf einmal zu bestreichen.
Will man von irgend einer Stufe am Hauptstromkreis vollständig abschalten, so wird die Fahrkurbel in Stufe 0 gebracht. Hüpfer H6-H11 schalten aus. Infolge der raschen Kurbelbewegung ist es möglich, dass nach dem Ausfallen der Hüpfer Hs-H11 die Spulen Hg1-Hg5 nicht genügend lang Strom erhalten, um :die Hüpfer Hl 11i in die "Aus"-Stellung zu bringen. Um letzteres zu erreichen, wird nun die Fahrkurbel in die Stufe 00 ;gedrückt, wodurch sämtliche Spulen Hg Spannung erhalten. Eine nicht gezeichnete Feder wird nach dem Loslassen der Kurbel dieselbe wieder in Stufe 0 zu rückbringen.
Es könnten natürlich die Beläge von Stufe 00 der Finger 1a, 2a, 3a, 4a und 5a in iStufe 0 angebracht werden. In diesem Fall würden die Spulen Hgl Hgb in Stufe 0 die Spannung beibehalten und die noch eingeschalteten Hüpfer der Serie Hl ausschalten. Der Nachteil wäre dann der, dass die Spulen ständig unter Spannung wären, was möglicherweise nicht erwünscht ist.
Es sei noch erwähnt, dass das Relais Rl nur dazu dient, den Führer im Fahle des Ausbleibens des Steuerstromes zu zwingen, die Fahrkurbel in Stufe 0 zu bringen, das heisst, alle Hüpfer der Serie H1-H5 auszu schalten, bevor letzteres wieder eingeschal tet werden kann. Würde das Relais Bl weg gelassen, der Steuerstrom auf irgend einer Stufe ausbleiben und die Fahrkurbel nicht in Stufe 0 zurückgebracht, so könnte sich nach Wiedereintreffen des Steuerstromes die Stufe einstellen, in welcher die Fahrkurbel gelassen worden ist.
Aus den Fig. 3 und 4 geht hervor, dass jeder Schütz der Serie H1-H5 zwei Ventile benötigt, das eine zur Betätigung für das Ein- und das andere zur Betätigung für das Ausschalten des zugehörigen Schützen. Die Steuerung kann auch derart geändert wer den, dass nur das Einschaltventil benötigt wird. Für die Rückstellung der Schützen wird in letzterem Falle dann nur je ein Ven til für eine Serie der feindlichen Schützen verwendet, zum Beispiel je ein Ventil für die Schützengruppe H, H3, H5 bezw. H2 und H4. Wird die Schalung auf eine höhere Zahl von Stufen erweitert, wobei automa tisch mehr Schützen der Serie H1-H5 ein geschaltet werden müssen, so lassen sich die dabei erzielten Vorteile anhand des im fol genden beschriebenen Steuerstromschemas, Fig. 5, leicht erkennen.
Die Stromkreise durch die einzelnen Schützen bleiben genau dieselben, wie für Fig. 3 beschrieben wurde.
Die Ventilspulen Hg1-Hg5 in den Lei tungen 1a-5a sind weggefallen und durch die Verriegelungskontakte dir - V5f ersetzt. Im Sinne des Obigen übernimmt Vg1 bezw. Vg2 die Betätigung der Rückstellung der Schützen H1, H3, H5 bezw. H2, H4. Der Kon- troller K hat indessen keine Änderungen er fahren, und auch die Bedienung bleibt ge nau dieselbe Einfachheitshalber ist auch im Schema Fig. 5 der Hauptstromkreis wegge lassen worden. Die Schützen der Serie H1-H5 können auf verschiedene Art konstruiert sein, ohne dass die Erfindung dadurch beeinträchtigt wird, so zum Beispiel als Walzenschalter oder so, wie in Fig. 6 schematisch gezeigt ist.
Nach Fig. 6 verschiebt sich der Kontakt a zwischen die Kontakte b. Die einzige Be dingung bei diesen Schaltern ist, dass beim Ausbleiben des Steuerstromes oder bei sehr geringem Druck des Steuermittels letztere in ihrer ,,Ein"- bezw. ,,Aus"-Steillung blei ben.
Bei einer derartigen Einrichtung kann im gewünschten Fall auch ein Kontroller für automatisches Anfahren, sowie ein Stromgrenzrelais auf einfache Art in den Steuerstromkreis eingeschaltet werden.