Weberfahren. Bei dem Webverfahren nach der schweizerischen Patentschrift Nr. 118940 wird das eine von zwei Kettfäden- systemen in das andere unter Bildung eines Winkels eingeführt, der durch das zur Bildung eines Faches erfolgende Ineinander- führen und na,chheiige Wiederauseinan,
der- nehmen der beiden Kettfädensysteme ab wechselnd nach dem Warenrand hin ge- Schlossen und geöffnet wird und in den zur selben Zeit, wie in das darch das Heben des einen Fadensystems in das andere gebildete Fach ein Schuss eingelegt wird,
welche bei den Schüsse beim Auseinanderführen der beiden Fachsysteme nacheinander an den Warenrand gehoben werden. Die Fäden bei der Kettfädensysteme sind .darch in den Gähnen je eines Fachbildungskammes vor gesehene Löcher geführt. Die Fachbildungs- kämme bewegen sich auf und ab. Das Anschlagen des Schussmaterials erfolgt durch hin- und hergehende Kämme.
Die Eintragung des Schussmaterials in das vor- fiere und das hintere Fach kann auf die ver schiedenste Weise erfolgen. In der Patent schrift Nr. 118940 ist beschrieben, dass das hinter den Fachbildungskämmen erfolgende Eintragen des S'chussfadens in das hin tere Fach von einer feststehenden Schuss spule erfolgt, und zwar mittelst eines im of fenen Fach senkrecht zu den Kettenfäden hin- und herbewegten Fadenführers.
Der in das hintere Fach eingetragene Schussfaden verläuft hier von dem Warenrande zunächst parallel mit den Keafäden seitlich dersel ben nach der Kreuzung der Kettfäden und dann hinter derselben im Winkel zu den Kettfäden nach dem Schussführer. Diese schräge Lage des hintern Schusses zu den Kettfäden ist für die Wirkung des An schlagkammes sehr nachteilig.
Gemäss der Erfindung soll deshalb, wenn bei dem Web verfahren nach Patentschrift Nr. 118940 der Schuss in das hintere Fach durch einen Fa denführer von einer feststehenden Schuss spule ,aus eingetragen wird, einer von zwei rechts und links der Kettfädengruppen an geordneten Schwinghebeln, nachdem der Fa denführer beim Austritt aus dem Fach an ihm vorbeigeeilt ist, den Schussfaden hinter dem Fadenführer erfassen und nach vorn in den Bereich des Anschlagkammes führen.
Es ist aber nur dann möglich, den Schussfa- den mit seiner ganzen Länge aus der schrä gen Lage in die Lage senkrecht zu den Kett- fäden zu bringen, wenn der hintere Schuss faden straff gespannt ist. Mit den im vor erwähnten Patent beschriebenen Mitteln lässt sich die Straffspannung des hintern Sehuss- fadens aber nicht erreichen.
Ist der hintere Schussfaden nicht straff genug gespannt, so wird durch die Wirkung des Vorbringers nur erreicht, dass der hintere Schussfaden im Bogen zwischen den Kettfäden liegt. In diesem Falle wird es sehr häufig eintreten, dass der Anschlagkamm den im Bogen lie genden hintern Schuss nicht voll erfasst und Teile des Schusses hinter den Anschlagkamm zu liegen kommen. Dieser hinter dem An schlagkamm liegende Teil des Schusses ver hindert beim nächsten Wechsel die Bildung eines reinen Faches.
Für ein einwandfreies Arbeiten ist es erforderlich, dass der ganze Schussfaden stets vor den Anschlagkamm zu liegen kommt und möglichst straff gespannt ist. Dies kann auf einfache Weise dadurch erreicht werden, dass die Fachbildi-ingskämme Quseinandergeführt werden und den hintern Schussfaden zwischen sich durchtreten las sen, während der Fadenführer noch in Bewe gung ist.
Durch die Weiterbewegung des Schussführers wird der Schussfaden, der wie bereits gesagt vom Warenrand parallel zu den Keafäden und hinter dem Kreuzungs punkt von diesem schräg nach dem Faden führer unter Bildung eines Winkels führt, gestreckt, so dass der Schussfaden ausge spannt vom Warenrand schräg zu den Kett- fäden verlaufend zum Schussführer führt.
Um auf jeden Fall auch während der Wir liung des Vorbringers den hintern Schuss faden gespannt zu halten, und unter Span nung vor den Anschlagkamm zu bringen, kann der Fadenführer auch während der Tätigkeit des Vorbringers in Bewegung blei ben, so dass der Schussfaden gleichzeitig durch den Schussführer und den Vorbringer gespannt wird. Unter Umständen kann man den Schussführer während der Bewegungen des Vorbringers auch stillstehen lassen und eine besondere Spannvorrichtung, zum Bei spiel eine Feder,
während der Tätigkeit des Vorbringers wirken lassen.
Auf der Zeichnung ist das Verfahren an hand eines Ausführungsbeispieles des Web stuhles in den Abb. 1 bis 3 schematisch ver anschaulicht; die Abb. 4 und 5 veranschau lichen eine weitere Ausführungsform, wäh rend die Abb. 6 bis 8 eine Hilfsvorrichtung zur Ausführung des Verfahrens darstellen.
Mit 3 und 4 sind die beiden Keafäden bezeichnet, die durch Löcher in den Zinken je eines Fachbildungskammes 5, 6 geführt und so angeordnet sind, dass sie hinter den Fachbildungskämmen 5, 6 einen Winkel miteinander bilden. Die beiden Fachbil- dungskämme 5, 6 werden periodisch aufein ander zu und voneinander weg bewegt. Sind die beiden Fachbildungskämme 5, 6 ausein ander gezogen, so ist der von den Kettfäden- gruppen 3, 4 gebildete Winkel bis an den Warenrand offen (Abb. 2).
Werden die bei den Fachbildungskämme 5, 6 aufeinander zu bewegt, so kreuzen sich die Keafäden 3. 4. wobei der von den Keafäden 3, 4 ständig ge bildete Winkel seinen Scheitel in dem hinter den Fachbildungskämmen 5-, 6 liegenden Kreuzungspunkt der Kettfäden hat. In die auf diese Weise gebildeten beiden Fächer wird Schussmaterial 9 und 11 eingetragen. Der Einfachheit halber sei angenommen, dass das Eintragen des Schussmaterials 9 in das Vorfach durch einen Schützen erfolgt.
Das Eintragen des Schussmaterials 11 in da,.,' Hinterfach erfolgt durch den Fadenführer 18 von einer feststehenden Schussspule 16 aus. Der Fadenführer kann an sich beliebige Gestalt haben, im vorliegenden Falle be steht er aus einer Öse, die durch ein Seil oder eine Kette in einem geschlitzten Rohre 18a geführt ist.
Während des Eintragens des Schusses 11 durch den Fadenführer 18 verläuft der Sahussfaden von dem Waren rande ausserhalb der Kettfäden annähernd zu ihnen parallel nach dem Kreuzungs punkte hinter den Faehbildungskämmen 5, 6 und von diesem schräg zu den Kettfäden zu dem Fadenführer 18.
Beiderseits der Kett- fa,denbahn ist hinter dem Rohr 18a je eizz am Ende hakenförmig ausgebildeter Schwinghebel 19 vorgesehen, von denen je weils der eine, nachdem der Fadenführer 18 an ihm sich vorbeibewegt hat, eine Schwing bewegung ausführt, dabei hinter der Öse den S:chussfaden 11 erfasst und ihn nach dem 'Warenrand zu in den Bereich des Anschlag kammes 10 bringt.
Würden die beiden Fach bildungskämme 5, 6 sich erst nach dem Still stand des Schussführers auseinander bewe- n und dabei die Kreuzung aufheben, so ge würde der Schussfaden 11 ganz lose in dem Fach liegen und von dem Hebel 19 nicht straff nach vorn geführt werden, sondern sich nur in Bogenform legen.
Aus diesem Grunde sind die Bewegungen der Fachbil- dungskämme 5, 6 und des Schussführers 18 so eingestellt, dass sich die Fachbil- dungskä.mme auseinander bewegen. während sich der Schussführer <B>1,8</B> noch in Bewegung befindet.
Der Schussfaden kann dann also zwischen den Fachbildungskämmen 5, 6 durchtreten Bei der Weiterbewegung des Fadenführers 18 wird zunächst der bisher an dem Kreuzungspunkt gebildete Winkel (Abb. 1) aufgehoben und der Schuss 11 ge spannt, so dass er von dem Warenrande in gerader Linie, aber schräg zu den Kett- fäden nach dem Fadenführer verläuft (Abb. 2).
Um auch bei der Vorwärtsbewe gung des Vorbringers 19 den Schussfaden 11 dauernd weiter gespannt zu halten, bewegt sich der Schussführer 18, auch nachdem der Hebel 19 den Schussfaden erfasst hat, wei ter, bis der Vorbringer 1.9 seine Endstellung erreicht hat und den Faden in den Bereich des Anschlagkammes gebracht hat (A11. 3). Der Anschlagkamm 10 trifft dann auf den straff gespannten Faden, so dass ein ein wandfreies Anschlagen stattfindet.
Unter Umständen könnte, wenn eine Weiterbewe- gung des Schussführers 18 nach dem Erfas sen des Schussfadens durch den Vorbringer <B>19</B> nicht erwünscht oder möglich ist, eine besondere, während der Bewegung des Vor- bringers 19 wirkende Spannvorrichtung, zum Beispiel eine Feder, zur Wirkung ge bracht werden.
Das Auseinanderführen der Fachbildungskämme 5, 6 kann erfolgen, während sich der Fadenführer 18 noch im Fache befindet (Abb. 1 bis 3) oder auch erst, wenn er das Fach bereits durchlaufen hat (Abb. 4, 5). Je später das Auseinanderfüh- ren der Fachbildungskämme 5, 6 stattfindet, umso grösser ist der Weg, den der Schuss- führer ausser zum eigentlichen Einlegen des Schussfadens ausführen muss.
Werden die Fachbildungskämme 5, 6 aber zu zeitig aus einander geführt, so besteht die Gefahr, dass der Schussfaden 11 zu früh nach vorn springt. teilweise in die Bewegungsbahn des i:ach dem Anschlagen des vordern Schusses zuriiekschwingenden Anschlagkammes ge rät, von dem er dann durch die Kettfäden hindurch nach unten gedrückt wird und die nächstfolgende reine Fachbildung verhin dert.
Der Schussfaden 11 übt, wie ohne wei teres verständlich sein wird, solange er auf seinem Wege vom Warenrand zum Faden führer im Winkel liegt, auf die äusseren Keafäden an dem Kreuzungspunkt eine nicht unbeträchtliche Spannung aus, die An lass zum Reissen des Schussfadens 11 oder der äussern Kettfäden geben könnte. Um das zu vermeiden, sind an den Enden der Fach bildungskämme 5, 6 Schutzbleche. 20 ange ordnet.
Die einander zugekehrten Kanten der auf einer Seite gelegenen Schutzbleche des Fachbildungskammes 5 und des Fach bildungskammes 6 sind so abgeschrägt, dass sie annähernd parallel zu den von den Fach bildungskämmen nach den Kettbäumen füh renden Keafäden 3, 4 verlaufen, wenn- diese gekreuzt sind. Die Kanten dieser Schutz bleche stehen aber etwas weiter zurück nach dem Warenrande zu als die Kettfäden, so dass sich, wenn die Kettfäden 3, 4 gekreuzt sind, der Schussfaden 11 nicht mehr am Kreuzungspunkte an die Kettfäden anlegt, sondern an die blanke Kante der Schutz bleche 20.
Beim Auseinanderführen der Flachbildungskämme rückt der Kreuzungs punkt der Kanten der Schutzbleche mit dem Kreuzungspunkt der Kettfäden immer mehr nach den Fachbildungs- kämmen 5, 6 zu. Dabei gleitet der Schuss- fa.den 11 an den glatten Kanten der Schutz bleche entlang, bis sich die Schutzbleche vollkommen voneinander entfernt haben. Da der Kreuzungspunkt der Bleche später auf gehoben wird als der Kreuzungspunkt der Keafäden, so kann der Schossfaden 11 glatt und unbehindert nach vorn springen.
Er kommt dabei mit den Keafäden nicht in Be rührung. Die Schutzbleche 20 sind an den Fachbildungskämmen 5, 6 verstellbar so dass der Zeitpunkt des Einspringens des Schoss fadens je nach den Verhältnissen, insbeson dere mit Rücksicht darauf, zu welchem Zeitpunkt die Bewegung der Fachbildungs- kämme in bezog auf die Bewegung des Fa denführers 18 stattfindet, geändert werden kann. An Stelle der Schutzbleche könnten natürlich auch einfache Drähte oder entspre chend andere Vorrichtungen angeordnet wer den.