CH136895A - Verfahren zum Chlorieren von Wolle oder anderem tierischen Haar. - Google Patents

Verfahren zum Chlorieren von Wolle oder anderem tierischen Haar.

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CH136895A
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  Verfahren zum Chlorieren von Wolle oder anderem .tierischen Haar.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zum Chlorieren von tierischem Haar, insbe  sondere Wolle. Es ist schon vorgeschlagen  worden, tierisches Haar, insbesondere Wolle,  mit     Hypochloriten,    Chlorwasser oder gas  l'örmigem Chlor zu     behandeln,    um den Glanz  desselben zu erhöhen. Diese bisher     benutz-          ien    Methoden führten jedoch stets zu einer  sehr nachteiligen Wirkung auf das Haar,  zum Beispiel die Wolle, nämlich zu einer  Verringerung der mechanischen Festigkeit  und selbst zur raschen Zerstörung des behan  delten Gutes und insbesondere zu einem voll  ständigen Verlust der Walk- oder Filzfähig  keit der Haare.  



  Es hat sich gezeigt, dass nach dem Ver  fahren der Erfindung dem Gut Walk- oder  Filzfähigkeit erteilt oder die bereits vorhan  dene wesentlich gesteigert werden kann,  ohne irgend eine schädliche Wirkung auf  das Haar. Bei sorgfältiger Prüfung der Ein  wirkung von Chlor auf tierisches Haar und  Wolle hat sich ergeben, dass die nachteiligen    Wirkungen des Chlors auf Haar dadurch       -vermieden    werden können,     daB    man das Vor  handensein oder die Bildung von     Hypochlo-          riten    oder     unterchloriger    Säure vermeidet,  während die Bildung von Chlordioxyd  (C102) sogar eine vorteilhafte Wirkung zu  äussern scheint.

   Dadurch, dass man diesen  Bedingungen genügt, werden Wolle oder  anderes tierisches Haar zum Walken oder  Filzen besonders geeignet gemacht. So wer  den zum Beispiel Hasen- und Kaninchen  haar, die für     gewöhnlich    ohne besondere  Vorbereitung oder     Beizung,    die bisher mit       Quecksilbernitrat    und Salpetersäure vorge  nommen wurde, nicht gewalkt oder gefilzt  werden können, durch das vorliegende Ver  fahren vortrefflich     walkfähig    gemacht.

   An  dere Arten von tierischem Haar, zum Bei  spiel gewisse     grobe        Wollarten,        wie        Cross-          bredwolle,    die durch keines der bisher be  kannten Verfahren     walkfähig    oder filzbar  gemacht werden konnten, können, wenn sie  dem vorliegenden Verfahren unterzogen wer-      den, leicht zu     Filzhutstumpen    verarbeitet  werden.  



  Das vorliegende Verfahren ist     dadurch     gekennzeichnet, dass man das Haar mit wäs  serigen Lösungen eines     Chlorträgers    und  eines Sauerstoffträgers zusammenbringt,  welch letzterer aus dem Chlorträger Chlor  zu entbinden vermag und die beiden Träger  in Berührung mit dem Haar miteinander  zur     Reaktion    bringt.  



  Die Konzentration dieser wässerigen Lö  sungen wird, zweckmässig so niedrig gehal  ten, dass in der Kälte keine Reaktion zwi  schen ihnen     auftritt,    durch welche Chlor  entbunden wird, aber doch derart, dass diese  Reaktion durch Erwärmung der Mischung  auf 50 bis<B>100'</B> C oder     durch    die     beim     Trocknen auftretende Erhöhung der Kon  zentration der     Mischung    hervorgerufen  wird.  



  Man kann diese wässerigen Lösungen in  irgend einer geeigneten Art auf das zu be  handelnde Gut aufbringen, . entweder gleich  zeitig oder aufeinanderfolgend, sei es durch  Aufspritzen oder mittelst Bürsten oder Pin  seln oder durch-einfaches Eintauchen des zu  behandelnden Gutes in die wässerigen Lö  sungen oder Gemische der     Lösungen    und  darauf folgendes     Entfernen    .der     überschüssigen     Flüssigkeit durch Ausdrücken oder Zentri  fugieren. Oder man kann das zu behandelnde  tierische Haar, zum Beispiel Wolle, einfach  in das Gemisch der wässerigen Lösungen  eintauchen und dann das Ganze auf 5 0 bis  100   C     erwärmen.     



  Die beim vorliegenden Verfahren benutz  ten Chlorträger können organische oder an  organische Chloride mit     Einschluss    von       Chlorwasserstoff,    oder Gemische von Stof  fen, welche' solche Chloride zu liefern ver  mögen sein. Die Sauerstoffträger können  Wasserstoffsuperoxyd,     Perschwefelsäure     oder     Persulfate,    Chlorsäure oder Chlorate  oder andere sauerstoffreiche Stoffe sein, die       aus    Chloriden Chlor zu entbinden vermö  gen.  



  In manchen Fällen kann man neben den  wässerigen Lösungen von Chlorträgern und    Sauerstoffträgern auch noch zur Erleichte  rung oder Beförderung der Chlorentbindung  dienende     Ansäuerungsmittel        verwenden,    das  sind wässerige Lösungen von andern Säuren,  als den     ials    Sauerstoffträger dienenden Säuren,  oder Salze, die in wässerigen Lösungen  sauer reagieren. Solche     Ansäuerungsmittel     sind     Oxal-    oder Weinsäure und selbst Sal  petersäure, oder Salze von Eisen, Kupfer,  Nickel, Kobalt, Chrom, Mangan,     Molybdän.     oder Wolfram.  



  Wie Versuche ergaben, wird beim Er  wärmen oder     Trocknen    der wässerigen Lö  sungen in Berührung mit dem Haar das  Chlor, so wie es entbunden wird, sofort vom  Haar aufgenommen und da das Chlor, das  manchmal von Chlordioxyd begleitet sein       kann,    verhältnismässig langsam entbunden  wird, so wird jede schädliche Wirkung auf  das Haar vermieden.  



  Werden die wässerigen Lösungen auf  Wolle oder anderes tierisches Haar zum Bei  spiel am Fell oder durch Aufspritzen oder  Bestreichen oder     mittelst    Bürsten oder Pin  seln aufgetragen und nachher die überschüs  sige Flüssigkeit entfernt, so kann man die  Menge des entbundenen und     aufgenommenen     Chlors genau vorherbestimmen. Soll geschnit  tenes Haar nach dem vorliegenden Verfah  ren behandelt werden, so ist es vorzuziehen,  dasselbe in ein Gemisch der genannten wäs  serigen Lösung einzutauchen und das Ganze  auf 50 bis 100   C zu erwärmen.

   Bei dieser       Ausführungsart    des     Verfahrens    wird die  Konzentration der wässerigen Lösungen vor  teilhaft viel geringer gehalten, etwa ein  Fünftel bis ein Zwanzigstel von derjenigen,  die bei den vorher besprochenen Ausfüh  rungsformen vorteilhaft verwendet     wird.     



  Die für das Verfahren geeigneten wäs  serigen Lösungen haben vorteilhaft eine ver  hältnismässig geringe Konzentration. Die  Menge des Chlors, die aus geeigneten Gemi  schen     entbunden    werden kann, liegt zum       Beispiel        zwischen    0,1     bis    3 %.     Die    Menge  des in den wässerigen Lösungen vorhandenen  Sauerstoffträgers wird zweckmässig so be  messen, dass diese Menge Chlor aus dem      Chlorträger entbunden werden kann: in den  angegebenen Chlormengen ist das in dem  etwa gebildeten Chlordioxyd enthaltene in  begriffen.  



  Es     wird    ausdrücklich betont, dass     unter-          chlorige    Säure und     Hypochlorite    nicht zu  den für das Verfahren gemäss der Erfindung  geeigneten Chlorträgern gehören.  



  Für das angegebene Verfahren wird der  Schutz nur soweit     beansr,#ucht,    als es sich  nicht um eine für die Textilindustrie in Be  tracht kommende Behandlung von Textilfa  sern handelt.  



       Ausf        ührungsbeispiele:     1. Vom Fell abgeschnittenes Haar zum  Beispiel Wolle wird während etwa einer  halben Stunde in ein Bad eingelegt, das aus  einer wässerigen Lösung von 0,05 bis 0,2  Salzsäure als Chlorträger besteht und 0,25  bis 1 %     Wasserstoffsuperoxyd    als Sauerstoff  träger enthält und dem 0,01 bis 0,1 % eines  sauren Salzes, wie Kupfersulfat oder Man  ganchlorid als     Ansäuerungsmittel    zugesetzt  werden kann. Nach dem Entfernen der über  schüssigen Flüssigkeit, beispielsweise durch  Pressen oder Schleudern, wird das Haar,  zum Beispiel die Wolle, bei einer Tempera  tur von 70 bis 100   C getrocknet.

   Man  kann auch das Haar zunächst in eine wäs  serige Lösung von Chlornatrium einlegen,  der man     idiann        Wasserstoffsuperoxyd    und       Schwefelsäure    zusetzt, oder man kann  das mit     Chlornatriumlösung    getränkte Haar  in eine wässerige Lösung von Wasserstoff  superoxyd und Schwefelsäure bringen. Es  zeigt sich dann, dass das Haar und die Wolle  vorzüglich walk- oder filzfähig ist.  



  2. Auf Wolle oder anderes tierisches  Haar, auf dem Fell wird durch Aufspritzen  oder Bestreichen eine wässerige Lösung von  1  o     Kaliumchlorat    und 3 % Salzsäure auf  getragen und hierauf werden die Felle bei  70 bis<B>100'</B> C getrocknet. Das Haar, zum  Beispiel die Wolle, wird dadurch vorzüglich       -walk-    oder filzfähig. Die Wirkung des be  schriebenen     Bades    kann dadurch erheblich  befördert werden, dass man ihm 0,5 bis<B>6</B>         Oxal-    oder Weinsäure als     Ansäuerungsmittel     zusetzt.  



  Es ist vorzuziehen, ungefärbte Chlorträ  ger und     Sauerstoffträger    zu benützen. Da  durch     wird    ein Verfärben des Haares oder  der Wolle vermieden, was besonders bei der  Erzeugung von hellfarbigen Hüten oder an  dern Waren von Wichtigkeit ist.  



  Ferner ist es vorzuziehen, die Chlor- und  Sauerstoffträger so zu wählen, dass im Ver  lauf der     Reaktion    keine festen Niederschläge  auf dem Haar oder der Wolle gebildet wer  den, die die Walk- oder Filzfähigkeit des  Haares oder der Wolle     beeinträchtigen    wür  den. Das gleiche gilt vom     Ansäuerungsmit-          tel.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Chlorieren von Wolle oder anderem tierischen Haar, dadurch ge kennzeichnet, dass man das Haar mit wäs serigen Lösungen eines Chlorträgers und eines Sauerstoffträgers zusammenbringt, welch letzterer aus dem Chlorträger Chlor zu entbinden vermag und die beiden Träger in Berührung mit dem Haar miteinander zur Reaktion bringt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass ausser dem Chlor- und dem Sauerstoffträger noch ein Ansäuerungsmittel mit dem zu behan delnden Gut zusammengebracht wird, das die Reaktion der beiden Träger be fördert. 2.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Haar mit Lösungen die 0,05 bis 3 Gewichtsperzent entwickelbares Chlor und mindestens die zur Entwicklung dieser Chlormenge er forderliche Menge des Sauerstoffträgers enthalten, zusammengebracht wird. ä. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Chlor- und Sauerstoffträger die ungefärbt sind und keinen festen Niederschlag auf dem Haar hervorzubringen vermögen, verwendet werden. :1. Verfahren nach den Unteransprüchen 1 und ä, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ansäuerungsmittel verwendet wird, - das ungefärbt ist und keinen festen Nieder schlag auf dem Haar erzeugt. 5.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, lass ads Chlor- träger Salzsäure und als Sauerstoffträger ein Chlorat dient. 6. Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass etwa<B>3</B> Ge- wichtsperzent Salzsäure und 1 Gewichts- perzent Chlorat in der angewendeten Flüs- sigkeitsmen,ge enthalten sind. 7.
    Verfahren nach den Unteransprüchen 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Ansäuerungsmittel Oxalsäure zugesetzt wird. B. Verfahren nach den Unteransprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zusatz von Oxalsäure der 1/z bis 6 Ge- wichtsperzent der gesamten Flüssigkeits menge beträgt, verwendet wird.
CH136895D 1927-02-09 1927-11-23 Verfahren zum Chlorieren von Wolle oder anderem tierischen Haar. CH136895A (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2508007A (en) * 1945-08-13 1950-05-16 Bloch Rudolf Process of rendering wool unshrinkable
US2714051A (en) * 1949-04-15 1955-07-26 Albany Felt Co Process for preventing the fulling shrinkage of wool

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2508007A (en) * 1945-08-13 1950-05-16 Bloch Rudolf Process of rendering wool unshrinkable
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