Einrichtung zur Fernsteuerung elektrischer Schaltgeräte. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Fernsteuerung einer Mehrzahl von elek trischen Schaltgeräten mittelst Fernschalt relais durch einen gemeinsamen Steuerungs schalter und besteht darin,dass die zur Steue rung der Schaltgeräte dienenden Ferngchalt- relais einerseits an einem Netzleiter, ander seits an einem Hilfsleiter liegen, welch letz terer durch den in Abhängigkeit von einer Schaltuhr stehenden Steuerungsschalterder art beherrscht wird, dass die Fernschaltrelais impulsweise unter Spannung gelangen, wor auf deren Stromkreis in sich geschlossen wird, so dass die Schaltgeräte durch Fern steuerung von einer Station aus betätigt wer den können,
wobei die Fernschaltrelais mit einstellbaren Schaltorganen zur Änderung der Zeit der Betätigung der Schaltgeräte versehen sind.
Die schematische Zeichnung veranschau licht mehrere Ausführungsbeispiele des Er findungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt den gemeinsamen Steuerungs schalter und die übrigen Teile, die in der Station angeordnet sind, von der aus ge steuert werden soll, mit einer Einzelheit in Fig. ja herausgezeichnet; Fig. 2 zeigt die dazu gehörigen Fern schaltrelais an beispielsweise zwei Ver braucherstellen, deren Zahl natürlich belie big sein kann; Fig. 3 und 4 stellen Varianten von Stationseinrichtungen mit einer selbsttätigen Nachschaltvorrichtung für zurückgebliebene Fernschaltrelais dar.
In Fig. 1 sind A, A1 zwei Speiseleitungen des Netzes, die zu den Verbraucherstellen führen. B ist ein Hilfsleiter, welcher mit einem Netzleiter zusammen den Steuerstrom kreis bildet. C ist eine Schaltuhr, welche den motorangetriebenen Steuerungsschalter D überwacht.
In Fig. 2 sind zwei FernschaHrelais J und P dargestellt, welche einerseits an den Hilfsleiter B und anderseits an die Speise leitung A bezw. A' an@geschiossen sind.
Die SchaItuhr C in Fig. 1 besitzt eine von einem nichtdargestellten Uhrwerk oder Ho- t orgetriebe in Drehung versetzte Zeitscheibe 30, welche in 24 Stunden eine volle Umdre hung um die Achse 31 macht und eine Zeit skala mit den Stunden 1 bis 2 4 trägt.
Auf einem äussern lnd einem innern Kreis ist die Zeitscheibe 30 mit vorspringenden Schalt stiften 32 bezw. 32' versehen, welche bei ihrem Umlauf mit den Fingern 35 und 35' einer Umschaltwippe 34 in Eingriff kommen und diese in hekaanter Art abwechslungs weise um die Achse 33 nach links und rechts schwenken. 37 ist eine Wippfeder, welche dabei gespannt wird und nach Überdrehung über den toten Punkt die Wippe 34 in die jeveilige Grenzstellung springen lässt, wobei eine Kontaktzunge 38 durch die Mitnehmer bolzen 36, 36' der Wippe 34 eitgeführt und sprungweise in die Schaltstellungen I und II bewegt wird. Die Kontaktzunge 38 bestreicht die Kontaktbrücke 38' und die getrennten Kontaktstellen 38", 38"'.
Bei dem motorangetriebenen Steuerungs schalter D sind 39 und 40 zwei um 90 zu einander versetzte Schaltbrücken, die auf dar drehbaren Welle 42 festsitzen. 39', 39" und 40', 40" sind die zugehörigen Kontaktstellen. Auf der Welle 42 sitzt isoliert ein Kontakt segment 41, welches abwechslungsweise mit den Kontaktfingern 41', 41" und 41"', 41"" in Berührung steht. Bei 43 ist eine erst nach einer bestimmten Vorspannung in Wirkung tretende Sprungfederkupplung angedeutet, welche die Mlotorwelle 44 bezw. deren Über setzungsorgane, die in der Zeichnung nicht dargestellt sind, mit der Welle 42 der Schalt- briichen verbindet. Die Welle 44 erhält ihren Antrieb vom Motor 45, dessen Feldspulen mit 45', 45" bezeichnet sind.
Bei 46 ist ferner ein Handselalter mit zwei zusammengekuppelten Schaltbrücken dargestellt, mittelst deren abwechslungsweise bei 46' und bei 46" ein Kontakt hergestellt werden kann, und die dazu bestimmt sind, die Schaltfunktionen des motorangetriebenen Steuerungsschalters D zu übernehmen, falls an diesem Störungen oder Fehler auftreten sollten. 47 ist eine Zugfeder, die den Hand umschalter 46 jeweils nach der Betätigung wieder in die gezeichnete Stellung zurück führt.
Mit 48 ist ein gewöhnlicher Umschalter bezeichnet, mittelst dessen an den Kontakten 48', 48" der Hilfsleiter B von Hand ent weder an den Stromkreis der motorangetrie benen oder an den Stromkreis der händ- betätigten Schaltbrücken umgelegt werden kann.
Am Steuerstromkreis lieb ein Kontakt umsehalter s9, der von Hand umschaltbar ist, aber für gewöhnlich in der Mittellage oder Nullstellung steht. Derselbe ist zum zeit weiligen Ersatz der Schaltuhr C bestimmt, falls dieselbe ausser Funktion treten sollte, oder kann auch zur Ausführung von Nach- oder Korrektionsschaltungen mittelst des mo torangetriebenen 8teuerungsschalters D die nen. Die Kontakte 49', 49", 49"' des Um schalters 49 liegen daher in Parallelschal tung mit len jenigen der Schaltuhr C. Immerhin liesse sich statt des Kontakt- ,,ims chalters 49 auch eine mechanische Steue rung für das Getriebe des Steuerungsschal ters D verwenden.
50, 50' sind zwei von Hand zu betäti- gende Hilfsk ontaktschalter bind 51, 51' sind Zeitkontrollrelais an den Speiseleitungen A bezw. A\. Diese Teile sollten zur Kontrolle des Schaltzustandes im Netz dienen und können auch zur Vornahme von Korrektions- und Nachschaltun"jen der Relais einzelner Speiseleitungen benutzt werden.
In Fig. 2 ist I ein Fernschaltrelais, be stehend aus einer drehbaren Zeitscheibe 52, die um die -Achse 53 drehbar ist, und a l ihrer Peripherie beispielsweise vier einstell bare Reiter mit vorspringenden Schaltstiften 54 trägt. Die Zeitscheibe 52 kann durch einen periodisch erregten Elektromagneten schrittweise gedreht werden, indem clir= M.a.gnetspule 55 desselben, wenn sie durch einen Stromimpuls erregt wird,
den Eisen kern 56 anzieht-und nach Unterbrechung dps Stromimpulses ihn wieder loslässt, wobei das Schaltrad 57 durch die Wirkung der Feder 5'7' um einen bestimmten Drehwinkel in der eingezeichneten Pfeilrichtung mitbewegt wird. Das Schaltrad 57 überträgt seine Dreh- mittelst eines Übersetzungsgetrie bes auf die Zeitscheibe 52.
Die Drehbewe gung der letzteren wird durch die Schalt stifte 5s auf das fernzusteuernde Schalt gerät, in diesem Falle eine drehbare Kontakt walze 58 mit vorstehenden Fingern über geleitet, indem die Schaltstifte 54 bei ihrer Kreisbewegung an den Fingern der Walze 58 greifen und letztere ebenfalls schrittweise drehen, so dass die 'Schaltwalze 58 abwech selnd in Ein- und Ausschaltstellung bewegt wird. Es erfährt somit beispielsweise ein Heizstromkreis innert 24 Stunden eine zwei malige Ein- und Ausschaltung.
J1 ist ein weiteres Fernschaltrelais, das jedoch statt durch einen Elektromagneten durch ein Motorgetriebe in Bewegung gesetzt wird. Der Motor 59 ist zwischen den Hilfs leiter B und die Speiseleitung A1 geschaltet. Bei Aussendung eines Stromimpulses setzt der Motor ein Vorgelege 60 in Drehung, wo durch der mit diesem festverbundene Arm 60' aus der mit vollen Linien gezeichneten in die mit gestrichelten Linien gezeichnete Stellung bewegt wird. Nach Unterbrechung des Stromimpulses wird das Schaltrad 57 un- t er Wirkung der Zugfeder n 57' im Sinne des eingezeichneten Pfeils bewegt und die Zeit scheibe 52 um einen Schritt vorgerückt.
Gleichzeitig ist aber das Motorvorgelege samt dem Motoranker entgegen der Antriebsdre- richtung in die ursprüngliche Stellung zu rückgeführt worden. Die Zeitscheibe steuert in diesem Beispiel die Zählwerkumschaltung eines Doppeltarifzählers.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist wie folgt: In der Stellung der Teile nach Fig. 1 und 2 ist der Steuerstromkreis durch die Schalt brücke 40 über E, 40', 40, 40", 48, B, B' bezw. B" auf den Null-Leiter in sich ge schlossen; er ist also nicht störbar. An der Station läuft die Zeitscheibe 30 entsprechend üer Bewegung des Uhrwerkes mit gleichför miger Geschwindigkeit um und bewirkt mit- telst des nächst anschlagenden Schaltstiftes 32', der am Schaltwippenfinger 35' ankommt, eine Umstellung der Kontaktzunge 38 nach links in die Stellung I.
Infolgedessen wird der Stromkreis des Motors 45 über a, 45, b, 41', 41, 41", c, 38", 38, 38' d geschlossen, der Motor 45 setzt mittelst der Springkupp lung 43 die Welle 42 in Bewegung, die sich um 90 dreht, womit die Schaltbrücke 40 geöffnet und jene 39 geschlossen wird. Die Folge davon ist, dass der Steuerstromkreis jetzt vom Plus-Leiter über F, 39', 39; 39 ", 48, B, B' bezw. B" zum Null-Leiter verläuft und die Fernschaltrelais J, J1 erregt und nach Unterbrechung des Stromimpulses die Zeitscheiben derselben um einen Schritt vor wärts geschaltet werden.
Bei der Drehung der Welle 42 um 90 ist das Kontaktsegment 41 aus der in Fig. la mit vollen Linien gezeichneten in die mit gestrichelten Linien gezeichnete Stellung ge langt. Der Motorstromkreis ist somit unver ändert geschlossen. Der Motor 45 läuft da her weiter und bewirkt mittelst der an gespannten Springfederkupplung 43 uu- mittelbar eine zweite Teildrehung der Welle 42 um 90 , wodurch die Schaltbrücke 39 ge öffnet, jene 40 dagegen geschlossen wird. Das Kontaktsegment 41 hat nunmehr den Motorstromkreis unterbrochen; es ist jedoch mit den Kontakten 41"', 41 "" in Berührung gelangt, wodurch die Schliessung des Motor - stromkreises für die nächstfolgende Schalt funktion vorbereitet wurde.
Die Öffnung,der :Schaltbrücke 39 und die Schliessung der Schaltbrücke 40 hat das er neute Insichschliessen des Steuerstromkreises des Fernschaltrelais über den Null-Leiter zur Folge.
Dieser Zustand bleibt solange bestehen, bis nach einer bestimmten Zeit ein Schaltstift 32 .der Zeitscheibe der Schaltuhr C an dem Finger 35 der .Schaltwippe 34 anstösst und die Kontaktzunge 38 aus der :Stellung I in diejenige II bewegt. Der von vorhin vor bereitete 'Stromkreis des Motors 45 wird jetzt über a, 45, b, 41"', 41"", e, 38"', 38, 38', d geschlossen, und :der Motor bewirkt wieder wie vorhin in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Schaltbewegungen von je<B>90'</B> zu- nächst die Erregung der Fernschaltrelais und nachher das Zusichschliessen des Steuerstrom kreises derselben.
Da in der Fig. 1 an der Zeitscheibe 30 die Schaltstifte 32 und 32' sich in Abständen von je einer Stunde folgen, so findet also stündlich ein Schaltvorgang, das heisst die Aussendung eines Stromimpulses statt. Die Zeitscheiben der Fernschaltrelais werden jedesmal um eine Stunde gedreht und führen somit ebenfalls in 24 Stunden eine volle Um drehung aus, gleich wie die Zeitscheibe der Schaltuhr C in der Schaltstation.
Bei den Fernschaltrelais können die Reiter 54 nach Belieben auf verschiedene Schaltzeiten ge stellt werden, so dass mit periodisch aus gesandten Stromimpulsen in einem elek trischen Verteilungsnetz zeitlich verschie dene Steuerungen ausgeführt werden können, zum Beispiel Steuerung der Zählwerk- umschalteinriehtung von Doppeltarifzählern, Ein- und Ausschaltung von elektrischen Strassenbeleuchtungen, Sperren von Heiz stromkreisen zu verschiedenen Tageszeiten usw.
In der Regel wird es aber wünschbar sein. die Stromimpulse nicht nur alle Stunden ab zugehen, wie in vorstehender Beschreibung angenommen wurde, sondern man wird zweckmässig kürzere Zeitperioden von etwa 5 bis 10 Minuten vorsehen.
'Wie schon früher beschrieben, ist noch ein Handbrückensehalter 46 (Fig. 1) vorge sehen, mittelst dessen, nach Umstellen des Umschalters 48 vom Kontakt 48' auf Kon takt 48", etwa durch Niederdrücken von Hand Stromimpulse nach den Fernschalt- relais ausgesandt werden können. In der Ruhezeit wird durch diesen ebenfalls der Steuerstromkreis in sich geschlossen.
Der Umschalter 49 ist ebenfalls zum Zwecke der Handschaltung vorgesehen, und zwar zur Steuerung des motorangetriebenen Hauptsehalters D von Hand, namentlich um nach Stromunterbrüchen im Netz das Nach schalten der Fernschaltrelais von Hand in die der Zeit entsprechende Stellung zu er möglichen, Natürlich liesse sich die hier elektrisch wirkende Handsteuerung des Steuerungsschalters B auch auf mecha nischem Wege, etwa mittelst einer dem Federtriebwerk zugeordneten mechansichen, handbetätigten Nachschaltvorrichtung zum zeitweiligen Ersatz der Schaltuhr bewerk stelligen.
Die Kontrollrelais 51, 51' sind je an seiner Speiseleitung angeschlossen und ähnlich aus geführt wie die Fernschalrelais, mit den Unterschiede aber, dass sie nur zur Kontrolle der Stellung der Fernschaltrelais dienen. Wenn alle Schaltungen im Netz ununter brochen erfolgen, so zeigen die Kontroll- relais, die die gleiche Zeit anzeigen, wie die Fernschaltrela is, die Übereinstimmung mit der Schaltuhr C. Sie sind in analoger Weise ann oesoliloen wie die Fernschaltrelais; im Ruhezustand ebenfalls in sich geschlossen. im Schaltzustand liegen sie im Stromkreis vom Plus-Leiter über F, B, G bezw. G' zum Null-Leiter.
Für den Fall, dass in einer der Speise leitungen A oder A1 aus irgend einem Grunde, beispielsweise zu Reparaturzwecken im Netz, der Null-Leiter bei y bezw. y' unterbrochen wird, bleiben die auf dem un terbrochenen Netzteil angeschlossenen Fern schaltrelais, wie auch das Kontrollrelais an der Station stehen. Angenommen, die Speise leitung A1 sei bei x', y' allpolig unterbrochen worden und nunmehr zur Wiederinbetrieb setzung bereit, so sind vor dieser Wieder inbetriebnahme die Fernschaltrelais auf die sem Netzteil samt dem Kontrollrelais 51' nachzuschalten, das heisst. auf gleiche Zeit mit demjenigen Schaltstift der Schaltuhr C. an der Station zu bringen, welcher den letz ten Impuls veranlasst hat.
Dies wird be- w eilzsi ellig-t durch peiiodiselie Aussendung von @Stromirnpulsen auf den albgetrennten Netzteil A' mittelst des Handschalters 50'.
Der Verlauf des Steuerstromes für die Fern- schaltrela.is geht dann vom Plus-Leiter aus über H', 50', G', Null-Leiter, B",<I>59, B, E</I> zurück zu dem unter Spaununc stehenden Null-Leiter (Hilfsleiter) und anderseits für ,das Kontrollrelais vom Plus-Leiter über H', 50', 51', B, E ebenfalls zum Null- oder Hilfs leiter.
Sobald das Kontrollrelais 51' auf die gleiche Zeit nachgerückt ist, welche der Stellung desjenigen Schaltstiftes der Schalt uhr C entspricht, der die letzte Impuls- gebung eingeleitet hat, sind auch die Fern schaltrelais auf die richtige Stunde nach gerückt, worauf unmittelbar anschliessend das Trennmesser und die Sicherungen in der Reilenfolge y', x' einzuschalten sind. Die schrittweise Schaltung erfolgt nunmehr wie der selbsttätig von der Schaltuhr C aus.
Bei isoliert verlegten Hilfsleitern kann diese Nachschaltung nach mittelst eins Handumschalters von der Art des Schalters 46 durchgeführt werden, welcher in den be treffenden Hilfsleiter einzubauen ist und der bei jeder Impulsgebung zuerst den in sich geschlossenen Kreis der Fernsehaltrelais unterbricht und den Plus-Leiter zur Impuls- gebung mit dem Hilfsleiter in Verbindung bringt. (Stromverlauf: Plus-Leiter, Hilfs leiter, Fernschaltrelais, Null-Leiter, ander seits: Plus-Leiter, Hilfsleiter, Zeitkontroll- relais, Null-Leiter).
In vorstehendem ist angenommen, dass im Verteilungsnetz mehrere verschiedenzeitliche Schaltoperationen ausgeführt werden sollen, vobei die Schaltuhr C in gleichen Zeit perioden die Aussendung von Stromimpulsen v eranlasst, die bei den Fernschaltrelais die periodische Nachschaltung einer Zeitscheibe bewirken. Jedes Fernschaltrelais kann somit mittelst an seiner Zeitscheibe beliebig ein stellbarer Schaltorgane 54 (Fig. 2) ganz un abhängig von den andern Schaltungen von Verbraucherstromkreisen usw. vollziehen.
Zur Fernsteuerung von Schaltgeräten mit einem Minimum von Stromimpulsen können an der Zeitscheibe 30 der Schaltuhr C den zu bestimmten Zeiten vorzunehmenden Schal tungen entsprechende Schaltstifte 32, 32' oder verstellbare Reiter angebracht werden. Die Aussendung der Stromimpulse kann da bei in ganz beliebigen Zeitintervallen er folgen. Jeder Stromimpuls schaltet alle Fernschaltrelais wie bei den vorbeschrie- benen Beispielen um den gleichen Dreh winkel vorwärts. Diesem Drehwinkel entspre chend sind auf der Schaltscheibe der Uhr C die Schaltstifte bezw. verstellbaren Reiter in solcher Anzahl einzusetzen, dass die Schalt scheibe der Fernschaltrelais pro 24 Stunden je eine volle Umdrehung ausführen.
Zu den Zeiten, da in der Station Stromimpulse aus gesandt werden, können mittelst der an den Fernschaltrelais beliebig einstellbaren Schalt organen Schaltgeräte betätigt werden; natür lich braucht auch bei diesem Ausführungs beispiel nicht jedes Schaltgerät bei jedem Stromimpuls durch sein Fernschaltrelais be tätigt zu werden.
Wenn es sich für alle Fernschaltrelais nur um die Fernübertragung ein und der selben Schaltvorgänge im ganzen Netz han delt, zum Beispiel ein- oder mehrmalige Ein- und Ausschaltung der Strassenbeleuchtung. so genügt es, an der Zeitscheibe 30 der Schaltuhr C nur auf den entsprechenden Ein- und Ausschaltzeiten Schaltstifte 32, 32' oder verstellbare Reiter anzubringen.
In der Fig. 3 ist eine Stationseinrichtung zur Aussendung von Stromimpulsen auf die Fernschaltrelais dargestellt, die sich von der anhand von Fig. 1 beschriebenen dadurch unterscheidet, dass an Stelle des Handnach- sohalters 49 eine selbsttätige Nachschaltvor- richtung an dem Uhrwerk oder dem Motor getriebe angebaut ist.
Diese Nachschaltvor- richtung gibt jedesmal nach Stromunter- brüclien in den iSteuerstromkreis so lange rasch aufeinanderfolgende Stromimpulse auf die .Fernschaltrelais der an diese Station an geschlossenen Speiseleitungen ab, bis diese Relais wieder auf gleiche Zeit mit der .Schaltuhr in !der Station nachgerückt sind Da,
in der Fzg. 3 ausser der selbsttätigen Nachschaltvorrichtung alle Teile dieselben sind wie in Fig. 1 und gleiche Funktionen ausüben, so wird hier auf das schon Be- sehriebene nicht mehr eingetreten.
In der schematischen Fig. 3 ist die die Zeitscheibe 30 der Uhr C antreibende Achse 31' nach vorn verlängert und an ihr sitzen isoliert zwei Schleifringe 79, 79'. die mit einem Hilfsschalter 80, ö0', 80" in einem Hilfsstromkreis liegen. )as drehbare Kon taktmesser 80 dieses Hilfsschalters ist auf der Welle 81 isoliert befestigt, welche in einem Arm 82 drehbar gelagert ist, der seinerseits fest auf dem freien Ende der ver längerten Uhrachse 31' sitzt und sich also mit dieser dreht.
Auf dem andern Ende der Welle 81 ist eine mit Finger 83' versehene Scheibe 83 lose angebracht, welche mittelst einer schematisch angedeuteten Kupplungs feder 84 mit einer auf der Welle 81 fest sitzenden Rastenscheibe ö5 verbunden ist, mit der ein Schnappriegel 86 zusammen wirkt. Diese Einrichtung soll ein sprung- weises Schalten des Schaltmessers 80 ermög lichen. Die Fingerscheibe ö3 steht unter dem Einfluss einer Zeitscheibe 87, wozu diese am Umfang mit einem Schaltnocken 88 versehen ist, in dessen Bahn der Finger 83' hinein ragt.
Die Zeitscheibe 87 wird in gleicher Weise wie die früher beschriebenen Fern schaltrelais angetrieben, indem die Wicklung 89 des hier beispielsweise d argestellten Elek tromagnetes durch ausgesandte Stromimpuls erregt und dadurch der Eisenkern 90 ange zogen wird, welcher nach Aufhören des Stromimpulses niedergeht und das Schaltrad 91 in der eingezeichneten Pfeilrichtung um einen bestimmten Winlel dreht. Durch Über setzungsorgane wird die Drehbewegung des Schaltrades 91 auf die Zeitscheibe 87 über tragen, welche also schrittweise der gleich mässigen Drehung der Zeitscheibe 30 der Uhr C und derjenigen des Armes 82 nachfolgt und also ebenfalls in 2d Stunden eine volle Umdrehung ausführt.
Dieser Zustand erfährt keine Anderung, bis das Netz ans irgend einem Grunde spannungslos wird, so dass zwar die Stations uhr C mit gleichförmiger Geschwindigkeit weiterläuft, die stromlosen Fernschaltrelais einschliesslich das durch die Zeitscheibe 87 und ihr Schaltwerk gebildeten Stations relais h aber ausser Takt zur Stationsuhr C kommen. Alsdann wird der mit der Achse 31' derselben sich drehende Arm 82 mit dem Hilfsschalter 80, 80', 80" nach kurzer Zeit die nun sti@lstehende Zeitscheibe 87 überholen lind der F inger ö3' wird durch Anstossen an den Schaltnocken 88 verdreht, wodurch die Schliessung des bis dahin geöffnet gewesenen Kontaktmessers 80 vollzogen wird. Dasselbe bleibt nun in Schlussstellung, während der Arm 82 seine Umlaufbewegung um die still stehende Zeitscheibe 8 7 fortsetzt.
In dem Augenblick aber, wo das Netz wieder unter Spannung gesetzt wird, wird auch schon ein Stromkreis a, 45, b, f, 79', 80', 80, 80", 79, g, 38',d geschlossen, so dass der Motor 45 anläuft und durch Betätibung der Schaltbrücken 39, 40 in kurzen Pausen Stromimpulse in das Netz gesandt werden, welche die F ernschaltrelais, wie auch das Stationsrelais K schrittweise nachschalten, bis der synchrone Gang mit der Stationsuhr C wieder hergestellt worden ist. Dies ist erst dann der Fall, wenn die Zeitscheibe 87 den Finger 83' eingeholt hat und die Finger scheibe 83 wieder verdreht worden ist, so dass das Kontaktmesser 80 geöffnet wird. Da mit sind alle Teile wieder in normalem Gang.
Nach dem erfolgten Nachschalten der Schalt relais liegt es schliesslich len Motor 45 noch ob, die geschlossene Schaltbrücke 39 zu öffnen, dafür jene 40 zu schliessen, um so die Einrichtung für die Auswirkung des näch sten Stromimpulses in Bereitschaft zu setzen.
Auch hier liesse sich statt der elektrischen Steuerung der N achschaltvorrichtung eine mechanische mit dem Schaltbrücken-Nach schaltgetriebe zusammenbauen.
Eine weitere dem, gleichen Zweck die nende selbsttätige Nachschaltvorrichtung isst in Zig. 4 wiedergegeben.
Mit 30 ist wiederum die Zeitscheibe der Stationsuhr C bezeichnet, welche auf der ,V elle 31 sitzt und sich mit dieser .dreht. 101 ist eine um die W elle 31 drehbare Schalt- schebe, an der die Schaltstifte 32, 32' in Abständen von beispielsweise einer Stunde angebracht sind, analog wie bei .der Zeit seheibe 30 der Fig.1 und. 3.
Die .Schalt scheibe<B>101</B> wird von einer Feder 102 mit- telst zwischengeschalteter Antriebsorgane <B>103</B> angetrieben und stösst im Normalbetriebe mit einer an ihr befestigten Nase 104 gegen den an der Zeitscheibe 30 angebrachten An schlag 104'. Beide Scheiben 30 und 101 drehen sich also mit gleichförmiger Ge- schwindigkeit, wobei die Schaltwippen-Kon taktzunge 38 durch die Schaltstifte 32, 32' wechselweise in die Stellungen I und II be wegt wird.
Mit der Schaltwipp e der Kontaktzunge 3 8 ist fest verbunden eine Sperrscheibe 105 mit zwei Sperrzähnen 105', 105", mit denen eine um die Achse 106 schwenkbare Sperr gabel 107 zusammenwirkt. 108 ist eine Wippfeder, unter deren Wirlung die Sperr gabel 107 in ihren Grenzstellungen zu ver harren trachtet. Zwischen den Schenkeln der Sperrgabel 107 liegt ein um die Achse 109 drehbares Exzenter 110, welches von der Schaltbrückenwelle 42 aus mittelst der Zahnräder 111, der Hilfswelle 112 und der Kegelräder l13 a ngetrieben wird.
Das Ex zenter 110 dreht sich mit der Welle 42 sprungweise jeweils um 90' und bringt die Sperrgabel 107 jedesmal in Aussersperr- tellung zu den Sperrzähnen 105', 105'', so dass die Wippe mit der Kontaktzunge 38 sich frei wechselweise in die Stellungen I und TI bewegen kann.
Sobald nun aber die Schaltstation aus irgend einem Grunde stromlos wird, so blei ben die Funktionen des Motors s5 aus, das Exzenter 110 bleibt damit auch stehen, zum Beispiel in der gezeichneten Stellung. Die Folge davon ist, dass bei der nächstfolgenden Beweglang der Wippe mit der Kontaktzunge 38 in die Stellung I die Sperrgabel 107 unter der Wirkung der Wippfeder 108 auf der Achse 106 in zur Uhrzeigerbewegung ent gegengesetztem Sinne geschwenkt wird, so dass ihr oberer Sperrzahn mit dem Sperrzahn l05' in Eingriff kommt und dadurch die Kontaktzunge 38 in der SWlung I gesperrt wird.
Beim nächstfolgenden Anschlag eines Sehlagstiftes 32 der Schaltscheibe 101 wird diese an dem Wippfinger 35 aufgehalten, während die Zeitscheibe 30 sich mit gleieh- förmiger Geschwindigkeit weiterdreht. Es findet nun eine relativ immer grösser wer dende Verdrehung der Zeitscheibe 30 gegen über der Schaltscheibe 101 statt, bis die Schaltstation wieder unter Spannung gesetzt wird. Alsdann wird der Motor 45, dessen Stromkreis a, 45, b, 41, c, 38", 38, 38', d geschlossen ist, in Gang gesetzt, so dass durch Betätigung der Schaltbrücken 39, 40 ein Stromimpuls aalt die F ernschaltrelais aus gesandt, gleichzeitig aber auch das Exzenter 110 in zwei sprungweisen Schritten um je 90 verdreht wird.
Die Sperrgabel 107 wird vom Exzenter 110 um ihre Achse 106 im Sinne der Uhrzeigerbewegung verschwenkt und ihre obere Sperrnase ausser Eingriff mit dem Sperrzahn 105' der Scheibe 105 ge bracht.
Die Schaltscheibe 101 wird nun durch die Feder 102 gegenüber der Zeitscheibe 30 in beschleunigtem Tempo, das durch eine nicht dargestellte Hemmvorrichtung begrenzt werden kann, angetrieben, wobei die Wipp schalterzunge 38 in rascher Aufeinander folge wechselweise in die Stellung I und II bewegt wird, immer jedoch unter vorüber gehender Sperrung der Schaltscheibe 101 ir ihrer während der Dauer der Impulsgebung erfolgenden schrittweisen Bewegung.
Es werden somit rasch aufeinan derfolgende Stromimpulse auf die Feruschaltrelais ab g ege 'ben, und zwar solange, C bis die Schalt- scheibe 101 die Zeitscheibe 30 eingeholt hat und ihre Nase 111? an den Anschlag 104' der Zeitscheibe 30 anzuliegen kommt. Von jetzt ab arbeitet die Einrichtung wieder normal in dem von dem Gehwerk der Uhr gegebenen Tempo.
Die geschilderten Vorgänge würden sich in analoger Weise abspielen, wenn bei Aus fall der hetzspannüng die Schaltwippe mit der Kontaktzunge 38 statt in .der Stellung I in derjenigen II durch die .Sperrgabel 107 gesperrt würde.
Bei Antrieb der Schaltbrücken durch Federtriebwerk oder dergleichen (anstatt Elektromotor) kann sowohl die normale Steuerung der Schaltscheibe <B>101,</B> als auch die Nachsch.altstenerung ausschliesslich auf mechanischem Wege erfolgen, in welchem Falle naturgemäss die Stromkreise a, b, e, d und a, b, e, d in Wegfall kämen.