CH138855A - Verfahren zur Verhinderung von Oxydations- und Verharzungserscheinungen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien. - Google Patents
Verfahren zur Verhinderung von Oxydations- und Verharzungserscheinungen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien.Info
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Description
Verfahren zur Verhinderung von Oaydations- und Verharzangserscheinnngen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien. Es ist in letzter Zeit verschiedentlich ver sucht worden, flüchtige ,Stoffe aus festen Ma terialien, wie Kräutern, Wurzeln, Körnern etc., festen Abfallstoffen der Wein-, Obst und Fruchtsaftbereitung (Trester)
in konti nuierlichem Arbeitsgange abzudestillieren. Hierbei werden die festen Materialien bei spielsweise durch ein (Schneckengetriebe oder eine andere mechanische Zuführungsvorrich- tung dem ,D'estillations.apparat, in welchem sie zweckmässig nach dem Gegenstromprinzip erhitzt und -der Destillation unterworfen, wer den, zugeführt und! hernach aus dem Destilla- tionsapparat wieder hinausbefördert.
Auf diese Weise, das heisst durch fortlau fende Destillation, ist es bisher jedoch nicht gelungen, @Oxydations- oder Verharzungser- scheinungen zu verhüten und reine Destillate von gleicher (Güte -wie durch die periodische Destillation zu gewinnen. So waren zum Bei spiel Trinkbranntweine, die durch kon tinuierliche Destillation aus Trestern, gewon- nen wurden, durch ihren kratzenden, unrei nen Beigeschmack ungeniessbar. Auch auf diese Weise gewonnene ätherische Öle,
wie zum Beispiel Pfefferminzöl, besitzen nicht die Feinheit, wie diese sonst bei der periodi- sehen Destillation erreicht wird.
Die Ursache dieser Misserfolge der kon tinuierlichen :Destillation liegen in folgendem Umstande: Beim -Einbringen des festen D'e- stil'lationsgutes in den Destillierkessel, d'as diesem zum Beispiel in verhältnismässig klei nen Mengen mit Hilfe einer @Schnecke oder einer andern, mechanischen Zuführungsvor- richtung zugeführt wird, liess es sich nicht vermeiden,
dass mit dem festen Material auch grössere oder geringere, .die Materialzwischen räume ausfüllende Mengen Luft in den De stillierapparat eingebracht wurden; so zum Beispiel auch bei der Verarbeitung von ur sprünglich hart zusammengepressten Trestern, welche durch maschinelle Vorrichtungen ge lockert und dadurch lufthaltig werden.
Wäh- send nun bei der periodischen Destillation die im Destillationsgut enthaltene Luft vor Be ginn .der Destillation durch das Anwärmen des :Gutes aus diesem ausgetrieben wird und mit den ersten austretenden Dämpfen aus dem Kessel vollständig entweicht, wird bei der kontinuierlichen Destillation durch das fort währende Zuführen von neuem Material be ständig auch Luft in das Kesselinnere einge führt, die sich mit den entweichenden Dämpfen vermischt und dadurch Verhar- zungs- und Oxydationserscheinungen hervor ruft,
durch welche die Destillate in uner- wünschter Weise verändert werden.
Durch das vorliegende Verfahren werden fliese -Mängel der .fortlaufenden Destillation behoben und die Gewinnung vollwertiger, rei ner, nicht oxydierter oder verharzter Destil- lationsprodukte aus festen Materialien, wie zum Beispiel aus den eingangs erwähnten, auch durch kontinuierliche Destillation er möglicht.
Nach dem Verfahren gemäss vor liegender Erfindung geschieht dies dadurch, dass :man die festen Materialien vor ihrem Einbringen in den Destillierkessel, zweck mässig in der ,Zuführungsvorrichtung von der in oder zwischen ihnen vorhandenen Luft be freit. Es kann dies auf verschiedene Weise erreicht werden. Ein beträchtlicher Teil der Luft kann schon durch indirektes Vorwärmen des Destillationsgutes in der Zufuhrleitung ausgetrieben werden.
Dabei kann das in- direkte Vorwärmen mit frischem Dampf oder heissen Flüssigkeiten vorgenommen werden. Auch die Destillationsdämpfe selbst können dazu beigezogen werden. Die letzten Reste der Luftwerden zweckmässig durch Verdrän gen ,aus dem Destil'lationsmaterial entfernt. Hierzu können als Luftverdrängungsmittel Dämpfe, Gase und Flüssigkeiten verwendet werden.
Es können beispielsweise zerklei- nerte, vergorene Enzianwurzelnunmittelbar vor ihrem Eintritt in .die Destillierblase durch indirekte ZVärme bis zum iSieden erhitzt wer den, so dass die eben in den Antriebsraum tretenden Wurzeln ihren Eigendampf an die nachfolgenden frischen Wurzeln abgeben. Da durch werden diese zuerst zum Sieden ge- bracht und die Luft entweicht im Gegen strom zu den frisch zugeführten .Wurzeln. Ein :
Destillationsverlust findet hierbei nicht statt, da die entweichenden Dämpfe sofort im nachrückenden kalten Destill.ationsmate- izal wieder kondensiert werden. Das gleiche Ergebnis, wie eben beschrieben, kann auch durch direkte Zuführung von Dampf in das Destillationsgut, bevor .dasselbe in die An triebsblase geführt wird, erzielt werden. Fer ner kann das feste Destillationsmateridl durch Hindurchleiten von indifferenten Gasen, wie Kohlensäure, Stickstoff etc. von der Luft be freit werden.
Auch können Flüssigkeiten, wie frisches Wasser, auch sogenanntes Lutterwas- ser etc. zur Luftverdrängung herangezogen werden. Die Luft lässt sich auch durch Eva kuieren aus dem zu destillierenden Material entfernen, oder auch durch starkes Zu- sa.mmenpressen desselben, besonders wenn es in hinreichend feuchtem oder nassem Zu- stande verwendet wird.
iSelbstverständlich kann man auch mehrere der erwähnten Luft verdrängungsarten gleichzeitig anwenden, und zum Beispiel indifferente Gase zu sammen mit Dampf über das zu destillierende Material leiten. Wie bereits erwähnt, ge schieht die Entfernung der Luft aus dem Destillationsgut zweckmässig unmittelbar vor dem Einbringen des Gutes in den Destillier raum, zum Beispiel in der Material-Zufüh- rungsvorrichtung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Verhinderung von Oxyda- tions- und Verharzungserscheinungen bei -der fortlaufenden Destillation flüchtiger ,Stoffe aus festen Materialien, dadurch gekennzeich net, .dass die festen Materialien vor ihrem Einbringen in den Destillierapparat von der in oder zwischen ihnen vorhandenen Luft be freit und hierauf der Destillation unter worfen werden. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst Dampf entfernt wird. ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst aus dem Destillationsgut selbst erzeugtem Dampf entfernt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst indifferenter Gase ent fernt wird. .Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass .die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän- gung vermittelst Flüssigkeiten ausgetrie ben wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Evakuie rung desselben entfernt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zu destillierende Material in gepresstem Zustande in den Destillierraum eingeführt wird.
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