CH138855A - Verfahren zur Verhinderung von Oxydations- und Verharzungserscheinungen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien. - Google Patents

Verfahren zur Verhinderung von Oxydations- und Verharzungserscheinungen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien.

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CH138855A
CH138855A CH138855DA CH138855A CH 138855 A CH138855 A CH 138855A CH 138855D A CH138855D A CH 138855DA CH 138855 A CH138855 A CH 138855A
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Hermann Dr Fischlin
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Hermann Dr Fischlin
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  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

Description


      Verfahren    zur Verhinderung von     Oaydations-    und     Verharzangserscheinnngen    bei der  fortlaufenden Destillation     flüchtiger    Stoffe aus festen Materialien.    Es ist in letzter Zeit verschiedentlich ver  sucht worden, flüchtige     ,Stoffe    aus festen Ma  terialien,     wie    Kräutern, Wurzeln,     Körnern          etc.,    festen Abfallstoffen der Wein-, Obst  und     Fruchtsaftbereitung    (Trester)

   in konti  nuierlichem Arbeitsgange     abzudestillieren.     Hierbei werden die festen Materialien bei  spielsweise durch ein     (Schneckengetriebe    oder  eine andere mechanische     Zuführungsvorrich-          tung    dem     ,D'estillations.apparat,    in welchem  sie zweckmässig nach dem Gegenstromprinzip  erhitzt und -der Destillation unterworfen, wer  den,     zugeführt    und! hernach aus dem     Destilla-          tionsapparat    wieder hinausbefördert.  



  Auf diese Weise, das heisst durch fortlau  fende Destillation, ist es bisher jedoch nicht  gelungen,     @Oxydations-    oder     Verharzungser-          scheinungen    zu verhüten und reine Destillate  von gleicher (Güte -wie durch die     periodische     Destillation zu     gewinnen.    So waren zum Bei  spiel     Trinkbranntweine,    die durch kon  tinuierliche     Destillation    aus     Trestern,    gewon-         nen    wurden, durch ihren kratzenden, unrei  nen Beigeschmack     ungeniessbar.    Auch auf  diese Weise gewonnene ätherische Öle,

   wie  zum Beispiel     Pfefferminzöl,        besitzen    nicht  die     Feinheit,    wie diese sonst bei der     periodi-          sehen    Destillation erreicht wird.  



       Die    Ursache dieser Misserfolge der kon  tinuierlichen :Destillation liegen in folgendem  Umstande: Beim     -Einbringen    des     festen        D'e-          stil'lationsgutes    in den Destillierkessel,     d'as     diesem     zum    Beispiel in     verhältnismässig    klei  nen     Mengen    mit Hilfe einer     @Schnecke    oder  einer     andern,    mechanischen     Zuführungsvor-          richtung        zugeführt    wird, liess es sich nicht  vermeiden,

   dass mit dem festen Material auch  grössere oder geringere,     .die    Materialzwischen  räume ausfüllende Mengen Luft in den De  stillierapparat eingebracht     wurden;    so zum  Beispiel auch bei der     Verarbeitung    von ur  sprünglich hart     zusammengepressten    Trestern,  welche durch maschinelle     Vorrichtungen    ge  lockert und dadurch     lufthaltig    werden.

   Wäh-      send nun bei der periodischen Destillation die  im     Destillationsgut    enthaltene Luft vor Be  ginn .der Destillation durch das Anwärmen  des     :Gutes    aus diesem     ausgetrieben    wird und  mit den ersten austretenden Dämpfen aus dem  Kessel vollständig     entweicht,    wird bei der  kontinuierlichen Destillation durch das fort  währende Zuführen von neuem Material be  ständig auch Luft in das Kesselinnere einge  führt, die sich mit den entweichenden  Dämpfen vermischt und dadurch     Verhar-          zungs-    und Oxydationserscheinungen hervor  ruft,

   durch welche die Destillate in     uner-          wünschter    Weise     verändert    werden.  



  Durch das vorliegende Verfahren werden       fliese    -Mängel der .fortlaufenden Destillation  behoben und die     Gewinnung        vollwertiger,    rei  ner, nicht oxydierter oder verharzter     Destil-          lationsprodukte    aus festen Materialien, wie  zum Beispiel aus den eingangs     erwähnten,     auch durch kontinuierliche Destillation er  möglicht.

   Nach dem Verfahren gemäss vor  liegender Erfindung geschieht dies dadurch,  dass     :man    die festen Materialien vor ihrem  Einbringen in den     Destillierkessel,    zweck  mässig in der     ,Zuführungsvorrichtung    von der  in oder     zwischen    ihnen vorhandenen Luft be  freit. Es kann dies auf verschiedene Weise  erreicht werden. Ein beträchtlicher Teil der  Luft kann schon durch indirektes     Vorwärmen     des     Destillationsgutes    in der     Zufuhrleitung          ausgetrieben    werden.

   Dabei kann das     in-          direkte    Vorwärmen mit frischem Dampf oder  heissen Flüssigkeiten vorgenommen werden.  Auch die     Destillationsdämpfe    selbst können  dazu beigezogen werden. Die letzten Reste  der Luftwerden     zweckmässig    durch Verdrän  gen ,aus dem     Destil'lationsmaterial    entfernt.  Hierzu     können    als     Luftverdrängungsmittel     Dämpfe, Gase und Flüssigkeiten verwendet  werden.

   Es können beispielsweise     zerklei-          nerte,    vergorene     Enzianwurzelnunmittelbar     vor ihrem Eintritt     in    .die Destillierblase durch  indirekte     ZVärme    bis zum     iSieden    erhitzt wer  den, so dass die eben in den Antriebsraum  tretenden Wurzeln ihren Eigendampf an die  nachfolgenden frischen Wurzeln     abgeben.    Da  durch werden diese zuerst zum Sieden ge-    bracht und die Luft entweicht im Gegen  strom zu den frisch zugeführten     .Wurzeln.     Ein     :

  Destillationsverlust    findet hierbei nicht  statt, da die entweichenden Dämpfe sofort  im nachrückenden kalten     Destill.ationsmate-          izal        wieder    kondensiert werden. Das gleiche  Ergebnis, wie eben     beschrieben,    kann auch  durch direkte     Zuführung    von Dampf in das       Destillationsgut,    bevor .dasselbe in die An  triebsblase     geführt    wird, erzielt werden. Fer  ner kann das feste     Destillationsmateridl    durch       Hindurchleiten    von indifferenten Gasen, wie  Kohlensäure, Stickstoff     etc.    von der Luft be  freit werden.

   Auch können     Flüssigkeiten,    wie  frisches Wasser, auch sogenanntes     Lutterwas-          ser        etc.    zur Luftverdrängung herangezogen  werden. Die Luft lässt sich auch durch Eva  kuieren aus dem zu destillierenden Material  entfernen, oder auch durch starkes     Zu-          sa.mmenpressen    desselben, besonders wenn es  in hinreichend feuchtem oder nassem     Zu-          stande        verwendet    wird.

       iSelbstverständlich     kann man auch mehrere der     erwähnten    Luft  verdrängungsarten gleichzeitig anwenden,  und zum Beispiel indifferente Gase zu  sammen mit Dampf     über    das zu destillierende  Material leiten. Wie bereits erwähnt, ge  schieht die Entfernung der     Luft    aus dem       Destillationsgut    zweckmässig unmittelbar vor  dem Einbringen des Gutes in den Destillier  raum, zum Beispiel in der     Material-Zufüh-          rungsvorrichtung.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Verhinderung von Oxyda- tions- und Verharzungserscheinungen bei -der fortlaufenden Destillation flüchtiger ,Stoffe aus festen Materialien, dadurch gekennzeich net, .dass die festen Materialien vor ihrem Einbringen in den Destillierapparat von der in oder zwischen ihnen vorhandenen Luft be freit und hierauf der Destillation unter worfen werden. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst Dampf entfernt wird. ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst aus dem Destillationsgut selbst erzeugtem Dampf entfernt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän gung vermittelst indifferenter Gase ent fernt wird. .
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass .die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Verdrän- gung vermittelst Flüssigkeiten ausgetrie ben wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft aus dem zu destillierenden Material durch Evakuie rung desselben entfernt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zu destillierende Material in gepresstem Zustande in den Destillierraum eingeführt wird.
CH138855D 1928-05-23 1929-04-20 Verfahren zur Verhinderung von Oxydations- und Verharzungserscheinungen bei der fortlaufenden Destillation flüchtiger Stoffe aus festen Materialien. CH138855A (de)

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