CH140048A - Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kunstfasern nach dem Nass-Streckspinnverfahren. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kunstfasern nach dem Nass-Streckspinnverfahren.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Kunstfasern nach dem Nass-Streckspinuver fahr en. Die bekannten Nass-Streckspinnverfahren beruhen in ihrem Grundprinzip darauf, dass der durch das Austreten der Spinnmasse aus der Düse in ,das Fällbad in einem Spinn trichter gebildete Faden durch die Strömung der Fällflüssigkeit im Spinntrichter mitge rissen und dabei gestreckt wird. Mit diesem ersten Vorgang der Fadenbildung ist aber dler Koagulationsprozess in der Regel noch nicht beendet, sondern der Faden muss die eigentliche Verfestigung in einem oder meh reren weiteren Bädern gewinnen, welche je nach Art der Zusammensetzung der Spinn masse sehr verschieden beschaffen sein kön nen. So folgt beim Kupferseidespinnverfahren auf das eigentliche wässerige oder schwach alkalische Fällbad ein saures Bad.
Auch beim Viskoseverfahren ist schon vorgeschla gen worden, dem ersten Fällbad ein zweites oder mehrere solcher Bäder von unter sich gleicher oder verschiedener Zusammensetzung unachfolgen zu lassen. Solche Behandlungen zur Nachkoagulation wurden bisher in der Weise vorgenommen, dass der Faden nach Verlassen des eigentlichen Fällbades durch kleine Tröge oder röhrenartig ausgebildete, horizontal oder schwach geneigt angeordnete Rinnen durchgezogen wird und dort mit der zur Nachkoagulation benützten Flüssigkeit in Berührung kommt.
Es wurde nun gefunden, dass man einen besonders vorteilhaften Arbeitsgang erzielt, wenn man die zur Koagulation des Spinn gutes dienenden Flüssigkeitsgefässe derart an ordnet, dass das durch Vorkoagulation in einem ersten Gefäss gebildete :Spinngut in von der senkrechten Richtung nicht wesentlich ab weichendem Lauf durch mindestens ein wei teres von Fällflüssigkeitdurchströmtes Ge fäss zwecks Nachkoagulation durchgeführt wird.
Auf diese Weise erreicht man in erster Linie eine sehr gründliche Nachkoagulation; zudem findet eine weitere, wenn auch gerin gere 'Streckung des Spinngutes durch den Flüssigkeitsstrom im zweiten Gefäss statt, sofern dasselbe konisch ist, wodurch der ge sponnene Faden in seiner Qualität verbes sert wird.
Im Anschluss an die Koagulationsgefässe kann man mit Vorteil auch ein oder meh rere Waschgefässe mit strömender Wasch flüssigkeit in solcher Anordnung vorsehen, dass das koagulierte Spinngut diese Gefässe ebenfalls in annähernd senkrechtem Lauf durchzieht.
Durch die erwähnte Anordnung der Fäll gefässe wird überdies eine bedeutende Raum ersparnis erzielt. Es lassen sich pro Flächen einheit eines vorhandenen Raumes mehr Spinnstellen plazieren, als bei bekannten Ver fahren. Der Koagulationsweg lässt sich ohne Vergrösserung der Maschinengrundfläche in grossem Bereich beliebig verlängern, wodurch man in der Behandlung des aus dem Spinn trichter austretenden Spinngutes einen wei ten Spielraum hat, ohne die Erstellungs kosten der Spinnmaschine ungünstig zu be einflussen. Auch können auf diese Weise die Achsen der Abzugsräder senlikrecht zur Ebene der Spinntrichter angeordnet werden, wodurch die Auswechslung von Abzugsrä dern wesentlich erleichtert wird gegenüber dem Fall, wo alle Abzugsräder auf einer längs der Maschine laufenden Achse sitzen.
Nach Verlassen des letzten Koagulations beziehungsweise des Waschbades kann das Spinngut in üblicher Weise mittelst einer Abzugs- oder Transportvorrichtung entweder von einer Spinnschleuder, von einem Spinn haspel oder von einer Spinnspule aufgenorm- men werden.
Durch geeignete, zwischen den Fällge fässen eingeschaltete Vorrichtungen kann üb rigens das Spinngut mehr oder weniger ge spannt werden.
Die Vorrichtung zur Ausübung dieses neuen Verfahrens, welche ebenfalls einen Teil der Erfindung bildet, kennzeichnet sich da durch, dass zu einem ersten Koagulations gefäss, welches die übliche Form eines Trich ters haben kann, ein oder mehrere weitere, möglichst vertikal durchströmte Koagula- tionsgefässe von zum Beispiel zylindriselher, prismatischer, röhrenartiger, trichterartiger oder ähnlicher Form in solcher Anordnung zugeschaltet sind, dass das aus dem ersten Koagulationsgefäss kommende Spinngut in von der senkrechten Richtung nicht wesent lich abweichendem Lauf durch das oder die nachfolgenden Koagulationsgefässe zur Nach koagulation hindurchgeführt wird.
Für die Ausbildung der Koagulations gefässe verdient die trichterartige Form den Vorzug. Für den Fall, dass die Gefässe über einander angeordnet sind, kann man durch geeignete gegenseitige Stellung der Gefässe oder durch sinngemässe Ausbildung der Aus gangsöffnung derselben dafür sorgen, dass keine Flüssigkeit aus einem obern in das darunter befindliche Gefäss gelangt, falls ein Vermischen verschiedener Flüssigkeitea nicht tunliech wäre.
Bei einer besonderen Ausführungsform, welche vorzugsweise für das Kupferseide spinnverfahren vorgesehen ist, wurde gefun den, dass es bei trichterförmigen Gefässen durch Krümmung des Flüssigkeitsauslauf@s der Gefässe aus der Achse derselben lheraus möglich ist, die Flüssigkeit aus der Rich tung der Gefässachse fortzuleiten, so dass das Säurekoa.gulationsgefäss unmittelbar un ter .das Spinn-Koagulationsgefäss gesetzt wer den kann, ohne dass von letzterem Flüssigkeit in das erstere hineingerät und die Säure unnötigerweise verdünnt. Auch der Auslauf des Säurekoagulationsgefässes kann ähnlich geformt sein, damit die Säure schräg seit wärts fartgeleitet wird.
Die beiliegende schematische Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsbei spiele ,der Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung.
Beim Beispiel gemäss Fig. 1 ist 1 ein konischer Spinntrichter, an dessen unterem Ende ein gekrümmter Auslauf 2 vorgesehen ist. 3 ist der Flüssio,,keitseinla.uf am obern Trichterende. 4 ist ein unter dem Spinn trichter .angeordneter Säuretrichter mit ähn lichem Auslauf 5.
Das Spinngut, welches den Spinntrichter 1 in senkrechtem Lauf durchzogen hat, tritt nach Austritt aus dem selben in den Säuretrichter 4, der oben mit Säureflüssigkeit gespeist wird und den es ebenfalls in senkrechtem Lauf durchzieht, wird nach dem Austritt aus dem Säuretrieb- ter 4 um ein Abzugsrad 6 herumgeführt und im Zentrifugenspinntopf 7 gesammelt. 8 und 9 deuten die aus der Trichteracbse fortgeschleuderten Wasser- und Säurestrah len an.
Fig. 2 stellt in sinngemässer Anlehnung an Fig. 1 eine Ausführung dar für den Fall, dass die Ausläufe 2a, 5a der Trichter 1, 4 achsial gerichtet sind, dass jedoch die Trichter wesentlich mehr seitlich zueinander versetzt sind, so dass keine Flüssigkeit vom obern in den untern Trichter gelangt, und dass das Spinngut auf einem Haspel 10 aufgewik- kelt wird.
In Fig. 3 ist eine Vorrichtung dargestellt, welche beispielsweise für die Gewinnung von Kunstseide nach dem Viskoseverfahren ge eignet ist. Im Spinntrichter 1 findet die Bil dung eines Fadens statt. Von dort aus wvird der Faden in einen Fälltrichter 4 geführt, wo ein frisches Fällbad verfestigend auf die Faser wirkt, gelangt dann in ein trichter förmiges Gefäss 11, wo er gewaschen wird, um schliesslich auf eine Spule aufgerollt zu werden.
Um die Streckung des Fadens beeinflus sen zu können, ist in den Fadenlauf eine ver stellbare Fadenbremse 12 eingeschaltet. Mit- telst derselben kann man die Streckung des Fadens im Sinne einer Verstärkung oder Ver minderung der Spannung beeinflussen.
Fig. 4 stellt eine andere Ausführungs form dar, ähnlich derjenigen nach Fig. 2, jedoch mit dem Unterschied, dass die Koagu- lationsgefässe 1, 4 genau in einer Vertikalen untereinander angeordnet sind und der durch ziehende Faden nach dem Austritt aus den Gefässen mit Hilfe von Umleitwalzen 13 um Flüssigkeitsauffangbehälter 14 herumgelei- tet wird, die direkt unter dem Ausgang der Gefässe 1, 4 angebracht sind. Um das Einziehen des im Spinngefäss bereits vorkoagulierten Fadens in dem Fäll trichter zu erleichtern, lässt sich die Strö mungswirkung der hinunterströmenden Flüs sigkeit im Fälltrichter dazu gut ausnutzen, insbesondere dann, wenn man den Oberteil des Trichters gemäss Fig. 5 ausbildet.
Die Ko- agulationsflüssigkeit wird durch den Einlauf des Trichters in eine obere ringförmige Kam mer 15 desselben eingeleitet, fliesst aus die ser Kammer durch einen engen Ringspalt 16 aus und läuft längs der Innenwand des Trich ters herab, so dass durch die Strömung der Flüssigkeit auf den Faden eine gute Ein zugswirkung ausgeübt wird. Sollte der Fa den etwa beim Einziehen in den Trichter zu fällig die Trichterwand berühren und dort kleben wollen, so sorgt die Spülung längs der Wand ohne weiteres für den gewünschten Transport des Fadens nach unten.
Der Faden lässt sich zu Beginn des Spin nens besonders leicht in den Koagulations- trichter einführen, wenn derselbe beispiels weise gemäss Fig. 6 bei 17 seitlich geschlitzt und mit einem gleichfalls geschlitzten, eng anliegenden, drehbaren Aussenmantel 18 ver sehen ist. Wird beispielsweise letzterer so eingestellt, dass sein Schlitz mit demjenigen des Trichters 4 zur Deckung kommt, so kann der Faden durch die Schlitze hindurch leicht eingeführt werden (Fig. 7). Für den Betrieb wird der Mantel 18 so gedreht, dass er den Schlitz 17 des Trichters 4 abdeckt (F'ig. 6).
Die gegenseitige Verdrehung der genannten Teile 4 und 18 kann sogar dazu benutzt wer den, um während des Einziehens des Fadens die Flüssigkeitszufuhr abzustellen, indem der Flüssigkeitszulaufanschluss, der etwa hier am Mantel 18 vorgesehen ist, von der Eintritts öffnung des Trichters, die sich sonst mit die sem Anschluss deckt, wegbewegt wird.
Fig. 8 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher Spinntrichter 1 und Fällflüssigkeits- c"efäss 4 nicht untereinander, sondern seitlich nebeneinander angeordnet sind. Aber auch hier hat das Spinngut, welches hier von un ten her in das Gefäss 4 eintritt, einen im wesentlichen senkrechten Lauf. Dabei wird es durch das Gefäss 4 in zur Flüssigkeits strömung entgegengesetzer Richtung durch gezogen (Gegenstromprinzip).
Das Verfahren und die in den Beispielen beschriebenen Vorrichtungen lassen sich für alle Nassspinnverfahren anwenden. Insbeson dere ist die Erfindung von Wert zur ratio nellen Gewinnung von Kunstfasern nach dem Kupferoxycdammoniak- und dem Viskosever fahren.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Erzeugung von Kunst fasern nach dem Nass-Streckspinnverfah ren, dadurch gekennzeichnet, dass das durch Vorkoagulation in einem ersten Gefäss gebildete Spinngut in von der senkrechten Richtung nicht wesentlich abweichendem Lauf durch mindestens ein weiteres von Flüssigkeit durchström- tes Gefäss zwecks Nachkoagulation durch geführt wird. II.Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass zu einem ersten, von Flüssigkeit durchströmten Koagulations gefäss mindestens ein von Fällflüssigkeit möglichst vertikal durchströmtes K o agulationsgefäss in solcher Anordnung zugeschaltet ist, dass das aus dem ersten Koagulationsgefäss kommende Spinngut in von der senkrechten Richtung nicht wesentlich abweichendem Lauf durch das nachfolgende Koagulationsgefäss zur Nachkoagulation hindurchgeführt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass im unmittel baren Anschluss an die Nachkoagulation das Spinngut in einem Gefäss bei im we sentlichen senkrechten Lauf durch das selbe einem Waschen unterworfen wird. 2.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass bei Über einanderanordnung der Gefässe und bei Anbringung eines Flüssigkeitszulaufes am obern und eines Flüssigkeitsablaufes am untern Ende der Gefässe der Flüssig- keitsaulauf derselben derart angeordnet ist, dass die auslaufende Flüssigkeit schräg aus der Richtung der Gefässachse abgeleitet wird, zum Zwecke, ein Ein strömen von Flüssigkeit aus einem obern Gefäss in ein unteres zu verhüten. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die mit.Flüssigkeitsein- und -auslauf versehenen Gefässe übereinander liegend seitlich zu einander derart versetzt sind, dass ein Einströmen von F'lüss.igkeit aus einem obern Gefäss in ein unteres vermieden wird. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anord nung der Gefässe senkrecht übereinander unter diesen Flüssigkeitsauffangbehälter und Umlenkorgane für das aus den G e- fässen austretende Spinngut zum Umfüh ren jener Behälter vorgesehen sind. 5.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gelienäzeichnet, dass die Gefässe als Trichter ausgebildet und im Oberteil mit einer ringförmigen Kammer für den Gutritt der .Flüssigkeit versehen sind, aus der dieselbe im Spülstrom durch einen Ringschlitz austreten kann, um vorzugs weise an der Innenwand des Trichters entlang nach unten zu strömen. 6. Vorrichtung nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Gefässe, in welche das Spinngut von der .Seite her einzuführen ist, geschlitzt.und mit einem Abschlussstück versehen sind, wobei zwischen diesen Teilen eine solche Relativbewegung ermöglicht ist, dass der Gefässschlitz für das Einführen des :Spinngutes freigelegt und für den Betrieb abgeschlossen werden kann. 7. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und Unteranspruch 6, dadurch gekenn zeichnet, dass mit Freigabe des Gefäss schlitzes zur Einführung des Spinngutes auch eine Unterbrechung des Flüssig keitseinlaufes in das Gefäss erzielbar ist. B.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass in den Lauf des Spinngutes ausserhalb der Gefässe mindestens eine regelbare Bremse einbe- schaltet ist, um die Streckung des Spinn gutes im Sinne einer Verstärkung oder Verminderung der Spannung beeinfluss- sen zu können. 9. Vorrichtung nach Patentanspruch II. dadurch gekennzeichnet, dass die Gefässe nebeneinander, dabei aber derart ange ordnet sind, dass das Spinngut sie in we sentlich senkrechter Richtung, und zwar im Nachlkoagulierungsgefäss entgegenge setzt zur Strömunbsrichtung der Flüssig keit durchzieht.
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