CH140079A - Verfahren zur Gewinnung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus zellulosehaltigen Stoffen. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus zellulosehaltigen Stoffen.Info
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Description
Verfahren zur Gewinnung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus zellulosehaltigen Stoffen. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Gewinnung von nicht für Nah rungszwecke bestimmtem Zucker aus zellu- losehaltigen Stoffen mit Hilfe starker Säu ren, insbesondere von Salzsäure.
Gemäss dem Verfahren werden die zellulosehaltigen Aus gangsstoffe, wie17ellulose selber, Holz und der gleichen, durchBehandlung mit flüchtigen Säu ren, insbesondere Chlorwasserstoifsäure, aufge- schlossen, dass heisst in saure Zelluloselösung übergeführt, und die letztere ohne vorherige Entfernung der Säure durch direkte Einwir kung von Wasserdampf,
zum Beispiel von wasserdampfhaltigen Gasgemischen. einer schnell verlaufenden Hydralyse unterworfen, worauf sie entsäuert wird.
Man kann zum Beispiel derart verfahren, dass man zellulosehaltige Ausgangsstoffe, wie Sägemehl und dergleichen, in an sich bekannter Weise bei An- oder Abwesenheit von Katalysatoren in Gegenwart geringer Mengen von Flüssigkeit durch Einwirkenlas sen von Chlorwasserstoffgas- unter Kühlung, zweckmässig unter Bewegung desi Gutes,
auf- schliesst und! das so, erhaltene Aufschluss- produkt unter Verzicht auf zuvorige Ent fernung der Salzsäure kurze Zeit, zum Beispiel. 10 bis 15 Minuten, zweckmässig un ter Bewegung des Gutes, zum Beispiel in einer umlaufenden Trommel, mit Wasser dampf behandelt.
Nach Entsäuerung und Trennung des hierdurch hydlrolysierten Pro duktes von unlöslichen Bestandteilen (Lignin- substanz) erhält man als Endprodukt des vorliegenden Verfahrens ein Gemisch von Monosen mit höheren Zuckerarten, welches gegenüber den bisher erhaltenen Aufschluss- produktsn den grossen. Vorzug besitzt,
dass! die darin befindlichen höheren Zuckerarten. durch einfache Kochprozesse bei gewöhnlichem oder erhöhtem Druck in Gegenwart von Wasser und wenig Säure ebenfalls in vergärbare Monosen übergeführt werden können.
Der Aufschluss des zelluloseh.altigen Aus gangsmaterials wird zweckmässig unter Ver wendung von vorher tief gekühltem Chlor- wa,sserstoffgas oder gekühlten Mischungen desselben mit inerten Verdünnungsmitteln. wie zum Beispiel Luft, durchgeführt, ge gebenenfalls unter Mitwirkung indirekter Kühlung.
Man kann zum Beispiel den, Chlor wasserstoff auf Temperaturen bis zu -10 und tiefere Temperaturen herunterkühlen und ihn in diesem Zustande zur Einwirkung auf das zellulosehaltige Material bringen. Durch derartige Massnahmen gelingt es, auch bei der betriebsmässigen Verarbeitung grosser Mengen von Sägespänen oder dergleichen den Aufsehlussprozess bei sehr niedrigen Tempe- raturen, vorzugsweise solchen unterhalb 0 C, durchzuführen, unter Vermeidung vor zeitiger Zuckerbildung,
welche für die Durch führung des Dampfverzuckerungsprozesses unerwünscht ist.
Es hat sich weiterhin gezeigt, dass es insbesondere beim Arbeiten in Anwesenheit beschränkter Flüssigkeitsmengen (Wasser bezw. Salzsäure) und Anwendung von Tief kühlung gelingt, den Aufschlussprozess unter Bedingungen durchzuführen, bei denen eine Überführung des zellulosehaltigen Material in schleimigen oder breiigen Zustand nicht stattfindet und trotzdem eine vollständige Überführung der Zellulose in die gewünschte salzsäurelösliehe Form zu erzielen.
Bei die ser Arbeitsweise erhält man ein Aufschluss gut, welches ein nach loses Material dar stellt, dessen einzelne Teilchen im wesent lichen ihre ursprüngliche .Struktur beibehal ten haben.
Ein derartiges Aufschlussgut ist für die anzusehliessende Dampfverzuckerung ganz besonders geeignet, da es möglich ist, durch Zuführung von Dampf unter Bewe- gung des Gutes die Gesamtheit der Teilchen gleichmässig und rasch unter Zufuhr des für die Hydrolyse erforderlichen Wassers durch Kondensation auf die gewünschte Ver- zuckerungstemperatur zu bringen.
In Ausübung der Erfindung kann man zum Beispiel wie folgt verfahren.
Sägespäne worden durch Zugabe geringer Mengen vorn Salzsäure auf einen geringen Flüssigkeitsgehalt eingestellt, zum Beispiel derart, dass auf 1 kg trocken gedachte Säge späne 1 Liter Salzsäure anwesend ist. Der Aufschluss erfolgt unter Zuleitung von tief gekühltem Chlorwasserstoffgas oder eine tief gekühltem Gemisches von Chlorwasser stoffgas und Luft unter mässiger Bewegung des Gutes, zum Beispiel in einer Drehtrommel.
Erforderlichenfalls kann die Kühlwirkung noch durch Aussenkühlung unterstützt wer den, zum Beispiel derart, dass man in Auf schluss'gefässen arbeitet, welche einen Hohl mantel besitzen, durch welche Kühlflüssig keiten, zum Beispiel Chlomcalciumlösung, ge leitet werden.
Nach erfolgtem Aufsc.hluss, wel cher im allgemeinen eine Stunde und we niger erfordert, wird das Gut im gleichen oder, in einem andern Gefäss.
.der Dampf verzuckerung unterworfen. Es empfiehlt sich, den Verzuckerungsproze & unmittelbar an den Aufschliessungsprozess anzuschliessen, um die Berührung der Zellulose mit der starken Salzsäure nach Möglichkeit abzukürzen, Nach erfolgter Dampfverzuckerung, wel che im allgemeinen nur 10 bis 15 Minuten in Anspruch nimmt, wird das Produkt ent säuert und aufgearbeitet.
Man verfährt zum Beispiel derart, dass' man zum Beispiel mit Hilfe von Zentrifugen die Zuckerlösung von der ungelösten Ligninsubsta.nz trennt, welch letztere zum Beispiel mit Salzsäure, zweck- mässig in dünnen Waschwässern aus früheren Waschungen oder Wasser oder Dampf, aus gewaschen wird.
Zwecks Entsäuerung der Lösung kann man zum Beispiel derart verfahren, dass man heisse inerte Gase, zum Beispiel heisse Luft von 90 bis<B>100'</B> in die Zuckerlösung ein bläst, zweckmässig in stehenden, zum Bei spiel zylindrischen, vorteilhaft beheizbaren, zum Beispiel mit Doppelmental versehenen Gefässen.
Die Heizflüssigkeit im Dopp:,@l- mantel wird zum Beispiel auf etwa.<B>65</B> gü- halten. Die Wärmezufuhr bei dem Entsäue- rungspsozess wird zweckmässig so geregelt, dass die Temperatur der zu entsäuernden Lö sung, beziehungsweise des daraus entstehen den Zuckersirups 70 nicht überschreitet. Vorteilhaft wird die Temperatur unter 65 gehalten.
Gleichzeitig mit der Entsäuerung findet eine Kanzentra@t.ion statt. Nach zum Beispiel ein bis zwei ,Stunden erhält man einen Zuckersirup, welcher alsdann nach übli chen Methoden weiterverarbeitet werden kann. Man kann die Ehtsä.uerun,g des Sirups ge gebenenfalls noch durch Anwendung von Va kuum oder dergleichen Methoden vervollstän digen, was aber im allgemeinen nicht er forderlich ist.
Die Entsäuerung kann ohne Schwierigkeiten so weit getrieben werden, dass das Endprodukt nach üblicher Nach behandlung durch Erhitzen in Gegenwart von Wasser ohne weiteres vergoren werden kann.
Die ans der Zuckerlösung und der L2gnin- substanz zurückgewonnene .Salzsäure kann mau wieder nutzbar machen, zum Beispiel derart, dass man sie konzentriert und ver flüssigt und den durch Entspannung des ver- flüssigten Chlorwasserstoffes mit tiefer Temperatur abgehenden Chlorwasserstoff zur Einwirkung auf zelluloseha,
ltiges Aufschluss'- material bringt. Die entwässerte Zucker lösung, welche aus einem Gemisch von xLo,- nosen und Polyosen besteht, welches Gemisch das Endprodukt des Verfahrens darstellt, kann durch Anwendung bekannter Methoden in an sich bekannter Weise, zum Beispiel durch Erhitzen in Gegenwart von Wasser und geringen Mengen von Säure, bei gewöhn lichem .oder erhöhtem Druck in ein Produkt übergeführt werden, welches fast ausschliess lich (bis zu<B>90%</B> und mehr)
aus vergärba.ren Monosen (Glukose) besteht.
Es ist bereitss bekannt, zed.lulosehaltiges Material unter Anwendung geringer Flüssig keitsmengen und, unter Kühlung, gegebenen falls .auf Temperaturen unter Zimmertempe- ratur, mit der Massgabe aufzuschliessen, da.ss Quellung der Zellulosebestandteile des Holzes stattfindet, wobei das Holz sich dunkelgrün bis schwarz färbt und völlig weich und schleimig wird (vergleiche deutsche Patent schrift Nr.
ä05690). Das so erhaltene schlei mige Aufschlussgut wird nach dieser Arbeits weise nach erfolgter Sättigung mit Salzsäure längere Zeit (etwa vier Stunden) stehen ge- laesen,
hierauf zwecks Entfernung der Salz- säure evakuiert oder mit indifferenten Ga.- s#-n behandelt und ailsdann unter Zugabe von Wasser in einem Autosklaven anderthalb Stunden lang auf 125 C erhitzt.
Von dieser Arbeitsweise unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, dass das aufgeschlossene Gut nicht etwa viele Stun den stehen gelassen wird, sondern einer Schnellhydrolyse durch Dampfbehandlung unterworfen wird, wobei Verzuckerung inner halb 10 bis 15 Minuten unter Vermeidung störender Nebenreaktionen und Erzielung eines Produktes erfolgt, welches bis zu 90 und mehr in vergärungsfähige Monosen über führbar ist. Ein aderartiger Erfolg ist nach dem bekannten, viele Stunden für seine Durchführung in Anspruch nehmenden Ver fahren nicht erreichbar.
Es ist weiterhin bereits bekannt, Säge mehl und dergleichen Ausgangsstoffe unter Vermeidung der Schleim- oder Breibildung aufzuschliessen (vergleiche deutsche Patent- schrift Nr. 391596). Bei diesem bekannten Verfahren wird Idas zellulosehaltige Aus gangsmaterial scharf getrocknet, hierauf mit 40 % iger, also überkonzentrierter, Salzsäure, welche in einem besonderen Verfahren her gestellt werden muss,
durchtränkt und das Gut alsdann in einer verhältnismässig kom plizierten Apparatur in dünnen Schichten dem Aufschluss bezw. der Verzuckerung un terworfen. Hierbei wird derart verfahren, dass das mit 40%iger Salzsäure vermischte Holz material mit Chlorwaoserstoffgas übersättigt wird, worauf die Masse zwecks Zucker bildung in dünnen Schichten bei zwischen 12 und<B>50'</B> liegenden Temperaturen digeriert wird, was je nach der Temperatur bis 11 Stunden,
bei niedrigeren Temperaturen län gere Zeit beansprucht.
Von diesem Verfahren unterscheidet sich das vorliegende dadurch, dass ein vielstündi- ges Einwirken der hochkonzentrierten Säure auf das zellulosehaltige Materiajl, zum Bei spiel Holz, nicht stattfindet. Man kann viel- mehr das zellulos.ehaltige Ausgangsmaterial, insbesondere in Gegenwart beschränkter Flüssigkeitsmengen und unter Kühlung, durch Einwirkung flüssiger Säuren,
zum Bei spiel von Chlorwasserstffgas, in kurzen Zeit- r'äumen, zum Beispiel einer Stunde, aufschlie ssen und durch Einwirkung von Dampf auf das Aufseblussgut dieses in 10 bis 15 Mi- nuten vollständig verzuckern.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung von nicht für Nahrungszwecke bestimmtem Zucker aus zellulosehaltigen Ausgangsstoffen mit Hilfe starker Säuren, dadurch gekennzeichnet,dass das zellul.osehaltige. Material durch Einwir kung flüchtiger Säuren aufgeschlossen und das erhaltene Aufschlussprodukt ohne vor herige Entfernung der Säure einer Schnell hydrolyse durch direkte Einwirkung von Wasserdampf unterworfen und entsäuert wird.UNTERANSPRtTCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellhydrolyse mit einem Wasserdampf enthaltenden Gasgemisch durchgeführt wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch. dadurch gekennzeichnet, dass der Aufschluss des zellulosehaltigen Materials in Gegenwart geringer Flüssigkeitsmengen unter Küh lung und Bewegung des Gutes durch Chlorwasserstoffgas erfolgt. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufschluss des zellulosehaltigen Materials unter Anwendung von vorher tief gekühltem Chlorwasserstoffgas durch- geführt wird. 4.Verfahren nach P:atentansprueh, dadurch gekennzeichnet, d.ass der Auf schluss un ter Verwendung von tief gekühlten Mi- schungen von Chllorwasserstoffgas mit inerten Verdünnungsmitteln: durchgeführt wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gut einerseits durch Verwendung von vorher tief ge kühltem Chlorwassenstoffgas, einer di rekten Kühlung während des Aufschluss- prozesses und ,anderseits noch einer zu sätzlichen Aussenkühlung unterworfen wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, @dass der Aufschluss un ter Bewegung des Gutes durchgeführt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufschluss un ter Vermeidung der Verschleimung oder Breibildung durchgeführt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellhydrolyse bei Temperaturen von etwa 70 C durch geführt wird. 9.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch durch gekennzeichnet, da.ss die durch Schnellhydrolyse des aufgeschlossenen Gutes mit Wasserdampf erhaltene, von unlöslichen Bestandteilen getrennte Zuk- kerlösung durch Behandeln mit heissen inerten Gasen entsäuert und hierbei gleichzeitig konzentriert wird. 10.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Entsäuerung und Konzentrierung der Zuckerlösung bei Temperaturen er folgt, welche<B>70'</B> nicht übersteigen.
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