Verfahren zur Herstellung von lichtempfindlichen Schichten mittelst Diazoverbindungen. Es ist bekannt, dass sich Diazoverbindun- gen zur Herstellung von negativen und po sitiven Lichtbildern eignen. In Betracht kommen hierfür besonders die Diazoverbin- dungen der Aminophenole und -naphtole, da sie sich durch grosse Beständigkeit und Licht empfindlichkeit auszeichnen.
Für den Nega- tivprozess wurden besonders Diazosa,licyl- säuren und die Diazoverbindungen der Ami- nonaphtole (siehe Schweiz. Patentschrift 103906) vorgeschlagen. In der Schweiz. Pa tentschrift 103906 sind als solche die Diazo- verbindungen der 1.2- oder 2.1-Aminooxy- naphtaline oder deren Derivate genannt. Als Derivat ist die 1-Diazo-2-oxynaphtalin-4-sul- fosä,ure angegeben.
Es wurde nun gefunden, dass man aus gezeichnete kontrastreiche Bilder mit dunk len Tönen erhält, wenn man die Diazoverbin- dungen von Aminonaphtolcarbonsäurexi zur Herstellung der lichtempfindlichen Schich- ten auf einer beliebigen Unterlage verwen det.
Man kann die Diazoverbindungen der Aminonaphtolcarbonsäuren in saurer, neutra ler oder alkalischer Lösung auf die Unter lage, wie zum Beispiel Papier, Cellulosefilm aufbringen.
Will man besonders stabile Schichten er halten, so bringt man die Diazoverbindung in saurer Lösung auf die Unterlage. In die sem Fall ist es, wenn man negative Bil der erhalten will, erforderlich, dieses Pa pier vor der Belichtung kurz mit Ammoniak dampf zu behandeln.
Ein derart behandeltes Papier gibt dann unter einer 'Vorlage ebenso wie Papiere die mit neutralen oder alkali schen Lösungen der Diazonaphtolcarbon- säuren behandelt worden sind, .dunkle, tief- violette bis blauschwarze Bilder, die sich noch durch Zusätze von Metallsalzen zur Schicht oder durch Nachbehandlung mit Me- tallsalzlösungen im Tone und in der Haltbar keit beeinflussen lassen. Doch zeichnen sich bereits die nur mit Wasser gewaschenen Bil der durch eine gute Lichtechtheit aus.
Weiter kann man, wie bereits bekannt. der lichtempfindlichen Schicht Kolloide, wie zum Beispiel Gelatine oder die Haltbarkeit erhöhende Stabilisatoren, wie zum Beispiel Na,phtalintrisulfo[äure und andere, beifügen. Beispiele: 1. Man bestreicht oder tränkt Papier oder Film mit einer Lösung aus 1,6 Gewichtstei len 1-Diazo-2-oxy-3-naphtoesäure und 20 Raumteilen verdünnter Natronlauge und trocknet. Hierauf wird unter einem Negativ belichtet und, nachdem das positive Bild gut sichtbar geworden ist, mit Wasser ausgewa schen.
Man erhält ein blauschwarzes Bild auf reinweissem Grund, das durch Nachbe handlung mit Metallsalzen in mannigfaltiger Weise getönt werden kann. Zum Beispiel erhält man mit Kupferlösungen neutrale, schwarze Töne.
2. Man bestreicht Papier mit einer Lö sung von 4 Gewichtsteilen 1-Diazo-2-oxy-6- naphthoesäure in 50 Raumteilen verdünnter Natronlauge und trocknet. Beim Belichten unter einem Negativ entsteht ein positives Bild, das nach dem Wässern olivgrün mit rein weissem Grund erscheint.
3. Ein mit einer gehärteten Gelatine schicht überzogenes Papier wird mit einer Lösung von 2 Gewichtsteilen des Na-Salzes der 1-Diazo-2-oxy-3-naphtoesäure in 100 Raumteilen Wasser behandelt, getrocknet, unter einem Negativ belichtet und nach dem Wässern nachgekupfert. Man erhält ein schwarzes Bild. 4. Mit einer Lösung von 2 Gewichtsteilen Trinatriumphosphat, 4 Gewichtsteilen 1.- Diazo--2-o:cy-3-naphtoesäure und der zum Erhalt einer klaren Lösung erforderlichen Menge Natronlauge in 50 Raumteilen Wasser wird Papier bestrichen und getrocknet.
Nach dem Belichten unter einem Negativ und Aus waschen werden Bilder mit blauschwarzen Tönen und sehr guten Weissen erhalten.
5. 4 Gewichtsteile 1-Diazo-2-oxy-3-naph- toesäure und 2 Gewichtsteile Trinatriumphos- phat werden in 25 Raumteilen verdünnter Natronlauge gelöst und mit einer Lösung von 1,2 Gewichtsteilen Borsäure und 0,3 Ge wichtsteilen Weinsäure in 25 Raumteilen Wasser vereinigt. Das mit dieser Lösung in üblicher Weise hergestellte Papier liefert Bilder mit blauschwarzen Tönen und sehr guten Weissen.