Mehrzylindrige Dampfmaschine. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine mehrzylindrige, doppelwirkende Dampf maschine mit Kondensator. Gemäss der Er findung besitzt die Dampfmaschine min destens drei Zylinder gleicher Grösse mit je einem entlasteten Schieber.
Eine derartige Maschine hat in der Praxis gute Resultate ergeben, insbesondere wenn Dampf von niedriger Spannung be nutzt wurde.
In der beiliegenden Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfin dungsgegenstandes teilweise schematisch dar gestellt, und zwar zeigt Fig. 1 eine doppelwirkende Mehrzylin- der-Dampfmaschine in Seitenansicht; Fig. 2 bis 5 zeigen verschiedene Ausfüh rungsbeispiele des Schiebers je in einem Schnitt.
Auf einer Grundplatte 1 sind drei Säu lenpaare 2, 3, 4 befestigt. Jedes Säulenpaar trägt einen Zylinder 5, bezw. 6, bezw. 7, die alle gleich gross und gleich gebaut sind. Die vordere Säule 3 ist in der Zeichnung nicht dargestellt. Die Zylinder besitzen Kol ben 51, 61, 7', die mit den Kurbeln 12 einer gemeinsamen Kurbelwelle 8 mittelst Kolben stangen 9, Kreuzköpfen 10 und Pleuelstan gen 11 verbunden sind. Die Kurbelwelle 8 läuft in Lagern 13 der Grundplatte 1. Sie weist am einen Ende ein Kupplungsstück 14 auf; am andern Ende besitzt sie eine Schnecke 15 zum Antreiben einer Pumpe, die zwischen dem Dampfkessel und einem Kondensator 16 eingebaut ist. Die Zylinder 5, 6, 7 entleeren sich unabhängig voneinan der durch je eine besondere Leitung in die sen Kondensator 16.
Die Sehiebergehäuse 17, 18 und 19 sind an ihrer obern Seitenwand an eine Dampf zuleitung 20 angeschlossen, während nach den Fig. 2, 3 und 4 die Frischdampfieitung an den Deckel des Schiebergehäuses ange schlossen ist. Die übrigen Anordnungen und Teile stimmen in den Fig. 1-4 miteinander überein. In den Schiebergehäusen ist je ein entlasteter Schieber a angeordnet. Zum An trieb der Schieber sind Exzenter vorgesehen, die auf der Kurbelwelle angeordnet sind und deren Bügel 21 mittelst Stangen 22 an Ar men 23 von Büchsen 24 angelenkt sind.
Die Büchsen 24 sind auf einer Achse 25 an geordnet, die auf der Grundplatte 1 gelagert ist. Mit den Armen 26 der Büchsen 24 sind die Stangen 27 der Schieber a verbunden.
Die Kurbelzapfen 12 werden von Ring scheiben 28 getragen, die als Schwungräder wirken, um die Ungleichmässigkeiten in der Drehgeschwindigkeit der Welle zu vermin dern. Beim Betrieb der Maschine werden die für jeden Zylinder bestimmten Dampfmengen unabhängig voneinander in die einzelnen Schiebergehäuse 17, 18, 19 geführt.
Die Kolben setzen die Kurbelwelle mit- telst des Gestänges 9, 10, 11, 12 in Drehung. Infolge der Drehung der Kurbelwelle setzen die Exzenter die Stangen 22 in hin- und hergehende Bewegung, wobei die Elemente 23, 24, 26 Schwingungen ausführen. Dadurch werden die Schieber a vermittelst der Stan gen 27 hin- und hergeschoben. Die Schieber arbeiten in vorausbestimmter Reihenfolge. Der Dampf wird nach der Expansion durch die Schieber nach aussen geführt und durch die Kolben nach dem Kondensator 16 ge drückt.
Gemäss Fig. 2 besitzt der Schieber a einen Dampf-Einlasskanal c ; er beherrscht die Einlasskanäle d und den Ausströmkanal e. Indem die Frischdampfleitung an den Deckel des Schiebergehäuses angeschlossen ist und der Schieber a den Dampfeinlasskanal c auf weist, ist auch der Schieber in der in Fig.2 gezeigten Stellung an die Dampfleitung an geschlossen. Der im Innern f des Gehäuses frei verschiebbare Schieber a wird mittelst Federn und einer Platte g auf den Schieber spiegel gepresst.
Die Platte besitzt einen rohrförmigen, zentral angeordeten Teil lt, der mittelst einer Stopfbüchse i abgedichtet ist. Wenn der Schieber hin- und hergebt, so tritt Dampf durch einen Kanal in der Platte und den Kanal c ein und füllt das Innere des als Behälter ausgebildeten Schiebers a. Dann wird der Zufluss abgesperrt und der Dampf tritt in einen der Kanäle d über. Beim Rücklauf des Schiebers a wird letzterer noch mals gefüllt und entleert sich in den zwei ten Kanal d. Der Dampf strömt jeweils durch den Kanal e aus.
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungs form des Schiebers und des Gehäuses. Ge gen den Schieber a, der im Raum f des Schiebergehäuses über dem Schieberspiegel leicht verschiebbar angeordnet ist, liegt eine Platte j ; diese besitzt einen Dampfzulei- tungskanal, welcher an eine in der Zeich nung nicht dargestellte Dampfzuleitung an geschlossen ist. Auf der ausserhalb des Ge häuses liegenden Seite besitzt die Platte j seitliche Vorsprünge k, gegen welche Federn wirken, die bestrebt sind, die Platte j auf den Schieber und damit letzteren selbst auf den Schieberspiegel zu pressen.
Zum Abdich ten der Platte j in der Wandung des Schie- bergehäuses dient eine Stopfbüchse m.
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungs form, bei welcher wieder eine Platte j -vor gesehen ist, die mittelst Federn gegen eine Fläche des Schiebers gepresst wird, die pa rallel zum Schieberspiegel liegt. Der Schie ber ist oben. offen; die Kanäle d werden ab wechselnd mit dem Raum f des Schieber gehäuses in Verbindung gebracht, um Dampf auf die eine oder andere Seite des Kolbens zu führen.
Bei der Ausführung nach Fig. 5, welche die Zuführung des Frischdampfes entspre chend der Fig. 1 zeigt, ist der Dampfraum f in einem Gehäuse angeordnet, in welch letz teres der Dampf durch die Leitung o zuge führt wird. Der Schieber a wird durch eine Platte g und durch auf diese wirkende Fe dern auf den Schieberspiegel gepresst. Diese Ausführung entspricht derjenigen nach Fig. 2.
Aus dem Obigen geht hervor, dass die Schie ber so ausgeführt sind, dass Dampf nur je einmal für jeden Kolbenhub zugeführt wird und dass die Schieber zu einem grossen Teil entlastet sind, weil der Frischdampfdruck innerhalb der Schieber auf die gegen die Schieberspiegel zu liegende Fläche und die ihr gegenüberliegende Fläche wirkt und weil die Schieber mit einer nachgiebig gehaltenen Platte zusammen arbeiten. Der Kraftverlust durch Reibung wird daher wesentlich ver mindert.
Statt wie in der Zeichnung dargestellt, könnten auch mehr als drei Zylinder glei cher Grösse vorgesehen werden.