Tastschaltung für Röhrensender. Bei Sendern mittlerer und grösserer Lei stungen ist die vom Tastrelais zu bewältigende Leistung schon so gross, dass mit normalen Telegraphenrelais meist nicht mehr gearbeitet werden kann. Da es im Interesse grosser Wortgeschwindigkeiten, sowie wegen der Preis frage nicht wünschenswert ist, mit grossen Relais und grossem Hub zu arbeiten, wurde bisher eine Tastschaltung über Röhren an gewandt, bei der Röhren in Gittergleichstrom Modulationsschaltung verwendet wurden. Das Gitter dieser Röhren war durch eine über einen hohen Widerstand angelegte EMK., zum Beispiel mittelst eines Gleichrichters, so stark negativ gemacht, dass die Röhre sperrte.
Die Tastvorrichtung lag hierbei zwischen Gitter und Kathode des Modulationsrohres. Bei die ser Schaltung hatte erstens das Relais die volle Gittergleichspannung gegen Erde (Scheitel wert der Gitterwechselspannung des Steuer senders beziehungsweise bei Anwendung einer Sperrspannung noch beträchtlich mehr), zwei- tens ist der Gleichstromwiderstand der Mo dulationsröhren bei Verbindung von Gitter und Kathode ziemlich hoch, so dass man zur Erzielung des gewünschten Gittergleichstrom widerstandes meist eine grössere Anzahl paral lel geschalteter Röhren benötigte.
Auf der beigefügten Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung veran schaulicht.
In beiden Figuren bezeichnet H die zu tastende Senderöhre, der über den Transfor mator<B>8</B> die steuernden, hochfrequenten Schwingungen zugeführt werden. 31 bezeich net die Modulationsröhre, die vom Gitter gleichstrom der Senderöhre H durchflossen wird. B ist eine Vorspannungsbatterie, die über einen Widerstand der Gitterelektrode der Röhre M eine negative Spannung erteilt. T ist die Tastvorrichtung. .
Die zu beschreibenden Schaltungen unter scheiden sich von den bisher gebräuchlichen dadurch, dass die Tastvorrichtung T, statt wie bisher zwischen Gitter und Kathode des Modulationsrohres M, zwischen Gitter und Anode dieses Rohres gelegt wird, und zwar entweder direkt oder über einen Widerstand R. Im geöffneten Zustand der Taste stellt das Modulationsrohr infolge der Vorspannungs- batterie B einen hohen Gleichstromwiderstand für den das Modulationsrohr durchfliessenden Gittergleichstrom der Röhre H dar.
Infolge dessen wird der Gittergleichstrom der Röhre H einen grossen Spannungsabfall an der Röhre M erzeugen und somit das Gitter der Röhre H auf negatives Potential bringen, wodurch der Schwingungsvorgang an der Röhre H ge sperrt wird. Im getasteten Zustand nimmt das Gitter der Modulationsröhre je nach der Grösse des Widerstandes R (Fix. 1) in dem Tastkreis eine mehr oder minder -positive Vorspannung gegenüber seiner Kathode an, die maximal gleich der Anodenspannung selbst sein kann.
Die Röhre hat in diesem Zustande naturgemäss einen viel kleineren innern Wi derstand, wodurch sich das Spannungsgefälle des Gittergleichstromes verringert und dadurch die negative Vorspannung des Gitters der Hauptröhre H aufgehoben wird. Auf diese Weise kommt man mit einer geringeren An zahl von Taströhren aus. Ausserdem liegt das Tastrelais an Erde, was wegen Nachstellung im Betrieb besonders wünschenswert ist. Selbst bei direktem Kurzschluss von Gitter und Anode fliesst nur ein geringer Betrag des gesamten zu tastenden Gittergleichstromes über die Taste, so dass auch grosse Leistungen mit kleinen Relais getastet werden können.
Dieselbe Tastschaltung ist auch bei Ton sendern, das heisst bei Sendeschaltungen, die durch einen konstanten Modulationston ge steuert werden, möglich. Eine solche Schal tung ist in Fig. 2 beispielsweise dargestellt. Zur Erzeugung des konstanten lliodulations- tones sind Anoden und Gitterkreis der Röhre 31 so rückgekoppelt, dass bei geschlossener Taste<I>T</I> die Röhre M als Schwingungsgene rator wirkt, dessen Frequenz durch die Ab stimmung des in der Abbildung im Anoden kreis vorgesehenen Schwingungskreises ge geben ist.
Parallel zur Gittervorspannungs- batterie B der Modulationsröhre ist zweck mässigerweise ein Kondensator geschaltet. In dem angegebenen Falle ist der zwischen Gitter und Anode des Modulationsrohres liegende Widerstand R so gross gewählt, dass der an ihm entstehende Spannungsabfall infolge des durchfliessenden Gittergleichstromes die Ano denspannung kompensiert, damit das Gitter während des Betriebes keine positive Vor spannung erhält.