CH141555A - Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden.

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  Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden.    Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver  fahren zur Herstellung von Seife in Form  ganz feiner Fäden, das ist von Fäden, die  weniger als     11/s    mm Durchmesser besitzen,  und die demgemäss auch in kaltem Wasser  schnell löslich sind. Zwecks Hervorbringung  solcher Erzeugnisse müssen zwei Bedingun  gen erfüllt werden,     nämlich    einmal muss eine  Masse ermittelt werden, die sich dazu eig  net, solche ganz feine Fäden daraus her  zustellen, und sodann muss ein auf eine  solche Masse anwendbares Verfahren gewählt  werden, das die vorhandene     Seifenmasse    auf  möglichst billigem Wege in solche ganz feine  Fäden überzuführen gestattet.  



  Es sind nun allerdings schon viele Seifen  massen und Verfahren zur Herstellung von  Seifenflocken, Nudeln oder Körnern vorge  schlagen worden, insbesondere von dem Er  finder vorliegenden Verfahrens, aber es  ist nicht leicht, alle Anforderungen gleich  zeitig zu erfüllen, die an ein billiges Her  stellungsverfahren und an ein     Erzeugenis       gestellt werden, das ein gutes Aussehen hat,  beim Lagern nicht auswittert oder schrumpft,  sich insbesondere schnell und klar in Wasser  löst und der Wäsche nicht schädlich ist.  



  Es ist von anderer Seite auch schon     vor-          gesehlagen    worden, Seife in flüssigem Zu  stande     mittelst    Pumpen durch Mundstücke  zu pressen, die eine grössere Anzahl von  kleinen Löchern, von etwa 1/4 mm Durch  messer, haben. Die austretende flüssige Seife  soll dann infolge der grossen Oberfläche un  ter     günstigen    Verhältnissen in Form kleiner  Fäserchen so schnell erstarren und antrock  nen, dass sie durch Nachtrocknen nicht mehr  zusammenbackt. Dies Verfahren steht jedoch  den bekannten     Zerstäubungsverfahren    nach  und führt auch nicht sofort zu ansehnlichen  und verkaufsfähigen Erzeugnissen, vielmehr  erst zu Zwischenprodukten, die noch weiter  verarbeitet werden müssen.  



  Demgegenüber schlägt der Erfinder vor,  zur Herstellung ganz feiner Seifenfäden von  den erwähnten Eigenschaften so zu verfah-      en, dass man der zu verarbeitenden Seifen  masse so     viel        Alkalisalz    zugibt, dass noch  kein     Aussalzen    erfolgt.

   Alsdann wird die  so erhaltene Mischung in nicht flüssigem  Zustand durch feine Düsen von höchstens  11/2 mm Durchmesser     verpresst.    Als solche  Salze dienen zum Beispiel Soda, Pottasche,  Natrium- oder     Kaliumkarbonat,        Kalium-          oder    Natriumsulfat, Kalium- oder Natrium  phosphat, Kalium- oder     Natriumsilikat,    Ka  lium- oder     Natriumborat,    Kalium- oder       Natriumazetat,    Kalium- oder Natrium  nitrat, die Kalium- oder     Natriumsalze    von  aromatischen     Sulfosäuren,    wie zum Beispiel  von     ,

  8-Naphtalinsulfosäuren    oder von de  ren Homologen und     Substitutionsprodukten.     Auch beliebige Gemische solcher Salze sind  anwendbar. Man kann dann von diesen Sal  zen der Seife soviel zusetzen,     wie    es mög  lich ist, ohne das Weichwerden oder die       Grenze    des     Aussalzens    zu erreichen. Die  obere Grenze liegt etwa zwischen 10% bis  <B>30%</B> und ist natürlich von der Natur der  Salze und von der Wahl der zur Herstel  lung der Seife verwendeten Fette abhängig.  



  Es war hierbei nicht vorauszusetzen, dass  wenn man die vorstehend aufgeführten  Salze als Zusätze zur Seifenmasse verwen  det, man dann von diesen so viel zusetzen  kann, dass man noch     leichte    zu ganz feinen  Fäden     verpressbare    plastische Massen erhält,  die nicht mehr     aneinanderbacken    und sofort  verpackungsfähig sind. Der Vorteil besteht  hauptsächlich darin, den Seifen, zumal wenn  Harz mit verwendet wird, den klebrigen  Charakter zu nehmen und das     Verpressen     zu erleichtern. Ausserdem erzielt man bei der       richtigen    Wahl der Salze noch den nicht zu  unterschätzenden Vorteil, dass man bei der.

    Verwendung harten Wassers die Seife davor  schützt, dass sie sich mit den im Wasser ent  haltenen Kalk- und     Magnesiasalzen    in un  lösliche Verbindungen umsetzt. Dadurch wer  den erhebliche Ersparnisse an Waschmaterial  erzielt,     und    es tritt keine Störung durch  Fleckenbildung, und kein Vergilben durch  kolloidal gelöstes Eisen ein. Solche Erzeug  nisse konnten bisher entweder nur in der    bekannten Pulverform dargeboten werden,  gegen die die Verbraucher aus andern Grün  den ein nicht unberechtigtes Misstrauen he  gen. Jede andere Formgebung hat bisher zu       vergitternden,    unansehnlichen und deshalb  schwer verkäuflichen Erzeugnissen geführt.  



  Insbesondere ergibt sich hierbei auch der       @"orteil,    dass man der Seife auch     Persalze,     zum Beispiel     Natriumperborat,    zusetzen  kann, wobei man durch schnelle Abkühlung  und Formung Erzeugnisse erhält, die sich  sehr lange halten, ohne Sauerstoff zu ver  lieren. Diese Haltbarkeit wird noch .vergrö  ssert, wenn man gleichzeitig kolloide Schutz  stoffe zusetzt, die die     Persalze        umhüllen     und somit gegen Zersetzung sichern. Solche  Stoffe, zum Beispiel Wasserglas, werden un  ter der Bezeichnung Schutzkolloide schon  jetzt in der Seifenindustrie zum Schutze der       Persalze    gegen vorzeitige Zersetzung ver  wendet.  



  Auch kann man der zu verarbeitenden  Masse vor der Formgebung erhebliche Men  gen     fettlösend    wirkender Stoffe zusetzen,  zum Beispiel gewöhnliche oder hydrierte       Kohlenwasserstoffe,        Halogenkohlenwasser-          stoffe,        Oxyfettsäuren,        sulfoaromatische    Ver  bindungen oder dergleichen.

   Man kann auch  geringe Zusätze von ätherischen Ölen oder  von     unverseifbaren    oder schwer     verseifbaren          Kohlenwasserstoffen,    wie zum Beispiel Pa  raffin, Vaselin, Montanwachs, Bienenwachs,       Ceresin    oder dergleichen vornehmen, um das  Aussehen oder die Formgebung der End  produkte günstig zu beeinflussen. Auch sind  natürlich Zusätze von wasserunlöslichen  Füllmitteln, wie zum Beispiel Ton, Talk,  Holzmehl, Kartoffelmehl, Leim,     Oxy-    und  Hydrozellulose oder dergleichen, wenn auch  in beschränktem Masse zulässig.  



  Diese Mischung wird dann in die Form  ganz feiner Fäden gebracht, indem man sie  in nichtflüssigem Zustand durch feine Mund  stücke presst, wobei man von     11/,-    mm bis  zu     1/,1    mm Durchmesser heruntergehen kann.  



  Es sei ausdrücklich bemerkt, dass "feine  Öffnungen" oder Mundstücke im Sinne die-           ser    Erfindung nur solche sein sollen, die  höchstens 11/2 mm Durchmesser haben; die  Benutzung weiterer     Öffnungen    zum     Ver-          pressen    auch fester Seife wird auch für die  vorliegend in Frage kommende Mischung  nicht beansprucht. Der grundsätzliche Unter  schied gegenüber dem vorher erwähnten     Ver-          pressen    flüssiger Seife durch so feine Lö  cher besteht darin, dass hier eben keine flüs  sige, sondern feste Seife     verpresst        wird.     



  Man kann bei der Durchführung dieses  Verfahrens die erwähnten Salze sowohl flüs  siger, als auch schon erstarrter Seife zusetzen.  Letzteres ist zwar im allgemeinen nicht  vorteilhaft, aber unter Umständen könnten  die     Fabrikationsverhältnisse    dazu nötigen,  die Seife erst erstarren zu lassen. Das ganze  Verfahren bleibt dann im übrigen     ungeän-          dert.     



  <I>Beispiele</I>  1. 500 kg flüssige Kernseife, 50 kg aus  gesiebte 98%ige Pottasche,<B>25</B> kg Natrium  bikarbonat werden zusammengerührt. Nach  fünf bis zehn Minuten wird die Masse fest.  Sie wird dann in an sich bekannter Weise  mittelst Walzens homogenisiert und mittelst  Düsen von 1/2 mm lichtem Durchmesser zu  feinen Fäden     verpresst.     



  2. 500 kg Kernseife, 2,5 kg Borax, 35 kg       Natriumbikarbonat,    25 kg ausgesiebte 98 %     ige     Pottasche werden zusammengerührt. Nach  fünf bis zehn Minuten wird die Masse fest.  Sie wird dann wie in Beispiel 1 weiter be  handelt.  



  3. 500 kg flüssige Kernseife, 50 kg     Ka-          liummetaborat,    25 kg     Natriumbikarbonat     werden gemischt und wie im Beispiel 1 wei  ter behandelt.  



  4. 500 kg 55 bis 60 %     ige    Leimseife wer  den mit 25 kg Borax, 35 kg Natriumkarbo  nat und 25 kg ausgesiebter 98     io        iger    Pott  asche zusammengerührt und nach     Beispiel.     1 weiter behandelt.  



  5. 500 kg flüssige Kernseife werden mit  50 kg flüssigem, höchstkonzentriertem Was  serglas verrührt, worauf die Masse in 10  bis 1.5 Minuten fest und bröcklig wird und    auch nicht mehr klebt. Sie lässt sich nach  dem Erkalten hierauf leicht nach Beispiel 1  weiter aufarbeiten, wobei höchst glänzende       Fäden    erhalten werden, die kaum von Kunst  seide zu unterscheiden sind.  



  6. 500 kg flüssige Kernseife werden mit  100 kg     ss    -     naphtalinsulfosaurem    Natrium  in Pulverform verrührt, worauf die Masse  in etwa 10 bis 15 Minuten fest und bröck  lig wird und auch nicht mehr klebt. Sie  lässt sich nach dem     Erkalten    leicht nach Bei  spiel 1 weiter aufarbeiten.  



  7. 500 kg Kernseife werden in an sich  bekannter Weise mit 50 kg Benzin oder 50  bis 60 kg hydrierter     Phenole    oder     Kresole     vermischt, bis eine vollständig homogene  und klar lösliche,     kohlenwasserstoffhaltige     Seife vorliegt. Alsdann wird die Masse mit  50 kg     Natriumbikarbonat    und 25 kg Bora  versetzt und hierauf nach Beispiel 1 weiter  behandelt.  



  B. 500 kg 62%ige Kernseife werden mit  einer für sich hergestellten teigigen Mi  schung aus     661/2    kg kristallisiertem Natrium  perborat, 50 kg Wasserglas vom spezifischen  Gewicht 1,85 bis 1,50 und mit     1142    kg       34%iger    Natronlauge vermischt. Nach fünf  bis zehn Minuten werden noch 20 kg     kal-          zinierter    Soda zugegeben, nochmals, gut ge  mischt und das Ganze wie in Beispiel 1  angegeben weiter behandelt.  



  9. 500 kg     62%iger    flüssiger Kernseife  werden     mit    einer für sich hergestellten tei  gigen Mischung aus 32 kg     Natriumperborat,     mit einem Gehalt von 22,5 % aktivem Sauer  stoff. und     ;30    kg Wasserglas vom     spezifi-          o        Tewicht    1,40 bis 1,50 vermischt,     wor-          s        'hen     auf noch 25 kg     Natriumphosphat    in fein  gepulverter Form zugefügt werden. Die an  fangs flüssige Masse wird im Verlauf von  5 bis 10 Minuten fest und kann alsdann nach  Beispiel 1 weiter behandelt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden, die höchstens l1/2 mm Durchmesser besitzen und die auch in kaltem Wasser schnell löslich sind, da durch gekennzeichnet, dass man zu der zu -verarbeitenden Seifenmasse so viel Alkali salz zugibt, dass noch kein Aussalzen erfolgt, und dass man die erhaltene Mischung in nichtflüssigem Zustand durch Düsen von höchstens 11/s mm Durchmesser verpresst. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren zur Herstellung von Seife in Form; ganz feiner Fäden nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass man der zu verarbeitenden Seife Fettlösungs mittel zusetzt. 2. Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden nach Patentan spruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Alkalisalz ein Persalz verwendet. 3. Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden nach Patentan spruch und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Alkali-Per- salzen kolloidale, deren Zersetzung ver hindernde Stoffe zugibt.
CH141555D 1927-06-10 1928-05-07 Verfahren zur Herstellung von Seife in Form ganz feiner Fäden. CH141555A (de)

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