Vorrichtung zum Ausbreiten einer Flüssigkeit in dünner, gleichmässiger Schicht auf Materialbahnen. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausbreiten einer Flüssigkeit in dünner gleichmässiger Schicht auf Materialbahnen. insbesondere zum Entwickeln und Fixieren von Lichtbildern.
Beim Ausbreiten von Entwicklerflüssig- keiten auf Lichtbildpapierbahnen ist es von grosser Wichtigkeit, dass die Flüssigkeits schicht gleichmässig und ausserordentlich dünn ist und dass sie, ohne die Bildschicht des Papiers zu reiben, aufgebracht wird. Da bei soll die Entwicklerflüssigkeit nur auf die zu entwickelnde Seite der Papierbahn ge langen. Es sind verschiedene Vorrichtungen zu diesem Zweck bekannt. Dabei wird meist die Übertragung der Entwicklerflüssigkeit auf die Bildschicht mittelst einer in einen zur Aufnahme der Flüssigkeit dienenden Trog tauchenden Übertragungswalze vorge nommen.
Die Vorrichtung gemäss der Er findung benutzt auch eine Übertragungs walze und sie kennzeichnet sich dadurch, dass die Walze, welche allein die Übertragung der Flüssigkeit zu besorgen hat, einen 15 cm nicht überschreitenden Durchmesser hat und dass Mittel zur Beschickung der Walze mit der auszubreitenden Flüssigkeit vorgesehen sind und. ein bewegliches Anlegeorgan vor handen ist, welches mit der Walze derart zusammenwirkt, dass es die Materialbahn ge gen die Walze drückt.
Das Anlegeorgan besteht zweckmässig in einem Kamm, der auf der Übertragungs walze schleifend angeordnet ist.
Wenn ein zu entwickelnder Lichtbild bogen aus Papier oder sonstigem Material in die Vorrichtung geschoben werden soll, wird das Anlegeorgan vorübergehend von der Walze abgehoben, um sofort nach Auflegen des Bogens wieder in Arbeitsstellung über geführt zu werden, in der es einen geringen Druck auf den Bogen ausübt, der genügt, um den Bogen mit der Walze in Berührung zu halten. Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäss der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Fig. 1 ist ein Längs schnitt desse_ben und Fig. 2 eine Stirnan sicht der Walze mit Anlegekamm.
a ist die Flüssigkeitsübertragungswalze, b eine Lichtbildpapierbahn, c ein Kamm, zweckmässig aus Zelluloid, der mittelst der Arme e um eine Achse d schwingbar und mit der Papierbahn in und ausser Berührung bringbar ist. Das Gewicht des Kammes c ist derart, dass er einen genügenden Druck auf die Papierbahn ausübt, um ein Anlegen der selben gegen die Walze zu gewährleisten.
f ist ein Tisch, über den die Papierbahn ge führt wird, g ist ein Abstreiforgan zum Ab streifen der Papierbahn von der Walze, das beispielsweise aus einem Zelluloidkamm be stehen kann und ein eventuelles Mitnehmen der Papierbahn rund um die Walze verhin dern soll, wobei es bei kammartiger Ausbil dung nur an schmalen Stellen mit der betref fenden Seite der Papierbahn in Berührung; kommt. la ist ein Trog, in dem die Walze a drehbar ist und der zur Aufnahme einer Entwicklungsflüssigkeit dient, deren Ober fläche im Trog auf einer bestimmten Höhe gehalten wird.
Der Trog ist durch einen Hahn k mit einer geschlossenen Flüssigkeits- vorratflasche 1 verbunden. Wenn die Ent- wicklerflüssigkeit aufgebraucht ist, wird der Hahn<I>7c</I> geschlossen, die Flasche 1 geöffnet, wieder gefüllt, geschlossen und der Hahn IL: geöffnet.
Die Materialbahn folgt der Walze auf einem Teil, zum Beispiel 1/A bis ihres Umfanges, so da.ss beim Verlassen der Wal zenoberfläche eine sehr dünne und vollkom men ebene und gleichmässige Flüssigkeits schicht auf der Materialbahn verbleibt.
Beim Trennen der Materialbahn von der Walze bildet sich ein Meniscus, der bestrebt. ist, sieh in den V-förmigen Raum zwischen Material bahn und Walze zurückzuziehen, wobei die diesen Meniscus bildende Flüssigkeit auf der sich fortbewegenden Oberfläche der Materia'.- bahn eine nur sehr dünne und völlig gleich- mässige Flüssigkeitsschicht zurücklässt, so dass die Flüssigkeit nicht in Tropfen oder Streifen aufgetragen wird.
Es ist bemerkens wert, dass in der verhältnismässig kurzen Be rührungszeit die Flüssigkeit gut von der zu entwickelnden Oberfläche aufgenommen wird, und zwar ohne dass ein wesentlicher Druck auf dieselbe ausgeübt wird; der Kamm c verursacht nur dort Druck, wo seine Spitzen anliegen, nicht, aber zwischen denselben, und dennoch wird die Papierbahn überall gleichmässig befeuchtet. Der Druck des Kammes dient also nur zum Anlegen der Papierbahn an die Walze. Die Flüssig keit ist begreiflicherweise derart beschaffen; dass sie genügend leicht aufgenommen wird, sie darf keine zu grosse Viskosität haben.
Die Oberflächenbeschaffenheit der Walze spielt eine gewisse Rolle. Man wählt vor zugsweise eine Walze aus mässig hartem Stoff, jedoch arbeitet eine Walze aus einem Metallkern mit einem dünnen Überzug von Weichgummi besser als eine harte Metall oberfläche oder Hartgummi oder Glas. Die Oberfläche der Walze ist vorzugsweise rauh und nicht schlüpfrig und nicht -fettig.
Vorzugsweise benutzt man eine Walze von etwa 3 bis 4 cm Durchmesser, besonders bei dünnem Papier. Bei gröberem Material kann die Walze einen grösseren Durchmesser haben, jedoch darf dieser in keinem Falle 15 cm überschreiten. Bei den gewöhnlichen Lichtdruckpapieren mit einem Gewicht von 40 bis 150 gr pro m\ .gibt eine Walze von 3 bis 4 cm Durchmesser gute Ergebnisse.
Es kann auch -eine Trockeneinrichtung vorgesehen sein, die aus einem elektrischen Rost, einer geheizten Walze, einem geheizten Haspel oder dergleichen bestehen kann, so dass die Vorrichtung vollkommen trockene Drucke ergibt. Die Trockeneinrichtung kann mit oder ohne Transportmittel versehen sein. Die Bewegung kann beispielsweise von der Walze a ausgehen, indem man diese von Hand oder mittelst eines kleinen Elektro motors antreibt. Sie kann aber auch von der zu entwickelnden Materialbahn ausgehen, die dann von Hand oder in anderer Weise über die Walze geführt wird und bei ihrer Be wegung die Walze infolge der Adhäsion ohne ;Reiben mitnimmt.
Durch Anwendung des Tisches f vor und hinter der Walze a wird die Arbeit ge fördert. Hat man dünne schlaffe Blätter, so wird das Blatt vorzugsweise quer über die stillstehende Walze und ein kurzes Stück über das Abstreiforgan gelegt. Zu diesem Zweck ist der Kamm so eingerichtet, dass er hochgeklappt werden kann. Nach dem man das Blatt eingelegt hat, wird der Kamm heruntergeklappt und die Vor richtung in einer der erwähnten Weisen in Bewegung gesetzt. Hierdurch verhindert rnan, dass dünne schlaffe Blätter an der Walze anhaften und mit. ihr unter dem Ab- streiforgan hindurch gehen.
Ein schmaler Streifen am Anfang des Blattes, der dann unentwickelt bleibt, wird dabei geopfert. Die zur Einwirkung gebrachte Flüssigkeits menge hängt. von der Bewegungsgeschwin digkeit der Vorrichtung ab. Wenn diese klein ist, so ist die Flüssigkeitsmenge gering, oder mit andern Worten, die aufgebrachte Schicht ist dünn. Wenn die Geschwindigkeit. gross ist, so ist die Flüssigkeitsmenge grösser. die Schicht somit dicker. Sie ist indessen stets gleichmässig ausser bei fibermässig oder unzulässig hoher Geschwindigkeit. Umfangs geschwindigkeiten der Walze von 1/c bis 6 m in der Minute können vorbehaltslos benutzt werden.
Die Vorrichtung kann in jeder praktisch verlangten Breite (Walzenlänge), zum Bei spiel 120 cm hergestellt werden. Die Länge der zu verarbeitenden Bögen ist grundsätz lich unbegrenzt. doch beträgt sie in der Praxis im allgemeinen 0,5 bis 1 m.
Zum Gebrauch der beschriebenen Vorrich tung wird beispielsweise eine Papierbahn, die mit einer Lösung einer lichtempfindlichen Diazoverbindung behandelt und unter einer durchsichtigen Zeichnung belichtet worden ist, zum Entwickeln der Bildschicht mit einer Geschwindigkeit von 11/s m in der Minute mit der Schichtseite nach unten durch die beschriebene Vorrichtung geführt. In dem Trog befindet sich als Entwickler eine alkalische Lösung einer geeigneten Azokom- ponente. Beim Austritt aus der Vorrichtung erhält man ein vollkommen gleichmässiges positives Bild, das kaum feucht und in weni gen Minuten vollkommen trecken ist.
Wenn die Vorrichtung mit einer besonderen Trok- kenvorrichtung ausgestattet ist, so ist die Kopie sofort vollkommen trocken. Die Ge schwindigkeit der Walzenbewegung kann von 1 bis 6 m Umfangsgeschwindigkeit pro Minute variieren. Infolge der grösseren Menge von Entwickler, die bei hoher Ge schwindigkeit aufgetragen wird, benutzt man im Falle höherer Geschwindigkeit vor zugsweise einen verdünnteren Entwickler.