Telegraphencode. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Telegraphencode zum Umwandeln der aus den Privatcodes sich ergebenden Zah lengruppen in telegraphierbare Wortgebilde.
Solche Telegramme nach Privatcodes sind gewöhnlich aus folgenden Gliedern zusam mengesetzt: 1. Dem sogenannten Indikator, welcher die spezielle Bestimmung des Telegrammes angibt, also zum Beispiel für welche Abtei lung einer Firma dasselbe bestimmt ist, oder welchen Geschäftsvorgang dasselbe betrifft.
2. Ziffergruppen, welche Phrasen bezüg lich Offerten, Ordres und dergleichen dar stellen.
Dem Check oder der Kontrollziffer. welche bei weiter ausgebauten Codes zur Kontrolle der unverstümmelten und rich tigen Abfassung des Telegrammes dient, in dem die letzte Stelle der Zifferngruppen in Verbindung mit der Quersumme der vorher stehenden Zahlen als Kontrolle verwendet wird, und zwar ist bei diesem Code der Check diejenige Zahl, welche sich als Rest ergibt, wenn die Quersumme der vorher gehenden Zahlen des Codewortes (einschlie ssend der Zahlen des Indikators) durch 5 dividiert wird.
Bei gewissen Codes, die ndr verhältnis mässig wenig Kombinationen ermöglichen, ist eine derartige Kontrollziffer nicht erfor derlich, da sich die Kontrollmöglichkeit durch die grosse Verschiedenheit der erhal tenen Codewörter von selbst ergibt.
Unter Zugrundelegung der internationalen Bestimmung, dass im Codeverkehr nur Zehn buchstabenwörter im Maximum zugelassen sind, würde also die Normalform eines sol chen Telegramms die folgende sein:
EMI0001.0011
Indikator <SEP> Codewort <SEP> Check
<tb> I <SEP> a<B>........</B> <SEP> z <SEP> Ch Durch vorliegende Erfindung wird nun die Möglichkeit der Bildung einer weit höheren Anzahl von Codewörtern bei grösst- möglichster Sicherheit gegen Verstümmelun gen und Irrtümer sowie möglichst einfacher und rascher Handhabung der Tabellen beim Aufsetzen und Dechiffrieren eines Tele- U o# amms
angestrebt.
Dies wird mit dem Code gemäss der Er findung erreicht, mittelst einer Haupttabelle mit den Zahlen von 00 bis 99 und diesen zugeordneten, in sechs Kolonnen eingereih ten, aus zweigliedrigen Variationen der Buchstaben des Alphabets bestehenden Zei chen unter Vermeidung von aus zwei Vo kalen oder aus zwei gleichen Konsonanten bestehenden Zeichen sowie der Wiederholung gleicher Zeichen, welcher Haupttabelle eine Nebentabelle für den Ersatz der Indikatoren .durch zweigliedrige Zahlenzeichen, sowie eine Nebentabelle mit fünf Kolonnen drei gliedriger Zahlenzeichen zur Bezeichnung der Kontrollziffer zugeordnet sind, wobei die beiden Nebentabellen zur Anwendung bei Zehnbuchstabencodes bestimmt sind.
Obwohl nun Zehnbuchstabenwörter im Telegrammcodeverkehr die Regel sein wer den, dürften doch auch in vielen Fällen Fünfbuchstabenwörter zur Anwendung ge langen, da dieselben gemäss den neuesten Be stimmungen zu einem um 14 im europäischen und '/3 im überseeischen Verkehr reduzier ten Tarif, zugelassen sind, und zwar besteht über die Bildung dieser Codewörter keine Vorschrift, 'so dass sie auch nur aus Con- sonanten bestehen können.
Es ist deshalb zweckmässig der Haupt tabelle noch eine Nebentabelle für Fünfbuch stabencodewörter zugeordnet, welche neben einer Kolonne mit den Buchstaben des Alphabets diesen zugeordnete, in sechs Ko lonnen eingereihte Zahlenzeicben von 10 be ginnend bis<B>159</B> enthält, sowie eine weitere Nebentabelle zur Bestimmung der einer be stimmten Zahl von 1 bis 5 entsprechenden Kontrollziffer.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes ist in der Zeichnung darge stellt, und zwar zeigen die Fig. 1 bis 5 die verschiedenen Tabellen.
Die in Fig. 1 dargestellte Haupttabelle ist aus Zweckmässigkeitsgründen in zwei Hälften ä und b unterteilt. Die erste Kolonne enthält in numerischer Reihenfolge die Zah len 00 bis 99 und daneben stehen sechs Ko lonnen mit aus zweigliedrigen Variationen der Buchstaben des Alphabets bestehenden Zeichen, wobei jedoch die Wiederholung eines Zeichens wie auch die Verwendung von nur aus Vokalen bestehenden Zeichen vermie den ist, ersteres aus naheliegenden Gründen, um nicht für ein und dasselbe Zeichen zwei Bedeutungen zu, erhalten, und letzteres, um in den Codewörtern eine Häufung von Vo kalen zu vermeiden. Es werden auch aus zwei. gleichen Konsonanten bestehende Zei chen vermieden.
Um das Aufsuchen der ein zelnen Zeichen zu erleichtern, sind dieselben in jeder Kolonne in einzelne Gruppen von zwanzig Zeichen unterteilt, indem die Zei chen einer Gruppe entweder aus gleichen An fangsbuchstaben mit alphabetisch geordneten Endbuchstaben oder umgekehrt aus alpha betisch geordneten Anfangsbuchstaben mit gleichen Endbuchstaben bestehen.
Für Zehnbuchstabencodewörter sind die ser Haupttabelle zwei Nebentabellen zuge ordnet. Die Nebentabelle Fig. 2, ebenfalls aus Zweckmässigkeitsgründen in zwei Hälf ten unterteilt, enthält in einer ersten Ko lonne die als Indikator dienenden Zahlen von 1 bis 20 numerisch geordnet und daneben in einer Kolonne zweistellige Zahlenzeichen. welche ausschliesslich aus den Zahlen 1 bis 6 permutiert sind.
Die Nebentabelle Fig. 3 zeigt für die 11. Stelle bezw. das 11. Zeichen eines Code telegrammes, das heisst für die Kontrollzif fer, in einer ersten Kolonne F die Zahlen von 0 bis 9 in numerischer Reihenfolge und die sen zugeordnet dreigliedrige Zahlenzeichen, welche aus Variationen der Zahlen 1 bis 6 be stehen und in fünf mit 1, 2, 3, 4 und 0 bezeichneten Kolonnen angeordnet sind.
Für Fünfbuchstabencodewörter dienen die Tabellen Fig. 4 und 5. Bei der Übersetzung wird nämlich ein solches Fünfbuchstaben- eodetelegramm in zwei Gruppen unterteilt, wovon die erste aus dem Indikator und dem ersten Zeichen des Codewortes und die zweite aus dem Rest nebst Kontrollziffer besteht.
Für die erste Gruppe gilt die Tabelle Fig. 4, welche in einer ersten Kolonne L, die Buchstaben des Alphabets in alphabeti scher Reihenfolge und diesen zugeordnet im Teil G, die Zahlen von 10 bis 159 enthält, welche laufend von links nach rechts in sechs Kolonnen nebeneinander angeordnet sind. In diesen Zahlen ist zur deutlichen Markie rung jeweils die erste Ziffer rechts, welche das erste Zeichen des Codewortes darstellt, durch einen schiefen Trennungsstrich abge trennt.
Die Tabelle Fig. 5 enthält in der Rubrik G:, die Zahlen von 1 bis 5 und darunter in der Rubrik Ch die entsprechenden Kontroll- ziffern 1, 2, 3, 4 und 0.
Die Gebrauchsanwendung des beschrie benen Telegraphencode sei anhand einiger Beispiele erläutert. Zunächst für den Zehn buchstabenwörtercode: 1. Ein ankommendes Telegramm bestehe
EMI0003.0011
Dieser <SEP> Ausdruck <SEP> wird <SEP> aufgeteilt <SEP> in: <SEP> Ind. <SEP> 20 <SEP> 18 <SEP> 13 <SEP> 02 <SEP> 04 <SEP> 05 <SEP> 7 <SEP> Check <SEP> 3
<tb> Nun <SEP> ermittelt <SEP> man <SEP> aus <SEP> der <SEP> Kolonne <SEP> C <SEP> der
<tb> Tabelle <SEP> 2 <SEP> für <SEP> Ind. <SEP> 20 <SEP> den <SEP> Wert <SEP> für <SEP> die <SEP> in
<tb> der <SEP> Haupttabelle <SEP> aufzusuchenden <SEP> Kolonnen <SEP> 6 <SEP> 2
<tb> Aus <SEP> der <SEP> Tabelle <SEP> 3 <SEP> findet <SEP> man <SEP> die <SEP> Kolonnen
<tb> für <SEP> die <SEP> 3 <SEP> letzten <SEP> Zeichen <SEP> aus <SEP> F <SEP> und
<tb> Check <SEP> <B>3:
11.</B> <SEP> Stelle <SEP> 7 <SEP> Check <SEP> 3 <SEP> = <SEP> 2 <SEP> 5 <SEP> 2
<tb> und <SEP> erhält <SEP> nun <SEP> aus <SEP> der <SEP> Haupttabelle: <SEP> vy <SEP> ra <SEP> da <SEP> ng <SEP> ha. Für den Fünfbuchstabenwörtercode seien folgende Beispiele gegeben:
EMI0003.0013
1. <SEP> Ein <SEP> ankommendes <SEP> Telegramm <SEP> besteht
<tb> aus <SEP> folgendem <SEP> Wort <SEP> axana
<tb> Dasselbe <SEP> wird <SEP> folgendermassen
<tb> aufgeteilt: <SEP> a <SEP> xa <SEP> na
<tb> Und <SEP> aus <SEP> der <SEP> Haupttabelle <SEP> übersetzt: <SEP> 18 <SEP> 10
<tb> und <SEP> zwar <SEP> aus <SEP> den <SEP> Kolonnen <SEP> 2 <SEP> 2
<tb> Es <SEP> findet <SEP> sich <SEP> ".1 <SEP> Kol. <SEP> 2" <SEP> auf <SEP> Ta belle <SEP> 4 <SEP> als <SEP> Ind. <SEP> 1; <SEP> 1. <SEP> Zahl <SEP> 1
<tb> Aus <SEP> der <SEP> Kolonne <SEP> der <SEP> letzten <SEP> Zeichen gruppe <SEP> in <SEP> Tabelle <SEP> 5 <SEP> Check <SEP> 2
<tb> Die <SEP> fertige <SEP> Übersetzung <SEP> lautet: <SEP> Ind. <SEP> 1
<tb> 11810 <SEP> Check <SEP> 2. 2.
Es soll folgender Codeausdruck tele graphiert werden:
EMI0003.0014
aus <SEP> dem <SEP> Wort <SEP> cavphyraba, <SEP> welches <SEP> folgen dermassen <SEP> aufzuteilen <SEP> ist: <SEP> ca <SEP> vp <SEP> hy <SEP> ra <SEP> ba.
<tb> Dies <SEP> ergibt <SEP> in <SEP> der <SEP> Zahlen kolonne <SEP> der <SEP> Haupttabelle
<tb> die <SEP> Werte <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 01 <SEP> 11 <SEP> 18 <SEP> 13 <SEP> 00
<tb> und <SEP> in <SEP> den <SEP> obern <SEP> Kolon nenzahlen <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 2 <SEP> 6 <SEP> 4 <SEP> 2
<tb> Aus <SEP> der <SEP> Tabelle <SEP> 2 <SEP> ergibt
<tb> der <SEP> unter <SEP> Kolonne <SEP> C <SEP> ste hende <SEP> Wert <SEP> . <SEP> . <SEP> . <SEP> 26 <SEP> den, <SEP> Indika tor <SEP> 12.
Aus der Tabelle 3 ergibt der unter Chek- kolonne 3 stehende Wert der letzten drei Zahlen also 11. Stelle unter F: 9, Check 3. Die fertige Übersetzung lautet also: Ind. 12 01111813009 Check 3. Die Bedeutung dieses Ausdruckes ist nach dem vereinbarten Privatcode zu ermitteln.
2. Es soll folgender Codeausdruck telegra phiert werden:
EMI0003.0019
Ind. <SEP> 20 <SEP> 18130204057 <SEP> Check <SEP> 3
EMI0003.0020
Ind. <SEP> 12 <SEP> 00714 <SEP> Check <SEP> 0
<tb> Wird <SEP> folgendermassen
<tb> aufgeteilt <SEP> Ind. <SEP> 120 <SEP> 07 <SEP> 14 <SEP> Check <SEP> 0
<tb> 120 <SEP> in <SEP> der <SEP> Kolonne <SEP> 3
<tb> unter <SEP> G, <SEP> der <SEP> Tabelle <SEP> 4
<tb> ergibt <SEP> den <SEP> ersten <SEP> Buch staben <SEP> des <SEP> Codewortes
<tb> und <SEP> die <SEP> Kolonne <SEP> für <SEP> .
<tb> die <SEP> erste <SEP> Zahlengruppe <SEP> T <SEP> Kol. <SEP> 3
<tb> Check <SEP> 0 <SEP> der <SEP> Rubrik <SEP> <I>Cla</I>
<tb> aus <SEP> Tabelle <SEP> 5 <SEP> ergibt
<tb> unter <SEP> G2 <SEP> Kol.
<SEP> 5
<tb> Diese <SEP> Kolonnen <SEP> erge ben <SEP> in <SEP> der <SEP> Haupttabelle <SEP> <B>bi</B> <SEP> nt
<tb> Die <SEP> Fertige <SEP> Übersetzung <SEP> lautet: <SEP> tblnt. Der beschriebene Telegraphencode ergibt weitaus mehr nutzbare Kombinationen als alle bisher bestehenden Codes.
Die bisherigen üblichen 13stelligen Codes ergaben 1 Billion, die 12stelligen 100 Milliarden nutzbare Kom binationen etc., während der vorliegende Code bei 20 Indikatoren, 11 Stellen für Phra sen etc. und einer Stelle für die Kontroll- ziffer insgesamt 2 000'000 000 000 nutzbare Kombinationen ergibt.