CH142149A - Verfahren zur Herstellung von Essigsäureanhydrid aus Essigsäure. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Essigsäureanhydrid aus Essigsäure.

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  Verfahren zur Herstellung von     Essigsäureanhydrid    aus Essigsäure.    Gegenstand der Erfindung ist ein Verfah  ren zur Herstellung von     Essigsäureanhydrid     durch Leiten von     Essigsäuredämpfen    über  Katalysatoren bei höheren Temperaturen, das  gekennzeichnet ist durch die Verwendung  von     Katalysatorgemischen,    welche zusam  mengesetzt sind aus Katalysatoren positiver  Wirkung, die eine starke, aber über die  gewünschte     Ketenbildung    hinausgehende  Spaltwirkung auf die Essigsäure ausüben,  und aus Katalysatoren negativer     Wirkung,     welche einen weitergehenden Abbau der Es.

         sigsäure    als zu     Keten    verhindern.  



  Es wurde bereits vorgeschlagen, Essig  säuredämpfe über für die     Acetonbildung    ge  eignete Katalysatoren, wie zum Beispiel  Oxyde und     Carbonate    der Alkali- und     Erd-          alkalimetalle,    Zinkoxyd., Zinkstaub, Cad  mium, Aluminium, Eisen oder Blei zu leiten  mit der     Massgabe,    dass die Temperatur so  niedrig gehalten wird, dass     Acetonbildung     vermieden wird. Die Maximaltemperatur be  trägt hierbei<B>500</B>   C. Nachprüfungen dieses    Verfahrens haben ergeben, dass dasselbe zu  technisch brauchbaren Ergebnissen nicht  führt.  



  Andere Vorschläge gehen dahin, unter  Vermeidung von Katalysatoren, wie zum  Beispiel Kohle,     Ceroxyd,    Tonerde, Metalle  und von Temperaturen, welche in erheblichem  Masse     unerwünschte        Zersetzungen    bewirken  können, zum Beispiel solcher über 800   zu  arbeiten. Als den Vorgang der     Anhydridbil-          dung    beschleunigende Katalysatoren sind  dabei Chloride der Alkali- und     Erdalkali-          metalle,    Borsäure und     Borate    in Vorschlag  gebracht worden.

   Auch dieses Verfahren be  sitzt den     @    Nachteil, dass     verhältnismässig     schlechte Ausbeuten an     Essigsäureanhydrid     erzielt werden.  



  Schliesslich hat man auch bereits vorge  schlagen, den Prozess in Gegenwart von was  serbindenden Stoffen,     wie    zum Beispiel     Bi-          sulfaten    oder     Pyrosulfaten    der Alkalien oder  alkalischen Erden durchzuführen, welcher      Vorschlag sich ebenfalls als technisch un  brauchbar erwiesen hat.  



  Vorliegende Erfindung beruht auf der       Beobachtung,    dass beim Überleiten von Es  sigsäuredampf bei Temperaturen von zum  Beispiel<B>700'</B> über gewisse Katalysatoren  starke Wirkungen im Sinne der Umwand  lung der Essigsäure ausgeübt werden, wel  che aber über das gewünschte     Mass    der     Ke-          tenbildung    erheblich hinausgehen, so dass  man stets mehr oder weniger grosse Mengen  wertloser Nebenprodukte, wie Kohlenoxyd,  Wasserstoff, Äthylen und dergleichen er  hält.

   Als derartige positive Katalysatoren  kommen zum Beispiel sogenannte Oberflä  chenkatalysatoren     wie    Asbest, Bimsstein,       Biskuitporzellan    und dergleichen, ferner  Stoffe, wie zum Beispiel kolloidale Kiesel  säure,     Wolframsäure    usw. in Betracht. Im  allgemeinen haben sich kieselsäurehaltige  Stoffe als für diesen Zweck gut geeignet er  wiesen.  



  Es wurde nun gefunden, dass man beim.  Arbeiten mit derartigen Kontaktsubstanzen  dem über die     Ketenbildung    hinausgehenden  Abbau des     Essigsäuremoleküls    durch An  wesenheit geeigneter Zusatzstoffe entgegen  wirken kann. Als solche negative Katalysa  toren kommen zum Beispiel Metalle, wie Sil  ber, Kupfer und dergleichen oder geeignete  Verbindungen derartiger Metalle wie zum  Beispiel     Carbonate,    Chloride, Oxyde,     Hy-          droxyde,    Phosphate usw. in Betracht.

   Von  Metallverbindungen haben sich insbesondere  solche als geeignet erwiesen, welche wie zum  Beispiel Chloride,     Carbonate    und derglei  chen,     befähigt;    sind, bei Durchführung des  Prozesses sich mehr oder weniger weitgehend  in die entsprechenden Metalle umzuwandeln.  Weiterhin haben sich zum Beispiel auch  Wolfram und gewisse     Wolframverbindun-          gen,    wie zum Beispiel     Wolframoxyd,    als ge  eignet erwiesen. In gegebenen Fällen kann  man auch mit Vorteil Metalle und Metall  verbindungen verschiedener Art anwenden.  



  Die Mischkatalysatoren für das Verfahren  der Erfindung werden zweckmässig derart  hergestellt, dass Oberflächenkontakte, wie    zum Beispiel Bimsstein, nach üblichen Me  thoden mit Metallen oder Metallverbindun  gen beladen werden, zum Beispiel derart,  dass Metallverbindungen, wie zum Beispiel       Kupfercarbonat    oder     Silberhydroxyd    auf den  Oberflächenkontakten niedergeschlagen wer  den oder zum Beispiel derart, dass die Ober  flächenkontakte mit geeigneten Lösungen von  Metallsalzen getränkt werden. Man kann die  Mischkontakte aber auch durch Mischung  der Komponenten herstellen, zum Beispiel  derart, dass man gelbe     Wolframsäure    mit  basischem     Kupfercarbonat    und neutralem  Kupferacetat innig mischt.

   Die Mischkon  takte können als solche verwendet oder ge  gebenenfalls auch einer     Vorbehandlung    bei  höheren Temperaturen unterworfen werden,  durch welche die Metallverbindungen mehr  oder weniger weitgehend in die Metalle über  geführt werden.  



  Versuche haben ergeben,     dass    man durch  Kombination von an sich zu stark wirken  den positiven Katalysatoren, wie Asbest,  Bimsstein,     Wolframsäure    usw. und ge  eigneter Metalle oder Metallverbindungen,  wie Kupfer, Silber und deren Verbindungen  ausgezeichnete Ausbeuten an     Essigsäure-          a,nhydrid    erzielen kann, ohne dass die Essig  säure wesentlich in wertlose Produkte, wie  Methan, Wasserstoff, oder in hier nicht er  wünschte Produkte, wie zum Beispiel Ace  ton, umgewandelt wird.  



  Das Verfahren ist an gewisse Tem  peraturgrenzen gebunden, welche im allge  meinen zwischen 600 und<B>800</B>   C liegen.<B>Zu-</B>  meist empfiehlt es sich, innerhalb enger  Temperaturintervalle, zum Beispiel zwischen  650 und 750  , vorzugsweise bei etwa 700   C  zu arbeiten.  



  Das Wesen der Erfindung geht aus nach  folgenden Vergleichsbeispielen deutlich her  vor:  Leitet man     Eisessigdampf    bei 700   durch  ein mit Bimsstein beschicktes Rohr, so erhält  man Ausbeuten von etwa 95 % Essigsäure  anhydrid. Die     Acetylausbeute    (berechnet aus       Essigsäureanhydrid    und unveränderter Es  sigsäure)     beträgt    etwa 50 bis 60 %. Die übri-      gen     Acetylgruppen    sind durch Zerschlagung  unter Bildung von Nebenprodukten verloren  gegangen.  



  Leitet man     Eisessigdampf    unter den glei  chen Bedingungen bei<B>700'</B> durch ein mit  Kupfer in massiver Form beschicktes Rohr,  so erhält man Ausbeuten von     Essigsäurean-          hydrid    von etwa 5 %.  



  Leitet man dagegen     Eisessigdampf    bei  700   durch ein Rohr, welches mit eisen  freiem Bimsstein, auf dem     Kupferhydroxyd     niedergeschlagen ist, beschickt ist, so erhält  man     Essigsäureanhydridausbeuten    von     50@     bis 60% und     Acetylausbeuten    von etwa  92%.  



  Das aus dem Kontaktgefäss abgehende,  im wesentlichen aus     Essigsäureanhydrid    und  unveränderter Essigsäure und etwas Wasser  bestehende Dampfgemisch kann in an sich  bekannter Weise aufgearbeitet werden. Die  Aufarbeitung geschieht mit Vorteil derart,  dass man die Dämpfe unter Verwendung von  früher erhaltenem Kondensat oder von Es  sigsäure der Kondensation     unterwirft.    Man  verfährt zum Beispiel derart, dass das abge  hende Dampfgemisch durch Türme oder der  gleichen Vorrichtungen geleitet und dort mit  gekühltem Kondensat oder gekühlter, star  ker Essigsäure berieselt wird.

   Nach Fest  stellungen enthalten die Abgase der Re  aktion häufig noch     Keten,    welches beim  Zusammentreffen mit starker Essigsäure in  gekühltem     Zustand    als     Anhydrid    gewonnen  wird.    <I>Beispiele:</I>  1. Sorgfältig eisenfrei gemachter Asbest  wird mit Kupferchlorid getränkt und ge  trocknet.

   Durch Überleiten von Eisessig  dämpfen über diesen Kontakt bei Tempera  turen von etwa<B>700'</B> erhält man bei einem  Ausbringen von mehr als 90 %     Gesamtacetyl-          bildung    von<B>60%</B> und mehr an     Anhydrid-          acetyl.    Das Reaktionsprodukt enthält neben       Essigsäureanhydrid    und Essigsäure auch  noch geringe Mengen von Aceton, welche  nach üblichen Methoden gewonnen werden       können.       2.     Kupfercarbonat    wird auf Bimsstein  trägern, welche zweckmässig. durch Aus  kochen mit Säuren eisenfrei gemacht worden  sind, niedergeschlagen.

   Beim Überleiten von       Essigsäuredämpfen    bei etwa<B>720'</B> erzielt  man     Acetylausbeuten    von mehr als<B>90%.</B>  Etwa 50 % des angewendeten     Acetyls    wer  den in Form von     Essigsäureanhydrid    er  halten.  



  B. Auf eisenfreien Bimsstein wird Silber  hydroxyd niedergeschlagen. Beim Überlei  ten von     Essigsäuredämpfen    bei 680 bis 690    erzielt man Ausbeuten, wie bei Beispiel 2  angegeben.  



  Beim Arbeiten nach dem Verfahren wer  den die Kontakte nach einiger Zeit in ihrer  Wirksamkeit geschwächt. Wie gefunden  wurde, kann man die Wirkungsdauer der  Kontakte     daurch    verlängern, dass man  gleichzeitig mit den     Essigsäuredämpfen    ge  ringe Mengen von Sauerstoff, zum Beispiel  in Form von Luft durch die Kontaktgefässe  leitet. Zwecks Regenerierung erschöpfter  Kontakte verfährt man zweckmässig derart,  dass man sauerstoffhaltige Gase, zum Bei  spiel Luft, bei höheren Temperaturen über  die Kontakte leitet, zum Beispiel derart, dass  man die     Essigsäuredampferzufuhr.von    Zeit  zu Zeit abstellt und Luft allein durch die  Kontaktgefässe führt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Essig- säur eanhydrid durch Leiten von Essigsäure dämpfe über Katalysatoren bei höheren Tem peraturen, gekennzeichnet durch die Ver wendung von Katalysatorgemischen, welche zusammengesetzt sind aus Katalysatoren po sitiver Wirkung, die eine starke, aber über die gewünschte Ketenbildung hinausgehende Spaltwirkung auf die Essigsäure ausüben, und aus Katalysatoren negativer Wirkung, welche einen weitergehenden Abbau der Es sigsäure als zu Keten verhindern. LTNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als positive Kataly- satoren Oberflächenkatalysatoren ver wandt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als positiver Kataly sator Wolframsäure verwandt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negative Kataly satoren Metalle verwandt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negativer Katalysator Kupfer benutzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negativer Katalysator Silber benutzt wird. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negative Kataly satoren solche Metallverbindungen be nutzt werden, die beim Erhitzen auf höhere Temperaturen iLTetalle bilden. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negative Kataly satoren die Salze des Kupfers benutzt werden. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als negative Kataly satoren die Salze des Silbers benutzt werden. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass bei Temperaturen zwischen 600 und 800 gearbeitet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei Temperaturen zwischen<B>65,0'</B> und 750 gearbeitet wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Erhöhung der Lebensdauer der Kontakte, gleich zeitig mit dem Essigsäuredampf, geringe Mengen sauerstoffhaltiger Gase über die selben geleitet werden. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zeitweilig bei er höhten Temperaturen sauerstoffhaltige Gase allein über die Kontakte geleitet werden. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 11 und 12, dadurch ge kennzeichnet, dass man gleichzeitig mit dem Essigsäuredampf sauerstoffhaltige Gase über die Kontakte leitet und zeit weilig die Essigsäuredampfzufuhr ab stellt, so dass sauerstoffhaltige Gase allein über den Kontakt geführt werden. 14. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Re aktionsgefäss abgehende Dampfgemisch mit Hilfe von früher erhaltenem gekühl tem Kondensat verdichtet wird. 15. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 14, dadurch gekennzeichnet, da.ss das aus dem Reaktionsgefäss ab gehende Dampfgemisch durch Beriese lung mit früher erhaltenem gekühltem Kondensat verdichtet wird. 16.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Re- a.ktionsgefä.ss abgehende Dampfgemisch mittelst gekühlter starker Essigsäure kondensiert wird.
CH142149D 1928-03-06 1929-02-25 Verfahren zur Herstellung von Essigsäureanhydrid aus Essigsäure. CH142149A (de)

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