CH142172A - Verfahren zur Herstellung einer Streichpaste zum Gummieren von Stoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer Streichpaste zum Gummieren von Stoffen.

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CH142172A
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  Verfahren zur Herstellung einer Streichpaste zum Gummieren von Stoffen.    Die Verwendung von flüssigem Latex  (natürliche oder künstliche Kautschukmilch,  verdünnt oder konzentriert) zum Gummieren  von Geweben zeigt gegenüber den bisher üb  lichen Lösungen von Kautschuk in flüch  tigen Lösungsmitteln folgende Nachteile:  1. Flüssiger Latex besitzt eine sehr ge  ringe Viskosität, so dass er das Gewebe voll  ständig durchtränkt, weshalb die Herstellung  einer geschlossenen, gleichmässigen Gummi  decke erst nach wiederholtem Bestreichen  gelingt.  



  2. Die Verdickung von Latex durch mine  ralische Füllstoffe ist dadurch begrenzt, dass  bei Überschreitung eines gewissen Prozent  satzes, der von der Natur des betreffenden  Füllmittels abhängt, der Kautschuk zur       Koagulation    kommt.  



  3. Er fällt bei Anwesenheit von Füll  stoffen oft schon bei blosser Reibung des  Tuches beim     Streichen    aus und haftet dann  nicht mehr auf dem Stoff.    4. Die Zügigkeit der Streichmischung ist  gering, so dass die Streichfähigkeit eine  schlechte ist.  



  Man suchte diese Übelstände zu beseitigen  durch Zusatz von Schutzkolloiden und Ver  dickungsmitteln, ohne alle Schwierigkeiten  beheben zu können, abgesehen davon, dass das  Einmischen von solchen Substanzen, wie  Leim, Stärkekleister usw. die Herstellung der  Mischung sehr erschwert.  



  Es wurde nun gefunden,     da.ss    der Kaut  schuk im Latex in seinen beiden     Grenz-          zuständen    als     Sol    oder als Gel zum Strei  chen ungeeignet ist und dass hierin die Ur  sache obiger Schwierigkeiten zu suchen ist.  Hingegen ergab es sich, dass er in einem  Zwischenstadium zwischen beiden, als     Semi-          Koagulat,    der Lösung hohe Viskosität und  Zügigkeit und damit gute Streichfähigkeit  und vorzügliches Haftvermögen auf dem  Stoffe verleiht.  



  Dieses Zwischenstadium macht der Kaut  schuk beim     Fällungsvorgang    immer durch;      aber da der Zustand äusserst labil ist, so voll  zieht sich der Übergang sehr schnell. Theore  tisch geht die Fällung so vor sich, dass der  Kautschuk aus der     dispersen    Phase des     Sols     über das     Suspensoid    in den     Gelzustand    über  geht.  



  Gemäss der Erfindung wird aber der  Kautschuk der Gummimilch in einen sta  bilen, halbgefällten,     verdickten    Zustand ver  setzt. Zum Beispiel durch Wahl     geeigneter          Fällungsmittel    und Zusatz von speziellen  Stabilisatoren, zum Beispiel von flüssigen       Neutralfetten,    insbesondere Rizinusöl,     wer-          clen    der     Fällungsvorgang    ausserordentlich  verzögert und die     suspensoide    Zwischen  phase     relativ    stabil gemacht.  



  Als zweckmässig erwies sich hierbei, in  einer alkalischen     (ammoniakalischen)    Latex  lösung durch Zusatz von Lösungen sehr  schwacher organischer Säuren,- zum Beispiel  Harz- oder Fettsäuren in schwach     dissozie-          renden    Lösungsmitteln organischer Natur  zum Beispiel in Mineralölen,     verseifbaren     Ölen, Salze, respektive Seifen entstehen zu  lassen, welche als Schutzkolloide den- durch  geringen     Überschuss    der organischen Säuren  allmählich ausfallenden Kautschuk in Sus  pension halten. Zur Stabilisierung dieses Zu  standes erwies sich ausserdem der Zusatz be  stimmter Öle oder Fette als günstig.

      Auf diese Weise gelang es, beliebige Ge  menge von Füllstoffen und Latex zu einer  Streichpaste zu verarbeiten, mit Hilfe wel  cher sowohl die Stoffgummierung auf der  Streichmaschine ganz gleichwertig wie mit  den bekannten ' Kautschuklösungen aus  geführt werden konnte, als auch nach ent  sprechender Verdünnung die Imprägnierung  nach dem     Durchziehverfahren.     



  Da der mit dem wässerigen     Latexgemisch     gummierte Stoff nicht immer ganz trocken  die Streichmaschine verlässt und daher beim  Lagern leicht Schimmelansatz zeigt, erwies  es sich als zweckmässig, der Mischung ein       Antiseptikum    einzuverleiben, wie z. B. Kar  bolsäure,     Kresol,        Kreosot    und dergleichen,  welche in den zur Verwendung gelangenden    Ölen (Mineralöle,     versei        f    bare Öle, Neutral  leite) leicht löslich sind.

    
EMI0002.0026     
  
    <I>Ausführungsbeispiel:</I>
<tb>  65 <SEP> % <SEP> Latex <SEP> (16 <SEP> % <SEP> ig)
<tb>  1 <SEP> % <SEP> konzentrierte <SEP> Natronlauge
<tb>  20 <SEP> % <SEP> Schlemmkreide
<tb>  5 <SEP> % <SEP> Rizinusöl, <SEP> gelöst
<tb>  0,5 <SEP> % <SEP> Karbolsäure, <SEP> gelöst
<tb>  4,5 <SEP> % <SEP> -Kolofonium, <SEP> gelöst
<tb>  4,07o <SEP> Rüböl, <SEP> gelöst.       Der Zusatz erfolgt in der angegebenen  Reihenfolge unter ständigem Rühren. Die  Karbolsäure wird in dem Rizinusöl, das  Kolofonium in dem     Rüböl    gelöst.  



  Hierbei wird Latex in jeder Form (natür  lich, künstlich, eingedickt, verdünnt) und be  liebiger Konzentration je nach Erfordernis  zur Anwendung gebracht.  



  An Stelle von     Schlemmkreide    kann tre  ten: Kaolin, Talkum,     Lithopone,        Kieselgur,          Thon    usw.  



  Statt Natronlauge: Ammoniak, Kali  lauge usw.  



  Statt Kolofonium:     Elain,        Stearinsäure,          Leinölsäure,    flüssiges Harz     (Tallöl)    und der  gleichen, wie überhaupt schwache höhere  Fett- und aromatische Säuren.  



  Statt     Rüböl:    Jedes andere     verseifbare    Öl  oder     Fett,    sowie Mineralöl.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer Streich paste zur Stoffgummierung, mittelst natür licher oder künstlicher Kautschukmilch, da durch gekennzeichnet, dass der Kautschuk der Gummimilch in stabilem, halbgefälltem, v er dicktem Zustand versetzt wird. UNTERANSPRü CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Fällung des Kautschuks Lösungen schwacher, orga nischer Säuren verwendet. \). Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da.ss die laut Unteran spruch 1 zugesetzten, organischen Säuren mit einem dem Latex zugefügten Alkali Seifen bilden, welche als Schutzkolloide den Kautschuk in halbgefälltem Zustand in Suspension halten. 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Stabilisierung des Halbgerinnungszustandes des Kaut schuks ausserdem verseifbare Öle und Fette zugesetzt werden. 4. Verfahren nach Unteranspruch d, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung von Fäulnis und Schimmelbildung auf den gummierten Stoffen ein antiseptisches Mittel als Zusatz verwendet wird.
CH142172D 1927-08-16 1928-08-15 Verfahren zur Herstellung einer Streichpaste zum Gummieren von Stoffen. CH142172A (de)

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