CH143152A - Anordnung zur Auslösung von Wechselstromschaltern bei kurzschlussartigem Überstrom. - Google Patents

Anordnung zur Auslösung von Wechselstromschaltern bei kurzschlussartigem Überstrom.

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CH143152A
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Aktieng Siemens-Schuckertwerke
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Siemens Ag
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  Anordnung zur Auslösung von     Wechselstromschaltern    bei     kurzschlussartigern          Überstrow.       Die Abschaltung von Starkstromleitungen  grosser Anlagen bereitet heute ausserordent  liche Schwierigkeiten, weil die bei Störun  gen, insbesondere bei Kurzschlüssen, sieh  entwickelnden Leistungen solch enorme Be  träge annehmen,     dass    sie mit unsern heutigen  Mitteln nicht mehr beherrschbar sind.

       Man     versucht zwar einerseits durch den Bau  leistungsfähigerer Schalter die Grenzen der       Abschaltleistung    heraufzusetzen, ist jedoch  nicht wesentlich über<B>500</B>     MVA        hinaus-          ,--ekommen.    Anderseits versucht man durch  starke Unterteilung der Netze und Kraft  werke, durch Anwendung von     Kurzschluss-          drosselspulen,    durch     Schnellentreaungsmetho-          clen    und ähnliche Mittel, die auftretenden       Kurzschlussleistungen    herabzusetzen;

   jedoch  kommt man bei grossen Kraftwerken nicht  auf die eben genannte     Zahlengrenze    herunter.  Die     Kurzschlussströme    in den Netzen ent  wickeln sieh nicht plötzlich,     sonuern    sie er-    reichen ihren Spitzenwert erst innerhalb einer       Halbwellendauer,    bei     50periodigen    Anlagen  also nach Sekunde, bei     15periodigeii     etwa nach Sekunden.  



  Im obern Teil der     Abb.   <B>1</B> stellt die       Sinuskurve    2 den normalen Betriebsstrom  der     Wechselstromanlage    dar, der nach dem       Kurzschluss    (angedeutet durch die Verti  kale<B>1)</B> auf den     sogenannten        Stosskurzschluss-          strom   <B>3</B> ansteigt. Dieser     Stosskurzsehluss-.          strom    klingt dann nach einer Anzahl von  Perioden auf den     Dauerkurzschlussstrom    4  ab.

   Während es früher üblich war, die  Schalter erst nach dem Abklingen des Strom  stosses ausschalten zu lassen, wodurch sie  weitgehend geschont wurden, pflegt man heute  die Schalter schneller<B>zu</B> betätigen, um die  schädlichen Wirkungen des     Kurzschlussstro-          mes    auf die andern     Anlageteile    und das  Herausfallen der Generatoren zu verhindern.  Man sucht dabei die     Abschalizeit    bis auf      den Wert von 1/4 Sekunde     lierabzudrücken.     Das Auslösen der Schalter bewirkt man da.  bei     durell    Relais oder ähnliche Anordnungen.

    die auf das Anwachsen des     Kurzschlussstro-          mes    selbst in der einen oder andern Form  ansprechen. Dabei ergeben sieh jedoch die  <B>,</B>     gese        hilderten        hohen        Abschaltleistungen,        da     im Moment des     Abschaltens    der     Stosskurz-          schlussstrom    sich bereits zur vollen Grösse  ausgebildet hat.  



  In der Anordnung gemäss der Erfindung  soll nun das Abschalten der Ströme vor sich  gehen, bevor die     Kurzschlussströme    ihren  oben beschriebenen Spitzenwert erreicht  haben. Es ist dazu erfindungsgemäss ein auf  die Auslösung des Schalters einwirkendes  und durch die Ursache des Kurzschlusses ge  steuertes Mittel vorgesehen, das von der       Wechselstrombetriebsspannung    im wesent  lichen unabhängig ist und das     bezüglieli    der  Auslösung des Schalters schneller arbeitet  als der gewöhnlich bisher die Auslösung des  Schalters herbeiführende Betriebsstrom.

   In  Kombination mit dieser Anordnung besitzt  der Schalter noch einen     Schaltermechanis-          mus,    der das Öffnen des Schalters in einer  wesentlich kürzeren Zeit als einer Halbwelle  des Betriebsstromes herbeiführt. Dies er  fordert sehr schnell wirkende Schalter  mechanismen, die innerhalb der oben ge  nannten Zeiten von     '/"")    bis     '/,.    Sekunden  arbeiten. Dieses mechanische Problem an  sich kann ähnlich gelöst werden wie bei den  bekannten     Schnellschaltern    für Gleichstrom  umformer, bei denen     Abschalizeiten    bis zu  wenigen Tausendstel Sekunden herunter er  reicht werden.

   Die Anordnung kann derart  sein,     dass    ein konstant erregter Haltemagnet  den Schalter     entceo-en    der Kraft einer Feder       ZD   <B>k2</B>  in geschlossenem Zustande erhält, wobei der  Anker des     Haltemagnetes    durch das von der  Ursache des     Kurzsehlusses    gesteuerte Hilfs  mittel zum Abreissen gebracht wird. Bei einer  andern Ausführungsform wird durch dieses  Hilfsmittel eine     Lamellexikupplung    gelöst.

    Da sich innerhalb dieser kurzen Zeit der       Wechselstrom-Kurzschluss    nicht bis zu sei  nem Höchstwert ausbildet, sondern noch sehr    weit darunter bleibt, so treten die oben ge  nannten grossen Zahlen für die Ausschalt  leistung gar nicht erst auf. Das Ausschalten  des Stromes ist daher ausserordentlich er  leichtert. und erfolgt     umso    einwandfreier.  <B>je</B> schneller man nach dem Eintritt des Kurz  schlusses und nach dem Nulldurchgang des  Wechselstromes die     Schaltbewegung    ein  leitet.  



  Das das     Weehselstromnetz    bezüglich eines  Kurzschlusses kontrollierende Hilfsmittel,  das schneller arbeitet als der Betriebsstrom.  kann verschiedener Art sein. Insbesondere  eignet sich dazu eine dem     Wechselstromnet2          auf,-edrückte        höherperiodige,    insbesondere  hochfrequente Hilfsspannung,

   die bei     eineir.          Kurzschluss    einen hochfrequenten Strom  beziehungsweise eine Änderung eines     bereib     bestehenden     Hochfrequenzstromes    erzeugt  die die Auslösung des Schalters herbeiführt  Man könnte aber auch dem Netz eine Gleich       spannung    überlagern (beispielsweise     zun     Schutz gegen Erdschlüsse).

   Nachdem dies(  Gleichspannung durch die     betriebsmässigei     Vorgänge im Netze nicht     beeinflusst    wird  so lassen sieh leicht Anordnungen treffen  die bei einem     Erdschluss    eine sehr     raschi     Auslösung des Schalters durch den     beiD          Erdschluss    eintretenden Strom der Gleich       spannung    herbeiführen.         Abb.    2 zeigt ein     AusführungsbeispiE     der Erfindung.

   Es werden die Schaltei       bewegungen    nicht vom     Karzschlussstroi     selbst ausgelöst, sondern es werden     Aw          lösemittel    verwendet, die nicht auf de  Wirkung des     Kurzschlussstromes        bernhei     also auf einer Selbstüberwachung des     Stroir          kreises,    sondern die eine     Fremdüber-v#,ae.'hun     der Stromkreise benutzen.

   Das Wesentlich  dieser Verbesserung besteht in der     Komb'          nation    eines auf den Schalter einwirkende       Anzeigemittels    für Kurzschlüsse, das sehne'       ler    arbeitet als der gewöhnliche     Betrieb'          strom,    gemeinsam mit einem     Schaltermechi          nismus,    der den Schalter in einer     wesen-          lich.    kürzeren Zeit als einer Halbwelle     d(          Befriebsstromes    zur Wirkung bringt.<B>1</B>      wird dadurch der Kombinationseffekt er  reicht,

       dass    der Schalter bereits zur Aus  lösung kommt, bevor der Betriebsstrom sich  in einen     Kurzschlussstrom    umgewandelt hat,       beziehunusweise    über seine normale     Betriebs-          0,rösse    hinausgestiegen ist.

   Beispielsweise  e, e     15     kann man die Leitungen, Apparate und Ma  schinen durch     Hochfrequenzströme    über  wachen, die den Eintritt irgend eines De  fektes, zum Beispiel eines Kurzschlusses,       Erdsehlusses,        Windungssehlusses,    ihrer     tber-          wachungsapparatur    sehr viel schneller mel  den können als Apparate, die mit der Be  triebsfrequenz arbeiten. Benutzt man zum  Beispiel als Überwachungsmittel     Hoch-          frequenzströnie    von<B>50000</B> Perioden pro Se  kunde, so wird ein entstandener Fehler  tausendmal schneller gemeldet, als es der  Betriebsstrom vermag.

   Infolgedessen kön  nen die Schalter bereits nach     '/1()oo    -Halb  periode des Betriebswechselstromes in Tätig  keit gesetzt werden. wie es für das oben       g        gese        hilderte        Abschaltsystern        erforderlich        ist.     



  An Stelle des relativ trägen     Betriebswechsel-          stroines    wird also hier der ausserordentlich  schnelle     Hochfrequenzstrom    benutzt.  



  In der     Abb.   <B>1</B> ist diese Wirkungsweise  .schematisch dargestellt. Die obere Kurve  stellt dar, wie der normale Betriebswechsel  strom vom Zeitpunkt des Eintrittes des Kurz  schlusses bis auf einen sehr hohen Spitzen  wert ansteigt.     Aueh    für den     llochirequenz-          stroin    ist dargestellt.     dass    er durch den Ein  tritt des Kurzschlusses anwächst. Er ist aber  bereits auf seinem neuen Wert angelangt.  wenn     Ader        B(,ti#ie-1)ski.irz.schlussstroin    noch     iii     den Anfängen seiner Entwicklung steht.

    Man kann diesen daher bereits beim Punkte a  zur Abschaltung bringen, in dem er sich  noch gar nicht erheblich über den Normal  strom hinaus gesteigert hat. Im einzelnen  bedeuten in     Abb.    2<B>13</B> die zu überwachende  Leitungsanlage, die über den Schalter 14  von den Sammelschienen<B>15</B> gespeist wird.  <B>en</B>  Der Leitung<B>13</B> werden nun     mittelst    des       Ilochfrequenzgenerators   <B>16</B> über die Kupp  lungskondensatoren<B>17</B> und<B>18</B> hochfrequente  Schwingungen überlagert.

   Damit diese    Schwingungen nicht auf die Sammelschiene  <B>15</B> übertreten und dort durch betriebsmässige  Zu- und Abschaltungen     beeinflusst    werden,  sind zwischen der Leitung<B>13</B> und den Sam  melschienen<B>15</B> Sperrkreise<B>19</B> und 20 ein  geschaltet. Parallel zu dem     Hochfrequenz-          generator   <B>16</B> ist noch ein Ausgleichswider  stand 21 geschaltet, der aus     Ohmschen,    in  duktiven oder     kapazitiven    Widerständen be  stehen kann.

   An den einen Pol des Genera  tors<B>16</B> ist die Mitte der     Primär-wieklung     eines Differentialtransformators     '222    ange  schlossen, wobei die beiden Enden der Pri  märwicklung einerseits mit der Leitung<B>13,</B>  anderseits     mit,den    Widerständen 21 verbun  den sind. Der aus dem     Hochfrequenzgenera-          tor   <B>16</B> austretende Strom durchfliesst also  die beiden Hälften der Primärwicklung des  Transformators     22    in entgegengesetztem  Sinne.

   Durch entsprechende     Abgleichung    des  Widerstandes     1.)i    kann man es daher, er  reichen,     dass    während des normalen     Betriebs-          Zustandes    der Leitung<B>13</B> an der     Sekundär-          wickluna-    -des Transformators 22 im wesent  lichen keine Spannung auftritt. Stellt sich  hingegen an der Leitungsanlage<B>13</B> ein     Kurz-          schluss    ein, so ändert sich auch der hoch  frequente Strom in der entsprechenden Hälfte  der Primärwicklung des Transformators<B>22.</B>  und der Transformator entwickelt sekundär  eine     hochfrequiente    Spannung.

   Diese Span  nung ist nun über eine als Gleichrichter und  als Verstärker wirkende     Elektronenrölire    23  der Spule 24 des Haltemagnetes<B>25</B>     zugeführf.     Der mit Gleichstrom über die Spule<B>26</B> er  regte Haltemagnet hält den Schalter 14 ent  gegen der Kraft der. Feder<B>27</B> in geschlos  senem Zustande. Wird jedoch die Spule 24  in der geschilderten Weise mit gleichgerich  tetem Strom erregt, so wird der Haltemagnet.

    entmagnetisiert und sein Anker<B>28</B> wird       dureh    die Feder<B>27</B> abgerissen und damit  auch der Schalter     o-eöffnet.    Damit sich die       Entmagnetisierung    durch die Spule 24 voll  auswirken kann, ist mit der     Magnetisierungs-          spule   <B>26</B> eine Drosselspule<B>29</B> in Reihe ge  schaltet, die einer Änderung des Stromes in  der Spule<B>26</B> entgegenwirkt.      <B>-</B>In welcher Weise     Hochfrequenzströme     oder äquivalente     Schnellwirkungsmittel    zur  Überwachung des Gesundheitszustandes der  Leitung im einzelnen verwendet werden, ist  für die Erfindung gleichgültig.

   Man kann  die     Hochfrequenzströme    allen Leitungen pa  rallel zu den Betriebsströmen überlagern und  durch sie das gesamte Verteilungsbild der  selben kopieren lassen. Dann braucht man  nur die Auslöser oder Relais selektiv auf       Hoehfrequenzströme    arbeiten zu lassen, was  durch einfache Sperrvorrichtungen möglich  ist. Man kann auch die Leitungen     absohnitts-          weise    durch     Hochfrequenzströme    überwachen,  um dadurch eine bessere     SelektivitKt    oder  einen guten     Fehlerstromschutz    zu erzielen.

    Schliesslich kann man die     Eigenfrequenzeii     der verschiedenen Leitungsteile, die im all  gemeinen sehr hoch über der<B>'</B> Betriebs  frequenz liegen, überwachen und zur An  zeige von Fehlern im System benutzen. In  jedem Falle gelingt es durch derartige An  ordnungen, die Schalter sehr viel schneller  zum Auslösen zu bringen, als durch die     bis-          lierigen    Methoden, so     dass    der Ausschaltvor  gang bereits beendet sein kann, bevor sich  die unmässig grossen     und    für die Schalter  gefährlichen     Kurzschlussströme    entwickelt  haben.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Anordnung zur Auslösung von Wechsel- stromschaltern bei kurzschlussartigem Über strom, gekennzeichnet durch ein auf die Aus lösung des Schalters einwirkendes, durch dic Ursache des Kurzschlusses gesteuertes Mittel das von der Wechselstrombetriebsspannung im wesentlichen unabhängig ist und das be züglich der Auslösung des Schalters schnel ler arbeitet als der gewöhnliehe--Betriebs- strom, gemeinsam mit"einem Schaltermecha nismus,
    der den Schalter in einer wesentliel kürzeren Zeit als einer Halbwelle des Be. triebsstromes zur Wirkung bringt. UNTERANSPRüCIIE: <B>1.</B> Anordnung nach Patentanspriieh, gekenn zeichnet durch der zu schützenden elek. trischen Anlage Überlagerte höherperiodig( Schwingungen, deren durch den Kurz.
    schluss herbeigeführte Änderungen di( Auslösung des Schalters lierbeiführen. <B>9-</B> Anordnuno, nach Patentanspruch, gehenn. zeichnet durch der zu schützenden elek trischen Anlage überlagerte hochfrequent( Schwingungen, deren durch den Kurz schluss herbeigeführte Änderungen di( Auslösung des Schalters herbeiführen.
CH143152D 1928-11-09 1929-11-01 Anordnung zur Auslösung von Wechselstromschaltern bei kurzschlussartigem Überstrom. CH143152A (de)

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