CH143373A - Verfahren zum Aufschliessen von zelluloschaltigem Material mittelst Mineralsäuren. - Google Patents
Verfahren zum Aufschliessen von zelluloschaltigem Material mittelst Mineralsäuren.Info
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Description
Terfahreil zum Aufschliessen von zellulosehaltigem Material mittelst Mineralsätiren. Verfahren, um Kohlehydratlösungen aus zellulosehaltigem Material mittelst Mineral säuren zu gewinnen, sind bekannt. Wenn man Sägespätie mit der sechsfachen Ge wichtsmenge 40 %iger Salzsäure bei 18 0 C behandelt, erreicht man nach<B>8</B> Stunden eine Aufschliessung (Verzuckerung) des Holzes bis zu 66,5 0/0 und darüber. Bei der fabrikmässi gen Herstellung von Zucker ans Holz arbeitet man nach dem Diffusionsprinzip. Die zuerst erhaltene Flüssigkeit, die gelöste Zeflulose und viel überschüssige Salzsäure enthält, wird wiederholt mit andern Sägespänen zu sammengebracht, wodurch der Gehalt an Salzsäure ständig abnimmt und der Gehalt an gelöster Zellulose zunimmt.
Wenn man die Mineralsäure oder die Zellulose und Mineralsäure enthaltende Zwi schenlösung in den Diffuseuren mit den ge trockneten Sägespänen zusammenbringt, so können bei dieser exothernen Reaktion sehr unerwünschte Temperatursteigerungen ein treten, die je nach den Umständen (Konzen tration, Aussentemperatur usw.) sogar bis zum Sieden der Salzsäure führen, wodurch Verkohlung der Zellulose und des Zuckers eintritt und Furfurol und Essigsäure entstehen.
Es wurde durch Versuche festgestellt, dass bei der Zumisehung der Mineralsäure oder der erhaltenen Zwischenlösungen zum getrockneten Sägmehl auf<B>1 kg</B> trockene Späne rund 35 kg-Kalorien frei werden.
In den ersten Anteilen der Flüssigkeit, die beim Füllen der Diffuseure mit der Holz masse in Berührung kommen, findet eine Auf speicherung der Wärmemenge statt. Ferner da die trockenen Holzspäne die Flüssigkeit nur langsam aufnehmen, hallen sie sich zu mehr oder weniger grossen Klumpen zusam men. In diesen sogenannten Nestern, deren Inneres trocken geblieben ist, können beson ders hohe Temperaturen und Verkohlung eintreten.
Es ist auch schon ein anderes Verfahren bekannt, bei dem in zwei Stufen gearbeitet wird. Dabei beginnt man mit einer zur vollständigen Verzuckerung nicht ausreichen den Menge von höchstkonzentrierter Salz,- säure (zum Beispiel 40 %oiger) und Chlor wasserstoffgas und führt die Verzuckerung dann durch die Anwendung von Salzsäure mit mässiger Konzentration (über 35 %Aig) zu Ende.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zum Aufschliessen von zellulosehaltigem Material mittelst Mineral säuren. Gemäss demselben wird das trockene zellulosehaltige Material vor Einbringung in die Diffuseure mit einem Teil der, zum Auf schliessen erforderlichen Mineralsäure ohne Zusatz von Chlorwasserstoffgas gut durch gemischt, worauf man in einem Diffuiseur die Verzuckerung mit dem Rest der zuin Aufschliessen erforderlichen Säure fortführt.
Beispiel: Das zellulosehaltige Material wird mit einem Teil der zum Aufschliessen erforder lichen Mineralsäure oder mit einem Teil der in der Diffusionsbatterie vorher erhaltenen mineralsauren Zelluloselösung in einem Mischer vorgemischt und dann erst in den Diffuseur eingebracht. Infolge dieses Vermiseheris mit einem Teil der Säure können in der Auf- schliessungsappatur keine nachteilig hohen Temperaturen auftreten, wenn dort dann das angemaischte Material mit dem zweiten Teil der Säure in Berührung kommt. Die Tempe ratur kann unabhängig von der Aussentem peratur stets unter 50 ' gehalten werden.
Darüber hinaus kann man zum Anmaisehen einen solchen Teil der Gesamtlösung wählen, dass in den Diffuseuren die optimale Tempera tur für den Verzuckerungsprozess, das ist 25-30 , herrscht.
Die Erfindung bietet aber noch einen andern unerwarteten Vorteil. Es hat sich gezeigt, dass man durch das Vormaischen mit Säure bezw. mit Säurezuckerlösung eine über raschende Beschleunigung der Gesamtver zuckerung erzielen kann. Verwendet man zum Anmaischen beispielsweise die Hälfte der Gxesamtlösting, also auf 100 Teile Holz von den erforderlichen 600 Teilen Säure bezw. Säurezuckerlösung nur 300 Teile, so findet man, dass in den ersten Stunden eine unver hältnismässig hohe Aufschliessung stattfindet.
Bei Vergleichsversuchen wurden beispiels weise die in nachstehender Tabelle aufge führten Zahlen gefunden:
EMI0002.0008
Angewandte <SEP> Lösung <SEP> Teile <SEP> auf <SEP> Tompe- <SEP> 4 <SEP> 6 <SEP> 8
<tb> % <SEP> H <SEP> C1 <SEP> % <SEP> Ziieker <SEP> 100 <SEP> Teile <SEP> Holy <SEP> ratur <SEP> Std. <SEP> Std.
<SEP> Std.
<tb> 40 <SEP> 600 <SEP> 18 <SEP> 58,4 <SEP> 6L4 <SEP> 66,5
<tb> 40 <SEP> - <SEP> 300 <SEP> 18 <SEP> 29,6 <SEP> 30,0 <SEP> 42,5
<tb> 27,1 <SEP> 18,5 <SEP> 600 <SEP> 18 <SEP> 23,3 <SEP> 24,2 <SEP> 24,7
<tb> 27,1 <SEP> 18,5 <SEP> 300 <SEP> 30 <SEP> 22.2 <SEP> 22,6 <SEP> 23,3
<tb> <B>31.0</B> <SEP> 17,4 <SEP> <B>300 <SEP> 300 <SEP> 22,7 <SEP> - <SEP> -</B> Wie ei-sichtlich, hat diese Art der Vor- malschung noch den Vorteil,
dass beispiels weise mit den halben Volumen der Lösung nach 4 Stunden Aufenthaltszeit im Mischer schon eine Verzuckerung von etwa 22 % erreicht wird, während mit dem ganzen Volumen der Lösung im Difluseur in der selben Zeit nur etwa 23/o verzuckerbar sind. Es findet also auch eine wesentliche Ersparnis an Raum und Zeit statt.
Das neue Verfahren ermöglicht die un erwünschte Temperatursteigerung mit Sicher heit züi verhindern. Dann wird die Wärme, die bei der exothermen Reaktion frei wird, benutzt, um die Temperatur in den Diffu- seuren auf einer gewünschten Höhe zu halten.
Von dein älteren, in zwei Stufen arbei tenden Verfahren unterscheidet sich das be schriebene in der Hauptsache dadurch, da14 kein Ohlorwasserstoffgas mitverwendet wird und dass in beiden Stufen mit dem wesentlichen gleichen Aufschliessungsmittel gearbeitet wird.
Der Schutz wird für das angegebene Ver fahren nur soweit beansprucht, als es sich nicht um eine Herstellung von zu Nahrungs zwecken bestimmtem Zucker handelt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Aufschliessen von zellti- lo8ehaltigein Material mittelst Mineralsäuren in Diffuseuren, dadurch gekennzeichnet, dass (las trockene zelltilosehaltige Material vor Einbringing in die Diffuseare mit einem Teil der zum Aufschliessen erforderlichen Mineral säure ohne Zusatz von Chlorwasserstoffgas gut durebgemischt wird, worauf man in einem Diffuseur die Verzuckerung mit dem Rest der zum Aufschliessen erforderlichen Säure fortführt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeiebnet. dass man zum Anmaiscben einen solchen Teil der Mineralsäure ver wendet, dass die Temperatur im Diffuseur unabhängig von der jeweiligen Aussen temperatur unter 50 C bleibt. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur im Diffuseur unab hängig von der jeweiligen Aussentempera tur auf 25-80 bleibt. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass man das trockenezelltilose- haltige Material mit etwa der Hälfte der bei der Verzuckerung zu verwendenden Mineralsäure etwa 4 Stunden lang an- niaischt, wodurch schon eine weitgehende Verzuckerung ei-reicht wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen<B>1-3,</B> dadurch gekennzeich- nei, dass man zum Aufschliessen des zellii- losehaltigen Materials die in der Diff usions- batterie vorher erhaltene mIneralsanre, zuckerhaltige Lösung verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH143373D CH143373A (de) | 1929-06-14 | 1929-06-14 | Verfahren zum Aufschliessen von zelluloschaltigem Material mittelst Mineralsäuren. |
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| CH (1) | CH143373A (de) |
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1929
- 1929-06-14 CH CH143373D patent/CH143373A/de unknown
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