CH143451A - Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kuppelofen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kuppelofen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung Fon Gusseisen mit' hohen Festigkeitseigenschaften im Kuppelofen. Eingehende Versuche haben den Nach weis erbracht, da.ss die nach dem Verfahren des Schweiz. Patentes Nr. 12t)855 hergestellte, auf Stahlschmelztemperatur erhitzte und niedrig Bekohlte Schmelze, die, vergossen, Gussstücke mit besonders hohen Festigkeits werten ergibt, die Eigenschaft besitzt, diese hohen Festigkeitswerte auch dann beizube halten, wenn man sie nachträglich aufkohlt.
Die Erfindung benutzt diese Erkenntnis um nun, auf der Erfindung des Hauptpaten tes weiterbauend und von dessen Erzeugnis ausgehend, auch solche besonders hochwerti gen Gusserzeugnisse herzustellen, die neben hohen Festigkeitswerten auch noch besonders günstige Bearbeitungsfähigkeit besitzen sol len.
Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kup- pelofen, bei welchem die gemäss dem Schweiz. Patent Nr. 120855 erzeugte Schmelze mit wenig Kohlenstoff im überhitzten Zustande auf einen höheren Kohlenstoffgehalt aufge- kohlt wird.
Gemäss diesem Verfahren stellt man zum Beispiel zunächst, entsprechend von Vor schlägen des Patentes Nr. 120855, aus etwa 50% oder mehr kohlenstoffarmem Eisen und Roh- oder Brucheisen oder ausschliesslich aus kohlenstoffarmem Eisen mit entsprechenden Zuschlägen (Silizium, Mangan usw.) und nur mit den für das Umschmelzen von Grauguss üblichen Koksmengen etwa 10-12% und den dieser Koksmenge entsprechenden Wind mengen eine überhitzte Schmelze mit etwa 2-3% Kohlenstoff her und kohlt diese so dann auf einen höheren Kohlenstoffgehalt (beispielsweise 3,4 bis<B>3,6%)</B> auf.
Die erwähnten Zuschläge wirken im Sinne des dem Verfahren zugrunde liegenden Prinzips, indem sie im Verlaufe des Vor- Banges zum Teil verbrennen, wobei erheb liche, . die Überhitzung weiter steigernde Wärmemengen frei werden.
Ausser der günstigen Bearbeitungsfähig keit, die nicht etwa durch Verlust von son stigen Festigkeitseigenschaften erkauft wird, wird hierbei noch der weitere Vorteil er reicht, dass diese nachträgliche Kohlenstoff anreicherung den Erstarrungspunkt der Schmelze herabsetzt und die Vergiessbarkeit günstig beeinflusst.
Das Verfahren lässt sich in einfacher Weise auch beispielsweise innerhalb dessel ben Kuppelofens ausführen, der zum Nieder schmelzen der Beschickung gedient hat, in dem man die nachträgliche Aüfkohlung der überhitzten Schmelze im untern Teile, dem sogenannten Sumpf, des Kuppelofeiis durch den sich ständig aus dem Satzkoks ergänzen den Füllkoks erfolgen lässt. Dabei kann der Aufkohlungsgrad durch Regelung der Auf- kohlungszeit oder der Badhöhe in dem Schmelzgutsammelraum eingestellt werden.
oder auch durch eine Veränderung der Höhe der sogenannten Schmelzzone.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, einen vorherdlosen Kuppelofen mit tiefem Sumpf in der Weise zu betreiben, dass man zuerst den Fiillkoks durch Blasen von uben nach unten in Glut bringt und nun zunächst Gussbruch niederschmilzt, der am Boden des Sumpfes eine wegen ihres höheren Kohlen stoffgehaltes weniger leicht erstarrende flüs sige Gusseisenschicht vor dem Abstichloch bilden soll; erst dann soll die eigentliche, über wiegend aus Stahlschrott bestehende Be schickung niedergeschmolzen werden.
Bei Befolgung dieses Vorschlages müsste auch, ähnlich wie bei der zuletzt genannten Aus führungsform des Verfahrens dieser Erfin dung, im Sumpf eine Aufkohlung der Stahl schmelze eintreten, die jedoch von dei Ur heberin des Vorschlages nicht vorausgesehen oder festgestellt worden ist; denn sonst wäre die Sorge vor dem Einfrieren des Bades vor dem Stichloch nicht erklärlich. Auch hat dem Urheber des aus dem Jahre 1917 stam menden Vorschlages nicht das Ziel der Schmelzüberhitzung oder die Herstellung einer Schmelze besonders guter Vergiessbar- keit vorgeschwebt; dem widerspricht eben falls seine Angst vor dem Erstarren der Schmelze bereits im Ofen.
Der bekannt Vorschlag bezweckte vielmehr lediglich eine- Verbilligung des in erster Linie für ein an schliessendes Bessemer-Verfahren bestimmten Einsatzes, ohne dass eben die Erkenntnis vorlag, welchen Wert die der nunmehr vor liegenden Erfindung zugrunde liegenden Gedanken gerade für die Herstellung beson ders hochwertiger Gussstücke besitzen.
Bei einer besonderen Ausführungsform des neuen Verfahrens verwendet man eine Kuppelofenanlage, bei der der eigentliche Kuppelofen unterhalb der Düsen mit einem Füllkoks enthaltenden Schmelzgutsammel- raum versehen ist, ähnlich wie ein vorherd- loser Ofen; in besonderen Fällen kann man hierbei zusätzlich noch einen Vorherd vor sehen, in dem die im Ofensumpf gesammel ten Schmelzen abgestochen werden können.
Das Verfahren wird zum Beispiel in der \'(reise ausgeübt, dass man die oberhalb der Düsen anfallende, auf Stahlschmelztempera- tur erhitzte und niedrig Bekohlte Schmelze vor ihrem Eintritt in den Vorherd den koks- erfüllten Schmelzgutsammelraum unter Ruf kohlen durchfliessen lässt. Auch in diesem Falle kann man den Aufkohlungsgrad der Schmelze durch Veränderung der Badhöhe im Schmelzgutsammelraum einstellen.
Bei längerem Verweilen der Schmelze in dem als Aufkohlungsraum dienenden Ofensumpf oder bei langsamerem Durchfliessen desselben wird die Schmelze einen höheren Kohlenstoffge halt erhalten als bei kürzerem Verweilen oder grösserer Fliessgeschwindigkeit.
Die Regelung der Höhe des aufkohlen- den Schmelzgutsammelraumes bezw. die Bad höhe lässt sich unter Beibehalt der Höhen lage der Düsen beispielsweise dadurch regeln, dass man den untern Teil des Sumpfes verschieden hoch mit hierzu geeigneten Stof fen (Sand, feuerfesten Steinen usw.) auf füllt, so dass die Ofensohle die jeweils gün stigste Höhenlage erhält.
Die nachträgliche Aufkohlung der nie- driggekohlten und nachher aus den in der Patentschrift des Hauptpatentes angegebenen Gründen tatsächlich in den Genuss der Ofen höchsttemperaturen gekommenen Schmelze kann auch im wesentlichen oder zusätzlich zu den oben beschriebenen Massnahmen da durch zustande gebracht werden, dass man für eine verhältnismässig hohe Schicht höch ster Temperatur im Kuppelofen sorgt, ober halb deren und in deren oberster Teilschicht sich der eigentliche Schmelzvorgang für das eingebrachte niedriggekohlte Eisen vollzieht, und zwar in einer solchen Weise, dass die entstehende Schmelze Gelegenheit hat,
sich auf diese höchsten Ofentemperaturen oder wenigstens bis, nahe an diese Ofentempera turen zu erhitzen. Im Anschluss hieran hat diese so gebildete niedriggekohlte überhitzte Schmelze sodann in den untern Teilschich ten der künstlich geschaffenen besonders hohen Schicht höchster Ofentemperatur Ge legenheit zur Aufkohlung, und zwar gerade bei dieser hohen Schmelzüberhitzungstempe- ratur. Als Mittel zur Beeinflussung der Höhe dieser Schicht heissesten Ofenganges wird vor geschlagen, die Winddüsen in an sich aus an dern Gründen wohl schon vorgeschlagener Weise mehrreihig übereinander anzuordnen.
Die vorerwähnten Erkenntnisse zeigen erfindungsgemäss dem Fachmann den Weg, wie einerseits durch planmässige Ausnutzung der Wirkungsmöglichkeiten einer solchen Zone heissesten Ofenganges eine beherrsch bare nachträgliche Aufkohlung einer niedrig- gekohlten überhitzten Schmelze zustande ge bracht werden kann, und wie man anderseits den endgültigen Kohlenstoffgehalt des den Ofen verlassenden Erzeugnisses durch Regeln der Höhe dieser Schicht heissesten Ofen ganges unmittelbar beeinflussen kann.
Erwähnt sei noch, dass man eine Rege lung der Höhe einer solchen Schicht heisse sten Ofenganges auch mit Hilfe einer ein zigen Düsenreihe erreichen kann, indem man die in der Zeiteinheit eingeführte Wind menge, nötigenfalls unter gleichzeitiger Än derung des Winddruckes, ändert. Man kann alsdann durch erhöhte Zufuhr von Wind bei Beibehalt der üblichen Koksmengen eine Er höhung dieser Schicht mit den angegebenen Wirkungen auf eine Erhöhung des Kohlen stoffgehaltes der als Enderzeugnis anfallen den Schmelze erreichen.
Eingehende Versuche im praktischen Dauerbetrieb haben die wirkungsvolle An wendbarkeit der die Erfindung bildenden neuen Regeln einwandfrei dargetan. Das ab solute Mass für die Einzelheiten jeder ein zelnen Verfahrensmassnahme muss sich nach den Abmessungen und der Bauart des jeweils benutzten Kuppelofens richten und ist in je dem Einzelfalle leicht mit Hilfe einer ein fachen Versuchsreihe zu ermitteln.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kup- pelofen, dadurch gekennzeichnet, dass die ge mäss Schweiz. Patent Nr. 120855 erzeugte Schmelze mit wenig Kohlenstoff im über hitzten Zustande auf einen höheren Kohlen stoffgehalt aufgekohlt wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss die nachträgliche Aufkohlung der kohlenstoffarmen und überhitzten Schmelzen in einer unmittel bar an den Schmelzvorgang sich anschlie ssenden Verfahrenstufe erfolgt. ?.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufkohlung der Schmelze in der untern Zone der Schicht heissesten Ofen ganges erfolgt. :3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die nachträgliche Aufkohlung der überhitzten Schmelze allein im untern Teile des Kuppelofens durch den Füllkoks erfolgt.4-. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die nachträgliche Aufkoh- lung der überhitzten, sowohl in der untern Zone der Schicht heissesten Ofenganges, wie auch im untern Teile des Kuppel ofens durch den Füllkoks erfolgt. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in einem Kuppel ofen, der mit einem Füllkoks enthalten den, unterhalb der Düsen liegenden Schmelzgutsammelraum und mit einem Vorherd versehen ist, in der Weise aus geführt wird, dass die überhitzte niedrig gekohlte, den kokserfüllten Sammelraum ausfüllende Schmelze in den Vorherd ab gestochen wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem kohlenstoff- armen Eisen zwecks Steigerung der Tem peratur der Schmelze ein Zuschlag von Silizium beigegeben wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem kohlenstoff- armen Eisen zwecks Steigerung der Tem peratur der Schmelze ein Zuschlag von Mangan beigegeben wird.
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| CH143451D CH143451A (de) | 1927-03-15 | 1928-02-27 | Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kuppelofen. |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1128877B (de) * | 1951-07-24 | 1962-05-03 | Mancelle De Fonderie S A R L S | Verfahren zur Erhoehung des Kohlenstoffgehalts von Eisen-Kohlenstoff-Legierungen ueber einen Wert von 4, 2% |
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1928
- 1928-02-27 CH CH143451D patent/CH143451A/de unknown
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