Verfahren zur Ilerstellun- eines Materials für Bau- und andere Zwecke aus mit Wasser erhärtenden Bindemitteln und bituminösen Stoffen. Es ist bereits vorgeschlagen worden, Materialien für Bau- und andere Zwecke aus mit erhärtenden Bindemitteln, wie Sorelzement, und bituminösen Stoffen oder Fetten herzustellen. Dieses Verfahren be steht darin, dass zu den mit Wasser erhär tenden Stoffen, wie Sorelzement, oder zu einer Materialmischung, in der diese Stoffe enthalten sind, eine kolloidale Lösung, Emul sion oder Suspension bituminöser, öl- oder fettartiger Stoffe, Harze beziehungsweise Mischungen hinzugefügt werden.
Bei der Ausführung des Verfahrens ist darauf zu :echten, dass derartige Dispersionen verwen det werden, die gegen Magnesiumehlorid be ständig sind, da. sonst ein. zu frühzeitiges Zusammenfliessen der dispergierten Teilchen stattfindet.
Bei der bekannten Herstellung von Bau platten, Fussbodenbelägen oder dergleichen aus Sorelzement ohne Zusatz einer Bitumen dispersion ist es zur Erzielung guter Resul- tate erwünscht, dass die verwendete Mag nesiumchloridlösung eine bestimmte Kon zentration besitzt, welche je nach der Quali tät des Magnesites, den Verhältnissen der verschiedenen Bestandteile des Trockenge misches und andern Umständen, gewöhnlich zirka 20 bis 22 Be oder mehr beträgt.
Wollte man bituminhaltige Magnesiter- zeugnisse herstellen unter Anwendung einer Bitumendispersion, dann zeigten sich dabei gewisse Schwierigkeiten, insbesondere wenn es sich um verhältnismässig hohe Bitumen gehalte handelte. Es wurde nun gefunden, dass diese Schwierigkeiten von der Wasser menge herrührten, die mit der Bitumendis- persion über die übliche Menge zugesetzt wird.
Gemäss der Erfindung werden diese Nach teile dadurch aufgehoben, dass man die Kon- zentration der verwendeten Magnesiumchlo- ridlösung derart wählt, dass das Endgemisch eine Wassermenge enthält, die zur Bildung einer Magnesiumchloridlösung von ungefähr 22 bis 22 B6 mit dem in das Gemisch ein gebrachten Magnesiumchlorid ausreicht.
Man kann in dieser Weise Mischungen von sehr verschiedenartigem Bitumengehalt erhalten. Es ist hierbei wichtig, dass die Konzentration der angewendeten Stoffe ge genseitig derartig gewählt wird, da.ss nicht nur der richtige Totalwassergehalt anwesend ist, sondern .auch dass Mischungen erhalten werden, die gut verarbeitet werden können.
Ausführungsbeispiele: I. 8,8 kg einer Mischung von ungefähr <B>60%</B> (auf Gewicht) gebranntem Magnesit und ungefähr 40% Holzmehl oder andern Füllstoffen, Farbe usw. werden mit einer Lösung von 3,5 kg Magnesiumchlorid (MgCl2, 611,0) in 4,15 kg Wasser, deren Beaum6-Gehalt ungefähr 22,5 bei gewöhn licher Temperatur beträgt, zu einer pasten- förmigen Masse verarbeitet.
Hierzu wird 0;88 kg eine 50 % Bitumen und 48 % Was ser enthaltenden Bitumendispersion zuge setzt, wodurch der Be-Gehalt auf zirka<B>21,3</B> herabgesetzt wird. Man erhält eine Paste. welche 5 % Bitumen auf die Trockensubstanz berechnet enthält, sich sehr gut verarbeiten lässt und innerhalb normaler Zeit erhärtet.
Il. 8,4 kg einer Trockenmischung wie unter I wird mit 3,22 kg Magnesiumchlorid in 3,53 kg Wasser (Be-Gehalt zirka 23,8') zu einer Paste vermischt. Hierzu wird 1,68 kg einer Dispersion zugesetzt, die 0,84 kg Asphalt enthält, wodurch der Be- Gehalt auf zirka 21,3 sinkt. Diese Mischung liefert einen Sorelzement, der 10 % Asphalt enthält, in normaler Zeit erhärtet und die selben Eigenschaften wie der unter I ge nannte Stoff zeigt.
III. Eine Lösung von 2,68 kg Mag nesiumchlorid in 1,57 kg Wasser (30,5 B6, das heisst bei Zimmertemperatur praktisch gesättigt) wird mit 6,8 kg einer unter I genannten Trockenmischung zu einer Paste geformt, worauf 4,08 kg einer 50% Asphalt: enthaltenden wässerigen Dispersion zugesetzt werden. Durch diesen Zusatz sinkt der Be- Gehalt der Magnesiumchloridlösung auf <B>21,3</B> . Hierdurch erhält man eine 30 % As phalt (auf die Trockensubstanz berechnet) enthaltende Sorelzementpaste, die sich sehr gut verarbeiten lässt und in normaler Zeit erhärtet.
Auch in dieser Masse ist der As phalt sehr gleichmässig verteilt, während sie trotz ihres hohen Asphaltgehaltes nicht brennbar ist und sogar bei Temperaturen von 100 bis 150 C nicht erweicht.
In der Trockenmischung von Magnesit und Füllstoffen kann man den gebrannten Magnesit teilweise durch Gips ersetzen.
In dieser Vereise kann unter Berücksich tigung der Konzentration der Dispersion und entsprechender Regelung des Wasser gehaltes der Salzlösung, jeder gewünschte Gehalt an Bitumen in das Enderzeugnis ein verleibt werden.
Die gemäss der Erfindung hergestellten Mischungen können sowohl in Form einer ausstreichbaren Paste, als in nahezu trok- kenem Zustande zur Herstellung von ge- pressten Gegenständen angewendet werden.