CH143666A - Verfahren und Vorrichtung zum Spinnen von Kunstseide nach dem Kupferoxydammoniakstreckspinnverfahren. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Spinnen von Kunstseide nach dem Kupferoxydammoniakstreckspinnverfahren.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Spinnen von Kunstseide nach dem Kupferogsdammoniakstreekspinmverfahren. Es ist bekannt, bei Kupferoxydam- moniakstreckspinnverfahren mit strömender Füllflüssigkeit einen Teil der Füllflüssigkeit immer wieder zu verwenden.
Am Spinn trichter fliesst oben eine gewisse Menge frischer Füllflüssigkeit, zum Beispiel Säure, unten dagegen die gebrauchte Fällflüssig- kpit zu, die sieh mit der frischen vermischt, mit Kupfer und Ammoniak anreichert und dann aus dem Abflussrohr abfliesst, um wie der im Spinntrichter von unten eingeleitet zu werden. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass verhältnismässig hohe Endkonzentrationen an Kupfer und Am moniak erhalten werden. welche das Auf- arbeiten lohnen. Das Verfahren hat jedoch ,iueh wesentliche Nachteile.
Es benötigt eine l),@sondere Pumpe und ein Röhrensystem, um den Umlauf .der F,ällfiüssigkeit zu ermögli chen. Bei neutralen und basischen Fällflüs- ci.keiten treten öfters Abseheidungen von zellulose- oder kupferhaltigen Niederschlägen auf, welche die Röhren verstopfen.
Diese Nachteile vermeidet die vorliegende Erfindung. Sie besteht in einem Verfahren, welches bei gleichem Verbrauch an frischer Füllflüssigkeit wie das bekannte Verfahren den Umlauf der Füllflüssigkeit in den Spinntrichter selbst verlegt. Erfindungs gemäss wird ein Teil der gebrauchten Füll flüssigkeit innerhalb des Spinntrichters in folge einer kreisförmigen Strömung regel mässig der frischen Füllflüssigkeit zuge mischt und wieder zum Fällen und zum Aus ziehen der Fäden benutzt. Nur der nicht kreisende Anteil der gebrauchten Fällilüs- sigkeit fliesst ab und wird durch Zufluss an frischer Füllflüssigkeit ersetzt.
Auf diese Weise kann bei geringem Verbrauch an frischer Füllflüssigkeit die gewünschte Strö- mungsgeschwindigkeit im Trichter aufrecht erhalten und eine hohe Kupfer- und Am- moniakkonzentration der abfliessenden Fall flüssigkeit erzielt werden, so dass die Auf arbeitung lohnend wird.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ferner eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens. Brauchbar sind alle Spinnvor richtungen mit Gehäuse und trichterartigen Einsätzen, bei welchen die Fallflüssigkeit während des Fallens und Ausziehens der Fäden aus dem sich allmählich verengenden Trichter in einen erweiterten Teil eintritt. An dem erweiterten Teil sind Löcher oder Schlitze vorgesehen, welche eine Verbindung mit dem Raum des Gehäuses herstellen. Die an der engsten Stelle vorhandene hohe Strö mungsgeschwindigkeit wird an der Erweite rung plötzlich stark vermindert und äussert sich in einer Druckwirkung.
Unter diesem Druek strömt ein Teil der gebrauchten Fall flüssigkeit durch die Löcher oder Schlitze nach dem Gehäuse der Spinnvorrichtung, um sich dort mit der frisch zugeflossenen Fall flüssigkeit zu vermischen.
Die Ausbildung des trichterartigen Ein satzes, in dem das Fällen und Strecken des Fadens stattfindet, kann verschieden sein. Es kann ein Trichter an seinem untern engen Ende mit einer gelochten Hohllzugel in Verbindung stehen, die ihrerseits wieder in das erweiterte Ende eines Trichters über geht. Es können aber auch zwei Trichter so zueinander angeordnet werden, dass das un tere Ende des einen von dem weiteren obern Ende des andern Trichters umfangen wird und darin eingedichtet ist. Etwa in gleicher Höhe mit dem untern Ende des obern Trich ters befinden sich Öffnungen in der Wand des untern Trichters.
Eine weitere besonders vorteilhafte Aus bildung besteht darin, dass man die Abzwei gung des umlaufenden Fällflüssigkeits- stromes hart vor den Austritt der Flüssig- ]zeit aus der Spinnvorrichtung verlegt. Hier durch wird eine bis kurz vor die Mündung der Spinnvorrichtung verlaufende laminare, das heisst wirbelfreie Strömung erzielt, wel che gestattet, den Faden schonend zu koagu lieren und ein Abreissen von Einzelfäden verhindert.
Die Abzweigung der umlaufen den Fallflüssigkeit kurz vor dem Austritt derselben aus dem Spinnapparat vermag dem Faden nicht mehr zu schaden, denn er ist an dieser Stelle im wesentlichen schon weit gehend koaguliert. Man braucht hierzu nur den untern Teil des obern Trichters bis knapp oberhalb der untern Ausflussöffnung zu verlängern.
Die Zeichnungen zeigen die Vorrichtun gen schematisch in einigen beispielsweisen Ausführungsformen.
Die Fig. 1 zeigt den Längsschnitt einer Ausführungsform mit einem zylindrischen Gehäuse 1, Zuflussrohr 2 und Spinnbrause 3.
In dem Gehäuse 1 befindet sich ein Trichter .1- mit engem untern Ende 5, an das sich eine hohlkugelartige Erweiterung 6 mit Üffnun- gen 7 anschliesst, die wiederum in ein nach unten sich verengendes Ausflussrohr 8 aus läuft. Einsatztricher, Kugel und Ausfluss- rohr werden aus einem Stück Glas geblasen.
Die Fig. :2 zeigt den Längsschnitt durch eine Ausführung, bei der die in dem zylin drischen Gehäuse 1 eingesetzten Teile aus einem untern 9 und in dieses hineinragenden obern Trichter 4 bestehen. Zwischen dem verjüngten Ende des obern Trichters 4 und dem weiteren Ende des untern Trichters 9 befindet sich die Dichtung 10; die Öffnungen 7 verbinden das Innere des untern Trichters 9 mit dem Raum des äussern Gehäuses 1.
Fig. 3 zeigt den Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform, und zwar befin den sich in dem zylindrischen Gehäuse 1 das Zuflussrohr 2 und die Spinnbrause 3. In dem zylindrischen Gehäuse 1 befindet sich wei ter ein trichterförmiger Einsatz 4, welcher an seinem untern Ende von dem etwas wei teren Rohr 9 umgeben wird. Das Rohr 9 verjüngt sich kurz unterhalb des untern En des des trichterförmigen Einsatzes zu einer engeren Ausflussöffnung. Der tricherförmige Einsatz 4 und das Rohr 9 sind gegeneinander zentriert.
Das Rohr 9 ist fernerhin gegen das zylindrische Gehäuse 1 zu abgedichtet und weist Öffnungen 7 auf, welche eine Verbin dung zu dem Gehäuseraum darstellen. Beim Betrieb des Spinnapparates zweigt an dem untern Ende des trichterförmigen Einsatzes ein erheblicher Teil der Fällflüssigkeit ab, fliesst durch den Zwischenraum zwischen Einsatz 4 und umgebendem Rohr 9 nach oben,
durchdringt die Öffnungen 7 und mischt sich mit der bei dem Zuflussrohr 2 eintretenden frischen Fällflüssigkeit. Die nicht umlaufende Fällflüssigkeit verlässt an der kurz unterhalb der untern Mündung des Einsatzes 4 gelegenen verjüngten Stelle des Rohres 9 den Spinnapparat.
Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, dass der trichterförmige Ein satz 4 an seinem untern Ende eine Anzahl seitlicher Öffnungen aufweist, welche eine Verbindung mit dem ihn umgebenden Rohr 9 bilden. Bei dieser Anordnung zweigt sich schon ein Teil der umlaufenden Fällflüssig- keit oberhalb der Mündung des trichterför migen Einsatzes 4 ab, und die Wirbelbil dung wird noch weiter vermindert.
Die Pfeile zeigen die Richtung an, in der ein Teil der in die kugelartige Erweiterung V) oder den untern Einsatztrichter gelangen den Fä,llflüssigkeit durch die Öffnungen wie der in das zylindrische Gehäuse 1 gelangt und, mit der durch das Rohr 2 zufliessenden frischen Fällflüssigkeit vermischt, wieder verwendet wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Verfahren zum Spinnen von Kunstseide nach dem Kupferoxydammoniakstreck- spinnverfahren mit strömender Fällflüs- sigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der verwendeten Fällflüssigkeit innerhalb der Spinnvorrichtung kreist und mit der zufliessenden frischen Fäll flüssigkeit vermischt erneut zum Fällen und Strecken der Einzelfäden Verwen dung findet.11. Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens nach Patentanspruch I, gekenn- zeichnet durch eine im Wege der Fäll flüssigkeit vorgesehene, infolge Durch- brechung mit einem äussern Führungs raum verbundene Raumerweiterung, zwecks Zurückhaltung eines Teils der Fällflüssigkeit bezw. Rückführung des selben zur zugeleiteten frischen Fällflüs- sigkeit. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass ein in einem zylindrischen Gehäuse befindlicher Einsatz in seinem Verlauf eine Erweite rung aufweist, die durch Öffnungen mit dem Raum des den Einsatz umgebenden Gehäuses verbunden ist. 2.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass ein Einsatz aus zwei Trichtern vorgesehen ist, deren unterer mit seinem obern Ende die untere Ausflussöffnung des obern Trichters um fasst, mittelst einer Dichtung mit diesem verbunden ist und in der Gegend der untern Ausflussöffnung des obern Trich ters Durchgangsöffnungen zu dem zylin drischen Gehäuse aufweist. 3.Vorrichtung nach Unteranspruch 2, da durch gekennzeichnet, dass die untere Ausflussöffnung des obern Trichters bis knapp oberhalb der untern Ausflussöff- nung des untern Einsatzes reicht, so dass die Abzweigung des kreisenden Teils der Fällflüssigkeit zur Vermeidung der Beschädigung der noch nicht verfestigten Fäden bis kurz oberhalb der Ausfluss- öffnung verlegt ist. 1.Vorrichtung nach Patentansprueh II, da durch gekennzeichnet, dass sich oberhalb der Ausflussöffnung eines trichterförmi gen Einsatzes Öffnungen befinden, wel che eine Verbindung mit einem ihn um gebenden Einsatz bilden.
Applications Claiming Priority (1)
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| CH143666D CH143666A (de) | 1928-11-19 | 1929-10-25 | Verfahren und Vorrichtung zum Spinnen von Kunstseide nach dem Kupferoxydammoniakstreckspinnverfahren. |
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1929
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