Signaleinrichtung für Fernanzeige der Lage verstellbarer Organe, insbesondere Schalter. Bei elektrischen Energieverteilungsanla- gen, vorzugsweise solchen in grösseren Städ ten, gibt es eine grosse Anzahl von Speise punkten, an denen ein oder mehrere Trans formatoren und eine entsprechende Anzahl von Ölschaltern steht. Im allgemeinen sind solche Stationen unbesetzt und lediglich in regelmässigen Zeitabständen, oder wenn eine Störung es erforderlich macht, wird die Sta tion von einem Beamten aufgesucht. In einer zentralen Überwachungsstelle werden Anzeigevorrichtungen aufgestellt, die erken nen lassen, wenn ein Ölschalter aus irgend welchen Ursachen ausgelöst hat.
Bei der aarken Vermaschung eines Stadtnetzes wer den bei einem gurzschluss fast immer meh rere Ölschalter gleichzeitig ausgelöst, weil aus allen, nicht allzuweit entfernt liegenden Speisepunkten der Überstrom zur Fehler stelle fliesst. In der Überwachungsstelle müs sen die Überwachungsvorrichtungen aller ausgelösten Schalter in Tätigkeit treten.
Wesentlich für eine einwandfreie Überwa- chung der Verteilungsanlage ist, dass keine Meldung über eine Verstellung eines Schal ters verloren geht, was besonders leicht dann vorkommen kann, wenn mehrere Schalter gleichzeitig ausgelöst werden.
Bei der Signaleinrichtung gemäss der Erfindung wird eine einwandfreie Überwa chung dadurch erzielt, dass die Ströme zur Signalisierung der Stellungsänderungen über einen Stromkreis fliessen, dessen Betriebs fähigkeit durch einen Ruhestrom überwacht wird. Die Meldungen von Stellungsänderun gen können registriert werden, wobei mit der Registrierung eine Markierung der Zeit verbunden sein kann. Es ist ferner möglich. eine Vorrichtung anzuordnen, welche auch bei gleichzeitiger Verstellung mehrerer Or gane erkennen lässt, welche Organe ihre Stel lung geändert haben.
Beispielsweise kann ein Wähler diejenigen Zeichensender, deren zugehörige verstellbare Organe eine be- stimmte Stellung angenommen haben, aus wählen und nacheinander in Tätigkeit brin gen, wobei jeder Zeichensender ein von den jenigen der andern Zeichensender verschiede nes Zeichen aussendet.
Die Signaleinrichtung gemäss der Erfin dung hat den Vorteil, dass nicht jeder ein zelne Schalter mit der Überwachungsstelle durch eine besondere Leitung verbunden zu sein braucht, sondern dass je nach den Ver hältnissen eine grössere oder kleinere Anzahl von Schaltern der Verteilungsanlage über eine gemeinsame Ringleitung mit der Über wachungsstelle verbunden sein kann, über welche die Meldungen von gleichzeitig aus gelösten Schaltern nacheinander zur Über wachungsanlage gelangen können.
Die Zeichnung zeigt das Schema eines Ausführungsbeispiels der Erfindung. Mit 1, 2 und 3 sind Kontaktsätze bezeichnet, die beispielsweise ,je von einem Olschalter in einem Speisepunkte gesteuert werden. So lange der Olschalter eingeschaltet ist, befin den sich die Kontakte in der gezeichneten Lage, das heisst die über sie geführten Stromkreise sind unterbrochen. Sobald von dem zum Beispiel dem Kontaktsatz 2 zuge hörigen Olschalter beispielsweise die Kon takte 4, 5. 6 geschlossen worden sind, wird dies durch die diesem Kontaktsatz zugeord nete Zeichensendeeinrichtung 7 über einen Stromkreis 8 zur Empfangsstelle gemeldet, wo ein Linienrelais 9 anspricht, das alle weiteren Vorgänge in der Überwachungs stelle veranlasst.
In der gleichen Weise, wie zu dem Kontaktsatz 2 ein Zeichensender 7 gehört, sind den Kontaktsätzen 1 und 3 die Zeichensender 10 und 11 zugeordnet. Die Zeichensender weisen ,je eine Scheibe 12, 13. 14 auf, die jede in anderer Weise mit Zäh nen 15, 16, 17 versehen sind. Die Zahnung ist in der Abbildung nur angedeutet, die Verschiedenheit der Räder 12, 13 und 14 kommt darin nicht zum Ausdruck. Die Scheiben 12, 13, 14 werden beispielsweise durch Uhrwerke in Umlauf gesetzt, wenn sie eine Meldung zur Empfangsstelle aus senden sollen. Solange die Kontaktsätze 1, 2 und 3, wie gezeichnet, geöffnet sind, be findet sich die Anlage in Ruhe. Die Federn der Uhrwerke zum Antrieb der Scheiben 12, 13, 14 sind aufgezogen, die Scheiben wer den aber in ihrer Ruhestellung durch Klin ken 18, 19, 20 festgehalten.
Damit die Schei ben 12, 13, 14 ihren Umlauf beginnen kön nen, müssen diese Klinken durch die Ent- riegelungsmagnete 21, 22 bezw. 23 zurück gezogen werden. Der Stromkreis der Ent- riegelungsmagnete ist über zwei Kontakt arme 24 und 25 und über die Kontaktsätze 1, \_? bezw. 3 geführt.
Die Kontaktarme 21 und 25 werden von einem Schrittschaltwerk ?6 von Kontakt zu Kontakt weiterbewegt und bilden mit diesem zusammen eine Wähl- einrichtung für die Zeichensendeeinrichtun gen 7, 10 und 11.
Wenn angenommen wird, dass die Kon takte 4, 5, 6 geschlossen werden, weil der zugehörige blschalter ausgelöst hat, so ent steht zunächst ein Stromkreis für das Schrittschaltwerk 26. Der Stromkreis führt vom Minuspol eines Lokalstromkreises über einen nur in der Ruhestellung der Scheibe 13 geschlossenen Kontakt 27, Kontakt 4, Kontakt 5, Leitung 28 über '3 in Serie ge schaltete Kontakte 29, 30, 31, die nur ge schlossen sind, wenn alle Scheiben 12, 13. 14 sich in der Ruhestellung befinden, über die parallel geschalteten Relais 32 und 33, sowie den Relaisschalter 34 zum Pluspol der Ortsbatterie. Das Relais 32 des Schritt schaltwerkes 26 schaltet das Relais 33) ab wechselnd ein und aus.
Dadurch werden die Kontaktarme 24 und 25. von Kontakt zu Kontakt weitergeschaltet. Sobald sie die ge zeichnete Stellung erreichen, kommt ein Er regerstrom für das Entriegelungsrelais 22 auf folgende Weise zustande: Vom Pluspol der Ortsbatterie über die Wicklung des Re lais 22, Leitung 35, Kontaktarm 24, Kon taktarm 25, Kolitaltt 6, Kontakt 5, Kontakt 4 und über den geschlossenen Kontakt 2:7 zum Minuspol der Ortsbatterie. Relais 22 spricht an, zieht die Sperrklinke 19 zurück. so dass die Scheibe 13 im Uhrzeigersinn an laufen kann.
In dem Augenblick, wo die Scheibe 13 ihre Ruhelage verlässt, werden die Kontakte 27 und 30 geöffnet. Die Öff nung des Kontaktes 30 hat zur Folge, dass das Schrittschaltwerk die Kontaktarme 24 und 25 nicht weiterbewegen kann. Die Öff nung des Kontaktes 27 hat zur Folge, dass das Entriegelungsrelais 22 wieder abgeschal tet wird. Die Scheibe 13 vollendet einen Umlauf und bleibt dann wiederum in der Nullage stehen, wobei gleichzeitig der Kon takt 30 geschlossen wird. Der.
Kontakt '27 dagegen ist derart ausgebildet, dass er so lange unterbrochen bleibt, bis er nach Wie dereinschaltung des Ölschalters, das heisst also nach Wiederöffnung der Kontakte 4, 5, 6 wieder geschlossen werden kann, zum Bei spiel von Hand. Während des Umlaufes der Scheibe 13 wird ein Kontakt 36 in bestimm ter Weise geöffnet und wieder geschlossen. Der Kontakt 36 liegt in einem Ruhestrom kreis, der die Ölschalterstaiion mit der Über wachungsstation über die Leitung 8 verbin det. Die Scheibe 13 steuert den Kontakt 36, von der Scheibe 12 und der Scheibe 14 wer den die Kontakte 37 und 38. welche Kon takte 36, 37 und 38 alle miteinander in Serie liegen, gesteuert.
Wenn mehrere Ölschalter gleichzeitig ausgelöst haben, so dass beispielsweise ausser dem Kontaktsatz 2 auch der Kontaktsatz 3 geschlossen worden ist, so erhält das Schritt schaltwerk in dem Augenblick wieder Strom, wo der Sender 7 sein Zeichen gesendet hat. weil am Schluss des Umlaufes der Scheibe 13 der Kontakt 30 wieder geschlossen wird. Der Erregerstrom für das Schrittschaltwerk 26 fliesst über die geschlossenen Kontakte des Kontaktsatzes 3. Das Schrittschaltwerk dreht die Kontaktarme 94 und 25 nach Ab lauf der ersten Meldung also um einen Kon takt weiter bis es die zu dem Kontaktfeder satz 3 gehörige Sendeeinrichtung in Gang setzt.
Die Kontaktarme 24 und 25 können jeweils in ihrer letzten Arbeitsstellung stehen bleiben; denn die Kontakte 27 und 39 wer den erst wieder geschlossen, nachdem die Kontaktsätze 2 und 3 geöffnet sind. Es ist schon gesagt worden, dass die Sendeeinrieh- Lungen 7. 10 und 11 den Ruhestromkreis 8 beeinflussen. Die Batterie 50 des Ruhe stromkreises befindet sich in der Nebenstelle. In der Empfangsstelle sind in den Ruhe stromkreis des Linienrelais 9 ein Ruhestrom anzeiger 51 und ein Widerstand 52 einge schaltet.
Eine dritte Leitung 53 zwischen Ölschal- terstation und Überwachungsstation kann als Reserveleitung verlegt und im Falle, dass eine der Leitungen 8 durch eine Störung ausfällt, eingeschaltet werden. Zu diesem Zweeh ist sie an ihren beiden Enden mit je einem Umschalter 54, 55 versehen.
Das Linienrelais 9 in der Überwachungs stelle hebt bei seiner Erregung einen Anker 56 gegen seinen obern Kontakt 57. Dadurch wird ein Stromkreis geschlossen, der vom Minuspol einer Ortsbatterie 58 über die Wicklung eines Locherrelais ,59, eine Prüf taste 60, einen Ruhestrornanzeiger 61, Anker 56, Kontakt 57, über einen Widerstand 62 zum positiven Pol der Batterie 58 geschlos sen ist. Wenn das Linienrelais 9 stromlos wird, fällt sein Anker 56 ab und schliesst die Kontakte 63. Vom negativen Pol der Ortsbatterie 58 fliesst dann ein Strom über die Kontakte 63 und die Wicklung eines Re lais 64 zum Pluspol zurück.
Relais 64 schal tet für sich selbst einen Haltkreis ein, der vom Pluspol der Ortsbatterie über die Wick lung des Relais 64, über einen Widerstand 65, einen vom Anker des Relais 64 ge steuerten Kontakt 66. eine Unterbrechungs taste 67 zur negativen Klemme der Orts batterie verläuft. Das Relais 64 bleibt so lange erregt, bis durch die Unterbrechungs taste 67 der Haltstromkreis unterbrochen wird. Ausser dem Anker 66 schliesst das Re lais 64 bei seiner Erregung noch durch drei zusätzliche Ankerkontakte 68, 69 und 70 weitere: Stromkreise.
Der Anker 69 ist an den negativen Pol der Ortsbatterie 58 an geschlossen. Über Anker 68 verläuft der Stromkreis zu einer Alarmlampe 77 und einem Alarmwecker 72, die also, wenn das Relais 64 einmal erregt und wenn ein Kon takt 73 geschlossen ist, den Alarm solange aufrecht erhalten, bis die Unterbrechungs taste 67 betätigt worden ist. Die Ankerkon takte 68 und 70 sind ebenfalls an den nega tiven Pol der Ortsbatterie 58 angeschlossen, jedoch nicht unmittelbar, sondern über eine Unterbrechungsstelle 73, die unter- der Ein wirkung eines Drahtbruchrelais 74 steht.
Bei Einlauf ein-.r Meldung wird das Li nienrelais 9 in bestimmter Weise erregt und a.berregt, je nachdem, wie die Auszahnung an der betätigten Scheibe 12, 13, 14 der Sendeeinrichtung 10, 7, 11 beschaffen ist. Im Rhythmus der Erregungen und Aberre- gungen des Linienrelais 9 schliesst und öff net sein Anker 56 den Stromkreis für das Loeherrelais 59. Das Locherrelais steuert nun zwei Kontakte 75 und 76, welche mit dem positiven Pol der Ortsbatterie 58 lei tend verbunden sind.
Vom ersten einlaufen den Zeichen ab wird, wie schon beschrieben, das Relais 64 in einen Haltestromkreis ein geschaltet, so dass es seine Kontakte 69 und 70 von diesem Zeitpunkte an geschlossen hält. Über den geschlossenen - Kontakt 70 wird ein Lochermagnet 77 jedesmal dann er regt, wenn der Anker des Locherrelais 59 abfällt und den Kontakt 75 schliesst. Der Locher locht in bekannter Weise einen Re gistrierstreifen, wodurch jede in der Sende stelle hervorgerufene Unterbrechung des Ruhestromkreises 8 registriert wird. Der Registrierstreifen lässt erkennen. welcher Sender gearbeitet hat.
Gleichzeitig wird auch eine Zeitstempelvorrichtung 78 in Tii- tigkeit gesetzt. um die Zeit festzuhalten. zii der die Meldung eingegangen ist. Zu dem Zweck wird über den Anker 69 des Relais 64 ein Zeitstempelrelais 79 eingeschaltet, das nach einer gewissen Verzögerungszeit durch seinen Anker 80 den Stromkreis für sich und den Erregerstromkreis für die Zeitstempel vorrichtung -unterbricht. Nach einer weiteren Verzögerungszeit schliesst der Anker 80 seinen Kontakt wieder und eine neue Zeit markierung findet statt, wenn das Relais 64 seinen Anker 69 noch immer geschlossen hält.
Die wiederholte Markierung der Zeit dient - den besonderen Zwecken; erstens fest- zuhalten, nach welcher Zeit der Aufsicht führende die Alarmeinrichtungen abgestellt hat, und zweitens wird im Falle einer Lei tungsstörung des Übertragungsstromkreises 8 durch fortlaufende Registrierung der Zeit angezeigt, wie lange die Leitungsstörung an gehalten hat. Wenn die Erregung des Li nienrelais 9 infolge eines Drahtbruches oder einer Unterbrechung des Ruhestromkreises 8 längere Zeit ausbleibt, bleibt der Anker des Locherrelais 59 lange genug in seiner abgefallenen Lage, in welcher der Kontakt 76 geschlossen ist, dass das Drahtbruchrelais 74 ansprechen kann.
Wenn das Drahtbruah- relais 74 anspricht, öffnet es den Kontakt 73. Dadurch wird der Kontakt 68 des Re lais 64 von der Ort,:stromquelle abgetrennt und die Alarmzeichen hören gleichzeitig auf. Gleichzeitig wird am Kontakt 81 der Strom- kreis einer Drahtbruchlampe 82 eingeschal tet, sowie am Kontakt 83 ein Störungswek- ker 84.
Die Stromkreise verlaufen vom Mi nuspol der Batterie 58 über den Kontakt 81 zur Lampe 82 und zum Pluspol der Bat terie und über den Anher 83 zum Wecker 5-1- und Pluspol der Batterie. 8\3 und Störungswecker 84 bleiben so lange eingeschaltet, his ein Schalter 85 im Stromkreis des Drahthruchrelais 74 geöffnet wird.
oder das Linienrelais 9 wieder Strom e rhidt. Alarmwecker und Störungswecker haben zweckmässigerweise verschiedenen Klan. wie auch die Alarmlampe und die Störungsmeldelampen zweckmässigerweise gut unterscheidbare Zeichen darstellen.
Nicht allein Drahtbruch. sondern aueli fehlerhafte Erdungen des zwischen der Öl- scha.lterstation und der Überwachungsstation verlaufenden Stromkreises 8 sollen in der LTberwachungsstelle angezeigt werden: Zu dem Zweck sind an den Ruhestromkreis 8 ,im Punkte 86 ein Erdschlussrelais 87 und Erdschlussanzeiger 88 angeschlossen.
Wäh rend auf der einen Seite des Anschlusspunk- tes 86 das Linienrelais 9 und der Ruhestrom anzeiger 51 liegen, ist aiif der andern Seite des Ansehlusspunktes 86 der Ausgleichswider stand 52 von ungefähr Bleichgrossem Gesamt- widerstand eingeschaltet.
Wenn jetzt an ir gendeinem Punkte zwischen den beiden Sta tionen ein Erdschluss des Ruhestromkreises auftritt, so wird dadurch entweder das Li nienrelais 9 mit dem Ruhestromanzeiger 51 oder der Widerstand 52 überbrückt über einen Stromkreis, der beispielsweise von der Erdschlussstelle der Übertragungsleitung 8, durch die Erde, einen Strombegrenzungswi- derstand 89, einen geschlossenen Erdungs- sehalter 90,
das Erdschlussanzeigegerät 88 und die Wicklung des Erdschlussrelais 87 verläuft. Das Erdschlussanzeigegerät 88 ist stromrichtungsempfindlich, je nachdem, ob der Erdschluss rechts oder links vom An schlusspunkt 86 liegt, schlägt sein Zeiger nach der einen oder andern Seite aus. Wenn der Erdschlussstrom eine gewisse Stärke erreicht, schliesst Relais 87 seine Kontakte 91 und 92. Durch Kontakt 92 wird eine Erdschluss- lampe 93 eingeschaltet, durch Kontakt 91 wird gleichzeitig der Störungswecker 84 ein geschaltet.