Röntgenröhre. Bei Röntgenröhren wird, besonders bei einer starken Belastung der Röhren, in dem auf der Antikathode erzeugten Brennfleck, das heisst an der Stelle, wo die Kathoden strahlen die Antikathode in der Hauptsache treffen, eine bedeutende Wärmemenge ent wickelt. Dies kann eine zu starke Erhitzung und ein Einbrennen der Antikathodenober- fläche zur Folge haben.
Um diesem Übelstand abzuhelfen und die Röhre dennoch stark belasten zii können, hat inan bereits vorgeschlagen, die Antika thode drehbar anzuordnen, wodurch erzielt wird, dass der Brennfleck ein kreisförmiges Band der Antikathodenoberfläche durchläuft und jeder Teil dieses Bandes nur während einer kurzen Zeit der Einwirkung der Katho denstrahlen ausgesetzt ist, und dass während der übrigen Umdrehungszeit eine gute Ab kühlung dieser Teile erreicht wird.
Die Erfindung hat zum Zweck, die Tem peratur der Antikathode noch mehr herab zusetzen oder bei derselben Temperatur der Antikathode die Belastung der Röhre zu steigern.
Eine Röntgenröhre gemäss der Erfindung enthält zu diesem Zweck eine drehbar ange ordnete Antikathode, auf welcher beim Be triebe dadurch ein bandförmiger Brennfleck erzeugt wird, dass dem Kathodenstrahlenbün del ein länglicher Querschnitt gegeben wird.
Unter einem bandförmigen Brennfleck ist hier ein Brennfleck zu verstehen, der eine längliche Form hat, ungeachtet, ob diese genau rechteckig ist oder nicht. Die Form kann zum Beispiel auch elliptisch sein. In folgedessen werden die auf die Antikathode treffenden Kathodenstrahlen über eine grössere Oberfläche verteilt und die Temperatur, auf die die Antikathode erhitzt wird, ist daher niedriger.
Der bandförmige Brennfleck wird zweck mässig in der Weise erzeugt, dass seine Längs achse wenigstens nahezu senkrecht zur Be wegungsrichtung des mit' dem Brennfleck koinzidierenden Antikathoden.Oberflächenele- mentes verläuft. Bei dieser Bauart wird ein möglichst grosser Teil der Antikathodenober- fläche voll dem Brennfleck bestrichen. Dein Brennfleck können sogar solche Abmessungen ,gegeben werden, dass, wenn die Antikathode sich dreht, die ganze Antikathodenoberfläehe von den Kathodenstrahlen getroffen wird.
In diesem Falle wirkt die ganze Oberfläche mit zur Ableitung der im Brennfleck entwickelten Wärme. In bezug auf die Erhitzung der An tikathode ist es also, als ob der Brennfleck über die ganze Antikathodenoberfläche ver teilt wäre und trotzdem kann, wie beim Gre brauch von bandförmigen Brennflecken be kannt ist, zur Herstellung von Aufnahmen die Röntgenstrahlenquelle als nahezu punkt- förmig erachtet werden. Es ist klar, dass eine Röntgenröhre gemäss der Erfindung eine sehr grosse Belastung zulässt, ohne dass die Anti kathode so stark erhitzt wird.
Die Verwendung von bandförmigen Brenn- flecken zwecks Erhaltung einer punktförmi- gen Röntgenstrahlenquelle ist an sich bekannt. Die Erfindung besteht jedoch in der Kom bination eines solchen Brennfleckes mit einer drehbaren Antikathode, wodurch die wichtigen Vorteile erzielt werden.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 ist ein Längsschnitt des Ausfüh- rungsbeispieles, und Fig. 2 ein Querschnitt nach der Linie II-II.
Die dargestellte Röntgenröhre hat eine teilweise metallene Aussenwand 1, die zum Beispiel aus Chromeisen bestellt, und an die die isolierenden Teile 2 und 2 angeschmolzen sind. Im metallenen Wandteil befindet sich ein für den Austritt von Röntgenstrahlen bestimmtes Fenster 4. Der Teil 5 der Anti kathode, der während des Betriebes von Ka thodenstrahlen getroffen wird und auf dem die Röntgenstrahlen erzeugt werden, hat eine einigermassen kegelförmige Gestalt und be steht zweckmässig aus Wolfram. Dieser kegel förmige Teil ist mit dein Zylinder 6 verbun den, der zum Beispiel aus Kupfer besteht und einen eisernen Zylinder 7 umgibt. Dieser Zylinder wird von Kugellagern 8 getragen, die ein leichtes Drehen der Antikathode um die Spindel 9 ermöglichen.
Diese Spindel ist bei 10 mit dein isolierenden Teil 2 der Röhrenwand verschmolzen und bestellt zweck mässig aus Chromeisen. Der Zylinder 6 bil det den Rotor eines Induktionsmotors, dessen Pole mit 11 bezichnet und ausserhalb der eigentlichen Röntgenröhre angeordnet sind. Ein Teil des magnetischen Kreises des In duktionsmotors wird durch einen Schild 12 gebildet, mittelst dessen die Pole 11 mit dem metallenen Teil 1 verbunden sind. Der Induktionsmotor wird durch einen Schirm 13 abgeschlossen.
Die Kathode 14, die aus einem geraden Glühfaden besteht und einerseits mit dem Füsschen 15 verbunden ist, wird von der Sammelvorrichtung 16 umgeben. Diese Sam- rnelvorrichtung hat die Form eines Zylinders, der mit einem Ende bei 17 an den isolie renden Teil 3 angeschrnolzen ist. Das andere Ende der Sammelvorrichtung ist geschlossen und weist eine rechteckige Öffnung 18 auf, hinter der die Glühkathode 14 angeordnet ist, so dass ein bandförmiger Brennfleck er halten. wird.
Die Sammelvorrichtung wird zweckmässig derart angeordnet, dass die Längsaxe des auf der Antikathode erzeugten bandförmigen Brennfleckes mit einer erzeugenden Linie der Antikathode wenigstens nahezu zusam menfällt und sich also senkrecht zur Bewe gungsrichtung des mit dem Brennfleck koinzi dierenden Antikathoden-Oberflächenelementes erstreckt.
Infolge dieser Anordnung bestreicht der Brennfleck beim Drehen der Antikathode eine möglichst grosse Oberfläche, wodurch eine möglichst geringe Erhitzung der Anti kathode erzielt wird, oder mit andern Wor ten, die Belastung der Röntgenröhre möglichst hoch gesteigert werden kann, wobei trotzdem eine punktförmige Röntgenstrahlenquelle er zielt werden kann.