CH144431A - Verfahren zur Gewinnung eines reinen Hormons des Hypophysenvorderlappens. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung eines reinen Hormons des Hypophysenvorderlappens.

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CH144431A
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Schering Kahlbaum Ag
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  Verfahren zur Gewinnung eines reinen Hormons     des-Hypophysenvorderlappens.       Es ist bekannt, dass die Hormone nicht  nur an die Stätte ihrer Produktion gebunden,  sondern auch im Organismus in seinen Ex  kreten nachweisbar sind.  



  Das bereits bekannte, die Entwicklung  der Keimdrüsen fördernde Hormon des     Hypo-          physenvorderlappens    ist zum Beispiel ausser  im Vorderlappen auch im Blut, besonders       gravider    Säugetiere, in den männlichen und  weiblichen Keimdrüsen, in der Plazenta und  in den Exkreten Harn und Kot vorhanden.  Dieses Hormon ist durch seine     entwicklungs-          fördernde    und anregende Wirkung auf die  männlichen und weiblichen Keimdrüsen cha  rakterisiert und daher, im Gegensatz zum       Keimdrüsenhormon,    am     kastrierten    Organis  mus ohne Wirkung. Auch in ihrem che  mischen Verhalten unterscheiden sich die bei  den Hormone.

   Während Keimdrüsenhormon  sich von organischen Lösungsmitteln leicht  aufnehmen     lässt,    wird das     Vorderlappenhor-          mon    mit organischen Lösungsmitteln aus  wässerigen Medien ausgefällt.    Durch direkte Fällung mit organischen  Lösungsmitteln werden aber     nicht    nur das  Hormon des.     Hypophysenvorderlappens,    son  dern auch Salze und Ballaststoffe verschie  dener Art gleichzeitig niedergeschlagen.

   Zur       Gewinnung    eines     reinen    Hormons ist es daher       notwendig,    dass man die wässerigen, von Or  ganen herrührenden, das     Hypophysenvorder-          lappenhormon    enthaltenden Lösungen mit  Mitteln behandelt, die den grössten Teil der  das Hormon in den Organen begleitenden  Salze durch doppelte Umsetzung ausfällen,  und dann das Hormon ausscheidet. Als sol  che     Fällungsmittel    haben sich Verbindungen  der Erdalkalien und der Schwermetalle als  besonders geeignet     erwiesen.     



       Beispiel   <I>1:</I>  5 Liter Harn von schwangeren Indivi  duen werden auf 1 Liter konzentriert,     etwas     mit Essigsäure angesäuert und filtriert. Das  Filtrat     wird    solange mit einer konzentrierten       Bariumchloridlösung    versetzt, bis in einer ab  filtrierten Probe auf weiteren Zusatz keine           Trübung    mehr entsteht. Man filtriert vom  Niederschlag ab und versetzt das Filtrat zur  Ausfällung überschüssigen Bariums mit Na  triumsulfat. Nach Absitzen wird     abfiltriert     und das Filtrat mit der dreifachen Menge  Methylalkohol versetzt.

   Es bildet sich ein  weisser Niederschlag, der nach mehrstündigem  Stehen     abfiltriert        wird.    Dieser Niederschlag  enthält quantitativ das Hormon. Es kann  durch Aufnehmen in Wasser und noch  maliges Fällen mit Alkohol noch weitgehend  gereinigt werden.  



  <I>Beispiel 2:</I>  4 Liter konzentrierter Harn von schwan  geren Individuen werden     mit    Bleiacetat ver  setzt bis zu beendeter Fällung. Nach Filtra  tion wird überschüssiges Bleiacetat mit  Schwefelwasserstoff     beseitigt    und das Fil  trat     wie    nach Beispiel 1 aufgearbeitet.  



  <I>Beispiel 3:</I>  10 kg zerkleinerte Plazenta werden mit  10 kg Wasser aufgeschwemmt und mit 3     kw,          Calciumhydroxyd    verrührt. Nach Zentrifu  gieren wird die erhaltene alkalische Flüssig  keit     mit    Kohlensäure bis zur restlosen Aus  fällung von     Calciumcarbonat    behandelt und  nach Filtrieren die Flüssigkeit im Vakuum    konzentriert und mit Alkohol das Hormon  ausgefällt.  



  <I>Beispiel</I>     4.:     500     gr        Hypophysenvorderlappen    werden  in der     Kolloidmühle    zerkleinert, mit der drei  fachen Menge Wasser in eine feine Suspen  sion gebracht und mit verdünnter Essigsäure  leicht angesäuert. Die Masse wird filtriert  und das Filtrat mit einer     Bariumchlorid-          lösung    versetzt. Die weitere Aufarbeitung  erfolgt nach Beispiel 1.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung eines reinen, die Entwicklung der Keimdrüsen fördernden Hormons des Hypophysenvorderlappens, da durch gekennzeichnet, dass man wässerige, von Organen herrührende, das Hypophysen vorderlappenhormon enthaltende Lösungen mit Mitteln behandelt, die den grössten Teil der das Hormon in den Organen begleitenden Salze durch doppelte Umsetzung ausfällen, und dann das Hormon ausscheidet. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Abscheidung der Salze Erdalkaliverbindungen anwendet.
CH144431D 1928-06-19 1929-06-04 Verfahren zur Gewinnung eines reinen Hormons des Hypophysenvorderlappens. CH144431A (de)

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