Verfahren zur Herstellung von Salz bestimmter Körnung. In der Eindampfungstechnik sind Vor richtungen und Verfahren bekannt, mit denen ein grosses Salzkorn durch Umwälzung der Salzlösung durch ein Reizsystem erhalten wird. Die Umwälzung wird mechanisch durch einen Propeller oder dergleichen her vorgerufen. Bekannte Vorrichtungen dieser Art weisen den Nachteil auf, dass die ganze Menge, welche durch das Heizsystem strömt, gepumpt werden muss, was einen entspre chend hohen Kraftverbrauch bedingt.
Das Salzkorn leidet dabei infolge des sich bei ;jeder Umwälzung wiederholenden Durchgan ges durch die mechanische Pumpvorrichtung. Die Salzkörner werden an den Kanten ab gerundet und sie haben, vergrössert aufge nommen, das Aussehen von Bachgeröll.
Es ist ferner bekannt, die Salzkristalle bestmöglichst in einer bestimmten Zone, der sogenannten Metastabilen, zurückzuhalten und nur die Lösung durch das Heizsystem zu pumpen. In einem solchen Falle ist wohl der Nachteil, dass die Salzkörner zu oft durch die Pumpe hindurchgehen müssen, ver mieden, nicht aber auch derjenige, dass die ganze Menge der Lösung umgewälzt werden muss. Ferner bereitet die Erzeugung der metastabilen Zone, welche zur Voraussetzen; die Einhaltung bestimmter Temperaturver hältnisse hat, im praktischen Betrieb inini(Ir grosse Schwierigkeiten.
Zum Zwecke, grössere Salzkristalle zu er halten ist im weiteren vorgeschlagen wor den, in Verbindung mit einem Verdampfer einen Nebenkreislauf vorzusehen, um einen Teil einer gesättigten Lösung einem I?ber- hitzer zuführen und von diesem wieder ü1 den Verdampfer zurückfördern zu können, wo die überhitzte Lösung einmal die Um wälzung unterstützt und ferner Veranlassung zur Bildung von "Samenkristallen" gibt, um die herum dann die weitere Kristallisation der gesättigten Lösung erfolgen kann.
Beim Arbeiten nach diesem Verfahren lässt sich aber nicht vermeiden, dass die weitaus grösste Menge der Kristalle in zu feinem Zustand aus der Lösung heraussinkt, indem nur ein kleiner Teil der noch zu feinen Salzkristalle, und dazu höchstens vereinzelte Male, den Nebenkreislauf beschreibt, so dass kein Salz von grober Körnung erhalten wird.
Zweck vorliegender Erfindung ist nun die .Schaffung eines Verfahrens, das unter grossmöglichster Schonung des Salzkornes mit einfachen und wirtschaftlichen Mitteln ein Salz von bestimmter, praktisch durch wegs gleichmässiger Körnung zu erhalten ge stattet. Zu diesem Behufe werden gemäss vorliegender Erfindung die aus der umge wälzten Salzlösung heraussinkenden Salz hörner praktisch zur Gänze mindestens so lange immer wieder in den Bereich der um gewälzten Salzlösung gebracht und dadurch durch die übersättigten Zonen getrieben, bis die Körner zur gewünschten Grösse ange wachsen sind.
Die Erfindung fusst auf der Tatsache, dass ein Salzkorn mit der Zahl der Umwälzungen wächst, indem es dabei immer wieder in Zo nen kommt, in welchen die Lösung schwach übersättigt ist. Bei der Eindampfung in Verdampfern tritt nun aber die Erscheinung auf, dass am Randgebiet der Umwälzung, also an Stellen, an denen die Strömung we niger intensiv ist, Salz von zu feinem Korn aus der Strömung heraussinkt. Die Erfin dung sieht nun vor, dass dieses Feinsalz im mer wieder in die im Verdampfer umgewälzte Lösung zurückgefördert wird. Dabei kommt aber nur eine Rückförderung von Salzkör nern mit relativ kleiner Menge Lösung in Frage, so dass der Kraftverbrauch für die Rückförderung klein ist.
Hinzu kommt, dass die Salzkörner im Verhältnis zur Anzahl Male, die sie durch das Heizsystem hindurch umgewälzt werden, nicht zu oft in die um gewälzte Lösung zurückgefördert werden müssen, was wesentlich zu ihrer Schonung beiträgt.
Um zu vermeiden, dass auch Kristalle, die bereits zur gewünschten Grösse angewachsen sind, wieder in die Lösung zurückgefördert werden, kann entweder eine Trennung für die genügend grossen und die noch zu feinen Körner vorgesehen werden, in der bestmög- lichst die feinen Körner von den genügend grossen geschieden werden; oder es kann periodisch gearbeitet werden, indem in clen Zeitabständen, in welchen die Kristalle die maximale Grösse erreicht haben, dieselben aus der Verdampfungsvorrichtung entfernt werden.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Ver fahrens beispielsweise veranschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 teilweise einen senkrechten Schnitt und teilweise eine Seitenansicht der Vorrich tung, und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-II der Fig. 1.
Es bezeichnet 1 eine Verdampfungsvor- richtung und 2 ein in diese eingebautes Heiz system, das sieh aus Ringheizkörpern zu sammensetzt. Dieses Heizsystem besitzt grosse Querschnitte für die Umwälzung der Lösung und es ergebc-n sich daher sehr kleine Widerstände für die Strömung und eine sehr kräftige Umwälzung. Vor sich gehende Hauptumwälzungen sind durch die geschlos senen, strichpunktierten Linienzüge 3 ange geben. In diesem Hauptkreislauf zirkulieren die Kristalle in vielen Malen durch das Heiz- system 2. Sie können so lange diesen Kreis lauf mitmachen, bis sie zu schwer geworden sind, um noch mitgetragen zu werden.
Es werden nun aber immer aus dem Randgebiet der Hauptströmung Salzkörner heraussin- ken, die noch nicht die maximale Grösse erreicht haben. Diese werden nun bei der dargestellten Anordnung durch einen Neben lueislauf, welcher in Fig. 1 durch den ge schlossenen strichpunktierten Linienzug 4 angedeutet ist, in den Hauptkreislauf der Umwälzung zurückgebracht. Dieser Neben kreislauf geht durch eine Leitung 5, in die eine Pumpe 6 eingebaut ist und in welcher die Salzkristalle aus dem untern Teil des Verdampfers 1 in die Zone oberhalb des Heizsystems 2 zurückgefördert werden.
't Dien Vorrichtung 1 wird vorteilhaft mit ebner Einrichtung versehen, welche die Heiz f\ächen mechanisch dauernd von Salzkrusten f,-ei hält. Damit wird es leichter, bestimmte Reizwirkungen dauernd einzustellen und so c.as jeweils gewünschte Salzkorn in dauernd gleicher Grösse zu erhalten.
Um das Salz von genügender Korngrösse von Zeit zu Zeit entfernen zu können, ist ein Schieber 7 vorgesehen.
Die Intensität des Hauptkreislaufes kann ausser durch Veränderung des Heizdampf- druckes dadurch mehr oder weniger verstärkt werden, dass Verdampfungsvorrichtungen mit verschieden grossen Querschnitten für die Umwälzung vorgesehen werden. Auf diese Weise kann die Grösse des Salzkornes leicht bestimmt werden.
Um durch den Nebenkreislauf möglichst wenig Lösung treiben zu müssen, empfiehlt es sich. den Hauptkreislauf so zu leiten, dass aus demselben möglichst wenig Salzkristalle von zu feiner Körnung heraussinken. Das kann erreicht werden, wenn die Hauptströ mung im wesentlichen überall dieselbe Ge schwindigkeit aufweist, was durch Einbau von Leitvorrichtungen, zum Beispiel von Blechen, die innerhalb der Heizvorrichtung angeordnet sind, ermöglicht wird. Solche Einbauten verhindern das Entstehen ausge dehnter Strömungszonen ungenügender (-'re- schwiudigkeit.
Anstat den Nebenkreislauf in der dar gestellten Weise durch mechanische Mittel zu erzeugen, kann er auch durch tt,ermische Mittel erzeugt werden.
Ferner können die im untern Teil der Verdampfungsvorrichtung 1 sich ansammeln den, noch zu feinen Salzkristalle anstatt mit Hilfe eines ausserhalb dieser Vorrichtung vorgesehenen Nebenkreislaufes in die über sättigten Zonen zurückgefördert zu werden, auch mittelst einer innerhalb der Verdamp- fungsvorriehtung 1 vorgesehenen Fördervor richtung vom untern Teil der Verdampfungs- vorrichtung in die in der Nähe der Verdamp- fungsoberfläche vorhandenen, übersättigten Zonen zurückgebracht werden.