CH144683A - Verfahren zur Herstellung elektrischer Isoliermaterialien. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung elektrischer Isoliermaterialien.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung elektrischer Isoliermaterialien. Die vorliegende Erfindung basiert auf folgenden Erkenntnissen. Die Moleküle oder Molekülkomplexe dielektrischer Stoffe zei gen polaren Charakter.
Dieser kommt nach aussen zur Geltung, wenn man den betreffen den Stoff in einem Zustand, der eine Be wegung seiner Teile gegeneinander zulässt, zum Beispiel in schmelzflüssigem Zustand, einer Richtkraft, die beispielsweise durch ein elektrisches Feld hervorgerufen wird, aussetzt und dann die einzelnen Teilchen in ihrer Lage fixiert, zum Beispiel durch Er starrenlassen aus dem Schmelzfluss. Die po laren Achsen der Teilchen stellen sich dann vorwiegend in die Richtung des äussern elek trischen Feldes und behalten nachher diese Richtung bei. Nach aussen ist die Ausrich tung daran zu erkennen, dass die erstarrte Masse ein deutliches piezoelektrisches Mo ment erhalten hat.
Um die hier im Isolier stoff auftretenden Vorgänge zu verstehen, ist es zweckmässig, zunächst einen Isolier- stoff zu betrachten, dessen molekulare Struk- tur wir kennen. Ein solcher Stoff, der gleichzeitig einer unserer besten Isolierstoffe ist und gleichzeitig piezoelektrische Eigen schaften aufweist, ist der Quarzkristall (Abb. 1), und zwar senkrecht zu einer elek trischen Achse geschnitten. Der Träger der piezoelektrischen Eigenschaften ist hier nicht das Molekül des Quarzes, sondern ein Mole külkomplex, die Einheitszelle (Elementar bereich).
Aus der Betrachtung dieser Ein heitszelle ist zu schliessen, dass ein guter Iso lator ein solcher Körper ist, bei dem in der Projektion betrachtet immer abwechselnd positive und negative Ionen (Atome) neben einander liegen. Ein solcher Körper wird auch piezoelektrische Eigenschaften, das heisst polaren Charakter haben, wenn auf der Oberseite des Körpers ein positives bezw. ne gatives Atom einem entgegengesetzt gela denen auf der Unterseite gegenübersteht. Ausserdem dürfen in dieser Richtung senk- recht zu den Elektroden in dem Körper keine Hohlräume vorhanden sein, durch wel che Ionen wandern können.
Aus diesen Be dingungen ergeben sich zunächst ganz all gemeine Forderungen für die Atomzahl des isolierenden, piezoelektrisehen Moleküls. Da man in die oben erwähnte Einheitszelle zwi schen die einzelnen Atome eine beliebige An zahl von Atompaaren einfügen kann, ohne den Charakter des Körpers als Isolierstoff in oben bestimmtem Sinne zu ändern, muss die Atomzahl sein = (3 -i- 2n) . 2, wobei n jede ganze Zahl sein kann. Die Zahl der po laren Achsen ist dann gleich der halben Atomzahl, wobei der Einfachheit halber die Projektion nur auf einer Ebene betrachtet Ist.
Hat man nun einen Stoff der oben geschil derten Atomzusammensetzung in einem (flüssigen, plastischen oder feinverteilten) Zustand, der eine Bewegung der Moleküle oder Molekülkomplexe gegeneinander zu lässt, so lassen sich die polaren Achsen leicht parallel stellen, zum Beispiel durch ein elek trisches Feld oder durch starke thermische Beeinflussungen. Ist die Masse dann wäh rend der Einwirkung des Feldes fest gewor den, so behält sie den erteilten piezoelektri- schen Charakter, das heisst wird auf eine so erhaltene Platte ein Druck ausgeübt, ent stehen Influenzladungen auf der Elektrode, oder wenn eine Spannung an die Platte ge legt wird,
werden in den Molekülen piezo- elektrische Momente erzielt. Treten dagegen von den Elektroden, deren Spannung die Piezomomente erregt hat, Ionen in die Masse ein, so werden diese durch die nach aussen wirkenden, einzelnen Piezomomente der er regten Moleküle festgehalten und am Weiter wandern verhindert bezw. behindert. Auf diese Weise wird also beim Anlegen einer Spannung an den Isolierstoff durch das er regte Piezomament der Moleküle das Entste hen einer Ionenwolke verhindert und damit die Grundlage für die Vermeidung eines Durchschlages geschaffen.
Man erhält also Dielektrika von sehr hoher Durchschlags festigkeit. Das Dielektrikum in formiertem Zustande hat dann etwa das Aussehen der Abb_. 2; a., b sind die unter Spannung stehen den Elektroden, zwischen denen die formier ten Moleküle bezw. Molekülkomplexe liegen.
Der leicht bewegliche Zustand der Mole küle oder Molekülkomplexe lässt sich auch in anderer Weise herstellen. Der Stoff wird pulverisiert, das Pulver sehr stark erhitzt und nun, während es im geschmolzenen Zu stand auf eine Unterlage auffällt, gleichzeitig noch während des Fallens (also in einem Zustand, in dem das einzelne Element grosse Beweglichkeit hat) so ausgerichtet, dass die polaren Momente in den Pulverteilchen alle parallel und gleichgerichtet sind, so dass dann beim Auffallen auf eine Unterlage, beim Erstarren der Einzelteilchen und Zu sammenschweissen der Teilchen, die Momente in allen Elementen im selben Sinne parallel gerichtet sind und nach dem Erstarren auch bleiben.
Bei einigen Stoffen genügt es, für die Ausrichtung die Pulverteile einer sehr gro ssen Erhitzung auszusetzen, dann werden die pyroelektrischen Momente in den einzelnen Elementen erregt und diese bilden gewisser massen in sich das Feld. Die wirksamste Methode besteht aber darin, die Pulverteile, während sie fallen, der Richtkraft eines elek trischen Feldes auszusetzen. Die Methode lässt sich auf eine grosse Zahl von Stoffen anwenden; besonders geeignet sind hier alle Silikate, zum Beispiel auch amorpher Quarz, der, wie Untersuchungen ergeben haben, in Pulverform zerteilt, erkennen lässt, dass seine meisten Elemente aus Komplexen von Ein heitszellen bestehen, also polaren Charakter haben.
Während das Pulver durch die Heiz vorrichtung fällt, kann selbstverständlich dem Pulver der Substanz mit dem elektri schen Moment vielfach zweckmässig irgend eine andere, Substanz, die an sich kein Mo ment hat, beigemengt werden, so dass auf diese Weise sehr verschiedenartige Kristall kombinationen entstehen.
Um die Bearbeitung der nach diesem Verfahren hergestellten Kristallkörper zu er leichtern, ist es zweckmässig, der Fläche, auf welche sich das Kristallpulver nieder- setzt, gleich eine solche Form zu geben, in der man nachher den Kristallkörper verwen den will.
Abb. 3 zeigt schematisch ein Ausfüh rungsbeispiel. Das Pulver fällt über den Trichter c durch das Heizrohr a' auf eine kegelförmige Form d, die auf der Unterlage b' steht. Zwischen a' und b' kann ein Span nungsfeld E gelegt werden.
Das Verfahren ist auch anwendbar auf die Herstellung von Isoliermaterialien aus Kunstharzen, also zum Beispiel aus Phenol- Formaldehyd-Kondensaten. Bei ihnen wird während der Kondensation das elektrische Feld angelegt, so dass die Teilchen während der Überführung in den harten Zustand aus gerichtet werden-.
Es ist selbstverständlich nicht erforder lich, dass der verwendete Stoffein einheit licher Körper ist. In derselben Weise lassen sich auch hochwertige Isolierstoffe aus Mi schungen verschiedener Bestandteile herstel len, zum Beispiel Paraffin gemischt mit Quarzpulver, Natur- oder Kunstharz mit Füllstoffen, Mischungen von Asphalten mit Ölen. Wachsen usw.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung elektrischer Isoliermaterialien, dadurch gekennzeichnet, dass die piezoelektrischen Elemente eines oder mehrerer Ausgangsstoffe in leicht bewegli chem Zustande in bezug auf ihre polaren Momente in gleichem Sinne ausgerichtet wer den. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichtung durch ein angelegtes elektrisches Feld er folgt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bezw. die Ausgangsstoffe durch Erwärmung verflüssigt werden und dann in einem elektrischen Feld erkalten.B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein härtbares Kunst harz als Ausgangsstoff verwendet wird und dessen Molekülkomplexe während der Überführung in den harten Zustand aus gerichtet werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bezw. die Ausgangsstoffe in Pul verform verwendet werden, und während man das Pulver auf eine Unterlage fallen lässt. dieses in den Schmelzzustand bezw. nahe dem Schmelzzustand gebracht wird. wobei es gleichzeitig in bezug auf seine polaren Momente ausgerichtet wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 4. dadurch gekenn zeichnet. dass als pulverförmiger Aus gangsstoff ein Silikat verwendet. wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass dem verwendeten Pulver mit polarem Charakter auch Pulver an derer Substanzen nicht polaren Charak ters beigemengt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass das Pulver auf eine Unter lage solcher Form auffällt, dass sie dem Endprodukt eine bestimmte Form gibt.
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