Verfahren zur Herstellung von Druelzgasen aus verflüssigten Gasen arn Verbrauchsorte. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein bereits bekannt gewordenes Verfah ren zur Herstellung von Druckgasen, gemäss dem ein verflüssigtes Gas mit tief liegendem Siedepunkte in flüssigem Zustande an die Verbrauchsstelle befördert und erst dort in Druckgas umgewandelt und als solches in Stahlflaschen oder sonstige Rezipienten ge füllt wird.
Sie bezieht sich ferner auf ein Verfahren, bei dem das verflüssigte Gas an der Verbrauchsstelle in der Transporteinrich tung zu dem gewünschten abzufüllenden Druckgas vergast wird. Dies ist auch durch führbar in solchen Fällen, wo am Ver brauchsorte niedrige Betriebsdrucke (von 15 Atm. an abwärts) gefordert werden.
Wenn es sich aber, wie dies heutzutage von kleine ren und mittleren Verbrauchern verlangt wird, darum handelt, Druckgas von 150 Atm. Betriebsdruck herzustellen, so müssten hierzu, falls die Vergasung in Transportbehältern vorgenommen würde, diese zufolge der er forderlichen starken -N#@'andungen so schwer ausgeführt werden, dass die durch den Trans port verflüssigter Gase erzielten Vorteile zum grössten Teile wieder aufgehoben -wer den würden, oder aber es müsste bei jedem einzelnen Verbraucher eine besondere Ver gasungseinrichtung aufgestellt werden.
Das Verfahren wurde dann auch so gehandhabt, dass die flüssigen Gase nach der beliebig weit entfernten Verbrauchsstelle in flüssigem Zu stande transportiert und vom Transportgefäss aus aber durch Überfülleinrichtungen als Flüssigkeit in die einzelnen Verbraucherein richtungen, sogenannte Kaltvergaser (bei grossen Kunden) und Warmvergaser (bei mittleren und kleinen Kunden) gebracht wurden, wo dann die Umwandlung in kom primiertes Gas, bei ersterer Vergaserart etwa bis zu 30 Atm. und bei letzterer Vergaserart bis zu 150 Atm. erfolgt. Das war der Stand der Technik bis heute.
Um nun in der Lage zu sein, das ver flüssigte Gas an der Verbrauchsstelle augen blicklich in Druckgas von dem erwünschten Druck (bis zu 150 Atm.) umwandeln zu kön nen, wird gemäss dem vorliegenden Verfah ren das verflüssigte Gas aus dem Flüssig keitsbehälter der Transporteinrichtung durch eine Pumpe in einen an der Einrichtung angeordneten Vergaser gedrückt.
Zweckmässigerweise wird auch der Druck des Gases im Flüssigkeitsbehälter dazu be nutzt, die Pumpe, die die Flüssigkeit aus die sem Behälter nach dem Vergaser fördert, an zutreiben.
Es ist auch schon eine stationäre, in Ver bindung mit einer Luftverflüssigungs- bezw. Trennanlage arbeitende Druckgaserzeugungs- anlage bekannt geworden, bei welcher eine Pumpe das verflüssigte Gas aus dem unter Atmosphärendruck stehenden Sammelraum ansaugt und durch einen Austauscher drückt, wo es einen Teil seiner Kälte an die der Trennanlage zuströmende Luft abgibt und verdampft. Das Gas wird alsdann durch einen weiteren Wärmeaustauscher getrieben, in dem es wiederum Kälte im Gegenstrom auf die der Trennanlage zufliessende Luft über trägt.
Das erzeugte Druckgas wird hier aber von der Erzeugungsstelle nach der alten, längst überholten Methode in Stahlflaschen an die Verbrauchsstelle befördert.
Eine Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens ist auf der beiliegenden Zeich nung in einem Längsschnitt dargestellt.
Bei dieser Einrichtung sind die Flüssig keitspumpe b und der Vergaser c neben dem die Flüssigkeit enthaltenden Behälter a an geordnet, wobei die Pumpe b mit dem Be hälter<I>a</I> durch eine Zuleitung<I>d</I> verbunden ist, durch die sie die Flüssigkeit ansaugt. Ferner ist die Pumpe b mit dem 'Vergaser c durch eine Druckleitung e verbunden, durch die sie die Flüssigkeit unter Druck in den Vergaser c presst, in welchem die Flüssig keit dann durch Verdampfung auf Ver- brauchsgas von gefordertem Druck gebracht wird.
Die Verlängerung % der Kolbenstange /' der Flüssigkeitspumpe b wird durch einen Exzenter 7r von einem nicht dargestellten Krafterzeuger aus angetrieben. Diese Kolben stange f weist ferner ausserhalb der Pumpe b einen Kolben g auf, der sich in einem Zy linder h bewegt. Dieser Zylinder lz besitzt im Boden<I>w</I> und im Deckel<I>v</I> Verbindungs leitungen ,x, 1, die ihn mit dem oberhalb der Flüssigkeit befindlichen Raum q des Flüssig keitsbehälters verbinden.
Diese Leitungen weisen Ventile n, ra, auf, die von der Kolben stange f aus so gesteuert werden (nicht dar gestellt), dass der Gasdruck des Behälters a die Bewegung des Kolbens f unterstützt, in dem der Druck einmal vor, das andere Mal hinter dem Kolben g zur Wirkung gelangt. Der Auspuff .aus dem Zylinder h erfolgt durch Leitungen, die ebenfalls vom Kolben g aus gesteuerte Ventile<I>t,</I> t, aufweisen und die in die gemeinsame Auspuffleitung in führen.
Während des Transportes des verflüssig ten Gases, beziehungsweise während kein Abfüllen stattfindet, ist der Druck im Flüs sigkeitsbehälter der Einrichtung beim Trans port auf beispielsweise 5 Atm. und bei sta tionärer Aufstellung auf 15 Atm. angestie gen. Wenn nun nach Erreichung der Ver brauchsstelle das Umfüllen durch Ingang setzen der Flüssigkeitspumpe b beginnt, wird der oberhalb der Flüssigkeit im Flüssigkeits behälter a herrschende Druck auf den Kol ben g ausserhalb der Flüssigkeitspumpe zur Einwirkung gebracht, so dass ein Teil der für den Antrieb der Pumpe erforderlichen Kraft durch den Druck der ungewollten Ver gasungsprodukte geliefert wird.
Ist aus irgend einem Grunde der ober halb der Flüssigkeit im Behälter a befind liche Druck so tief gefallen, dass es sich nicht lohnt, ihn leim Antrieb der Flüssig keitspumpe b mitwirken zu lassen, so wird die Verbindungsleitung l durch das Ventil<I>g</I> geschlossen. Um in solchem Falle im Zy linder b das Auftreten schädlicher Kompres sion zu vermeiden, werden die am Deckel und Boden des Zylinders 1i. befindlichen Ventile s, s1 geöffnet.
Ein in der Leitung )1i angeordnetes Rückschlagventil u verhindert dabei, dass der in der Leitung rrz befind liche Druck bezw. das Druckgas durch die geöffneten Ventile s, s1 entweicht.
Ist die Verbindungsleitung t abgesperrt, so wirkt der im Flüssigkeitsbehälter a ober halb derFlüssigkeit herrschende Druck auf die Flüssigkeit und drückt dieselbe in die Pumpe b: Dadurch wird der Saughub des Kolbens f der Flüssigkeitspumpe b unterstützt und die Antriebsmaschine der Pumpe b teilweise ent lastet.
Abgesehen von dem Nutzen der wesent lich geringeren Transportkosten für Gase, die in flüssigem Zustande auf die Beförde rungsmittel kommen, im Gegensatz zu. kom primierten Gasen in schweren Stahlflaschen, beträgt auch die aufzuwendende mechanische Kompressionsarbeit jetzt am Orte des Ver brauches, wo nur flüssiges Gas befördert zu werden braucht, einen ausserordentlich kleinen Bruchteil dieser Arbeit, da das Volumen bei solchen Gasen zur Flüssigkeit sich etwa wie 800 : 1 verhält. Ferner ist auch zu berück sichtigen, dass das flüssige Gas nach erfolg ter Förderung durch die Flüssigkeitspumpe teilweise oder ganz durch Selbstkompression. lediglich verursacht durch Zuführung äusserer Wärme, auf noch höheren Druck, als der Förderdruck der Pumpe beträgt, gebracht werden kann.
Es erübrigt sich, noch darauf hinzuweisen, dass auch die Druckgase, wenn sie auf diese Weise am Orte des Verbrauches aus Flüssigkeit gewonnen werden, vollstän dig trocken sind.