Verfahren und Röntgenröhre zur Herstellung von kurzzeitigen Röntgenaufnahmen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Röntgenröhre zur Herstellung von Röntgenaufnahmen mit sehr kurzzeitiger Be lichtung.
Bei der Herstellung von Röntgenaufnah men von sich bewegenden Körperteilen, bei spielsweise Lungenaufnahmen, ist es er wünscht, das Bild in möglichst kurzer Zeit herzustellen; damit es infolge der Bewegung der zu photographierenden Gegenstände nicht unscharf wird.
Bisher wurde die Belichtungsdauer durch die Einschaltvorrichtung geregelt, mit der die Röhre angelassen wird. Ist zum Beispiel eine Belichtung während 0,1 Sekunden er wünscht, so kann man einen Zeitschalter ver wenden, der nach Verlauf dieser Belichtungs zeit den die Röhre durchfliessenden Strom ausschaltet.
Die Erfindung betrifft nun ein. Verfahren und eine Röntgenröhre, wobei die Regelung der Belichtungszeit in ganz anderer Weise erfolgen kann, nämlich mit Hilfe einer Ver- schlussklappe.
Im nachfolgenden soll @ unter "Verschluss- klappe" ein beliebig betätigter Schirm ver standen werden, der den Röntgenstrahlen austritt verhindert, beziehungsweise freigibt, wobei die Strahlenaustrittsdauer voraus bestimmt sein kann oder auch nicht. Diese Verschlussklappekann sich sowohl im, Röhren vakuum, als auch ausserhalb desselben be finden.
Zweckmässig wird die Verschlussklappe elektrisch betätigt. In diesem Falle können die Einschaltvorrichtungen zur Betätigung der Verschlussklappe und zum Anlassen der Röhre untereinander gekoppelt sein, so das das Schliessen oder Unterbrechen des einem Stromes das Schliessen oder Unterbrechen des andern Stromes, gegebenenfalls mit einer gewissen Verzögerung, zur Folge hat.
Es kann zum Beispiel zunächst die Verschluss klappe in Gang gesetzt werden und bei ihrer Bewegung einen oder mehrere Kontakte schliessen oder öffnen, so dass der Speisestrom der Röntgenröhre geschlossen oder unter- brochen wird. Eine praktische Ausgestaltung einer Röntgenröhre nach der Erfindung wird erzielt, wenn der bewegliche Hauptteil der Verschlussklappe aus einem um die Röhre laufenden Schirm besteht. Diese Ausfüh rungsform ist besonders für Röntgenröhren verwendbar, deren Anode von einem Magnet feld in Umdrehung versetzt- wird.
In diesem Falle können nämlich die umlaufenden Be- v@egungen der Anode und der Verschluss klappe durch dasselbe Magnetfeld bewirkt werden..
Bei dem Verfahren nach der Erfindung kann die Belichtungsdauer beliebig kürzer sein als die Dauer der Röhrenbelastung. Man kann dabei den grossen Vorteil erzielen, dass die photographische Platte der Einwir kung von Röntgenstrahlen nicht ausgesetzt wird, bevor der stationäre Belastungszustand eingetreten ist. Eine Schwierigkeit war näm lich bisher zum Beispiel die, dass die Ein schaltung der Röhre kurzzeitige Störungen in der Spannungskurve herbeiführt, die den Charakter der ausgesandten Strahlen und so mit die Beschaffenheit und Schärfe des pho tographischen Bildes beeinflussen.
Diese Spannungswellen sind in der Regel nach Ver lauf einiger Perioden des die Vorrichtung speisenden Wechselstromes gedämpft. Man kann nun bei einer Röhre nach der Erfindung das Öffnen der Verschlussklappe gegen die Einschaltung des Arbeitsstromes verzögern lassen, bis sich diese beim Einschalten auf tretenden Erscheinungen vollzogen haben.
Durch Verwendung einer Röntgenröhre nach der Erfindung kann verhütet werden, dass schon während einer vorgängigen - -- lastung (wie sie manchmal angewendet wird, um die Glühkathode auf die gewünschte Temperatur zu bringen, so dass nicht die volle Spannung bei kalter Glühkathode zwi, sehen den Röhrenelektroden auftritt) Rönt genstrahlen ausgesandt werden, die auf die photographische Platts einwirken.
Mit Hilfe des Verfahrens nach der Er findung kann die Belichtungsdauer sehr ge- nau geregelt werden, da eine Verschluss klappe, wie die oben in Frage kommende, mit einer Vorrichtung für sehr genaue Zeit einstellung versehen sein kann.
Die Belichtung kann gewünschtenfall, durch Ausschalten des Entladungsstromes der Röhre beendet werden.
Die Zeichnung veranschaulicht eine bei spielsweise Ausführungsform der Röhre ge mäss der Erfindung. - Es handelt sich hier um eine Röhre mit umlaufender Anode.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch den mittleren Teil der Röhre und Fig. 2 zeigt einen zugehörigen Quer schnitt.
In Fig. 1 ist die drehbare Anode mit 1 bezeichnet. Diese Anode wird als Läufer eines elektrischen Drehfeldmotors angetrie ben, dessen Feld von einem ausserhalb der Röhrenwandung 2 angeordneten Magnet system 3 geliefert wird. Die Glühkathode besteht aus einem schraubenförmig gewun denen Draht 5, der in einer Sammel- vorrichtung 4 angeordnet ist,. Die Form der Glühkathode und die der Öffnung in der Sammelvorrichtung sind derart ge wählt, dass der auf der- Anode entste hende - Brennfleck 6 -bandförmig ist.
Die Röntgenstrahlen treten durch das Fenster 7 nach aussen, das in einem Metallteil 8 der Aussenwand angebracht ist. Um den Metall teil 8 der Röhre läuft ebenfalls unter dem Einfluss des Magnetfeldes der Wicklung 3 die Verschlussklappe 9 um, deren Hauptteil einen sich über den halben Umfang erstrek- kenden Schlitz aufweist.
Dieser Schlitz wird teilweise vom Ring 10 bedeckt, der ebenso über den halben Umfang einen Schlitz auf weist und über den Körper 9 verschiebbar ist, so dass man der Öffnung 17 in der Ver- schlussklappe jede gewünschte Grösse von 0 bis<B>180</B> geben kann. Das Ganze ist in Fig. 2 erläutert. Die Drehrichtung der Anode und der Verschlussklappe sind in dieser Figur mit einem Pfeil bezeichnet. Die Anode und die Verschlussklappe sind in Kugellagern 11, 12 und 13 gelagert, was jedoch nicht un bedingt nötig ist.
Es ist nicht nötig, dass sich die Verschlussklappe und die Anode mit gleicher Winkelgeschwindigkeit bewegen; zweckmässig wird die Einrichtung so ge troffen, dass die Anode schneller läuft.
An der Verschlussklappe 9 ist ein Kon taktstück 14 angebracht, dass mit einem am Gehäuse 16 isoliert befestigten Kontaktstück 15 eine Verbindung herstellt.
Bei Umdrehung der Versehlussklappe kann nun durch den elektrischen Kontakt zwi schen 14 und 15 ein Schaltmechanismus ein gerückt werden, der den Hochspannung lie fernden Transformator ein- bezw. ausschaltet. Die Stelle der Kontaktstixeke und dement sprechend der Zeitpunkt, in dem der Strom schluss oder die Stromunterbrechung wäh rend der Umdrehung der Verschlussklappe er folgt, kann erforderlichenfalls einstellbar sein.
Die Einschaltung des Röhrenspeisestro- mes, nachdem das Magnetsystem 3 in Wir kung gesetzt ist, kann zum Beispiel in, dem Augenblick erfolgen, in dem der bewegliche Teil der Verschlussklappe die in der Fig. 2 dargestellte Stellung erreicht hat, und die Einrichtung kann derart getroffen sein, dass nach Verlauf einer ganzen Umdrehung der Verschlussklappe der Strom unterbrochen wird. Während der Umdrehung treten die Röntgenstrahlen erst nach aussen, wenn die Öffnung am Fenster 7 vorbeigeht.
Dies er folgt nach einer Zeit, die, wie die Belich tungszeit, von der Grösse der Öffnung in der Verschlussklappe abhängt, aber auf jeden Fall grösser ist als die Dauer einer halben Umdrehung. Innerhalb dieser Zeit kann sich der Belastungszustand stätionär einstellen.