CH145164A - Verfahren zur Darstellung von Kunstmassen. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Kunstmassen.

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CH145164A
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Aktiengesellsc Farbenindustrie
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Ig Farbenindustrie Ag
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  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

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      Yer    fahren zur Darstellung von Kunstmassen.    Es ist     bekannt,        Vinylhalogenide        durch     Belichten zu polymerisieren; jedoch ist noch  kein- Verfahren zur Herstellung dieser Po  lymerisationsprodukte bekannt geworden,  welches technischen Wert besitzt. Die bisher  durch Belichten mit kurzwelligem Licht er  haltenen     Polymerisate    konnten nur durch  Einschliessen des bei gewöhnlicher Tempe  ratur gasförmigen oder doch leicht flüch  tigen     Vinylhalogenids    in einem Quarzrohr  und Belichten mit einer     Quarzlampe    oder  mit Sonnenlicht unter Druck erhalten wer  den, ein Verfahren, das technisch nicht  durchführbar ist.  



  Es wurde nun gefunden, dass die Po  lymerisation der     Vinylhalogenide    glatt er  folgt, wenn man die     Vinylhalogenide    unter  langsamem Anheizen auf     Temperaturen    von  höchstens etwa<B>100'</B> unter Druck erwärmt.  Man hält die Reaktionsmasse bei etwa<B>100'</B>  oder auch einer     niedrigeren    Temperatur, wie  60 bis<B>80'</B> so lange, bis die     Polymerisation       beendet ist, was im allgemeinen nach etwa  sechs bis zehn Stunden der Fall ist.

   Be  schleunigt wird der Verlauf der     Polymeri-          sation    durch Zugabe von Katalysatoren, wie  zum Beispiel den auch zur     Polymerisation     der organischen     Vinylester    verwandten     Sn-          peroxyden,    ferner durch Einwirkung von  kurzwelligem Licht. Die     Polymerisate    sind,  je nach den Bedingungen, unter denen die       Polymerisation    erfolgte, verschieden. Erhitzt  man auf verhältnismässig hohe Temperatur,  so erhält man in organischen Lösungsmitteln  leichter lösliche Stoffe als bei niedriger       Temperatur.     



  Man kann auch so verfahren, dass man  die     Polymerisation    in Gegenwart von nicht  an der     Polymerisation    teilnehmenden orga  nischen Lösungsmitteln, wie Benzol,     Äthyl-          alkohol,        Ligroin,        Tetrachlorkohlenstoff        usw.,     durchführt. Die Lösungsmittel sind von     be-          stimmtem-        Einfluss    auf das Endprodukt, ob  gleich sie quantitativ wiedergewonnen wer-      den können, also sich nicht am Aufbau der       Polymerisate    beteiligen.

   Die Anwendung in  differenter Lösungsmittel bewirkt eine Er  höhung der Löslichkeit des     Polymerisates.     Auch die Auswahl des einzelnen Lösungs  mittels ist von einem gewissen Einfluss auf  die Löslichkeit und sonstige physikalische  Beschaffenheit (Viskosität) des Endproduk  tes.

   Man erhält also je nach den gewählten  Bedingungen     Polymerisate    von fast beliebi  ger Löslichkeit,     und    zwar kann man solche       Polymerisate    erhalten, welche in fast jedem  Lösungsmittel unlöslich sind, ferner solche,  welche nur in einer ganz beschränkten Zahl  von Lösungsmitteln gut löslich sind, zum  Beispiel in Chlorbenzol,     Furfurol,    Aceton,       Dioxan,        Cyclohexanon        und    schliesslich sol  che, welche in vielen Lösungsmitteln, ins  besondere auch in aromatischen     Kohlenwas-          serstoffen,    wie Benzol, löslich sind.  



  Die erhaltenen     Polymerisate    lassen sich,  nachdem sie von flüchtigen Bestandteilen,  zum Beispiel     durch        Wasserdampfdestillation     oder durch Behandlung im Vakuum, befreit  worden sind, auf Gebrauchsgegenstände der  verschiedensten Art, ähnlich wie Zelluloid,  verarbeiten. Lässt man die     Polymerisation     in einer geeigneten Form vor sich gehen, so  nimmt das     Polymerisat    die gegebene Form  an. Da das     Polymerisat    sich aber auch er  weichen lässt, so kann man ihm auch eine  beliebige Form     durch    Pressen geben. Die  erhaltenen festen Massen lassen sich auch  weiter verarbeiten durch Schneiden, Feilen,  Sägen usw.

   Man kann die     Polymerisate    fer  ner nicht nur für sich, sondern auch mit an  dern Stoffen, seien es Harze, Öle Zellulose  derivate oder Füllkörper irgendwelcher Art,  verarbeiten.  



       Durch    das vorliegende Verfahren wer  den die     Polyvinylhalogenide,    die beispiels  weise eine hohe elektrische Isolierfähigkeit  besitzen und daher sehr wertvoll für die  Elektrotechnik sind, technisch leicht     zugäng-          lieh    gemacht. Die     Unverbrennbarkeit    dieser  Produkte ist ein weiterer Vorteil, welcher  ihnen ein weites Gebiet in der Elektroteoh-         nik,    Filmindustrie, der Industrie für Ge  brauchsartikel öffnet.  



  <I>Beispiele:</I>  1. 100 Gewichtsteile     Vinylchlorid    wer  den in eine innen emaillierte oder mit Edel  metall belegte Bombe unter Druck eingefüllt  und die Bombe hierauf mehrere Stunden bei  <B>30',</B> dann einige Stunden nacheinander bei  40  , 50   und 60   erhitzt, wobei die Tem  peratur bei<B>60'</B> auf etwa 12 Stunden     bezw.     darüber ausgedehnt wird, was daraus zu er  messen ist, dass der nachlassende Druck die       Beendigung    der     Polymerisation    anzeigt. Der  Inhalt der Bombe besteht aus einer weissen,  sehr festen Masse, die durch Auflösen in  Chlorbenzol und Umfällen mittelst Benzol  oder Alkohol gereinigt wird.

   Man erhält  nach Trocknen ein weisses Pulver, welches  keine     Chlorwasserstoffabspaltung,    noch Dun  kelfärbung aufweist, sondern vollkommen       lichtluftbeständig    ist. Man kann es, wie vor  stehend im einleitenden Teil beschrieben,  für sich oder mit Füllstoffen zu geformten  Kunstgegenständen verarbeiten, die sich  durch grosse Widerstandsfähigkeit gegen che  mische, wie auch mechanische Einwirkungen  auszeichnen.  



  2. 85 Gewichtsteile     Vinylbromid    werden  in einem     Autoklaven,    in dessen Inneres eine  Quarzlampe hineinragt, zunächst zwei Stun  den bei 20 bis 30  , dann zwei     Stunden    bei  30 bis 40' und schliesslich noch zehn Stun  den bei etwa 50   gehalten. Die     Polymeri-          sation    ist beendet. Fan erhält ein weissliches  Pulver, das sich in Chlorbenzol,     Cyclo-          hexanon,        Dioxan,        Furfurol,    Aceton oder in  Gemischen dieser Lösungsmittel unter sich  oder mit andern Lösungsmitteln,     wie    Koh  lenwasserstoffes, chlorierten Kohlenwasser  stoffes, löst.

    



  3. 60 Gewichtsteile     Vinylchlorid    werden  mit 40 Gewichtsteilen     Äthvlenchlorid    unter  starker Kühlung gemischt, in einen wie oben  in Beispiel 1 beschriebenen     Autoklaven    ge  füllt und -in diesem zunächst fünf Stunden  bei 40  , dann fünf Stunden bei 60   und  schliesslich noch fünf Stunden bei<B>80'</B> ge-      halten. Der Inhalt der Bombe besteht aus  einer elastischen, klar durchsichtigen, gla  sigen Masse, die man nach Öffnen des Be  hälters als ganzen Block mittelst geeigneter  Vorrichtung herausnehmen kann. Das Po  lymerisat lässt sich jetzt durch Schneiden,  Pressen - wenn     nötig    unter Erwärmen   in beliebige Formen bringen.

   Durch Erwär  men, zweckmässig unter Vakuum,     entweichen     die flüchtigen Anteile, und man erhält Kör  per von ausgezeichneter Festigkeit, Isolier  fähigkeit und     Unverbrennlichkeit.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Polyvinyl- halogeniden durch Polymerisation von Vinyl- halogeniden, dadurch gekennzeichnet, dass man die Vinylhalogenide unter langsamem Anheizen auf Temperaturen von höchstens etwa <B>100'</B> unter Druck erwärmt. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Vinylhalo- genide in Gegenwart organischer Lösungs mittel polymerisiert. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Vinylhalo- genide in Gegenwart katalytisch wirken der Mittel polymerisiert. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Vinylhalo- genide unter Einwirkung von chemisch wirksamen Strahlen polymerisiert.
CH145164D 1928-06-14 1929-06-05 Verfahren zur Darstellung von Kunstmassen. CH145164A (de)

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