CH145779A - Selektivschutzeinrichtung bei vermaschten Hochspannungsnetzen mit mehreren Speisepunkten. - Google Patents

Selektivschutzeinrichtung bei vermaschten Hochspannungsnetzen mit mehreren Speisepunkten.

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CH145779A
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Aktieng Siemens-Schuckertwerke
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Siemens Ag
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      Selektivschutzeinrichtung    bei     vermaschten        Boehspannungsnetzen    mit mehreren  Speisepunkten.    In     Hochspannungsnetzen    mit mehreren       Speisepunkten,    die zum Zwecke des Be  lastungsausgleiches durch Verbindungslei  tungen miteinander verbunden und     vermascht     werden, wird ein     Selektivschutz    dadurch er  lieblich erschwert, dass bei Auftreten eines  Kurzschlusses oder Überstromes die Fehler  stelle von verschiedenen     Seiten    gespeist wird.  



  Gemäss der Erfindung wird diese Schwie  rigkeit dadurch behoben, dass in jede Verbin  dungsleitung zwischen je zwei Speisepunkten  ein selbsttätiger     Überstromschalter    eingebaut  ist, welcher bei Überstrom die Verbindung  der     Speisepunkte    untereinander nach einer  bestimmten Zeit a aufhebt, so dass ein einge  tretener Fehler nur von einer Speiseleitung  gespeist wird.  



  In den Speiseleitungen werden dabei vor  teilhaft     Überstromrelais    angeordnet, welche  bei Überstrom die Speiseleitungen in der Zeit       a        +   <I>b</I> öffnen. Die Anordnung kann ferner    so getroffen sein, dass die in den Verbin  dungsleitungen liegenden     Überstromschalter     sich selbsttätig nach der Zeit     ca        +    b     -I-    c wie  der einschalten, sofern die zusammenzuschal  tenden Teile die volle Spannung haben.  



  Die     Abb.    1 zeigt beispielsweise ein     ver-          maschtes    Hochspannungsnetz mit     einer    Se  lektivschutzeinrichtung gemäss der Erfin  dung in schematischer Darstellung.  



       Von    dem Kraftwerk 1 führen die Speise  leitungen 2, 3, 4, 5 und 6 zu den einzelnen  Speisepunkten 7, 8, 9, 10, 11. Die einzelnen  Speisepunkte sind durch Verbindungsleitun  gen 12,     13,    14, 15, 16 und 17 miteinander  verbunden. In sämtlichen Verbindungsleitun  gen der Speisepunkte liegen     selbsttätige          Überstromschalter    18. In den Speiseleitun  gen 2 bis 6 liegen     Überstromrelais    19.

   Die  selbsttätigen     Überstromschalter    18 sind so ge  baut, dass sie bei Auftreten eines Überstro-           mes    nach der Zeit a sich selbsttätig aus  schalten und nach der Zeit a     +    b     +    c sich       selbsttätig    wieder einschalten, sofern die von  ihnen zu verbindenden Leitungen die vorge  schriebene volle Spannung führen. Die in  den     Speiseleitungen    liegenden Überstrom  relais 19 öffnen die Speiseleitungen bei Auf  treten eines Überstromes in der Zeit a     +    b.

    Tritt beispielsweise an der Stelle 20 auf der  Verbindungsleitung 17 ein Kurzschluss auf,  so fliesst dem Fehler Energie nicht allein  durch die Speiseleitungen 2 und 6 über die  Verbindungsleitung 17 zu, sondern in der  Regel auch über benachbarte Verbindungs  leitungen, zum Beispiel 12 und 16. Nach der  Zeit a unterbrechen infolgedessen die Über  stromschalter 118 die Verbindungsleitungen  16, 17 und 12, so dass die Fehlerstelle 20 nur  noch von der Speiseleitung 6 gespeist wird.  Diese wird durch ihr     Überstromrelais    19  nach der Zeit a     -E-    b abgeschaltet.

   Nach der  Zeit a     +    b     -'t-    c versuchen darauf die geöff  neten     Überstromschalter    sich     selbsttätig    wie  der einzuschalten. Die in den Verbindungs  leitungen 12, 13, 14 und 15 liegenden Über  stromschalter werden sich auch nach dieser  Zeit schliessen, da die von ihnen zu verbin  denden Leitungen die volle Spannung über  die Speiseleitungen 2 bis 5 erhalten.

   Die in  den     Speiseleitungen    16 und 17 auf beiden  Seiten der Fehlerstelle 20 liegenden     Über-          s@romschalter    können sieh ,jedoch nicht     ein-          scbalten,    da die Speiseleitung 6 und die an  sie angeschlossenen Teile der Verbindungs  leitungen 16 und 17 spannungslos sind.  Durch diese Anordnung wird erreicht, dass  durch einen Fehler an irgend einer Stelle nur  eine Speiseleitung und somit nur der Teil des  Netzes abgeschaltet wird, der von dem Feh  ler betroffen ist.

   Der gesunde Teil des Net  zes wird nicht nur mit Energie weiter belie  fert, sondern auch soweit wie möglich wieder       vermascht.    Ist dann der Fehler in dem     kran-          ken-Netzteil    beseitigt, kann die Speiseleitung  6 vom Kraftwerk aus wieder eingeschaltet  werden, darauf schliessen sich dann auch  die in den     Verbindungsleitungen    16 und 17  liegenden     Überstromschalter    18,. da die von    ihnen zu verbindenden     Leitungen    jetzt wie  der die volle Spannung haben.  



  Die     Abb.    2 zeigt einen für die Zwecke  der Erfindung besonders ausgebildeten über  stromschalter in schematischer Darstellung.  Die     Speiseleitungen    2 und 6, sowie die Ver  bindungsleitung 17 mit dem     Überstromschal-          ter    18 sind hier angedeutet. 21 ist die Aus  lösespule und 22 die Einschaltspule des       Schalters.    Bei Auftreten eines Überstromes  wird die an einen Stromwandler 23 ange  schlossene     Überstromspule    24 erregt und  zieht eine Klinke 2!5 entgegen der Wirkung  der Feder 26 an. Hierdurch wird die mit  einem     Zeitv#erk    27 gekuppelte Scheibe 28,  die normalerweise von der Sperrklinke 25  festgehalten wird, freigegeben.

   Sie dreht sich       entgegengesetzt    dem Uhrzeigersinn. Nach  der Zeit a kommt das Kontaktstück 2'9, das  mit dem einen Pol einer     Hilfsstromquelle    30  verbunden ist, mit der     Kontaktbürste    31     iii     Verbindung. Dadurch wird der Stromkreis  der     Auslösespule    21 geschlossen und der  Schalter ausgelöst. Das Zeitwerk läuft wei  ter und     nach    der Zeit<I>a</I>     +        b        +   <I>c</I> kommt das       Kontaktstiick    29 mit der Bürste 32 in Berüh  rung, die mit der Einschaltspule 22 verbun  den ist.

   Der     Stromkreis    der Einschaltspule  ist     iiber    die     Kontakte        33    und 34 der Volt  meter (oder Spannungsrelais) 35 und 36     "ge-          führt.    Das Voltmeter 35 ist an den Teil der  Verbindungsleitung 17 angeschlossen, der  mit der Speiseleitung 2 verbunden ist, wäh  rend das Voltmeter 36 mit dem andern von  der     Speiseleitung    6 gespeisten Teil verbun  den ist. Haben beide Leitungsteile die volle  Betriebsspannung, so sind die beiden Kon  takte     33    und 34 geschlossen.

   In dem Augen  blick, wo nun die Bürste 32 mit dem Kon  taktstück 29 in Berührung kommt, ist der  Stromkreis der Einschaltspule 32 geschlossen  und der Schalter wird wieder eingeschaltet.       -Das    Zeitwerk 27 dreht nun die Scheibe 28  weiter bis in die Stellung, bei der die Klinke  25 unter der Wirkung der Feder 26 in den  auf der Scheibe befindlichen Einschnitt ein  greift. Damit ist dann der normale Betriebs  7ustand wieder hergestellt. Der Antrieb des      Zeitwerkes 27 kann entweder durch ein Uhr  werk erfolgen, welches in bekannter Weise  aufgezogen werden kann, oder er kann auch  von der     Hilfsstromquelle    30 aus bewirkt wer  den.  



  Ist dagegen mindestens eine Speiseleitung  spannungslos, kann sich der Schalter 18 nicht  einschalten, da der Stromkreis seiner Ein  schaltspule mindestens an einem von den bei  den Kontakten     33    oder 34 unterbrochen ist.  In der Stellung der Scheibe 28, in der sie  von der Klinke 25 festgehalten wird, muss die  Bürste 32 noch gerade das Kontaktstück 29  berühren, damit in dem Augenblick, wo die       Spannung    nach längerer Zeit wiederkehrt  und der eine     bezw.    beide     Kontakte    33, 34  geschlossen werden, der Schalter     selbsttätig     durch die Einschaltspule wieder eingeschal  tet werden kann.

       Damit    die Einschaltspule  nicht dauernd unter Spannung steht, ist es  auch möglich in bekannter Weise durch einen  Schleppschalter den Stromkreis der     Ein-          schaltspule-.    nach erfolgter Einschaltung des       Schalters    zu unterbrechen.    Die Erfindung lässt sich auch in Netzen  verwenden, die nicht nur von einem einzigen  Kraftwerk, sondern von mehreren parallel  arbeitenden Kraftwerken gespeist werden.

    Dabei kann die Anordnung entweder so ge  troffen sein, dass beim Auflösen des Netzes  durch die     Uberstromschalter    die Kraftwerke  nicht gänzlich voneinander getrennt werden,  sondern gekoppelt bleiben, zum Beispiel  durch Leitungen, die     unmittelbar    von einem  Kraftwerk zum andern führen. Nachdem die  kranke Leitung unschädlich gemacht ist,  schalten sich die     Überstromschalter    in dersel  ben Weise wie oben beschrieben wieder ein.  



  Die Anordnung kann aber auch so ge  troffen werden, dass bei     Entmaschung    des  Netzes die Kraftwerke völlig voneinander  getrennt werden. In diesem Falle ist es er  forderlich, die Kraftwerke vor der     Wieder-          zUsaniinenschaltung    zu synchronisieren.

   Erst       wenn    dies geschehen ist, dürfen sich die       i;"berstromschalter    selbsttätig     wiedereinschal-          ten.    Soll die Wiedereinschaltung auch bei    dieser Anordnung vollkommen selbsttätig er  folgen, so empfiehlt es sich, besondere Schalt  stellen ein für alle Mal auszuwählen, an  denen die automatischen     Sy        nchronisierungs-          einrichtungen    angeordnet werden. Die Zeit  spanne c, innerhalb der auch die     übrigen     Schalter sich wieder schliessen, muss länger  bemessen werden, als die grösste, für die  Synchronisierung erforderliche Zeit.  



  In     Abb.    3 ist ein     Ausführungsbeispiel    für  diese Anordnung schematisch dargestellt. 18  sind wieder die     Überstromschalter    in den  Verbindungsleitungen der verschiedenen       Speisepunkte    und 19 die     Überstromrelais    in  den zu den einzelnen Speisepunkten führen  den Speiseleitungen. Mit den Zahlen 40, 41,  42 sind die Kraftwerke bezeichnet. Die  Schalter 43 sind mit automatischen     Sy        nchro-          n.isierungseinrichtungen    versehen und schal  ten sich bei Auftreten eines Überstromes  ebenso wie die     Überstromschalter    18 in     dnr     Zeit a aus.

   Das Netz wird dadurch in drei  voneinander getrennte Netzteile zerlegt, von  denen jeder von einem einzigen     Kraftwerke     gespeist wird. Nach der Zeit     b    wird die>  kranke Leitung durch ihr     Überstromrelais    19  abgeschaltet. Darauf fangen die     autornati-          sch.en        Synchronisierunseinrichtungen    an     zii     arbeiten     lind        schalten#    nach erfolgter Syn  chronisierung der Netzteile diese an den be  treffenden Stellen zusammen.

   Nach der Zeit  spanne c, die länger bemessen ist als die  grösste, für die Synchronisierung erforder  liche Zeit. schalten sich auch die     Überstrom-          schalt    er 18 wieder ein. mit Ausnahme der zu  beiden Seiten der abgeschalteten, kranken  Speiseleitung liegenden     Überstromschalter.     Diese schalten. sich nach Beseitigung     des     Fehlers wieder selbsttätig ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Selektivschiitzeinrichtung bei vermasch- ten Hochspannungsnetzen mit mehreren Speisepunkten, dadurch gekennzeichnet, dass in jede Verbindungsleitung zwischen je zwei Speisepunkten ein selbsttätiger Überstrom- 3chalter eingebaut ist, welcher bei Überstrom die Verbindung der Speisepunkte untereinan- der naeh einer bestimmten Zeit a aufhebt, so (lass ein eingetretener Fehler nur von eine r Speiseleitung gespeist wird. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> I.
    Einrichtung- nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass in den Speise leitungen Überstromrelais angeordnet sind, welche bei Überstrom die Speiseleitungen in der Zeit a + b öffnen. \?. Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die in den Ver bindungsleitungen zwischen je zwei Speisepunkten liegenden Überstromschal- ter sich selbsttätig nach. der Zeit<I>a</I> -E- <I>b</I> -f <I>- c</I> wieder einschalten, sofern die zusammen zuschaltenden Teile der Verbindungslei tungen die volle Spannung haben.
    ä. Einrichtung nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 2, dadurch gekenn zeichnet, dass der Stromkreis der Ein schaltspule des Überstromschalters über einen Kontakt eines bei Auftreten eines Überstromes anlaufenden Zeitwerkes und über zwei Schalter geführt ist, die in Ab- hängigkeit von den Spannungen der zu sammenzuschaltenden Leitungen stehen. 4.
    Einrichtung naeh Patentanspruch, wo bei verschiedene Netzteile durch verschie dene Kraftwerke gespeist werden, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Kraft werke durch von dem Netz getrennte Lei tungen miteinander verbunden sind, die bei einer Entmaschung des Netzes nicht geöffnet zu werden brauchen. 5. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 2, wobei verschiedene Netzteile durch verschiedene Kraftwerke gespeist werden, dadurch gekennzeichnet.
    dass an je einer derjenigen Verbindungs stellen, welche die von verschiedenen Kraftwerken gespeisten Netzteile mitein ander verbinden, eine Synchronisierungs- vorrichtung angeordnet ist, und dass die Zeitspanne c grösser ist als die von diesen Vorrichtungen zur Synchronisierung be nötigte Zeitdauer.
CH145779D 1928-12-11 1929-12-02 Selektivschutzeinrichtung bei vermaschten Hochspannungsnetzen mit mehreren Speisepunkten. CH145779A (de)

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