CH146277A - Verfahren zur Herstellung von geformten Erzeugnissen aus einer in alkalischem Zustand schmelzbaren Substanz und nach diesem Verfahren hergestelltes Erzeugnis. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von geformten Erzeugnissen aus einer in alkalischem Zustand schmelzbaren Substanz und nach diesem Verfahren hergestelltes Erzeugnis.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von geformten Erzeugnissen aus einer in alkalischem Zustand schmelzbaren Substanz und nach diesem Verfahren hergestelltes Erzeugnis. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung geformter Erzeug nisse, insbesondere auf solche, die durch che mische Kondensation von Verbindungen der Harnstoffgruppe, zum Beispiel Harnstoff, Thio-Harnstoff, Guanidin oder ähnlichen mit Aldehyden, wie zum Beispiel Formaldehyd, erhalten werden.
Der ]Kürze halber wird im folgenden nur von der Kondensation von Harnstoff mit Formaldehyd die Rede sein, wobei jedoch an statt Harnstoff und Formaldehyd die oben genannten Äquivalente verwendet werden können. Es ist bekannt, dass durchsichtige, glas artige Kunstharze durch derartige Konden sationen mit und ohua Katalysatoren her gestellt werden können. Solange die Erzeug nisse alkalisch sind, bleiben sie flüssig. Wird das Alkali verdampft oder neutrali siert, so geliert die Masse.
Durch Ausgiessen und Erstarrenlassen können verschiedene Cse- genständegewonnen werden. Wird das gela tinierte Kondensat erhitzt, so wird es un löslich und unschmelzbar. Dies tritt jedoch nur dann ein wenn das gelatinierte Produkt nahezu neutral oder noch besser schwach sauer ist.
Die bisher bekannte Erzeugung von un löslichen und unschmelzba.ren Kondensations produkten aus Harnstoff und Formaldehyd bietet viele Schwierigkeiten. Wird die Neutralisierung und Gelierung der Masse durch Verdampfen einer flüchtigen Base er zielt, so braucht das Verfahren lange Zeit. Ferner zeigt sich der Nachteil, dass der ge wonnene Gegenstand in der Form schwindet. Wird die Neutralisation dagegen durch Zu satz saurer Agenzien erreicht, so findet die Gelierung so rasch statt, dass Sprünge und Risse in der Masse entstehen.
Ausserdem be steht die Schwierigkeit, die Formung des Erzeugnisses innerhalb einer kurzen, zur Ver fügung stehenden Zeit, nämlich nach dem Neutralisieren, aber vor der endgültigen Er- härtung, vorzunehmen. Schliesslich bietet auch die Entfernung des überschüssigen Lö sungsmittels Schwierigkeiten.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von harten, unlöslichen, unschmelzbaren Erzeugnissen, die vorzugsweise auch durchsichtig sein können. Nach dem Verfahren wird eine alka lische Lösung eines Kondensationsproduktes aus einer Verbindung der Harnstoffgruppe und einem Aldehyd zur Trockne gebracht. Der erhaltene schmelzbare Rückstand wird nun in Gegenwart eines Agens, das nicht imstande ist, die Alkalinität des Konden sationsproduktes in der Kälte zu neutrali sieren, wohl aber in der Wärme das Pro dukt neutral oder schwach sauer zu machen vermag, unter Anwendung von Wärme ver formt.
Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird die alkalische lfschung aus Aldehyd und einer Verbindung der Harn stoffgruppe in an sich bekannter Weise mit oder ohne Anwendung von Vakuum zur Trockne "verdampft. Der so erzielte Rück stand ist schmelzbar und kann im trockenen Zustande unter Hitze und Druck in geschlos senen Formen leicht gegossen werden. Be wahrt da:s Erzeugnis nach dem Giessen seine Alkalinität, so bleibt es schmelzbar und ist löslich und zerbrechlich.
Hingegen wird nach dem Verfahren gemäss der Erfindung die trockene alkalische Substanz, noch während sie sich in der Form befindet, nachdem un ter Hitze und Druck die Gestaltgebung statt gefunden hat, neutral oder schwach sauer gemacht. Dies wird dadurch erreicht, dass das Kondensationsprodukt vor oder nach dem Trocknen mit einem Agens gemischt wird, das nicht imstande ist, die Alkalinität des Produktes in der Kälte zu neutralisieren, wohl aber beim Erhitzen das Produkt neu tralisiert oder schwach sauer macht.
Es hat sich herausgestellt, dass ,B-Brom- hydro-Zimtsäure (die bei Erhitzung die Säure HBr abgibt) oder Isodibrom-Bern- steinsäure-Anhydrid geeignete Agenzien sind. Von diesen oder von gleichwertigen Sub stanzen werden sehr kleine Mengen benutzt.
Es empfiehlt sich, das Agens in die Harnstoff-Formaldehydlösung zu mischen, die Lösung bei niedriger Temperatur, zweck mässig unter Vakuum, bis zur Trockenheit einzudampfen und den Rückstand, der sich immer noch in einem alkalischen und folg lich schmelzbaren Zustand befindet, zu Pul ver zu zerkleinern.
Alsdann wird das Pulver in der Form geschmolzen, und unter Druck gestaltet; das sauermachende Agens wird wirksam und erteilt dem Erzeugnis die ge wünschten Eigenschaften, nämlich, Härte, Unlöslichkeit und Unschmelzbarkeit.
Ein anderer Weg züm Durchführen der Neutralisierung oder Versäuerung des Pro duktes nach dem Giessen und Erhitzen be steht darin, dass das vollständig getrocknete alkalische Kondensat mit einem sehr trok- kenen, ;schwach sauren Salz, wie NH,Cl oder NH,NO;;, innig gemischt wird. Solange das alkalische Kondensat und das saure Salz trocken und kalt sind. findet keine Reaktion statt, und das Kondensat bleibt schmelzbar. Wird das Gemisch in einem geschlossenen Gesenk oder in einer Form erhitzt und un ter Druck gesetzt, so wird es weich und nimmt die Gestalt der Form an.
Das saure Salz neutralisiert das Produkt oder macht es schwach sauer, wodurch ihm die ge- wünschIen bleibenden Eigenschaften erteilt werden.
Ferner kann das Kondensat dadurch in kaltem Zustande alkalisch und in heissem Zu stande neutral oder sauer gemacht werden, dass eine organische Base, zum Beispiel Me- thylamin, Äthylamin usw., benutzt wird, um die Lösung alkalisch zu machen, und dass eine Substanz, wie zum Beispiel ss-Brom- hydrozimtsäure, Ammonchlorid oder Ammon- nitrat, zugegeben wird, die, wenn das. später getrocknete Gemisch in der Pressform einer Erhitzung ausgesetzt wird, mit der organi schen Base so reagiert, dass eine neutrale oder schwach saure Substanz gebildet wird.
<I>Beispiel I:</I> Ein Mol. Harnstoff wird mit zwei Mol. starker wässeriger Formaldehydlösung und etwa 0,125 Mol. starker wässeriger Ammo- niaklösung unter Zusatz einer geringen Menge einer mineralischen, basischen Sub stanz, wie Soda oder Calciumkarbonat, ver mischt. Das Gemisch wird gekocht, bis die Kondensation von Harnstoff und Formalde hyd stattfindet, und dann wird die sich er gebende Lösung bis zur Konsistenz eines dicken Sirups eingedampft.
Während dieser Eindampfung geht das Ammoniak verloren; aber wegen der Anwesenheit der kleinen Menge von mineralischen Alkalien geliert das Kondensationsprodukt nicht. Nach dem Abkühlen wird die sirupartige Flüssigkeit mit einer kleinen Menge ss-Bromhydro-Zimt- säure vermischt und hierauf das zunächst noch alkalische Gemisch im Vakuum bei niedriger Temperatur vollständig zur Trockne eingedampft.
Der erhaltene Rückstand wird gepulvert, in eine Form eingefüllt und der Einwirkung von Druck und Hitze ausgesetzt, wobei durch Freiwerden von Bromwasser stoff die Polymerisation der Masse erfolgt. <I>Beispiel</I> II: Das Verfahren wird wie im Beispiel I durchgeführt; jedoch wird an Stelle von ss-Bromhydro-Znmtsäure eine geringe Menge Isodibrom - Bernsteinsäure - Anhydrid ver wendet.
<I>Beispiel</I> III: Die Ausgangsmischung wird wie im Bei spiel I angesetzt, das erhaltene Gemenge jedoch ohne Anwendung von Vakuum nach erfolgter Gelatinierung vollständig zur Trockne eingedampft. Nach dem Erkalten wird der trockene Rückstand gepulvert und mit wasserfreiem, kleinkristallisiertem Am monchlorid innig vermischt. Die Mischung wird nun in Formen gefüllt und der Ein wirkung von Druck und Hitze ausgesetzt, wodurch infolge Freiwerdens von Säure aus dem Ammonchlorid die Polymerisabion der Masse erfolgt.
Die Vorteile des neuen Verfahrens be stehen darin, dass es gelingt, die zu formen den Kunstmassen zur Trockne einzudampfen. ohne dass eine Polymerisation erfolgt. Die Massen behalten vielmehr auch in trockenem Zustand unbegrenzte Zeit die Eigenschaft, sich unter Einwirkung von Druck und Hitze formen zu lassen. Hierdurch wird eine er hebliche Vereinfachung und Beschleunigung des Formprozesses erzielt. Die Massen kön nen in trockener Pulverform beliebig lange aufgespeichert und sogar versandt werden, während sie durch Anwendung von Druck und Hitze jederzeit zum Erhärten gebracht werden können.
Anderseits wird durch das Freiwerden von Säure in der Masse während des Här- tungsvorganges eine besonders gute Qualität der neuen Erzeugnisse gesichert. Sie zeich nen sich durch besondere Härte, Durchsich tigkeit, Unlöslichkeit und Unschmelzbarkeit aus. Ein Schwinden der Masse während des Härtungsvorganges oder ein Verziehen oder ein Verwerfen erfolgt nicht. Auch treten Sprünge in der Masse beim Härten nicht auf.
Füllstoffe, Farbstoffe, Verdünnungsmittel oder andere formbare Harze, wie Phenol- Aldehyd-Kondensatiomsprodukte, können mit dem Harnstoff-Formaldehyd-Kondensations- produkt gemischt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Herstellung von harten, unlöslichen und unschmelzbaren Erzeug nissen, dadurch gekennzeichnet, dass eine alkalische Lösung eines Kondensations produktes aus einer Verbindung der Harnstoffgruppe und einem Aldehyd zur Trocknung gebracht und der erhaltene schmelzbare Rückstand in Gegenwart eines Agens, das nicht imstande ist, die Alkalinität des Kondensationsproduktes in der gälte zu neutraliseren, wohl aber in der Wärme das Produkt neutral oder schwach sauer zu machen vermag, unter Anwendung von Wärme verformt wird.Il. Ein nach dem Verfahren des Patent anspruches I gewonnenes, schwach saures 1=Iarnstoff -Formaldehyd-Kondensations- produkt. UNTERANSPRhrCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass das alkalische Kondensationsprodukt zunächst getrock net und dann mit dem Agens versetzt wird, das beim Erhitzen eine neutrale oder schwach saure Reaktion der Masse ergibt. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, da.ss das alkalische Kondensations- produkt zunächst im Vakuum getrocknet wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Ausgangs mischung mit einer flüchtigen Base und einer kleinen Menge einer nicht flüch tigen Base alkalisch gemacht, die flüch tige Base entfernt und die Lösung durch Eindampfen konzentriert wird, worauf der Masse noch ein Agens zugesetzt wird, das beim späteren Erhitzen eine neutrale oder schwach saure Reaktion der Masse ergibt. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass das Kondensations produkt mit ,ss-Bromhydro-Zimtsäure in trockenem Zustande versetzt wird. 5.Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass das Kondensations produkt mit Isodibrom-Bernsteinsäure- _ Anhvdrid in trockenem Zustande ver setzt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, dass das Kondensations produkt mit Ammonsalzen in trockenem Zustande versetzt wird. 7.Verfahren nach Patentansprach I, da durch gekennzeichnet, dass das zur Trockne gebrachte und zerkleinerte Kon densationsprodukt im Formen gefüllt und zwecks Verringerung oder gänzlichen Be seitigung seiner alkalischen Reaktionen erhitzt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 7, dadurch gekennzeich net, dass das Erhitzen unter Druck er folgt.
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