Anordnung zur Feststellung der Identität eines einzelnen oder zur Auswahl eines gewünschten Nabels aus einer Gruppe. Bei Arbeiten an elektrischen Kabeln ist es für die Sicherheit der Monteure erforder lich, das stromlos gemachte Kabel von noch in Betrieb befindlichen unterscheiden zu kön nen. In der Praxis hat man sich dadurch zu helfen gesucht, dass' jedes Kabel in be stimmten Abständen mitKennmarken versehen wurde. Ein sicherer Schutz ist aber dadurch deshalb nicht gegeben, weil Verwechslungen zwischen den Kennmarken vorkommen kön nen; ausserdem wird es häufig notwendig, zum Freilegen einer Kennmarke eine grössere Kabelstrecke frei zu machen, als es sonst er forderlich wäre.
Gemäss vorliegender Erfindung werden diese Nachteile durch eine Anordnung be seitigt, die aus einer mit dem als richtig ver muteten Kabel koppelbaren Spule besteht, an die ein Galvanometer angeschlossen ist, und weiterhin aus einer besonderen Strom quelle, aus der vermittelst eines Strom- schlüssels dem Kabel Stromimpulse zugeführt werden können, die von den betriebsmässig vorkommenden Stromimpulsen unterschieden sind. Es empfiehlt sich, ein Galvanometer mit in der Mitte der Skala liegendem- Null punkt zu verwenden, um Ausschläge nach beiden Seiten beobachten zu können.
Der Apparat ist zweckmässigerweise in einer Anordnung verwendet, bei der der in dem Kreis der Stromquelle liegende Strom schlüssel so ausgebildet ist, dass der eine Übergang zwischen der Stromstärke 0 und der maximalen Stromstärke momentan er folgt, während der andere Übergang allmäh lich stattfindet, dass also zum Beispiel beim Öffnen des Stromkreises plötzliche Strom änderungen, welche einen grösseren Ausschlag des Galvanometers hervorrufen könnten, ver mieden werden.
In dem Stromkreis der Stromquelle ist zweckmässig ein Kontrollamperemeter vorge- sehen, um feststellen zu können, ob überhaupt ein Ausschlag des Galvanometers erwartet werden kann.
Der Erfindungsgegenstand ist an dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungs beispiel näher erläutert.
Die mit A bezeichnete Station ist über das Kabel 1 mit der Station B verbunden. In der Station A befindet sich die Batterie 2, welche einerseits über die Leitung 3 mit dem Kabel 1 verbunden und anderseits über die Leitung 4 geerdet ist. In der Leitung 4 ist der Stromschlüssel 5 und das Kontroll amperemeter 6 angeordnet. In der Station B ist das Kabel 1 geerdet.
Das Kabel ist, wie üblich, mit einem Bleimantel 7 versehen, welcher den Vor schriften gemäss an beiden Enden geerdet ist.
Bei der Untersuchung wird um das Ka bel ein Eisenkern 8 gelegt. Der Eisenkern besteht zweckmässig aus einem U-Stück und einem die U-Schenkel verbindenden Quer stück und ist mit einer an das Galvanometer 9 angeschlosenen Wicklung 10 versehen. Der Nullpunkt des Galvanometers liegt in der Mitte der Skala, so dass sein Zeiger nach beiden Richtungen ausschlagen kann.
An dem Bleimantel 7 ist eine stromleitende Brücke 1.1 vorgesehen, welche parallel zu dem nahe der Messstelle liegenden Mantel teil des Kabels so geschaltet ist, dass von dem in ihr fliessenden Strom die Messanord- nung nicht beeinflusst werden kann.
Die Arbeitsweise des Apparates ist bei der dargestellten Anordnung folgende: Der von der Batterie 2 ausgehende Stroh: fliesst über die Leitung 3 und das Kabel 1 zur Station B und von hier aus über den Kabelmantel 7 bezw. den N ebenschluss 11 und die Leitung 4 zur Batterie zurück. Wird der Stromschlüssel 5 in Richtun des ein gezeichneten Pfeils gedreht, dann wird der oben beschriebene Stromkreis plötzlich ge schlossen, so dass in der Spule 10 ein In duktionsstoss erzeugt wird, der das nur wenig gedämpfte Galvanometer 9 zum Ausschlagen bringt.
Die Ausschlagrichtung ist gegeben durch eine bestimmte festgelegte Schaltung der Batterie 2 und eine bestimmte Lage der Spulen 8 und 10 gegenüber dem Kabel. Würde durch den Stromschlüssel 5 der Stromkreis ebenso plötzlich wieder geöffnet werden, wie er geschlossen wurde, dann würde das Galvanometer nach der entgegen gesetzten Richtung ausschlagen. Dieser Aus schlag wird durch die in der Zeichnung dar gestellte Ausbildung des Stromschlüssels ver hindert, die einen allmählichen Abfall der durch das Kabel fliessenden Stromstärke be wirkt. Bei richtiger Schaltung der Strom quelle 2. und richtiger Lage der Spule 8 und 10 auf dem Kabel ist also an den sich periodisch wiederholenden einseitigen Aus schlägen des Galvanometers 9 zu erkennen, dass das richtige Kabel gefunden worden ist.
Die Bedeutung der Ausschlagriehtung tritt besonders dann in Erscheinung, wenn zum Beispiel in demselben Kabelkanal eine Mehr zahl von Kabeln untergebracht ist. Die Blei mäntel dieser Kabel sind nämlich alle ge erdet. Infolgedessen verteilt sich der durch das Kabel 1 der Station B zugeführte Strom auf die Bleimäntel sämtlicher Kabel. Dabei bann die Überbrückung 11 in Fortfall kom men. Der in dem Kern 8 erzeugte Fluss ist in diesem Falle bei Wahl des richtigen Ka bels gegeben durch die Differenz des im In nern des Kabels zur Station B fliessenden und des aus dem Bleimantel zurückfliessen den Stromes.
Es überwiegt infolge der Ver teilung des Rückstromes auf mehrere Blei mäntel natürlich der durch das Kabelinnere geführte Strom, so dass' das Galvanometer 9 nach der richtigen Seite ausschlägt. Ist je doch zufällig der Kern 8 um ein falsches, Kabel gelegt worden, dann wird das Galvano meter 9 ebenfalls ausschlagen infolge der durch den Bleimantel des Kabels verlaufen den Stromstösse. Dieser Galvanometeraus- schlag ist aber nach der entgegengesetzten Seite gerichtet, da. ja lediglich Strom in Rich tung von der Station<I>B</I> nach der Station<I>A</I> durch das gemessene Kabel fliesst.
Zur Aus wahl des richtigen Kabels aus einer Mehr zahl solcher, deren Bleimäntel alle oder zum Teil zur Rücliftihrung des Prüfstromes die nen, muss also die Richtung des Galvano- meterausschlages beachtet werden.