Durchführungsklemme mit kuppelartig eingezogenem Isolator. Bei Höchstspannungstransformatoren für Spannungen von ungefähr 100 k. V. an auf wärts hat man bisher Durchführungsklem men mit einer grossen kugelförmigen oder wulstförmigen Schirmkappe verwendet, die weit über den äussern Umfang des Isolier- körpers vorspringt. Eine solche Durchfüh rungsklemme beansprucht verhältnismässig viel Platz, auch müssen wegen des grossen Durchmessers der Schirmkappen die Ab stände benachbarter Klemmen verhältnis mässig gross gemacht werden.
Die Klemmen fallen auch sehr hoch aus, weil die von der Schirmkappe nach der Fassung oder der Durchführungswand übergehenden Feldlinien geradlinig und nur in Luft verlaufen, ihre Weglänge also nicht grösser ist als die Iso- latorhöhe. Man hat vorgeschlagen, im In nern der Klemme Elektroden derart an zubringen, dass' sie von der Fassungs stelle aus und von dem obern Klemm ende aus gegeneinander vorspringen, im In- nenn der Klemme also ein stärkeres Poten tialgefälle auftritt als im äussern Luftraum.
Trotzdem hat man aber noch die Abschirni- kappe mit dem grossen Durchmesser beibehal ten. Jedenfalls war der Durchmesser der Abschirmkappe immer noch grösser als der Durchmesser der im Innern der Klemme zu nächst liegenden Elektrode. Dadurch wurde praktisch an den früheren Verhältnissen nichts geändert.
Nach einem andern bekannten Vorschlag wurde im Innern der Klemme ain obern Ende eine kugelförmige Elektrode angebracht, die ungefähr den gleichen Durchmesser wie die äussere Abschirmkappe hat. Der Vorteil der grossen Elektrode wurde aber nicht ausge nutzt, sondern es wurde durch Hochziehen des in Luft liegenden Randes der Fassung wieder die Stelle grössten Spannuiigsgefiille in den Luftraum verlegt.
Gegenstand der Erfindung ist eine Durch führungsklemme mit kuppelartig eingezoge n nem Isolator, bei der erfindungsgemäss höch stens das obere Drittel der Innenwand, min destens aber der eingezogene Teil mit einer leitenden, mit der Stromdurchführung ver bundenen Schicht dielektrisch dicht bedeckt ist.
Eine .Ausführungsform des Erfindungs gegenstandes ist in der Zeichnung darge stellt.
Auf der Durchführungswand 1 ist dicht die Fassung 2 befestigt, die den am obern Teil kuppelartig eingezogenen, mit Schirmen 3 versehenen Isolierkörper 4 trägt. Die In nenwand des Isolierkörpers ist vom Punkt 5 aus bis zum Punkt 6 dielektrisch dicht mit einer leitenden Schicht, zum Beispiel einer eingebrannten Metallschicht, bedeckt. Unter dielektrisch dichter Bedeckung ist zu ver stehen, dass die leitende Schicht unmittelbar unter Ausschluss von das Glimmen begün stigenden Lufträumen auf dem festen Iso- lierkörper aufsitzt.
An den untern Rand 6 der Schicht schmiegt sich mit dem federnden Rand 7 eng der nach der Fassung 2 zu vor gewölbte Innenelektrode-Rotationskörper 8 aus Blech an, der mit dem Durchführungs leiter 9 über die leitende Innenschicht, durch eine in der Zeichnung der Einfachheit halber weggelassene Litze oder dergleichen verbun den ist. Die obere Innenelektrode setzt sich also aus zwei Teilen, und zwar dem erwähn ten Rotationskörper 8 und der die Innenwand des Isolierkörpers bedeckenden leitenden Schicht zusammen.
Der Elektrode 8 steht eine mit der Fas sung 2 verbundene Innenelektrode 10 gegen über, die mit ihrem obern gewölbten Rande wesentlich höher liegt als der Rand der Fas sung. Die Klemme ist mit flüssiger Isolier masse gefüllt. Der Durchführungsleiter 9 ist von einem oder mehreren Wickeln 11 um geben. Am obern Ende der Kuppel ist die Schirmkappe 12 angebracht, die einen zwei bis dreimal kleineren Durchmesser hat als die Innenelektrode B. Die Kappe 12 ist durch das die Fortsetzung des Durchfüh rungsleiters enthaltende Rohr 13 mit der die Anschlussstelle umhüllenden Kugel 14 ver bunden.
Die beschriebene Durchführungsklemme bietet gegenüber bekannten folgende Vor teile. Die Klemme kann wesentlich niedri ger gehalten werden als bei bekannten Aus führungsformen, da zunächst die Stellen grössten Potentialgefälles im Innern der mit 01 gefüllten Klemme liegen. Das im Luft raum auftretende Potentialgefälle, soweit es von elektrischen Feldlinien herrührt, die nur im Luftraum verlaufen, ist wesentlich schwä cher, weil die Feldlinien wegen des geringen Durchmessers der Abschirmkappe und wegen des Umweges, den sie um den kuppelartig zusammengezogenen, gegebenenfalls noch mit einem oder mehreren Schirmen. versehenen Teil des Isolators machen müssen, verhält nismässig lange ausfallen.
Eine weitere Ver längerung dieser Feldlinien wird auch noch dadurch erzielt, dass sie von andern, in der Nähe der innern Elektroden aus dem Iso- lierkörper austretenden Feldlinien nach aussen gedrängt werden, also stark ausge baucht werden.
Die nur teilweise in Luft verlaufenden Feldlinien, die von der einen nach der andern Innenelektrode übergehen, fallen zwar kürzer aus, aber die Verhältnisse liegen hier doch dielektrisch günstig, da an den gefährlichsten Stellen, zum Beispiel an der obern Innenelektrode die Wand des Iso- lierkörpers wie eine Haut sich der aus der Elektrode und dem leitenden Belag zusam mengesetzten Schirmfläche dicht anschmiegt. Ein grosser Teil des Potentialgefälles wird deshalb ohne Gefahr einer Glimmentladung von der Wand des Isolierkörpers aufgenom men, denn die Dielektrizitätskonstante des Körpers ist. grösser als die der Luft.
Jeden falls sind gefährliche Glimmentladungen ver anlassende Potentialanstiege an der Fassung- und am Ende der Klemme vermieden; an der Fassung deshalb, weil die Fassung selbst durch die vorgeschobene Innenelektrode nach bekanntenGesetzen weitgehend entlastet wird.
Ebenso wird dabei das obere Ende der Klemme entlastet, bei dem die Verhältnisse deshalb noch besonders günstig liegen, weil die kuppelarfig eingezogenen Teile des Iso- lierkörpers, an denen erfahrungsgemäss die grössten Potentialanstiege auftreten würden, durch den leitenden Innenbelag dielektrisch kurzgeschlossen oder doch entlastet sind.