Anordnung zur Ausscheidung der Wirkung fremden Lichtes bei optischen Signalübertragungseinrichtungen mit lichtempfindlichen Zellen. Bei optischen Signalübertragungen be steht die Schwierigkeit, die Einwirkung des Signallichtes von der Einwirkung fremden Lichtes zu unterscheiden. Diese Schwierig keit kann umgangen werden, wenn in be kannter Weise das Signallicht durch eine rotierende Lochscheibe oder ähnlichen Ein richtungen zerhackt wird. Dadurch wird dem Signallicht eine Eigenschaft auf gedrückt, die normalerweise das Fremdlicht nicht besitzt, und es kann dadurch im Emp- fängex mittelst elektrischer Siebeinrichtun gen die Wirkung des Signallichtes aus gesondert werden.
Um die Anordnung zu vereinfachen, wurde versucht, ohne das Zer hacken des Signallichtes auszukommen, und es wurden zur Ausscheidung des störenden Fremdlichtes Ausgleichseinrichtungen, zum Beispiel Brückenschaltungen, Differential relais, verwendet, deren Zweige solange im Gleichgewicht bleiben, wie die zu den übri gen Zweigen gehörigen, lichtempfindlichen Empfangszellen gleich stark vom Fremdlicht belichtet werden. Die optische Anordnung ist dabei derart getroffen, dass vom Signal licht eine der beiden Empfangszellen stär ker belichtet wird und auf diese Weise das Gleichgewicht der Ausgleichseinrichtung stört.
Praktisch bleiben jedoch bei diesen Anordnungen noch sehr grosse Schwierig keiten bestehen, die darin liegen, dass die lichtempfindlichen Zellen, insbesondere die Selenzellen, nicht konstant bleiben, sondern ihre Widerstandswerte im Laufe der Zeit stark ändern. Es wäre also eine dauernde Nachstellung der Gleichgewichtslage erfor derlich.
Durch die im folgenden beschriebene Er findung werden diese Schwierigkeiten um gangen, ohne dass wieder zu den komplizier ten Mitteln der Lichtzerhackung zurück gegriffen werden muss.
Die Erfindung bezieht sich auf eine An ordnung zur Ausschaltung der Wirkung fremden Lichtes bei optischen Signalüber- tragungseinrichtungen mit lichtempfind lichen Zellen und ist dadurch gekennzeich net, dass in die durch die lichtempfindlichen Zellen gesteuerten Stromkreise Wechsel stromwiderstände eingeschaltet sind, so dass nur solche Widerstandsänderungen der licht empfindlichen Zellen Wirkungen auslösen können, die mit einer gewissen Mindest geschwindigkeit erfolgen.
Ähnlich wie bei den bereits erwähnten Ausgleichseinrichtungen kann neben der Zelle für das Signallicht noch eine zweite Zelle (Sperrzelle) verwendet werden, der die Aufgabe zufällt, die Einwirkung fremden Lichtes zu sperren. Gleichzeitig wird der Umstand, dass das Signallicht immer mit einer gewissen Geschwindigkeit auftritt, da zu benutzt, um die Einrichtung durch Ver wendung von Wechselstromwid erständen, also von Kondensatoren oder Drosselspulen, nur auf solche Belicbtungsänderungen empfind lich zu machen, die mit einer gewissen Min destgeschwindigkeit, also schlagartig, er folgen. Bei dieser Anordnung können Wider standsänderungen der lichtempfindlicher. Zel len, die im Laufe der Zeit, z.
B. durch eine Alterung der Zellen auftreten, keine Rolle mehr spielen, da diese Änderungen so lang sam vor sich gehen, dass sie weit unter der Mindestgeschwindigkeit liegen, für die die Einrichtung durch die Verwendung von Kon densator oder Drosselspule noch empfindlich ist. Erst durch diese Kombinationen können die eingangs beschriebenen Ausgleichsein richtungen praktisch mit Erfolg angewendet werden. Das Gleiche ist der Fall bei den ähnlich wirkenden Verriegelungsschaltungen, unter denen solche Einrichtungen verstanden sind, bei denen durch die Einwirkung frem den Lichtes die Signalzelle wirkungslos ge macht wird.
Die Ausgleichsschaltungen-sind demgegenüber von allgemeiner Anwendungs fähigkeit, da bei ihnen die Wirkung des Signallichtes auch bei gleichzeitigem Vor handensein von fremdem Licht nicht auf gehoben wird.
Im folgenden werden für beide Arten, sowohl für die Ausgleichschaltungen, wie für die Verriegelungsschaltungen einige Bei spiele gebracht. Eine prinzipielle Schaltung ist beispielsweise in den Fig. 1. und 2 dar gestellt.
In Fig. 1 ist eine prinzipielle Schaltung, bei der nur stossweise auftreffendes Licht eine Wirkung auf die Beeinflussungsein richtung auslösen kann, wie es beim Signal licht der Fall ist, dargestellt. 51 stellt eine Spannungsquelle dar, 52 und 53 sind zwei lichtempfindliche Zellen, die mit der Bat terie 51 in Reihe geschaltet ist. In dem Brückenzweig zwischen den Klemmen 64 und 63 ist ein Kondensator 54 eingeschaltet, zu dem in Serie die Wicklung eines Relais 55 liegt. Die eine der beiden Zellen dient als Signalzelle, die zweite als Sperrzelle. Die dazugehörige Optik ist so ausgebildet, dass das Signallicht im wesentlichen nur eine lichtempfindliche Zelle treffen kann, wäh rend fremdes Licht beide Zellen belichtet.
Ein bekanntes Mittel zu der erwähnten ört lichen Zusammenfassung des Signallichtes ist beispielsweise ein sogenannter Raum spiegel, der auch sonst bei optischen Signal übertragungen verwendet wird. Die hier dar gestellte Schaltung ist eine besondere Aus führungsform einer Brückenschaltung. Eine Neutralisierung der von den beiden Zellen empfangenen Eindrücke in einer normalen Brückenschaltung lässt sich bekanntlich immer dann erreichen, wenn die Zellen 52 und 53 einander vollkommen gleich oder wenigstens potentiale Charakteristik be sitzen, das heisst, wenn die Leitfähigkeiten der beiden Zellen in Abhängigkeit von der sie treffenden Lichtmenge einander propor tional sind.
Die besonderen Vorteile, die gegenüber den bekannten Brückenschaltun gen durch das Prinzip der schlagartigen Be leuchtung erreicht werden, bestehen darin, dass es nicht notwendig ist, diese Brücken vorher abzugleichen und dass fernerhin lang same Stromänderungen, die durch allmäh liche Änderung der Intensität des auf die Zellen auftreffenden Lichtes hervorgerufen werden, keinen Einfluss haben. Es dürfen beispielsweise die Punkte 63 und 64 ruhig verschiedenes Potential besitzen; das über die Kapazität 5,4 eingeschaltete Relais wird trotzdem nur dann ansprechen, wenn sich das .Potential zwischen den Punkten 63 und 64 schlagartig ändert.
Das stromempfindlich ausgebildete Relais 55 wird auf dem plötz lichen Ladestrom des Kondensators 54 reagie ren und beispielsweise einen Kontakt 56 schliessen, welcher über die Klemmen 39 und 39' an die Verstärkungseinrichtung an geschlossen ist, und damit die Verstärker einrichtung steuert.
In Fig.2 ist die gleiche Brückenschal tung dargestellt, nur mit dem Unterschied, dass in dem Brückenzweig zwischen den Klemmen 63 und 64 eine Drossel 57 ein geschaltet ist. Parallel zu dieser wird ein spannungsempfindliches Relais geschaltet, das, wie in der Zeichnung dargestellt ist, eine Elektronenröhre 58 sein kann, die in der gebräuchlichen Schaltung im Anodenstrom kreis eine Relaiswicklung 155 enthält.
Wird nun beispielsweise die Zelle 52 stossartig belichtet, so kann sich der zwischen den Punkten 63 und 64 auftretende Poten tialunterschied nicht sofort über die Drossel 57 ausgleichen, und die Folge ist eine Er höhung der von der Batterie C herrühren den Gitterspannung der Röhre 5,8. Damit steigt auch der Anodenstrom dieser Röhre, schliesst den Kontakt 56 und Relais 55 und verursacht über die an die Klemmen 39 und 39' angeschlossene Verstärkereinrichtung eine Beeinflussung des Fahrzeuges.
In Fig. 3 liegen parallel zur Spannungs quelle 51 ein Widerstand 61 und die licht empfindliche Zelle 53, welche in Serie ge schaltet sind. Zur Spannungsquelle 51 eben falls parallel liegen der Widerstand 62 und die lichtempfindliche Zelle 52, welche wie derum unter sich in Reihe geschaltet sind. An die Punkte 63 und 64 ist, wie in Fig. 1 dargestellt, der Kondensator 54 und das die Kontakte 56 steuernde Relais 55 ein geschaltet.
Die Wirkung dieser Einrichtung ist die gleiche, wie die der Einrichtungen gemäss Fig. 1 und .2. Die Anschlussstelle 63 in den Fig. l und 2 kann auch, ohne eine Änderung in der Wir kung dieser Einrichtungen ztz verursachen, aus der Mitte der Spannungsquelle 51 an deren Ende verlegt werden. Damit kommt man zur Schaltung gemäss Fig. -1. In dieser sind parallel zu der Spannungsquelle 51 die in Serie geschalteten, lichtempfindlichen Zel len 52 und 53 angeschlossen. An die An schlussstellen 63 und 64 liegt wieder die signalgebende Einrichtung, wie sie bereits beschrieben wurde.
Wenn bis jetzt die Rede davon war, dass die Wirkung der Signalzelle durch eine be sondere Sperrzelle neutralisiert wird, so ist es doch im allgemeinen nicht notwendig;, die Zahl der für die verschiedenen Signalüber tragungen verwendeten Zellen zu vergrössern, da sich diese Zellen mit Rücksieht auf die Ausbildung des erwähnten Raumspiegels ein ander paarweise zuordnen lassen und so jede Signalzelle als Sperrzelle zu der ihr zugeord neten andern Signalzelle wirkt. Erhalten beide gleichzeitig Licht, so heben sie sich in ihren Wirkungen gegenseitig auf.
Erhält nur die eine oder die andere Licht, was der Fall ist, wenn Signallicht auf die Empfangsein richtung fällt, ,so entsteht im Blindwider stand, der in den erwähnten Beispielen als Kapazität oder Induktivität dargestellt wurde, eine Wirkung des einen oder andern Vorzeichens, die durch entsprechende Vor richtungen, beispielsweise Relais, übertragen werden kann. In Fig. 5 ist eine derartige Anordnung dargestellt, die im übrigen prin zipiell der Fig. 4 gleicht. Die Verstärker röhre 6,5 liefert im beeinflussten Zustand einen mittleren Anodenstrom, da das Gitter dieser Röhre über den Widerstand 66 dauernd unter Spannung steht.
Das Relais 67, wel ches in den Anodenkreis der Röhre 65 ein geschaltet ist; sei so dimensioniert, dass, im Falle ein mittlerer Anodenstrom fliesst, der Anker dieses Relais sich gerade in der Mittel lage zwischen den beiden Kontakten 68 be findet. Bekommt der Punkt 64 schlagartig ein anderes Potential, so pflanzt sich diese Wirkung über den Kondensator 54 nach dem Gitter der Röhre 65 fort und bewirkt hier, je nach seinem Vorzeichen, entweder das Ansteigen des Anodenstromes auf einen höheren Wert oder seine Unterdrückung.
Der Anker des Relais 67, welcher sich, wie er wähnt, beim normalen Anodenstrom in der Mittellage befindet, wird daher beim Sinken des Anodenstromes den einen Kontakt und beim Steigen des Anodenstromes den andern Kontakt 68 schliessen und damit den Strom kreis des an die Klemmen 39 und 39' an geschlossenen Verstärkers schliessen. Die Wirkung der Potentialänderung im Punkt 64 auf den Anodenstrom der Röhre 6f5 ist des halb verschieden, weil, je nachdem die Zelle 52 oder die Zelle 53, schlagartig beleuchtet wird, im Gitterstromkreis entweder eine Spannungserhöhung oder eine Spannungsver minderung auftritt.
Zweckmässig werden an Stelle des Relais 67 zwei normale Relais vorgesehen, die so geschaltet sind, da.ss der Anker des einen Re lais beim halben Stromwert angezogen und der Anker des andern Relais abgefallen ist. Steigt dann der Strom auf den vollen Strom wert, so zieht auch das zweite Relais seinen Anker an, fällt dagegen der Strom auf einen sehr kleinen Wert oder wird er zu Null, so lässt das erste Relais seinen Anker ebenfalls fallen. Es lässt sich daher mit dieser Schal tung ohne weiteres erreichen, dass kenntlich gemacht wird, ob die Zelle 52 oder die Zelle 53 schlagartig belichtet wurde. Bei dieser Anordnung besteht jedoch eine gewisse Schwierigkeit.
Angenommen, die Zelle 52 sei soeben durch das Eintreten in den Signal kegel plötzlich belichtet worden. Wie be absichtigt, wird der Punkt 64 und damit das Gitter der Röhre 6@5 ein höheres Potential be- lsommen. Tritt die Zelle 52 wieder schnell genug aus dem Lichtkegel aus, so hat sich das Gitterpotential weder über den Gitter widerstand 66, noch über den Ableitwider- stand des Kondensators 54 genügend ausglei chen können. Kehrt also mit dem Austreten aus dem Lichtkegel der Punkt 64 auf sein früheres Potential zurück, so erhält auch das Gitterpotential der Röhre 65 wieder ungefähr den früheren Wert.
Bleibt jedoch die Zelle 52 einmal zufällig längere Zeit im Licht kegel stehen, so gleicht sich das Potential des Gitters über den Kondensator 54 und den Widerstand<B>66</B> aus. Falls keine weiteren Vorkehrungen getroffen werden, würde auch der Anker des Relais 67 damit wieder in seine Ruhelage zurückkehren. Wenn nun die Zelle 52 aus dem Lichtkegel austritt, das heisst das Potential des Punktes 64 wieder auf den ursprünglichen Wert zurückfällt, den es vor der Belichtung der Zelle hatte, so wird das Gitterpotential der Röhre 65 etwa um den gleichen Betrag negativer, als es vorher positiver geworden war.
Das Ver, schwinden des auf die Zelle 52 auftreffenden Lichtes wirkt dann in diesem Falle genau so, wie wenn eine Belichtung der Zelle 53 schlag artig stattgefunden hätte, das heisst, es tritt wiederum eine Beeinflussung des Fahrzeuges ein, da der Anker des Relais 67 sich auf den andern Kontakt umgelegt hat: Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, kann die Einrichtung bei Verwendung zweier Relais derart getroffen werden, dass die An ker in den Endstellen festgehalten werden und dadurch die beschriebenen Wirkungen entgegengesetzten Vorzeichens verriegeln. In Fig. 6 ist eine derartige Schaltung gezeigt, die beispielsweise als Ruhestromschaltung gedacht ist.
Im wesentlichen ist die Schal tung die gleiche, wie in Fig. 5. Der Anoden strom der Röhre 65 durchfliesst dabei jedoch die Wicklungen zweier Relais 69 und 70. Die Anker des Relais 69 und 70 sind so angeordnet, wie es bereits oben bei Fig. 5 be schrieben wurde. Die gezeichnete Stellung der Anker dieser Relais entspricht der Ankermittellage des Relais 67 in Fig.5. Fällt nun zum Beispiel der Anker des Re lais 69 durch Eintritt der Zelle 53 in den Signallichtkegel ab, so unterbricht er den Ruhestromkreis e-f und schliesst dadurch einen Kontakt 71, der zu dem vom Anker des Relais 70 in Ruhezustand geschloseenen Kontakt 72 parallel liegt.
Zieht nun das Re lais 70 später bei Austritt aus dem Licht kegel seinen Anker an, da in diesem Falle die Änderung des Anodenstromes in der ent gegengesetzten Richtung erfolgt, wie beim Eintritt der Zelle in den Lichtkegel, so wird am Stromlauf e-g nichts geändert. Die An ker der beiden Relais, die in ihrer Endlage- festgehalten werden, werden durch eine Rückholvorrichtung, deren Verzögerung bei - spielsweise von der von der Lokomotive durchfahrenen Lichtstrecke abhängt, wieder in ihre Ruhelage zurückgebracht.
Bei der oben beschriebenen Schaltung führt die Röhre 6,5 im normalen Fall einen mittleren Anodenstrom, und die beiden Re lais 69 und 70 sprechen auf die Ä.riderung dieses Stromes an. Aus Gründen der Be triebssicherheit ist es jedoch erwünscht, mit Schaltungen zu arbeiten, bei denen der Strom zwischen Null und einem festen Endwert schwankt, weil dadurch die Sicherheit des Ansprechens eines Relais bedeutend ver grössert wird. Eine derartige Schaltung ist in Fig. 7 dargestellt. 52 und 53 sind die bei den lichtempfindlichen Zellen, welche an die Stromquelle 51 angeschlossen sind.
Der im Brückenzweig dieser Anordnung liegende Widerstand 66 ist in der Mitte angezapft und steuert über die Kondensatoren 54 und 54', welche mit dem Gitter der Röhren 65 und 05' in Verbindung stehen, den Anoden strom derselben. In dem Anodenkreis der Röhre 65 ist die Wicklung eines Relais 74 eingeschaltet, während im Anodenstromkreis der Röhre 65' die Wicklung des Relais 76 liegt. Im normalen Fall führen die beiden Röhren 615 und M' einen durch ihr Kathoden potential vorgeschriebenen vollen Anoden strom.
Bei Belichtung der Zelle 52. steigt das Potential des Punktes -64 und damit auch das Potential des mittleren Abzweigpunktes am Widerstand 06 gegenüber dem 1VIinus- pol der Batterie: Im Vergleich zu dem Po tential des mittleren Abzweigpunktes des Widerstandes 66 und der damit verbundenen Kathode der Verstärkerröhren 65 und 65' steigt die Spannung am Gitter der Röhre 65, während sie am Gitter der Röhre 6t5' ab fällt.
Dementsprechend steigt der Anoden strom der Röhre 65 bis zu einem festen End- wert, der durch die Eigenschaft der Röhren type und durch die Bemessung des zugehö rigen Gitterwiderstandes gegeben ist. Zier Anker des Relais 74 bleibt also angezogen. Dagegen sinkt der Anodenstrom der Röhre 65', so dass der Anker des Relais 76 abfällt. Die Schwierigkeit, die sich bei der Schal tung gemäss Fig.5 ergibt, wenn die be lichtete Zelle längere Zeit im Lichtkegel stehen bleibt, besteht auch hier, lässt sich jedoch in der gleichen Weise beseitigen, wie es in Fig. 6 angegeben ist.
Die Kontakte 73, welche vom Relais 74 gesteuert werden und die vom Relais 76 betätigten Kontakte 75, sowie die Anker dieser beiden Relais sind daher in der gleichen Weise wie bei dem vor hergehend beschriebenen Ausführungsbei spiel geschaltet.
Bei Verwendung des schon erwähnten Baumspiegels zur örtlichen Zusammenfassung des Signallichtes erhält man infolge der be sonderen optischen Eigenschaften dieses Spiegels nicht nur ein, sondern zwei reflek tierte Strahlenbündel bezw. Lichtflecke. Ver zichtet man auf die Ausnutzung der beiden Lichtbündel und begnügt sich nur mit dem einen, so lässt sich der freigewordene Platz zur Unterbringung von Sperrzellen verwen den. Man hat zwar dann mehr Zellen, braucht aber den Empfangsapparat nicht grösser zu machen als bisher. Man muss nur dann die Schaltung so treffen, dass die Belichtung der Sperrzelle für sich allein (durch Signallicht) keine Wirkung auslöst. Fig. 8 zeigt eine der artige Schaltung.
Der Spiegel, der die Sig nalzelle F belichtet, belichtet zugleich die Sperrzelle F'. Eine Belichtung von F be wirkt in der bekannten Weise, dass der Ano denstrom der Röhre 65 vermindert wird und dadurch das Relais 74 zum Abfallen kommt. Eine Belichtung von F' hat keine weiteren Folgen, da sie allenfalls nur eine Vermeh rung des Anodenstromes der Röhre 65' be wirkt, was auf keinen Fall das Relais 76 zum Ansprechen bringt. Bei der Abgabe des Signals auf die Zelle H fällt in analoger Weise der Anker des Relais 76 ab, während der das Relais 74 , angezogen bleibt. Die Schaltung der den Relais 74 und 76 zugeord neten Kontakte 73 und 7:5 ist wieder analog wie in Fig. 7.
Bei den bisher besprochenen Schaltungen war es notwendig, dass die Charakteristik der sich neutralisierenden Zellen in dem ganzen Bereich der vorkommenden Belichtungsände- iungen einander wenigstens proportional sind. Wenn man hinter die Zelle Elektronen röhren schaltet, so kann man die Neutrali sierung der beiden Wirkungen auch in dem Stromkreis hinter diesen Röhren bewirken. Durch diese Schaltungen können weitere Vorteile erreicht werden. Fig.9 zeig eine derartige Schaltung. Die Zelle 52 beein- flusst den durch die Wicklung 74 fliessenden Anodenstrom der Röhre 65.
In ganz dersel ben Weise beeinflusst die Zelle 53 den durch die Wicklung 76 fliessenden Anodenstrom der Röhre 65'. Beide Wicklungen 74 und 76 be finden sich auf dem gemeinsamen permanen ten Magneten (oder polarisierten Relais) 77, der im Normalfall den Anker 78 angezogen hält. Der Wirkungssinn der beiden Wick lungen bei Belichtung der dazugehörigen Zellen ist einander entgegengesetzt. Ins besondere sei die magnetisierende Wirkung der zur Signalzelle 52 gehörigen Wicklung 74 gleichsinnig mit der des Magnetes 77. Im unbeeinflussten Zustand fliesst in beiden Wicklungen der normale Anodenstrom der betreffenden Röhren. Werden die beiden Zel len 52 und 53 in gleicher Weise belichtet, so wird der Strom der beiden Wicklungen in gleicher Weise gemindert, und der Anker 78 bleibt angezogen.
Wird dagegen nur die Signalzelle 52 belichtet, so wird nur der Strom der Wicklung 74 vermindert, lind der durch die Wicklung 76 jetzt geschwächte Magnet 77 lässt seinen Anker 78 abfallen. Der Vorteil dieser Neutralisierung hinter den Verstärkerröhren liegt darin, dass die ge steuerten und sich neutralisierenden Anoden ströme nur in gewissen, fest eingeschlossenen Grenzen schwanken können. Nur so weit es zur Aussteuerung dieses Bereiches notwendig ist, müssen die steuernden Zellen in ihren Charakteristiken zusammenpassen. Jenseits dieses Bereiches dürfen sie weitgehend von einander abweichen, ohne dass dadurch das Funktionieren der Schaltung beeinträchtigt wird.
Man kann, um sich in der hier angedeute ten Richtung von dem besonderen Verlauf der Zellencharakteristik möglichst unab hängig zu machen, noch weiter gehen und kommt dann zu Schaltungen, bei denen die Wirkung der Signalzelle nicht eigentlich neutralisiert, sondern verriegelt wird. Eine einfache, trägheitsfreie Verriegelung lässt sich im besonderen durch Beeinflussung der Gitter- oder Anodenspannung der hinter die Signalzelle geschalteten Verstärkerröhre er reichen.
Jedoch ist es nicht notwendig, sich auf trägheitsfreie Verriegelung zu beschrän ken, wenn man in der Aufstellung der Sig nale eine gewisse Vorsicht beachtet, dass man sie nicht unmittelbar in die Nähe schatten werfender Gegenstände, die zum Beispiel Veranlassung für rasche Änderungen des Tageslichtes wären, setzt. Es genügt dann eine Verriegelung durch mechanische, schnellarbeitende Relais. Selbstverständlich muss dann auch die Einwirkung der Signal zelle auf die dahinter liegende Apparatur in entsprechender Weise verzögert werden.
In den folgenden Schaltungen der Fig. 10, 11 und 12 sind nur Beispiele gebracht, die sich auf die obengenannte trägheitsfreie Verriegelung beziehen. Diese Schaltungen arbeiten dann in der Weise, dass bei schlag artiger Belichtung von Signal- und Sperr zelle zugleich die Sperrzelle in der oben ge nannten Weise verriegelt. Bei schlagartiger Belichtung lediglich der Signalzelle tritt die normale Wirkung ein, eine schlagartige Be lichtung der Sperrzelle bleibt ohne weitere Folgen.
In der Fig. 10 zum Beispiel stellt 52 die Signalzelle dar, die den durch die Relais wicklung 74 fliessenden Anodenstrom der Röhre 65 beeinflusst, und zwar bewirkt eine Belichtung der Zelle 52 eine Herabsetzung des Potentials von Punkt,64 und damit eine Herabminderung des Anodenstromes der Röhre 65. Im Normalfall ist der Widerstand 80 stromlos, Punkt 81 hat daher dasselbe Potential wie das eine Heizfadenende, und die Schaltung ist daher vollkommen überein stimmend mit den früher gezeigten Schal tungen.
Wird jedoch die Sperrzelle 53 be lichtet, so fliesst durch den Widerstand 80 der Ladestrom des Kondensators 54', das Po tential des Punktes 81 rückt in das Positive, so dass die Potentialänderung des Punktes 64 keine Minderung des Röhrenstromes zur Folge hat. Durch den gestrichelt eingezeich neten Widerstand<B>82</B> und Kondensator 83 kann man erreichen, dass die Aussteuerung der Röhre 65 durch die Zelle 52 etwas nach hinkt gegenüber der durch die Zelle 53 er folgten Verriegelung, so dass das Gitter schon verriegelt ist, bevor die Zelle 52 darauf ein wirken kann. Diese zeitliche Verschiebung die man ebenfalls bei den späteren Schal tungen mit Vorteil verwenden kann, kann selbstverständlich auch durch eine entspre chend geschaltete Induktivität erfolgen.
Die Schaltung gemäss Fig. 11 entspricht vollkommen der in Fig. 10 gezeigten, nur wirkt die Sperrzelle 53 nicht direkt auf den Widerstand 80, sondern unter Vermittlung der dazu geschalteten Röhre 65. Man erreicht dadurch, dass man diesen Widerstand 80 zu gleich zur Verriegelung einer ganzen An zahl von Signalzellen, von denen nur die Zelle 52. gezeichnet ist, benützen kann.
Eine andere Art der Verriegelung zeigt die Fig. 12. Auch hier ist es möglich, mit der einzigen Sperrzelle 5,3 eine grössere -An zahl Signalzellen, von denen wiederum nur die Signalzelle 52 gezeichnet ist, zu ver riegeln. Es geschieht dies dadurch, dass an dein Gitter der Röhre 65, die in derselben Weise geschaltet ist wie bei den übrigen Bei spielen, ausser dem Kondensator 54 noch der etwas kleinere Kondensator 84 liegt. Der andere Belag dieses Kondensators 84 wird beeinflusst von dem am Widerstand 85 durch den Anodenstrom der Röhre -6,5' gebildeten Spannungsabfall. Die Wirkungsweise der ganzen Anordnung ist dann die folgende: Eine Belichtung der Signalzelle bewirkt eine Verminderung des Anodenstromes der Röhre 6,5 und damit das Abfallen des Ankers 73.
Wird zugleich die Zelle 53 belichtet, so wird auch der Anodenstrom von Röhre 65' vermindert, das Potential des Punktes 86 rückt stark in das Positive und bewirkt so über den Kondensator 84, dass das Gitter der Röhre 65 so stark positiv wird, dass die Ein wirkung der Zelle ohne Belang ist.
Eine analoge kapazitive Verriegelung lässt sich erreichen, indem man das Potential des Punktes 86 auf ein besonderes zweites Gitter der Röhre 65 wirken lässt.
Selbstverständlich kann statt der kapazi- tiven Beeinflussung des Röhrengitters durch den Kondensator 84 auch eine induktive Be einflussung gesetzt werden.
Sämtliche hier angeführten Schaltungen, insbesondere die nach Fig. 10, 11 und 12, haben den Vorteil, dass man von der Inkon- stanz der Zellen in weiten Massen unab hängig wird.
Verwendet man diese Schaltungen zu Signalübertragungen nach oder von bewegten Gegenständen, zum Beispiel von der Strecke aus auf Eisenbahnzüge oder umgekehrt, so ergibt sich im allgemeinen schon durch das Vorbeifahren am Signal, dass das Signal licht mit einer gewissen Mindestgeschwindig keit zur Wirkung auf die lichtempfindliche Zelle kommt. Man hat es durch die angege- benen Mittel in der Hand, langsamere Ände rungen unwirksam zu machen.
Die Bedin gungen für den Ausgleich oder die Verriege lung werden ungünstiger, wenn man vor schreibt, dass eine Einwirkung des Signal lichtes auch bei ganz geringen Geschwindig keiten erfolgen soll; doch lässt sich diese Schwierigkeit umgehen, wenn man neben der Anwendung von Wechselstromwiderständen das Signallicht in irgend einer regelmässigen oder unregelmässigen Weise zerhackt. zum Beispiel durch Vorsetzen einer Lochscheibe oder durch wechselndes Ein- und Ausschal ten oder ähnliches.
Man kann dann diese Zerhacken entweder dauernd vornehmen oder auch, vielleicht noch besser, die Einrichtung so treffen, dass dieses Zerhacken nur bei ge ringen ZugsgeschwindiglLeiten stattfindet, \während bei der. grösseren Zugsgeschwindig- keiten das Signallicht dauernd ausgestrahlt wird. Man hat dann den Vorteil, dass man die Anzahl der Lichtstösse pro Sekunde ge ring halten kann und wird dadurch freier von den zum Beispiel bei Selenzellen vor kommenden Trägheitswirkungen.
In vorliegenden Beispielen wurden zur Unterscheidung der Zellenbeeinflussung durch schlagartiges Signallicht gegenüber andern langsamer erfolgenden Einflüssen ein fache Blindwiderstände verwendet. Eine ab solut scharfe Abgrenzung lässt sich damit je doch nicht ganz erreichen, insbesondere da aus Sicherheitsgründen normalerweise mit mehrfachem Lichtüberschuss des Signallich tes gearbeitet werden muss. Es wird daher fremdes Licht, das etwa die Stärke des nor malen Signallichtes hat oder noch stärker ist, auch dann noch über die einfachen Blind widerstände hinweg wirksam sein, auch wenn es etwas langsamer auftritt als das lang samste Signallicht.
Die Grenze der Mindest geschwindigkeit, die also zunächst auch noch von der Amplitude der stärksten Einwirkung abhängt, wird dadurch herabgesetzt. Da je doch die Aufgaben der Ausscheidung frem den Lichtes durch Ausgleich oder Verriege lung erleichtert werden, wenn die Mindest geschwindigkeit hoch liegt, ist eine schärfere Abgrenzung der Mindestgeschwindigkeit bei geringerer Amplitudenabhängigkeit der Grenze erwünscht. Dies kann durch Anwen dung siebkettenartiger Kombinationen von Widerständen an Stelle der einfachen Blind widerstände erreicht werden.
Eine Siebkette aus einer Reihe von Kondensatoren mit quer geschalteten Drosseln hat zum Beispiel die Eigenschaft, dass eine schlagartige Span nungsänderung nur durchtreten kann, wenn sie mit einer gewissen, durch die Daten der Kette bestimmten Mindestgeschwindigkeit erfolgt; die Siebkette verhält sich hier ganz ähnlich wie gegenüber Wechselspannungen, die auch nur über einer bestimmten Grenz frequenz durchgelassen werden. Die Fig. 13 stellt zum Beispiel eine derartige Ergänzung der Schaltung nach Fig. 5 dar.
Der Konden sator 54 in Fig. 5 isi- in Fig. 13 durch die Rette aus den Kondensatoren 54a, 54b, 5.1e und den Drosseln 87a, 87b, 87e ersetzt. Selbstverständlich lassen sich auch alle an dern Beispiele in diesem Sinne ergänzen.
Zum Schluss sei noch darauf hingewiesen, dass man die hier angegebenen Einrichtungen mit allen übrigen bekannten Einrichtungen zur Ausscheidung fremden Lichtes kombi nieren kann und dadurch eine wesentlich grössere Sicherheit erhält.