Bremsfutter und Verfahren zu seiner Herstellung. Die Erfindung betrifft ein Bremsfutter und ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Das Bremsfutter gemäss der Erfindung besteht in einem Pressling, der aus einem in einer homogenen, formbaren Masse ein gebetteten Gewebe gebildet ist, dessen Kette und Schuss aus Asbest enthaltenden, mit einem wasserdichtmachenden, wärmebestän digen Mittel imprägnierten Litzen bestehen.
Zur Herstellung eines Bremsfutters die ser Art werden die Litzen mit einem kohlen wasserstoffhaltigen Tränkungsmittel behan delt und zu einem Gewebe verarbeitet, bevor sieh das Tränkungsmittel gesetzt hat.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Bremsfutters bestehen die Litzen, aus denen das Gewebe hergestellt wird, aus einem verstärkenden gern, der mit einer Asbest umhüllung umgeben ist und vorzugsweise aus einem weichen Metalldraht besteht, wäh rend die Umhüllung vorzugsweise von einem Streifen aus Asbestfilzpapier gebildet wird, der rund um den Kern gewickelt und durch in entgegengesetzter Richtung gewickelte Bindedrähte festgebunden wird. Ein der artiges Litzengarn kann durch die Garnform maschine erzeugt werden, wie sie zum Bei spiel im Schweiz. Patent Nr. 147123 beschrie ben ist.
Bei einer solchen Maschine wird ein Asbeststreifen auf einem Drahtkern und dann auf ersteren ein Bindedraht auf gebracht. Die Herstellung des Bremsfutter vollzieht sich nun beispielsweise wie folgt: Die aus der Maschine kommende Litze ist feucht, und nachdem sie sorgfältig getrock net worden ist, wird sie in Spulen der Ige- eigneten Grösse zur Benutzung in einem @Ä'eb- schützen gewickelt. Die Spulen -werden dann einer Behandlung unterworfen, die die Litze mit einem wasserdicht machenden, wärme beständigen, kohlenwasserstoffhaltigen Mit tel imprägniert.
Diese Imprägnierung wird bewirkt, indem die Spulen in Drahtnetzkör- ben gestapelt und dann diese in eine Lösung eines wasserdicht machenden, wärmebestän digen, kohlenwasserstoffhaltigen Mittels ge nügend lange Zeit eingetaucht werden, um die Litzen mit dem Mittel durchgreifend zu sättigen. Die Körbe werden alsdann aus dem das Mittel enthaltenden Behälter ausgehoben, und -der Überschuss des Tränkungsmittels wird zum Abtropfen gebracht, worauf die Spulen in eine Luftkammer gelegt werden.
wo die hochflüchtigen Lösungsmittel für das Tränkungsmittel verdampft werden. Diesel ben Spulenkörbe werden dann in sehr heisses -Wasser während einiger Minuten gebracht, um den Tränkungsstoff in der Asbestumhül lung zii vulkanisieren, ohne sie zu härten.
Für die Behandlung der Litzen sind be liebige, wasserdicht machende, wärmewider standsfähige Tränkungsmittel geeignet. Als besonders zufriedenstellend wurde eine Mi schung aus "Gilsonit", Asphalt, chinesischem Holzöl, Leinöl und wasserfreiem 01 in an nähernd gleichen Teilen, die in Benzol und Gasolin als Lösungsmittel gelöst sind, befun den. Dieses Mittel ist sehr befriedigend, da es die Litzen gut durchtränkt, um sie wasser- clieht und wärmebeständig zu machen und Lösungsmittel enthält, die leicht flüchtig sind.
Nach der Vulkanisation in heissem Was-. ser werden die Spulenkörbe in Behältern von kaltem Wasser aufbewahrt, wenn die Spulen nicht sofort benutzt werden sollen. Das kalte Wasser hat die Wirkung, dass es die Litzen weich und schmiegsam erhält, da das Trän kungsmittel sich nicht setzt oder erstarrt., solange es nicht nach der Vulkanisation der offenen Luft ausgesetzt wird. Falls von den Litzen sofort Gebrauch gemacht werden soll. werden die Spulen sofort in einen Behälter mit dünnem Mineralöl eingetaucht, sobald sie ans dem Heisswasserbehälter entnommen wor clen sind.
Die Spulen werden in dem dünnen Mineralöl belassen, bis sie gut vollgesaugt sind, wonach sie in Kästen verpackt urd während einer Stunde stehen gelassen wer den, bevor sie zum Verweben verwendet wer den. Auch nachdem sie aus den Kaltwasser- vorratsbehältern entnommen sind, werden die Spulenkörbe vor der Benutzung in Mineral öl getaucht. Letzteres erhält die Litzen und das daraus hergestellte Gewebe in plastischem Zustande bis zu dem Augenblick, wo das Setzen des Tränkungsmittels bewirkt wird.
Die Litzen sind nunmehr innig mit einem wasserdicht machenden, wärmebeständigen Hittel getränkt, welches zwar vulkanisiert ist, aber sich noch nicht gesetzt hat, so dass die Litzen noch sehr schmiegsam sind und leicht verwebt werden können. Die Litzen werden dann zu einem Bremsfutterband auf einem geeigneten "v#tebstuhl verwebt. Es kann dies in einer einzigen Schicht oder in mehre ren Schichten jeder beliebigen Kombination so geschehen, dass die verschiedenen Schich ten gut verbunden sind.
Nachdem das Band gewoben und aus dem Webstuhl entfernt worden ist, ist es dennoch plastisch inmd wird dann durch einen Kalander oder dergleichen ,geschickt, um es zu komprimieren und zii glätten und gleichzeitig überschüssige Feueb- tigkeit auszupressen.
Das Band wird dann gekühlt und auf geeignete Einsätze gebracht, mit deren Hilfe es in einen zweiten Behälter mit einem dem ersten Tränkungsmittel entsprechenden ge.- wünschtenfalls eingetaucht wird. Das zweite Tränkungsmittel braucht nicht genau die selbe Dichte wie das erste zu haben, hat aber ähnliche wasserdicht machende und wärme beständige Eigenschaften. Nachdem das Band in dem zweiten Bade während einiger Minuten belassen ist, um mit dem Mittel durchgreifend imprägniert zu sein, wird es ausgehoben und zum Trocknen gebracht. Die das imprägnierte Band tragenden Einsätze werden dann durch einen Luftzug hindurch geführt, in dem die hochflüchtigen Bestand teile verdampfen.
Die die Bandrollen halten den Einsätze werden dann in einen Backofen gebracht, wo sie während mehrerer Stunden einer hohen Temperatur ausgesetzt werden. so dass das Tränkungsmittel sich im ganzen Bande setzt. Nach vollständigem Setzen wird das Band durch einen Kalander geschickt, der es auf die genaue Dicke bringt. Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel eines Bremsfutters gemäss der Erfindung.
Fig. 1 ist eine schaubildliche Ansicht eines Bremsfutterbandes, das gemäss der Er findung hergestellt ist, und Fig. 2 veranschaulicht die bevorzugte Litzenform, aus der das Band gewoben ist. Das Band 10 ist vorzugsweise ein aus mehreren miteinander verwobenen Schichten bestehendes Gewebe mit Schuss- und Ketten litzen 11 und 12, die je aus einem Drahtkern 13 bestehen, der mit einem Streifen aus Asbestfilzpapier 14 umhüllt ist, der um eine aus einem Draht 15 gebildete Spirale ge wickelt ist und von einem in entgegengesetz ter Richtung zur Spirale gewickelten Binde draht 16 festgebunden ist.
Die Schuss- und Kettenlitzen 11 und 12 können mittelst einer Maschine erzeugt werden, die zum Beispiel im oben erwähnten Patent beschrieben ist; (las daraus gewobene Band kann auf einem geeigneten Webstuhl erzeugt werden.
Der Vorderteil der Fig. 1 zeigt die Art des Gewebes, das bei dem Band benutzt wer den kann, und der hintere Teil der Figur zeigt das Aussehen des Bandes, nachdem e s mit dem wasserdicht machenden, wärme beständigen Mittel imprägniert und nachdem darauf ein Druck mittelst der Kalander aus geübt worden ist.
Während des Webeverfahrens wird die Gestalt des Garnes vollkommen verändert mit dem Ergebnis, dass die ursprüngliche Ge stalt des zur Herstellung des Garnes verwen deten Asbestfilzpapiers zerstört wird und die Asbestfasern vollständig mit dem Tränkungs- mittel und dem Draht über die ganze Länge des Futters verfilzt werden, und da die Drähte mit sehr enger Masche gewebt wer den, wird die .ganze Masse fest an ihrer Stelle gehalten. Es sind alle Hohlräume, die sonst in den gewöhnlichen Bremsfuttern vorhanden sind, ausgefüllt, und das vorliegende Brems futter hat das Aussehen eines vollen Mate rialstückes, in dem eine Gewebestruktur nicht zu sehen ist.
Dieser Zustand wird weiter durch den Druck gefördert, dem das Band ausgesetzt wird, sobald es durch die Walzen oder Kalander kurz nach der Entnahme aus dem Webstuhl in noch plastischem Zustande hindurchgeführt wird. Die Endstruktur ist äusserst kompakt und hat eher die Eigen schaft eines geformten Erzeugnisses als die jenige eines gewobenen. Es entsteht eine feste, homogene Masse. Das durch das Ver fahren erreichte Endprodukt ist ein Brems futter grosser Dichte und ohne Poren, in denen sich Feuchtigkeit ansammeln könnte. Da die beim Weben verwendeten Litzen mit wasserdicht machendem, wärmebeständigem Stoff imprägniert worden sind, ist jede ein zelne Asbestfaser umhüllt und nicht absor bierend gemacht.
Die Folge ist, dass das Endprodukt äusserst dauerhaft ist und nicht unter der Einwirkung von Feuchtigkeit quellen kann, ein Umstand, der bei der bis her üblichen Art von Bremsfuttern äusserst nachteilig ist.
Bei dem beschriebenen Verfahren zur Herstellung eines Bremsfutters aus Asbest filzpapier wird das Bindemittel oder die Stärke, die bei der Erzeugung des Papiers aus dem Asbesthalbzeug verwendet -wurde, zum grössten Teil entfernt, so dass diese Stoffe in dem Endprodukt nicht mehr vor handen Sand. Die Stärke oder dergleichen wird aus dem Asbestfilzpapier teilweise entfernt, wenn letzteres durch die Litzenformmaschine geht. Die Stärke gelangt an die Oberfläche des Kernes in feinen Schuppen, so dass, wenn die trockenen Litzen vor der Imprägnierung, zu Spulen gewickelt werden, diese Schuppen sich bei dem Wickelvorgang ablösen.
Wenn die Litzen mit dem Tränkungsmittel behan delt und durch (las heisse Wasser und das Mineralöl geleitet wird, wird die grösste Menge der im Asbestfilzpapier vorhandenen Stärke gelöst und gelangt auf die Oberfläche der behandelten Litzen derart, dass, sobald die Litzen auf dem Webstuhl unter dessen ausserordentlich hohem Druck zu Gewebe verarbeitet werden, der grösste Teil des Stärkerückstandes ausgepresst und selbsttäti, von dem gewebten Stoff mit dem die Stärke absorbierenden, überschüssigen Trä.nkungs- mittel abgestrichen wird.
Ein mit dem neuen Verfahren hergestell tes Bremsfutter ist von sehr grosser Dichte und Kompaktheit und hat einen hohen Rei bungskoeffizienten und einen geringen Ab nutzungsfaktor. Nachdem es auf ein Brems band oder einen Bremsklotz aufgenietet ist, kann es- nicht leicht verdrängt werden infolge seiner Dichte und der kompakten Anordnung der ineinander geflochtenen Drähte.
Selbstverständlich ist das hier beschrie bene Tränkungsverfahren der aus Draht und Asbeststoff bestehenden Litzen, aus welchen das Bremsfutter hergestellt wird, nicht auf die besondere Art und Form des beschrie benen Materials beschränkt. Wenn gleich auch das Imprägnierungsverfahren vorzugsweise auf eine Litze angewendet werden soll, die aus Draht und Asbestfilzpapier der beschrie benen Art besteht, und obgleich hiermit hin sichtlich des fertigen Bremsfutters die besten Ergebnisse erzielt werden, so ist die Erfin dung dennoch auch anwendbar auf die Her stellung von Bremsfuttern, deren Litzen aus gesponnenen Asbestfasern oder sonstwie aus Asbest hergestellt ist.