CH147601A - Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss.

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CH147601A
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Adolf Dr Lettermann
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  Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss.    Um die vielerlei Beschwerden und orga  nischen Veränderungen, die sich aus einem  Plattfuss, Knickfuss oder Spreizfuss ergeben,  zu beheben, sind bekanntlich eine grosse An  zahl von Fussunterlagen oder Schuheinlagen  hergestellt worden. Zum grössten Teil werden  diese Unterlagen in Nummerngrössen im Han  del vorrätig gehalten, oder dem Fuss anhand  von Messungen der     Auftrittfläche    individuell  angepasst. Diese Messungen werden z. B. in  der Weise vorgenommen, dass man den Pa  tienten mit farbbestrichener Fusssohle auf ein  weisses Papier oder auf eine halberstarrte       Gipsmassä    treten lässt.  



  Es ist auch bekannt, dass man den Pa  tienten auf eine in einen Schuh eingebrachte  Masse, die über Bluttemperatur erhitzt ist,  treten lässt, und die bei Abkühlung auf Kör  perwärme die     Abdrucksform    behält, so dass  dieser Abdruck als Schuheinlage dienen kann.  



  In den beiden letzteren Fällen erhält man  ein Bild von der belasteten Fusssohle, das    Schlüsse auf den Grad der durch Belastung  des Fusses gesenkten Knochen zulässt.  



  Schliesslich ist auch schon vorgeschlagen  worden, eine plastische, später erhärtende  Masse zwischen ein durch Auflegen auf einen  Leisten in die endgültige Form der     Einlage     gebrachtes Oberleder und eine Stoff- oder  Lederunterlage einzuschliessen.  



  Die nach den Fussabdrücken hergestellten  Einlagen korrigieren jedoch den Fuss nicht.  Um dieses zu erreichen, müssen die gesenkten  Knochen in ihre natürliche Lage zurückge  drückt werden.  



  Dies kann nur dadurch erreicht werden,  dass während der Belastung der Fusssohle  durch Druck von unten nach oben die durch       Erschlaffung    der Bänder bedingte Senkung  der Knochen behoben wird.  



  Eine pneumatische Kammer wäre hierzu  in der Lage, doch ist ein sicheres Gehen  hierauf aus vielerlei Gründen unmöglich.      Diese Nachteile sollen nun durch die vor  liegende Erfindung beseitigt     werden.    Diese  hat zum Gegenstand ein Verfahren zur Her  stellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder  Spreizfuss     aus    einer plastischen, nach einiger  Zeit erstarrenden Masse, die innerhalb des  Schuhes durch den Druck des Fusses beim  Gehen geformt wird. Gemäss der Erfindung  wird nun die plastische Masse in einem die  selbe eng umschliessenden, in seinen Umrissen  der Fusssohle entsprechend geformten schmieg  samen, aber nicht dehnbaren Beutel in den  Schuh eingeführt.  



  Ein Beispiel eines Beutels für die Durch  führung des Verfahrens ist in       Fig.    1 in Draufsicht, und in       Fig.    2 im Längsschnitt dargestellt.  Durch Auftreten auf den in seinen Um  rissen der Fusssohle entsprechend geformten,  flachen Beutel     a    aus allseitig nachgiebigem,  nicht dehnbarem Material, z. B. Leinwand,  wenn dieser mit einer     Masse    b gefüllt wird,  die formbar ist und nach einiger Zeit erstarrt,  kann die Form einer Sohle hergestellt wer  den, die ein genaues Bild der belasteten  Fusssohle ergibt, das die     Redression    der sich  bei Belastung senkenden Knochen erkennen  lässt.

   Durch die Schwere des Körpers wird  die Masse in der Kammer komprimiert, und  zwar derart, dass sie die am wenigsten be  lasteten, also die durch Lockerung der Bän  der gesenkten Teile des Fusses nach oben  drückt. Eine Überdehnung der     erschlafften     Bänder kann nicht eintreten.  



  Nun hat     bekannterweise    die Fusssohle in  einem Schuh eine wesentlich kleinere und  schlankere Auftrittsfläche als ausserhalb des  Schuhes. Es ist daher möglich, die belastete  korrigierte Fusssohle im Schuh beim Gehen  sich bilden zu lassen. Wenn man nun den  Beutel     a    in den Umrissen der Grösse der    innern Schuhsohle herstellt und mit einem  Material füllt, das plastisch ist und nach  einiger Zeit eine     unveränderbare    Form an  nimmt, so ergibt sich, dass auf diesem Wege  eine orthopädisch einwandfreie Einlegesohle  gebildet wird, die den krankhaft veränderten  Füssen die natürliche Lage zurückgibt und  dem Patienten die Beschwerden nimmt.  



  Vorteilhaft wird eine solche Masse ver  wendet, dass die fertige Sohle nach kürzerem  oder längerem Tragen durch entsprechende  Behandlung wieder formbar gemacht werden  kann; dadurch wird eine Nachkorrektur er  möglicht, indem die Sohle dann dem ent  sprechend gebesserten Fuss von neuem ange  passt werden kann. Als Füll- und Formmasse  kann beispielsweise zweckmässig ein Wachs  verwendet werden, welches bei normaler  Körpertemperatur fest ist, und oberhalb der  selben flüssig wird. Hierin liegt ein ganz  besonderer Fortschritt gegenüber den bekann  ten Metallsohlen, die durch Hämmern in  ganz roher Weise korrigiert werden, ohne  den Funktionen des Fusses sowie den stati  schen Verhältnissen Rechnung zu tragen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss aus einer pla stischen, nach einiger Zeit erstarrenden Masse, die innerhalb des Schuhes durch den Druck des Fusses geformt wird, dadurch ge kennzeichnet, dass die plastische Masse in ei- rrem dieselbe eng umschliessenden, in seinen Umrissen der Fusssohle entsprechend geform ten, schmiegsamen, aber nicht dehnbaren Beutel in den Schuh eingeführt wird.
CH147601D 1928-12-11 1929-12-03 Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss. CH147601A (de)

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CH147601D CH147601A (de) 1928-12-11 1929-12-03 Verfahren zur Herstellung von Sohlen für Platt-, Knick- oder Spreizfuss.

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