Verfahren .und Anlage zum Gerben von Häuten, Fellen usw. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren zum Gerben von Häuten, Fellen <B>USW.,</B> wobei das zu gerbende Gut in an sich bekannter Weise in einem geschlossenen Be hälter der Einwirkung von- Vakuum ausge setzt wird, während die Gerbflüssigkeit mit- telst einer Pumpe oder dergleichen veranlasst wird, durch den genannten, das Gerbgut ent haltenden Behälter zu zirkuliemen. Es, ist bereits eine Mehrzahl solcher Methoden vor geschlagen worden;
keine von diesen Me thoden hat aber bis jetzt eine allgemeinere Verwendung in der Praxis gefunden, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sie den angestrebten Zeitgewinn nicht mitgeführt haben. Um eine wirksame Gerbung zui er zielen, ist es nämlich in :
den meisten Fällen notwendig, das Gerbgut mit zwei oder meh reren Gerbflüssigkeiten von verschiedenem Extrakigehalt nacheinander zu behandeln und wenn das Gerben unter Vakuum stattfinden soll, so bedeutet es dann natürlich einen be- trächtlichen Zeitverlust, die Gerbfliissigkeit zu. wechseln und darauf wieder das erforder liche Vakuum zu erzeugen.
Der Zweck des den Gegenstand der Er findung bildenden Verfahrens ist nun, diesen Nachteil zu beseitigen. Das Verfahren be steht darin, dass das Gerben gleichzeitig in zwei oder mehreren geschlossenen, unter Va kuum stehenden Behältern ausgeführt wird, welche während des Gerbens voneinander ganz abgeschlossen sind, und zwar unter Verwendung von Gerbflüssigkeiten von ver schiedenem Extraktgehalte in den verschie denen Behältern, welche Gerbflüssigkeiten mittelst verschiedener Pumpen, eine für jeden Behälter, veranlasst werden, durch die Be hälter zu zirkulieren und dass,
nachdem das Gerbgut in einem Behälter auf diese Weise während genügend langer Zeit mit. einer Gerbflüssigkeit eines gewissen Extraktgehal- tes behandelt worden ist, diese Flüssigkeit in einen andern Behälter hinübergepumpt wird. um darauf mittelst der zu diesem Behälter gehörigen Pumpe veranlasst zu werden, durch ihn zu zirkulieren.
Auf diese Weise wird es möglich, das Gerbgut in jedem Behälter mit zwei oder mehr Gerbflüssigkeiten ver schiedenen Extraktgehalte. nacheinander zu behandeln, ohne dass der Behälter geöffnet oder die Verbindung mit der Vakuumpumpe unterbrochen zu werden braucht, bevor das Gut fertig gegerbt worden ist und heraus genommen werden soll.
Die zur Ausführung dieses Verfahrens geeignete Anlage besitzt zwei oder mehr ge schlossene Gerbbehälter, welche mit einer oder mehreren-Vakuumpumpen in Verbin dung stehen und mit je einer Zirkulations- pumpe versehen sind, mittelst welcher die Gerbflüssigkeit veranlasst werden kann, durch den entsprechenden Behälter zu zir kulieren, wobei jede Zirkulationspumpe durch eine besondere, mit Absperrventil versehene Rohrleitung mit einem andern Gerbbehälter in Verbindung steht,
so dass die Gerbflüssig- keit in diesen hinübergepumpt werden kann, nachdem sie während genügend langer Zeit in dem erstgenannten Behälter' gewirkt hat.
In der Verbindung zwischen wenigstens einer der Zirkulationspumpen und einem fol genden Gerbbehälter kann hierbei zweck mässig ein besonderer, zum Beispiel offener Behälter eingeschaltet werden, welcher dazu dient, eine der verschiedenen Gerbflüssigkei- ten aufzunehmen, während einer der Gerb- behälter, worin das Gerbgut mit Gerbflüssig- keit des höchsten Extraktgehaltes fertig be handelt worden ist, geleert und mit neuem Gerbgute gefüllt wird.
Auf der beigefügten Zeichnung ist als Beispiel eine Ausführungsform einer solchen, mit sechs Gerbbehältern versehene Anlage dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Teil der An lage in Seitenansicht, und Fig. 2 zeigt .die gesamte Anlage mit allen sechs Gerbbehäl- tern in Oberansicht; Fig. 3, ist schliesslich ein Schnitt nach der Linie III-IH in Fig. 2.
Die dargestellte Ausführungsform der Anlage besitzt sechs Gerbbehälter 1, 2, 3, 4, 5 und 6 in der Form von liegenden Zy lindern, von welchen jeder am einen Ende mit einer Tür 7 zum Einführen und Her ausnehmen der Häute 8 versehen ist, welche in den Behältern nahe aneinander in der Weise aufgehängt werden, wie links in Fig. 1 angedeutet ist.
Für jeden Gerbbehälter ist eine Zentrifugalpumpe 9 vorgesehen, welche dazu dient, die Gerbflüssigkeit in Zirkulation durch den Behälter zu versetzen und zu die sem Zwecke mit dem untern Teile des Be hälters durch ein Saugrohr 10 und mit dem obern Teil desselben durch ein Druckrohr 11 in Verbindung steht. Jedes Druckrohr geht durch einen Vorwärmer 12 hindurch zum Erhitzen der Gerbflüssigkeit auf die geeig nete Temperatur. Diese Erhitzung kann zweckmässig mittelst Dampfes oder . Warm wassers erfolgen, welches durch das Rohr 13 zugeführt und durch das Rohr 14 abgeleitet wird.
Jedes Saugrohr 10 ist mit einem Ab sperrventil 15 und jedes Druckrohr 11 mit einem Absperrventil 16 versehen. Jede Pumpe 9 ist ferner mit einem weiteren Saug rohre 17 versehen, welches in einem im Boden unter dem entsprechenden Gerbbehäl- ter angebrachten offenen Behälter 18 hin einragt. Dieses Saugrohr, welches mit einem Absperrventil 19 versehen ist, mündet in das entsprechende Saugrohr 10 zwischen dem Absperrventile 15 desselben und der Pumpe 9 (Fig. 3).
Zwei naheliegende Gerbbehälter der Reihe (das heisst 1 und 2, '3 und 4,_ 5 und 6) stehen durch Rohre 20, die von dem obern Teil der Behälter ausgehen und mit Absperrventilen 21 versehen sind, mit einem für beide gemeinschaftlichen Kondensator 22 in Verbindung, welcher seinerseits teils durch ein Rohr 28 mit einer (nicht darge stellten) Vakuumpumpe und teils durch ein Rohr 24 mit einem Kondensatsammler ver bunden ist.
Jede Zirkulationspumpe 9 bezw. das Druckrohr 11 derselben steht durch eine be sondere, mit Absperrventil 25 versehene Rohrleitung 26- mit dem nächstfolgenden Gerbbehälter in Verbindung, so dass die Gerbflüssigkeit in diesen hinübergepumpt werden kann. Diese Rohrleitung 26 mündet, bezüglich der Behälter 2 bis 6, in das ent sprechende Druckrohr 11.
zwischen dem Ab sperrventile 1-6 desselben und dem Gerbbe- hälter, so dass die Flüssigkeit direkt in. die sen von der Zirkulationspumpe 9 des vor hergehenden Behälters eingepumpt werden kann.
Die Verbindung zwischen der Zir- kulationspumpe 9 des Behälters 6 und dem Behälter 1 ist dagegen in einer etwas ab weichenden Weise ausgeführt, und mittelst einer langen, mit Absperrventil 27 (Fig. ä) versehenen Rohrleitung 28 herbeigeführt, welche zweckmässig in der Form eines. bieg samen Schlauches ausgeführt sein kann und im dargestellten Fälle in den unter dem Be hälter 1 liegenden, offenen Behälter 18 mün det.
Aus diesem Behälter, welcher dazu dient, eine der Gerbflüssigkeiten aufzunehmen, während einer der Gerbbehälter geleert und mit neuem Gerbgut gefüllt wird, wird die Gerbflüssigkeit durch das Saugrohr 17 der ersten Zirkulationspumpe 9 aufgesaugt und von dieser in den Behälter 1 eingepresst. Der unter dem Behälter 1 liegende offene Be hälter 18 ist somit auf diese Weise in die Verbindung zwischen der Zirkulationspumpe 9 des Behälters 6 und dem Behälter 1 ein geschaltet.
Die unter den übrigen Gerb behältern vorgesehenen offenen Behälter 18 sind im allgemeinen nicht erforderlich, wenn alle sechs Gerbbehälter gleichzeitig im, Be trieb sind, kommen aber zur Verwendung, wenn man nur eine geringere Anzahl Gerb- behälter verwendet. Die Rohrleitung 28 wird dann so geändert, dass sie in den Behälter 18 unter dem ersten (am weitesten nach unten, Fig. 2, liegenden) verwendeten Gerb- behälter mündet.
Das oben beschriebene Verfahren wird nun bei Verwendung aller sechs Gerbbehälter 1 bis 6 und sechs Gerbflüssigkeiten ver schiedenen Extraktgehaltes auf folgende Weise ausgeführt. Es wird angenommen, dass die Extraktgehalte der verwendeten Gerbflüssigkeiten 16, 20, 25, 80, 85 und 50% betragen.
Das Gut in jedem Gerbbehälter wird zuerst, zum Beispiel während 24 Stun- den, mit der Flüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes, .dann während derselben Zeit mit der Flüssigkeit des nächsthöheren Extraktgehaltes usw. behandelt, um, nach dem dasselbe schliesslich während gleich lan ger Zeit mit der Flüssigkeit des höchsten Extraktgehaltes behandelt worden ist, her ausgenommen zu werden, worauf der Be hälter mit neuem Gerbgute gefüllt wird.
Beim Ingangsetzen des Betriebes kann man zum Beispiel die Behandlung im Be hälter 1 mit der Gerbflüssigkeit des niedrig sten Extraktgehaltes beginnen. Der Behäl ter 1 wird dann zuerst mit Häuten gefüllt und gleichzeitig wird Gerbflüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes, das heisst in dem angenommenen Falle 16 %, in dem unter dem Gerbbehälter 1 liegenden offenen Be hälter 18 zubereitet.
Nachdem der Behälter 1 mit Häuten gefüllt und die Tür 7 des selben geschlossen worden ist, wird der Be hälter durch Öffnen des entsprechenden Ventils 21 mit der zugehörigen Vakuum pumpe in Verbindung gesetzt und evakuiert. Sobald dies geschehen ist, wird die dem Be hälter 1 zugehörige Pumpe 9 in Gang ge setzt und das Ventil 19 des entsprechenden Saugrohres 17 geöffnet, so dass die im Be hälter 18 zubereitete Gerbflüssigkeit in den Behälter 1 eingepumpt wird. Diese Flüs sigkeit wird nun mit Hilfe der Pumpe 9 veranlasst, während einer Zeit von .etwa 24 Stunden durch den Behälter 1 zu zirkulie ren, .so dass sie auf die darin eingehängten Häute 8 einwirken kann.
Während dieser Zeit wird ,;e nach Bedarf Dampf oder Warm wasser dein entsprechenden Vorwärmer 12 zugeführt, so dass die Gerbflüssigkeit auf die geeignete Temperatur erwärmt wird. Während die Behandlung der Häute im Behälter 1 fortdauert, wird der nächste Gerbbehälter 2 mit Häuten gefüllt und eva kuiert und gleichzeitig wird Gerbflüssigkeit des nächsthöheren Extraktgehaltes, das heisst in dem angenommenen Falle 20 %, in dem unter dem Gerbbehälter 1 befindlichen offenen Behälter 18 zubereitet.
Sobald die Behandlung der Häute im Behälter 1 mit Flüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes beendet worden ist, wird das Ventil 25 im Verbindungsrohre 26 zwischen den Behältern 1 und 2 geöffnet und die Flüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes wird in den Gerbbehälter 2 hinübergepumpt. Hierauf wird die Pumpe 9 dieses letztgenannten Be hälters in Gang gesetzt und das Gerbgut im Behälter 2 wird nun während derselben Zeit mit G,erbflüssigkeit des niedrigsten Extrakt gehaltes behandelt.
Gleichzeitig wird das Gut im Behälter 1 mit der im Behälter 18 unter ihm zubereiteten Gerbflüssigkeit des zweitniedrigsten Extraktgehaltes behandelt. Während des zweiten Tages findet also die Behandlung in den Gerbbehältern 1 und 2 statt. Während dieser Zeit wird der nächste Gerbbehälter 3 mit Häuten gefüllt und eva kuiert und. wird Gerbflüssigkeit des nächst höheren Extraktgehaltes, das heisst in dem angenommenen Falle 25 %, in dem unter dem Gerbbehälter 1 liegenden offenen Behälter 18 zubereitet.
Sobald die Behandlung in den Behältern 1 und 2 mit den beiden Flüssig keiten der niedrigsten Extraktgehalte (20 bezw. 16 %) beendet worden ist, wird die Gerbflüssigkeit des niedrigsten Extrakt- ehaltes, in Jerselb Weise wie oben ble- g <B>o</B> en schrieben, aus dem Behälter 2 in den Be hälter 3 hinübergepumpt,die Gerbflüssigkeit des zweitniedrigsten Extraktgehaltes wird aus :
dem Behälter 1 in den Behälter 2 hin übergepumpt und die zuletzt zubereitete Flüssigkeit des nächsthöheren Extrakt gehaltes (25 %) wird aus dem Behälter 18 in den Behälter 1 eingepumpt, so :dass also während des dritten Tages die Behandlung in den Gerbbehältern 1, 2 und 3 stattfindet.
Auf ähnliche Weise findet während des vier ten Tages die Behandlung in den Behältern 1 bis 4, während des fünften Tages in den Behältern 1 bis 5 und während des sechsten Tages in allen Behältern 1 bis 6 statt, wo bei das Gut im Behälter 6 mit der Gerb flüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes behandelt wird, während das Gut im Behäl ter 1 mit Gerbflüssigkeit des höchsten Ex- traktgehaltes, das heisst in dem angenom menen Falle<B>50%,</B> behandelt wird.
Am Ende des sechsten Tages ist die Be handlung des Gutes im Behälter 1' beendet und dieser Behälter soll dann geleert und mit neuem Gute gefüllt werden. Um dies zu ermöglichen, wird die Gerbflüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes aus dem Gerb- behälter 6i durch das Rohr 28 in den unter dem Gerbbehälter 1 befindlichen offenen Behälter 18 hinübergepumpt,
die Gerbflüs- sigkeit des zweitniedrigsten Extraktgehaltes wird aus dem Behälter 5 in den Behälter 6 hinübergepumpt, die Flüssigkeit des nächsthöheren Extraktgehaltes wird aus dem Behälter 4 in den Behälter 5 hinübergepumpt usw.
und die Gerbflüssigkeit des höchsten Extraktgehaltes wird aus dem Behälter 1 in den Behälter 2 hinübergepumpt, so dass der Behälter 1 leer wird und das darin be findliche Gut herausgenommen und neues Gerbg ut statt dessen eingeführt werden kann.
Hierauf wird die Gerbflüssigkeit des niedrigsten Extraktgehaltes (nachdem der verbrauchte Extrakt ersetzt worden ist, so dass die Flüssigkeit wieder den vorgeschrie benen Extraktgehalt von<B>16%</B> erhalten hat) in den wiederum gefüllten Behälter 1 einge pumpt und während des siebten Tages findet also die Behandlung im Behälter 1 mit Gerb- flüssigkeit .des niedrigsten Extraktgehaltes, im Behälter 2 mit Gerbflüssigkeit des höeh- sten Extraktgehaltes,
im Behälter 3 mit Gerbflüssigkeit des zweithöchsten Extrakt, gehaltes statt usw. Am Ende des siebten Tages ist das Gut im Behälter 2 fertig be handelt und dieser Behälter kann dann ge leert und mit neuem Gerbgute .gefüllt wer den, was dadurch ermöglicht wird, dass die Gerbflüssigkeit des zweitniedrigsten Extrakt gehaltes, welche während des siebten Tages durch den Behälter 6 zirkuliert hat, in den unter dem Behälter 1 befindlichen offenen Behälter 18 hinübergepumpt wird.
Auf diese Weise findet der Betrieb dann ununterbro chen in allen Behältern statt, wobei das Gut in jedem Behälter mit allen sechs Gerbflüs- sigkeiten nacheinander behandelt wird ohne dass irgendein Behälter geöffnet oder dessen Verbindung mit der zugehörigen Vakuum pumpe unterbrochen zu werden braucht, bevor das Gut fertig behandelt worden ist und herausgenommen werden soll.
Durch das beschriebene Verfahren wird auch der wichtige Vorteil erzielt, dass man nie Gerbflüssigkeit einzudampfen braucht, um eine Flüssigkeit höheren Extraktgehaltes zu erhalten, sondern man hat nur, während die Flüssigkeit durch die Gerbbehälter zirku liert, den verbrauchten Extrakt darin zu er setzen, so dass die Gerbflüs-sigkeit stets bei dem vorgeschriebenen Extraktgehalte gehal ten wird.