Kobaltsehnelldr ehstahl. Die bekannten Sclinelldrehstähle mit Kobalt, Chrom und Wolfram oder Äqui valenten weisenden Nachteil einer schwieri- gen Warmbearbeitung und eines erheblichen Abfalles bei der Herstellung und im Ver brauch auf.
Es hat sich nun überraschenderweise ge zeigt, dass diese Nachteile bei sehr geringem Chromgehalt im wesentlichen entfallen. Während man bisher das Chrom bei kobaIt- haltigen Schnelldrehstählen als unerlässlichen Legierungsbestandteil angesehen hat, wurde gefunden, dass trotz. des sehr geringen Chrom gehaltes die Leistung dieser Stähle den Leistungen der bisherigen Kobaltschnelldreh- stähle im wesentlichen gleichkommt.
Die Vorteile hinsichtlich der Warmver arbeitung und des Abfalles bei einem Stahl, der praktisch chromfrei ist, das heisst Chrom nur in einem Ausmass enthält, welches als Verunreinigung angesehen werden kann, sind im Patent Nr.<B>114358</B> erläutert.
Es hat sich nun gezeigt, dass selbst Stähle mit Gehalten an Chrom bis etwa 1,5 % noch Fortschritte gegenüber bekannten Chrom- ZVa1fram-Schnelldrehstählen aufweisen. Der Kobaltschnelldrehstahl gemäss der Erfin dung, der im übrigen beliebig zusammen gesetzt sein kann, das heisst insbesondere die bei den bekannten Kobaltsehnelldrehstählen vorhandenen qualitativen und quantitativen Schwankungen in der Zusammensetzung zeigen kann, weist einen Chromgehalt von etwa 0,25 bis etwa<B>1,5%</B> auf. Der Chrom gehalt beträgt zweckmässig nur etwa 0.5 %, kann aber auch grösser sein und etwa 1 betragen, wobei freilich die Vorteile bei stei gendem Chromgehalt andauernd geringer werden.
Daher ist am wertvollsten der Be reich von 0,25 bis etwa 0,50/'o. Der an- schliess,ende Bereich von 0,50 bis 1 % weist auch noch erhebliche Vorteile auf und selbst der restliche zu sohützende Bereich von 1 bis <B>1,5%</B> stellt noch einen Fortschritt gegen über dem bekannten Stand der Technik dar.
Es hat sich gezeigt, dass bei diesen Stäh len regelmässig bei .der Verarbeitung von Block auf Knüppel respektive von Knüppel auf Stab eine um mehrere Prozente wirt- schaftlichere Ausbrinbo-ung gegenüber dem Ergebnis des gleichen Arbeitsvorganges bei bekannten Chrom-Wolfram-Kobaltstählen er zielt wird. Es hat sich feiner gezeigt, dass bei dem erfindungsgemässen Stahl eine Glü- hung nach erfolgter Schmiedung entfallen kann, ohne dass der Stahlstab durch die sonst auftretende Sprödigkeit .gefährdet wird.
Der Entfall der bisher .erforderlichen G.lühung beinhaltet ebenfalls eine wichtige Verein fachung und Verbilligung.
Bei der Herstellung von Schneiden. berei ten die bekannten Kobaltschnell:drehstähle selbst dem Fachmann erhebliche Schwierig keiten, da; der Stahl bei dem Vorschmieden der Schneide oft rissig wird. Diese Schwie rigkeit vergrössert sich noch bei der thermi schen Behandlung des mit der Schneide ver- sehenen Stahles, da sowohl beim Härten, als auch bei .den bei Chrom-Wolfram-Kobalt- stählen bisher als unumgängliche notwendig erachteten Anlassen häufig ein Rissigwerden des Stahles auftritt,
welches ihn dann für eine weitere Verwendung unbrauchbar macht. Diese Erscheinungen haben die Wirtschaft lichkeit der bekannten Chrom-Wolfram- Kobaltschnelldrehstähle stark beeinträchtigt, und zwar sowohl bei der Herstellung, als auch bei der Verwendung. Die erfindungs gemässen Stähle weisen die vorgeschilderten Nachteile nicht auf. Selbst bei wiederholtem Umschmieden, das überdies die bisherige Sorgfalt nicht .erfordert, tritt ein Rissigwer- den nicht auf.
Während bisher die Warm verarbeitung von Schnelldrehstählen, insbe sondere von hochlegierten Stählen und Ko- baltschnelldrehstählen, besonders vorsichtig in mehreren Stufen vorgenommen werden musste (siehe beispielsweise Werkstoffhand buch "Stahl und Eisen", B1. P 21j1), können die .erfindungsgemässen Stähle ohne beson dere Vorsichtsmassregel und beispielsweise in einem Arbeitsgang ("in einer Hitze") be deutend weiter heruntergesehmiedet werden als die bekannten Kobaltsclinelldrehstähle.
Wirtschaftliche Gesichtspunkte erfordern die Verarbeitung von legierten Abfällen und von Legierungsbestandteilen, die dem ferti gen Produkt einen Chromgehalt um etwa 0,50% verleihen können, will man eine zu kostspielige Auswahl des Einschmelzmate- rials vermeiden, welche bei dem Gegenstand des Patentes Nr. 114358 erforderlich ist. Stähle mit diesem Chromgehalt zeigen noch betreffs der Warmverarbeitung, verglichen mit den bekannten, über 2%, vorzugsweise aber über 3 % Chrom enthaltenden alldrehstählen, Fortschritte von prak tisch grosser Bedeutung.
Die erwähnten Vor teile vermindern sich dann fortschreitend mit steigendem Chromgehalt, sind aber bei zirka 1,5 % noch erheblich. Die gefundenen guten Eigenschaften in der Warmbearbeitung und Kaltformgebung bezw. in der thermischen Behandlung der Stähle gellen allmählich in die grosse Empfindlichkeit und sonstigen Nachteile .der bekannten Chrom-Wolfram- Kobaltschnelldrellstähle über.
Die genannten Vorteile bestehen unab hängig von dem Vorhandensein sonstiger Legierungsbestandteile, und es können die selben weitestgehend entsprechend den Er fahrungen mit den bekannten Koba.ltschnell- drehstählen wechseln. Je nach der restlichen Zusammensetzung und nach dem zu bearbei tenden Material kann der den Gegenstand der Erfindung bildende Kobaltschnelldrehstahl nach dem Härten gegebenenfalls angelassen werden.
Die nachfolgenden Analysenzahlen geben beispielsweise Ausführungsformen wieder:
EMI0002.0052
C <SEP> Cr <SEP> W <SEP> V <SEP> Mo <SEP> Co <SEP> Ta
<tb> 0,8G <SEP> 0,33 <SEP> 20,7G <SEP> 2,03 <SEP> 0,48 <SEP> 22,40 <SEP> 0,59 <SEP> <B>0</B>,6G <SEP> 18,10 <SEP> 1,72 <SEP> - <SEP> 13,19 <SEP> 1,03 <SEP> 0,93 <SEP> 18,G7 <SEP> 1,33 <SEP> 0,75 <SEP> 12,01 <SEP> 1,30 Durch vorstehende Ausführungsbeispiele soll die Erfindung in keiner Weise einbe schränkt werden.
Es ist ersichtlich, dass der Kobaltgeha.lt in weiten Grenzen schwank en kann. Sonstige Legierungsbestandteile, wie beispielsweise Vanadium, Molybdän, Tantal, Titan, Tran, Bor, Beryllium usw., können entweder als Begleiter oder aber für spezielle Verwen dungszwecke in entsprechend hoher Menge vorhanden sein.
Der Wegfall jener Nachteile, welche den normal legierten chromhaltigen Stählen an- t' ist von grosser praktischer und wirt- cliaftlicher Bedeutung, unabhängig davon; < gib durch Zusatz von Legierungskomponenten, wie Vanadium, Tanal, Uran, Titan, Beryl lium und dergleichen, oder durch Anwendung 1>estiinmter Mengenverhältnisse zwischen den einzelnen, den Stahl beeinflussenden Zu- >;itzcn Stähle von gesteigerter Leistung oder mit:
Sondereigenschaften hergestellt werden.