CH148414A - Verfahren zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen.

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CH148414A
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CH
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Inventor
Njzn Abraham Ten Bosch
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Njzn Abraham Ten Bosch
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10FDRYING OR WORKING-UP OF PEAT
    • C10F5/00Drying or de-watering peat
    • C10F5/04Drying or de-watering peat by using presses, handpresses, rolls, or centrifuges

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrostatic Separation (AREA)

Description


  Verfahren zur Herabsetzung des     Flüssigkeitsgehaltes    von viele     liapillarräume     enthaltenden     Stoffen.       Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver  fahren zur Herabsetzung des Flüssigkeits  gehaltes von viele     Kapillarräume    enthalten  den Stoffen, insbesondere auf ein Verfahren  zur Herabsetzung des Wassergehaltes, das  heisst zum Auspressen von Frischtorf, Koh  lenschlamm und dergleichen.  



  Es ist bekannt, dass es viele Stoffe gibt,  in welchen Wasser oder andere Flüssigkeiten  in ähnlicher Weise festgehalten werden, wie  das Wasser im Frischtorf; der Einfachheit  halber wird die Erfindung jedoch erklärt  werden, indem beschrieben wird, in welcher  Weise Frischtorf in einfacher und ökonomi  scher Weise vom Wasser befreit werden  kann.  



  Der Frischtorf besteht aus mehr oder  weniger verwesten Pflanzenstoffen und wei  ter aus Wasser. Das im Frischtorf enthal  tene Wasser, dessen Menge oft 85 bis     .94, l     des Torfgewichtes beträgt, ist innerhalb der  Wände der früheren Pflanzenzellen oder in       Kapillarräumen    eingeschlossen, welch letz-         tere    durch Auf- und     Gegeneinanderliegen     der Pflanzenzellen entstanden sind, während  auch in den sich in der Torfmasse befinden  den Hohlräumen Wasser enthalten ist.  



  Es ist bekannt, dass man aus Frischtorf  durch die einfache Anwendung von nicht sehr  hohen Drucken nur einen kleinen Teil des  Wassers entfernen kann, und dass dies ausser  dem nur dann möglich ist, wenn man diesen  Druck während mehrerer Stunden ausübt.  



  Die Erfindung beruht nunmehr auf der  Erkenntnis, dass das Wasser in ökonomischer  Weise, zum Beispiel aus Frischtorf, entfernt.  werden kann, und zwar dadurch, dass in der  Stoffmasse ein Zustand herbeigeführt wird,  in welchem das zum Beispiel in dem Frisch  torf eingeschlossene Wasser das Bestreben  hat, sich unter dem Einfluss der im Wasser  selbst anwesenden Kräfte nach aussen zu be  wegen, während gleichzeitig ein äusserer  Druck ausgeübt wird.  



  Gemäss der Erfindung wird dieser     Züz-          stand    entstehen, wenn man in der kapillar-           gebundenen    Flüssigkeit ein Gefälle des     tan-          gentiellen    Druckes längs der Wände der Ka  pillare hervorruft, und zwar derart, dass der       tangentielle    Druck in der Richtung zur Aus  flussstelle kleiner     wird.     



  Falls man deshalb an der Stelle, wo man  das Wasser aus den     Kapillarräumen    entfer  nen will, also an den Entwässerungsstellen       bezw.        -flächen,    den     tangentiellen    Druck her  absetzt, so wird bei Ausübung eines äussern  Druckes das in den     Kapillarräumen    enthal  tene Wasser in der Richtung des Gefälles des       tangentiellen    Druckes aus den Kapillaren  hinaustreten.  



  Man kann das erforderliche Druckgefälle  herbeiführen, indem man dafür Sorge trägt,  dass an der Stelle, wo man das Wasser aus  der Masse fliessen lassen will, die Tempera  tur höher ist als     innerhalb    der zu entwäs  sernden Masse und darauf achtet, dass ein  passender Temperaturunterschied nach Mög  lichkeit aufrecht erhalten wird. Die Grösse  des erhaltenen Druckgefälles     in        tangentieller     Richtung ist von den gewählten Temperatu  ren abhängig, jedoch spielt auch die mittlere  Temperatur eine Rolle.

   Mit Hilfe diese  durch     Temperaturunterschied    erhaltenen  Druckgefälles kann man mit einer gewissen       Presskraft,    das heisst Druck auf die Masse,  bei richtiger     -Wahl    der Temperaturen mehr  Wasser aus dem Frischtorf entfernen als  ohne Anwendung des geschilderten     Prinzipes     möglich wäre. Man kann dabei ausserdem aus  dem     elektroendosmotischen    und     kataphoreti-          schen    Effekt Nutzen ziehen. Zum Aufrecht  erhalten des gewünschten Temperaturunter  schiedes ist verhältnismässig wenig Energie  erforderlich, so dass in dieser Weise ohne be  deutende Kosten eine weitgehende Entwässe  rung erreicht werden kann.  



  Das Verfahren gemäss der     Erfindung     kann zum Beispiel so ausgeführt werden,  dass man an einer Filterfläche     bezw.    an Fil  terflächen durch Temperatursteigerung eine  systematische Erniedrigung des     tangentiellen     Druckes nach dieser Filterfläche     bezw.    die  sen Filterflächen hin herbeiführt, während    durch Ausübung eines äussern Druckes das  Ausfliessen praktisch erreicht     wird.     



  Wenn man ein Fass, welches eine mit  wasserdurchlässigen Öffnungen versehene  Wand hat, mit natürlichem oder noch besser  mit feinzerkleinertem Frischtorf füllt, wel  cher zum Beispiel eine Temperatur von 10   C  hat, und die gelochte Wand zum Beispiel bis       100'C    erhitzt, so wird bei Ausübung eine>  Druckes auf die     Frischtorfmasse    unter dem  Einfluss des durch die einseitige Erhitzung  entstandenen Gefälles des     tangentiellen     Druckes in der Kapillare Wasser aus dem  Frischtorf hinausfliessen.

   Man kann dafür  sorgen, dass ein passender Temperaturunter  schied in der Masse hervorgerufen und auf  rechterhalten wird, zum Beispiel dadurch,  dass man das Innere der Masse absichtlich  kühl hält, während man die Masse an den       Entwässerungsfläehen    erhitzt.

   Des weiteren  kann man die Geschwindigkeit der Entwäs  serung der Massen vergrössern, indem man  gleichzeitig an mehreren Stellen der Masse  Temperaturunterschiede hervorruft.     Man     kann zum Beispiel in einem weiten Fasse mit  gelochter Wand in einer gewissen Entfernung  von der Wand viele geschlossene Röhren  oder Röhrchen anordnen, durch welche man  eine kalte Flüssigkeit fliessen lässt und - zu  gleicher Zeit die Aussenseite des Fasses er  hitzen; auch kann man in einem grossen  Fasse abwechselnd Rohre anordnen, von wel  chen das eine erhitzt und das andere gekühlt  wird.  



  Man kann die Entwässerungsflächen in  verschiedener Weise erhitzen; es ist gleich  gültig, in welcher Weise diese Erhitzung  stattfindet. Man kann zum Beispiel dabei  Rauchgase, Dampf, warme Flüssigkeiten,  heisse Luft oder andere erhitzte Gase verwen  den oder man kann die Erhitzung durch  Strahlung, durch direkte Flammen oder  durch die Verwendung     elektrischer    Energie  herbeiführen,     vorausgesetzt,    dass man dafür  sorgt, dass ein passender Temperaturunter  schied in der Masse aufrecht erhalten bleibt.  



  Man     kann    auch Unterschiede in dem     ta.n-          gentiellen    Druck dadurch hervorrufen,     dass         man die Masse an den Entwässerungsflächen       mit    festen Stoffen oder Flüssigkeiten, wel  che eine grössere Affinität für Wasser haben  als die Masse selbst, in Berührung bringt,  denn auch dadurch werden Druckunter  schiede in     tangentieller    Richtung in     der     Flüssigkeit entstehen.  



  Es sei noch erwähnt, dass eine     Verschmie-          rung    der Öffnungen der Entwässerungsflä  chen nicht aufzutreten braucht, solange die  Flüssigkeit unter dem Einfluss der Druck  unterschiede in     tangentieller    Richtung nach  aussen fliesst und der jeweils ausgeübte  äussere Druck unter einer durch die Kon  sistenz und die weiteren Eigenschaften der  Masse     bestimmten    Grenze bleibt.  



  Der durch Anwendung des\ Verfahrens  nach der Erfindung erhaltene technische  Fortschritt geht aus dem nachfolgenden Ver  suche hervor:       Man    füllt 100     gr    feinzerkleinerten Frisch  torfes von etwa     90%    Feuchtigkeitsgehalt in  ein Fass, dessen Wände mit Schlitzen ver  sehen sind, und erhitzt die Wände mit einem  Bunsenbrenner, bis eine Dampfentwicklung  einsetzt. Wenn man nunmehr unter Auf  rechterhaltung einer Temperatur von etwa  100   C an den Wänden des Fasses einen all  mählich steigenden äussern Druck auf die  Masse ausübt, so kann man bis etwa 80      o     des Gesamtgewichtes des Frischtorfes an  Wasser auspressen.  



  Bei Ausführung des erfindungsgemässen  Verfahrens kann das Entfernen der Flüssig  keit durch gleichzeitige Verwendung eines       elektroendosmotischen    und     kataphoretischen     Effektes unterstützt werden.  



  Bekanntlich besteht der     kataphoretisclie     Effekt darin, dass kleine in einer Flüssigkeit  suspendierte Teilchen sich unter dem Einfluss  eines elektrischen Feldes von der einen Elek  trode zu der andern bewegen. Die kolloiden  festen Teilchen führen dabei aber die sie um  gebende Flüssigkeit mit, so dass infolge die  ser     Kataphorese    auch eine Flüssigkeitsbewe  gung, das heisst ein     elektroendosmotischer     Effekt entsteht. Der     elektroendosmotische     und der     kataphoretische    Effekt treten somit    zu gleicher Zeit auf, wenn in die zu behan  delnde Masse zwei Elektroden angeordnet  werden.  



  Zu diesem Zweck wird zum Beispiel in  die zu pressende Masse ein     Stift    angeordnet  und derselbe mit dem positiven Pol einer  Gleichstromquelle verbunden. Die Filter  wände, welche zum Hervorrufen eines     tan-          gentiellen        Druckgefälles    erhitzt werden,     sin(l     mit dem negativen Pol verbunden.

   Die in  dieser Weise erzielten     elektroendosmotiseben     und     kataphoretischen    Effekte unterstützen  die Ausströmung der Flüssigkeit, welche  durch das     tangentielle        Druclugefälle        hervor-          gerufen    wird, ganz wesentlich, so dass,     uni     gleich viel Wasser zu entfernen, ein kleine  rer äusserer Druck genügt, als ohne     Vorhairi-          densein    dieser Effekte nötig wäre.  



  Die Entwässerung des Frischtorfes ist  nur beispielsweise beschrieben worden, und  die Erfindung kann auch zur Entfernung  von Flüssigkeiten aus andern Materialien be  nutzt werden, wie zum Beispiel zur Gewin  nung von Erdöl aus     erdölbaltigen    Schichten,  aus bituminösem Schiefer usw. In diesem  Falle wird die Oberfläche der     ölhalti;-cii     Schicht, zum Beispiel in Erdölbrunnen,  zweckmässig dadurch erhitzt, dass man heisses       0l    entlang derselben führt, während der er  forderliche Druck durch die oberhalb der  Austrittsstellen des Öls gelegenen Erdschich  ten automatisch ausgeübt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herabsetzung des Flüssig keitsgehaltes von viele Kapillarräume enthal tenden Stoffen, wie zum Beispiel Frischtorf, Kohlenschlamm und dergleichen, dadurch ge kennzeichnet, dass ein Gefälle des tangentiel- len Druckes der kapillar gebundenen Flüssic; - keit der zu behandelnden Masse längs der Wände der Kapillare je nach der Ausfluss stelle der Flüssigkeit lein hervorgerufen wird, unter gleichzeitiger Ausübung eines meelii- nischen Druckes auf die Masse.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefälle des tan- gentiellen Druckes der kapillar gebun denen Flüssigkeit durch Herbeiführung und Aufrechterhaltung eines Temperatur unterschiedes zwischen der Masse und den Ausflussstellen der Flüssigkeit erhalten wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefälle des tan- gentiellen Druckes der kapillar gebun denen Flüssigkeit dadurch herbeigeführt wird, dass die Masse bei den Ausflussstel- len mit Stoffen in Berührung gebracht wird, welche eine grössere Affinität für die zu entfernende Flüssigkeit als für das Material, aus welchem dieselbe entfernt werden soll, besitzen. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes durch Anwendung eines elektroendosmotischen und katapho- retischen Effektes unterstützt wird.
CH148414D 1930-04-19 1930-04-19 Verfahren zur Herabsetzung des Flüssigkeitsgehaltes von viele Kapillarräume enthaltenden Stoffen. CH148414A (de)

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